Montag, 3. August 2015

Rosenwasser-Kardamom-Lassi

Weiter geht es mit der Hitze, also auch der Flüssignahrung - na ja fast. Natürlich brauche ich zum Ende der Marillensaison unbedingt noch Marillenknödeln oder Kaiserschmarren mit Marillenröster. Der Witz an der Sache ist: Rosenwasser-Kardamom-Lassi passt hervorragend zu allem mit Marille. 

Gefunden habe ich dieses Rezept hier: The Guardian, Rezept von Claire Thomson



Zutaten:
600 ml Naturjoghurt
80 g Zucker (mir reichen 60 g)
1 EL Rosenwasser (oder je nach Geschmack)
1 Prise gemahlener Kardamom
200 ml kaltes Wasser
100 g zerkleinerte Eiswürfel


Zubereitung:
Die ist sehr, sehr kompliziert ...
1 Kardamomkapsel aufbrechen, die kleinen Samen herausnehmen. Kapsel wegwerfen, Samen mörsern. Wenn man einen Hochleistungsmixer hat, kann man sich das Mörsern wahrscheinlich sparen, bei meiner Moulinette muss man das von Hand machen.
Joghurt, Zucker, Rosenwasser, Kardamom und Wasser in den Mixer geben. Eine Minute mixen
Und jetzt wieder: Wer einen Hochleistungsmixer hat, gibt das Eis dazu und mixt alles noch einmal gut auf.
Ich habe einfach zwei Eiswürfel ins Glas gegeben und war auch sehr gut.




Und dazu waraten jetzt Marillenknödel ein Hit. Ich glaub, ich muss noch einmal zum Markt gehen ...

Donnerstag, 30. Juli 2015

Turbohausfrau meets Tante Mali


Bei meinem Jahresrückblick habe ich es ja schon verraten: mein Lieblingsblog ist Tante Malis Gartenblog. Wenn ich Stress habe und einmal kurz was Schönes anschauen will, schau ich bei Elisabeth vorbei. Mittlerweile haben wir schon einige Male Akkus vom Handy zum Kollabieren gebracht, weil wir uns recht viel zu sagen haben. Und dann kam der Moment, wo wir einmal etwas gemeinsam machen wollten: Von der Turbohausfrau kommt ein Rezept, Tante Mali setzt es in Szene. Und voilà, hier ist das Ergebnis.





100 g helles Senfpulver
50 g dunkle Senfkörner (ersatzweise Pulver, aber das färbt nur den Senf dunkler und macht keine hübschen Pünktchen)
500 g Marillen
100 ml milder Weißweinessig
1/2 EL Salz
 1 EL Zucker
1 EL Koriander

Marillen waschen und entkernen. Mit Salz und Zucker vermengen, zudecken und über Nacht Saft ziehen lassen. Am nächsten Tag weichkochen, auskühlen lassen, durch eine Flotte Lotte passieren. Die dunklen Senfkörner mit den Korianderkörnern trocken anrösten, auskühlen lassen, in einen Zerkleinerer geben und fein mahlen. Alle Zutaten vermischen und mit einem sauberen Hangerl (= Geschirrtuch) zudecken. Eine weitere Nacht stehen lassen, in Twist Off-Gläser füllen.
Der Senf muss kühl und offen reifen, daher wirklich alle Zutaten ausgekühlt verarbeiten und die Ruhezeit einhalten.
Eigentlich sollte der Senf noch ein paar Wochen kühl und dunkel stehen, bevor man ihn isst - wenn man das aushalten kann ...



Danke, liebe Elisabeth! Es ist schön, dich zu kennen.
Und solche grandiosen Fotos waren sicher noch nie auf meinem Blog zu sehen!



Nun versuche ich so schöne Worte wie Elisabeth zu finden: Danke, ihr Wunderbaren, dass ihr hier zu Gast gewesen seid! Genießt die kühle Brise, gönnt euch ein schönes Glas Wein am Abend, dazu Käse und diesen Senf. So macht der Sommer Freude!

Montag, 27. Juli 2015

Balkonien im Juli 2015

Hochsommer. Das heißt, das große Ernten kann beginnen. Könnte, wenn nicht ...
... der Mann Einspruch erhoben hätte: Unser Lavendel auf dem Gang draußen ist ein wahrer Magnet für fliegende Viecher aller Art. Hier ein Taubenschwänzchen. Und der Mann meint, wir müssen denen in der Stadt so viele Erntemöglichkeiten wie nur geht bieten.

Ein bissl klein, aber doch erkenntlich: Bienchen im Anflug. Da sieht man an den Blüten auch schon, wie wenig nur mehr da ist zum Beernten - fast alle Blüten sind weg, aber ich darf noch immer nicht zur Schere greifen.

Es hat mich dann aber schon sehr gefreut, als eine Freundin vom Land zu Besuch war und gestaunt hat, wie viele Bienen und Hummeln sich hier tummeln. Sie hat gemeint, sie haben viel weniger daheim.


Ganz besonders fleißig am Werk sind die Hummeln. Von frühmorgens bis spätabends brummeln sie durch die Gegend, dass es eine Freude ist.

War da nicht mal was, dass die Biene Maja die Fleißige war, der dicke Willi hingegen faul in der Sonne lag? Ja denkste.




Wir werden überhaupt gerade zu Hummelspezialisten, weil wir so viele verschieden aussehende zu Gast haben. Hier die berühmte Sankt Favoritner Rot-Popsch-Hummel - die Kennerin spricht ...

Ach ja, die Blüten vom Basilikum darf ich auch nicht abschneiden von wegen der Viecher.

Aber da darf ich endlich ernten! Durch die andauernde Hitze habe ich so viele schöne Paprika wie selten. Nicht nur diese Blockpaprika, sondern auch winzige braune Zwergpaprika und rote Kapia.


Die Chilis sind auch nicht ohne. Es wird ein heißer Sommer bleiben, kann ich prophezeien. Für den Fall dass die Sonne nicht scheinen mag, ist hier auf jeden Fall für innere Hitze gesorgt.


Und Paradeiser! Bitte ich hab eine Fantasilliarde Paradeiser. Alle Farben, alle Formen, alle Größen. Ich fange jetzt schon an mit dem Einkochen. Normalerweise ist das die Jahreszeit, wo ich noch nicht genug davon bekommen kann, Tussiteller oder andere Paradeissalate zu essen, von Einkochen noch keine Rede.

Habañeros hab ich auch mehr als genug. Ich hab mich sehr gefreut, als liebe Nachbarn sich zum Chili-Essen eingeladen haben mit der Bemerkung, sie essen gern scharf. Ich bin nicht so sicher, ob denen klar ist, wem sie das gesagt haben ... ;)

Wohin man schaut: Paradeiser. Irgendwie fast ein bissl zum Fürchten. Es sind mir tatsächlich trotz laufendem Aufbinden schon Stängel, eher fast schon Äste abgerochen unter dem Gewicht. Ich konnte also auch schon grüne Paradeiser einkochen. Alle Kasteln sind mit Eingekochtem voll und quellen bald über.









Auch hier ernte ich ein bissi. Das sind Duftpelargonien. Von denen isst man die Blätter, nicht die Blüte. Eine habe ich, die duftet wirklich so schön nach 1001 Nacht, dass man direkt in Urlaubslaune kommt durch den Duft.

Und da diese Pelargonien zu meinen Lieblingen gehören, ernte ich nicht zu emsig, um  die Pflanzen nicht zu sehr zu schwächen.

Noch eine Durftpelargonie. Sechs Stück habe ich, lauter verschiedene. Ganz besonders schön finde ich, gleich in der Früh mit der Hand an den Blättern zu reiben, um dann eine Weile an der Hand zu schnuppern. Die Dufpelargonien sind nämlich Kontaktdufter, das heißt, einfach so riecht da gar nix, sondern man muss wirklich kräftig die Blätter reiben, dann duftet es.



Das hier freut mich ganz besonders: Tante Mali hatte letztes Jahr violette Kornblumen am Blog und ich hab sie total bewundert. Und was war? Ich bekam tatsächlich Samen von ihr zugeschickt. Aber wie! Eingenäht in ein Blatt aus einem Buch, das noch in Kurrent gedruckt war. Dazu ein Begleitbrief auf chinesischem Glückspapier. Selten bin ich so edel beschenkt worden.
Na und dann wollten diese Kornblumen nicht aufgehen! Was sicher meine Schuld war, denn säen und dann nach Italien fahren, das geht nicht. Da müsste man dauernd gießen, damit die Samen keimen. Aber schließlich hat es doch geklappt und nun strahlen hier diese wunderschönen Kornblumen!

Samstag, 25. Juli 2015

[Rettungsaktion] Wassermelonensaft

Heiß, heiß, heiß! Diese Woche waren es fast täglich über 35 Grad in Wien und auch in der Nacht kühlt es gar nicht mehr ab. Wir sind fast auf Flüssignahrung umgestiegen, schlafen auf Balkonien, duschen uns sicher dreimal am Tag, ziehen uns eben so oft um. Aber ehrlich, mit diesen Maßnahmen ist es auszuhalten. Ganz anders wäre es, wenn man so eine Arbeit hätte wie die Straßenbauarbeiter. In Wien gibt es Baustellensommer, weil so viele Leute weg sind, also wird immer generalsaniert. Mit diesen Arbeitern möchte ich nicht tauschen müssen! Sie haben meine ganze Hochachtung.

Und damit auch alle anderen genug trinken, gibt es wieder eine Rettungsaktion: Es gibt kalte Getränke und ich bin schon ganz gespannt, was die anderen Mit-RetterInnen zeigen werden. Bedarf an Erfrischungsgetränken werden wir laut Wettervorhersage noch eine Weile haben.

Mein Melonensaft ist keine Neuerfindung und ich will ihn nur gern wieder in Erinnerung rufen, denn das geht wirklich so, so, so einfach und schnell, dass es eine Freude ist.


Einen Quirl des Handmixers auf die Melone setzen und Maß nehmen. Rundumadum mit einem Messer markieren, wie groß ein Loch sein muss, dass das Ding reinpasst.

Mit dem Messer einschneiden und das Stück Melone herausbrechen - geht wirklich ganz einfach, dass man das herausholen kann.


Den Quirl in das Loch drücken und drauf los mixen. Am besten in der Abwasch, denn es spritzt! Und richtig die ganze Schale entlang fahren innen mit dem laufenden Mixer.

Ich war dann etwas waghalsig und habe die Melone auf einen Krug gestülpt. Die Blöden haben das Glück, sagt man bei uns! Es ist sich absolut haarscharf ausgegangen, dass der ganze Saft in den Krug gepasst hat.

Am besten eignen sich kernlose Melonen. Je besser man mixt, desto weniger Fruchtfleischstücke hat man im Saft. Naturgemäß ist er auf jeden Fall dickflüssig.
Er wird genau so schnell weg sein wie er gemacht ist!




Hier kommen die Links meiner MitretterInnen - möglicherweise werden die noch im Laufe des Tages ergänzt:

giftigeblonde click

Obers trifft Sahne  clack

lecker macht laune click

From-Snuggs-Kitchen clack

Küchenliebelei click

Kochen mit Herzchen clack

our food creations click

Das Mädel vom Land clack

Barbaras Spielwiese click

Kebo homing clack

Cuisine Violette click

lieberlecker clack

AnnaAntonia1 click

Tanja von Greenway clack

Fliederbaum click

1x umrühren bitte aka kochtopf clack

Verboten gut! click


Katha-kocht! clack 

Freitag, 24. Juli 2015

[Restaurant] Triad

Nun waren wir also auf Urlaub und hatten das Glück, dass wir zum krönenden Abschluss in ein tolles Lokal eingeladen waren: Das Triad ist seit vielen Jahren ein Familienbetrieb und wird von Veronika und Uwe Machreich so erfolgreich geführt, dass sie die zwei verliehenen Hauben erfolgreich halten können.

Es ist aber nicht nur die Kochkunst, die dort betrieben wird, die einzige Attraktion, sondern das Lokal ist an und für sich ein Gesamtkunstwerk: Ein altes Haus, wunderschön renoviert mit viel Detailverliebtheit. Im Garten sitzt man an wunderbar großen Tischen auf Holzbänken, rundherum säumen nicht nur Blüh- sondern auch Beerensträucher das Grundstück. Man könnte also ohne weiteres während des Essens von den Ribiseln naschen, die in dicken Trauben an den Pflanzen hängen.

Nun gibt es seit Jahren eine ganz besonders sympathische Einführung: Bevor das Lokal in die wohlverdienten Sommerferien geht, gibt es ein "Restlessen" - na ja oder so irgendwie ... Bei mir schaut ein Restlessen anders aus. Jedenfalls wird alles, was sich noch in Küche und Keller findet, verkocht. Man weiß nicht, wie das Menü ausschauen wird, nicht einmal, wie viele Gänge serviert werden. Und das Lokal was ausgebucht bis auf den letzten Platz! Nun weiß ich auch, wieso das so ist: Es war umwerfend!

Falls jemand weiß, wie diese tolle Blüte heißt, die als Tischschmuck diente, bitte verraten!


Los ging es mit einem Starter, der bestand aus einer sehr gut schmeckenden Butter, Rohschinken, einem Topfenaufstrich und Liebstöcklbutter.

Schon wieder Liebstöckl in einer genialen Form, in der er bei mir nie auf den Tisch kommt. Da muss sich bei mir was ändern.

Jedenfalls war das eine schöne Einstimmung auf die kommenden Gerichte. Dazu gab es verschiedene Brotsorten, eine köstlicher als die andere.

Ein Gruß aus der Küche: Liebstöcklschaumsüppchen, serviert in einer Espressotasse. Die Wiederholung gleich nach der Liebstöcklbutter kam etwas schnell, aber dennoch gut.

Bitte wie bringt man einen dermaßen stabilen Schaum zustande? Da waren viele, viele Leute, alle bekamen dasselbe serviert und die Frisur hält ... ähm der Schaum steht!

Unter einer hauchdünnen Scheibe knusprigem Pumpernickel versteckt sich Bachsaibling auf einer rahmigen Creme mit Gurke und Borretsch.

Schon wieder so ein Rätsel: Wie bringt man Pumpernickel so hauchdünn und knusprig? Bisher war das für mich ein sehr lange haltbares und recht pampiges Brot. Dann kommt auf einmal sowas daher!

Zwischengericht: Schafkäse auf Rhabarbermus mit Quinoa - wobei da die Meinungen auseinander gehen, denn der Ober sagte, das sei Bulgur, auch auf Nachfragen meinte er, das stimmt schon so: Bulgur. Aber nachdem ich schon vom Liebstöckl, vom Schaum und vom Pumpernickel so überrascht worden war, habe ich es einfach hingenommen. Geschmeckt hat es auf jeden Fall sehr gut. Der Rhabarber wurde nicht als süßes Obst serviert, wie das hierzulande meistens der Fall ist, sondern so, wie er zum Beispiel in Großbritannien serviert wird, nämlich als Gemüse.


Schon wieder so ein "Ohhh"- und "Aaahhh"-Ding: Kalbsröllchen gefüllt mit Flusskrebsfarce. Wie filigran hier gearbeitet wird, ist erstaunlich. Das Röllchen saß auf einem Saucensockel, von dem ich wieder einmal nur staunen konnte, wie man so etwas auf einen Teller bringen kann.


Die Suppe. Natürlich wieder ein stabiler Schaum auf einer - tataaa! - Taubensuppe. Das Staunen meinerseits wurde aber erst so richtig groß, als ich das auf dem Löffel befindliche panierte Wachtelei öffnete: Natürlich war es genau auf dem Punkt. Das Eiweiß fest und das Eigelb flüssig.

Wenn ich denke, wie stolz ich schon bin, wenn ich ein gebackenes Hühnerei so zusammenbringe! Diese Futzelarbeit, ein Wachtelei von der harten Schale zu befreien, während es innen noch so weich ist, kann ich mir lebhaft vorstellen.

Schweinebauch auf Jus, Jungkrautmus, Jungkraut, dazu gebratene Erdäpfelscheiben und frittierte Petersilie. Ja, die machen dort wirklich aus Kraut ein Mus. Und das schmeckt! Auch die Wiederholung, dass auf dem Krautmus noch gebratenes Kraut lag, war fein. Unterm Strich gesehen die Neuinterpretation eines klassischen Schweinsbratens: Schwein, Kraut und Erdäpfeln. So elegant kann man Schweinsbraten servieren.

Rindslungenbraten mit Gemüsemus und - jetzt kommt es: paniertem Risotto aus Riso Nero. Da war wirklich eine ganz feine panierte Hülle um den Riso Nero herum.

Schon wieder so eine Frage: Wie machen denn die das? Ich hab keine Vorstellung.

Oben auf dem Fleisch lag ein gebratenes Salbeiblatt. Bunter Salbei, nicht irgendeiner. Und schön sanft gebraten, damit er nicht bitter wird. Also wieder ein Gang, der perfekt geraten war.

Dass das Fleisch perfekt gebraten war, muss ich wohl nicht schreiben.

Der krönende Abschluss: Eis, Nougatmousse, Erdbeeren, Minze, süßer Knusper, von dem ich wieder einmal keine Ahnung habe, was es war - eine Traumkomposition!

Ich kann es gar nicht glauben, dass das wirklich neun Gänge waren!

Aber zum Glück gibt es dort auch einen Hofladen, den ich noch halb leer kaufen konnte ...

Danke für den wunderbaren Abend!

Donnerstag, 23. Juli 2015

[Urlaub] Falkensteiner - Bad Waltersdorf

Anfang des Monats hatte ich mir ja eine Auszeit gegönnt, die auch einen Hintergrund hatte: Wir haben geurlaubt. Schon wieder. Inländisch dieses Mal. Die Steiermark wird nicht umsonst die Toskana von Österreich genannt: Malerisch schmiegt sich Weinhügel an Weinhügel in die Landschaft. Genau das, was ich gern mag, um die Seele baumeln zu lassen.

Jetzt haben wir aber so sehr mit der Seele gebaumelt, dass es kaum zu glauben ist: Es kam nämlich eine Einladung vom Hotel Falkensteiner in Bad Waltersdorf. Nicht: Schreib über uns, dann laden wir dich auch ein. Einfach nur so. Fast zu schön um wahr zu sein! Es war aber tatsächlich real.

Nie war ich so sicher, dass das etwas ist, über das ich unbedingt schreiben MUSS wie in diesem Urlaub: Wir wurden wirklich auf Händen getragen! Das Foto oben zeigt meinen Blick von der gemütlichen Liege am Pool in Richtung Bar und Hotelzimmer: So würde ich gern öfter meinen Tag verbringen, mit Blick auf Palmen, von denen ich weiß, dass ich ein paar Stunden später dort einen Drink einnehmen werde. Die Architektur finde ich überhaupt spannend: viel Holz und Glas, wunderbar!

Das hier war mein morgendliches Muss: Wir haben extra den Wecker gestellt, um gleich in der Früh einige Längen zu schwimmen. Der Pool hat uns um diese Tageszeit meistens ganz allein gehört. Das war Luxus pur! Und ehrlich gesagt sind wir bei 35 Grad auch die meiste Zeit des Tages in den Seilen gehängt und haben uns rund um den Pool herumgetrieben. Was heißt "den" Pool! Es gibt natürlich eine Pool-Landschaft drinnen und draußen, unterschiedlich warm und auch mit so genialen Sachen wie zum Beispiel Sprudelliegen. Die ganz Tapferen waren sogar in der Sauna - schon wieder ein Verschreiber: Natürlich gibt es viele verschiedene und nicht nur eine einzige Sauna.

Der Blick vom Balkon unserer Junior Suite (ja richtig, nicht einfach ein Zimmer) auf die Terrasse des Speisesaals und schon wieder soooo viel Landschaft. Mit Schafen übrigens. Wohlfühlschafen, die den ganzen Tag auf der Wiese verbrachten. So in die Landschaft schauen hat fast therapeutisch erholsame Wirkung, habe ich festgestellt.

Weil ich den Oleander gar so schön fand, hat uns der Herr Ober einen Tisch ganz nah für die Tage dort reserviert. Palmen und Oleander - doch ein kleines Stück Toskana! Aber ich bin sicher, dass ich mich im Falkensteiner wohler gefühlt habe.

Womit wir nun beim Hauptthema dieses Blogs gelandet wären, beim Essen und Trinken.

Eine große Freude war zu sehen, dass es tatsächlich eine Wasserkarte gab! Natürlich gab es auch eine Weinkarte, aber so etwas ist ja schon fast der Normalfall. Dass man hingegen an die Nicht-Weintrinker denkt, das freut mich halt besonders.

Ich kenne es von vielen Bloggerveranstaltungen, dass es Gruppenführungen durch Küchen gibt, aber das hier war schon wieder was Besonderes, denn ich bekam vom Küchenchef Martin Maierhofer nur für mich eine Führung. Erstaunlich ist, dass sowohl Küche als auch Mannschaft im Falkensteiner nicht riesig bemessen sind. Bei 180 Zimmern und externen Gästen, dazu täglich wechselnde Kuchen beim Nachmittagsbuffet, da hätte ich eigentlich mit mehr gerechnet. Umso größer mein Lob an diese Mannschaft!

Das da ist der Kräutergarten des Hotels. Die Hochbeete und eine Kräuterspirale werden von der Küchencrew nicht nur regelmäßig beerntet, sondern auch gehegt und gepflegt.

Es gibt auch noch einen Naschgarten am Hotel mit vielen verschiedenen Beeren, in dem sich nicht nur die Küche bedient, sondern wo sich auch die Hotelgäste einmal quer durchnaschen können.

Auch sonst wird in der Küche Regionalität groß geschrieben: Täglich steht am Ende der Karte eine Liste der Produzenten, von denen die Lebensmittel stammen. Hier ein kleiner Einblick.

Und nun geht es an ein Menü, wie wir es in großer Abwechslung täglich genießen durften. Eigentlich hätte es noch viel mehr gegeben, aber aus Hosenspannungsgründen haben wir immer mindestens einen Gang ausfallen lassen.

Als Starter gab es immer diverse Aufstriche, hier zum Beispiel Schinken-Kren-Aufstrich, oder Butter pur. Dazu gab es eine eigene Salzbar mit sehr viel Auswahl. Normalerweise habe ich es ja nicht so extrem mit den verschiedenen Salzen, aber diese Auswahl hat sogar mir ein Staunen abgerungen.

Cassolette vom Milchkalb mit Ofenparadeiser

Cassolette musste ich erst nachschlagen, denn das kannte ich nicht. Es ist eigentlich die Bezeichnung für das kleine Schälchen, gefüllt mit einem Ragout, in diesem Fall vom Milchkalb, bedeckt mit einer Duchessemasse, die dann gratiniert wird. Sehr stimmig!



Täglich gab es mehrere Suppen zur Auswahl, wobei das der Gang war, den ich meistens ausgelassen habe. Aber wie ich schon geschrieben habe: Grund waren sicher nicht die Suppen, sondern der Hosenbund.

Es hätte auch noch ein beachtliches Salat- und Antipastibuffet gegeben, aber auch das war etwas, das ich immer ausgelassen habe - wobei mir schon klar ist, dass Salat das ist, was den Hosenbund am wenigsten zum Spannen bringt, aber die anderen Sachen waren halt gar so köstlich!







Zum Hauptgang gab es immer Fleisch, Fisch oder Vegetarisches zur Auswahl.

Auf dem Foto zu sehen Seehecht mit blauen Erdäpfeln, in Julienne geschnittene Erbsenschoten, ein bissl versteckt noch Karotten und ein Weinschaumsößchen.













Der Fleischgang: Schweinsmedaillons mit Grammelkrusterl, Kräuterseitling, Broccoli und Liebstöcklrisotto.

Bitte der Risotto war gut! Ich bin ja immer noch so in der Steinzeit und geb Liebstöckl am liebsten in die Suppe, aber die Variante mit dem Maggikraut im Risotto muss ich unbedingt einmal nachbauen.

Das Dessert war niemals einfach ein Stück Kuchen, sondern es waren immer etliche Komponenten am Teller. Hier Melonensalat mit Granatapfelkernen, Gartenheidelbeeren (die aus dem eigenen Naschgarten) und Minze (aus dem eigenen Hochbeet), im Glas Limetten-Erdbeercreme, dazu eine Kugel Karamelleis.

Wovon ich nur ganz schwer die Finger lassen kann: Käse

Lauter wunderbare heimische Käse, dazu Trauben und verschiedene Senfsaucen - Quittensenf, Feigensenf und Marillensenf. Letzterer hat mich so begeistert, dass ich ihn in der Zwischenzeit nachgebaut habe - Rezept folgt!


Es bleibt mir eigentlich nicht viel mehr zu sagen. Wir haben den Urlaub in vollen Zügen genossen, wurden auf Händen getragen und wollten eigentlich auf eigene Kosten verlängern, aber: ausgebucht! Ein Thermenhotel im Hochsommer! Und das war nicht einfach so dahingesagt, um uns loszuwerden, denn wir haben ja gesehen, wie es da gewuselt hat vor Menschen. Es ist aber auch kein Wunder, denn ein Golfplatz direkt beim Hotel zieht natürlich auch im Sommer viele Gäste an.


Und noch dazu ist die Steiermark ein Land, wo es auch viel anzuschauen gibt. Zum Blog passend kommen ein paar kulinarische Ausflugstipps. Ich werde zu einzelnen Links noch Genaueres schreiben, aber das wird sich bis zum Winter hin verteilen - hätte ich es mir beim Falkensteiner nicht gar so gut gehen lassen, sondern hätte brav jeden Tag gepostet, dann wäre das schon erledigt. Aber es war so toll, sich einmal einfach nur zu entspannen. Wir sind sicher: Wir kommen wieder!


Manufaktur Gölles - Essig und Brände

Zotter-Schokoladen

Fromagerie zur Riegersburg

Labonca









Ölmühle Fandler



Wie fast immer mein Urlaubsabschlussfoto, meine Schlapfen, die mich seit 2009 wacker durch viele Urlaube begleitet haben. Weil jemand gefragt hat: Gekauft habe ich sie in South Carolina, Myrtle Beach. Also nicht so leicht nachzukaufen. Sorry! Mit einer anderen Quelle kann ich nicht dienen.


Ein ganz besonderes Dankeschön an Thomas Pompernigg von Weinurlaub, der diesen Urlaub möglich gemacht hat!