Freitag, 28. August 2015

Street Food Festival in Wien

Schon den ganzen August findet in Wien immer am Sonntag ein Street Food Festival im Hohe Warte Stadion statt. Am Abend gibt es dann eine Filmvorführung. Leider habe ich es erst letzten Sonntag zum ersten Mal dorthin geschafft. Und ich werde auch diesen Sonntag noch einmal hinfahren, weil die Stimmung wirklich wunderbar ist: Da rennen Kinder auf dem Fußballrasen herum, Menschen liegen auf Decken oder sitzen auf den Bänken, zwischen drinnen Hunde, rund um den Fußballplatz sind teilweise total witzige Food Trucks aufgestellt, teilweise beeindruckende Griller und Smoker.

Das ist koreanisches Hendl mit einer scharfen Sauce und Rettich, wahlweise frischem, also milden, oder eingelegtem scharfen Rettich. Der scharfe Rettich hatte es wirklich in sich, den durfte ich kosten.

Indische Küche in vielen Varianten. Geduftet hat alles ganz verführerisch nach autenthischer indischer Küche. Beim nächsten Besuch will ich gern so ein Teigtascherl (Samosa) probieren, dieses Mal hat einfach nichts mehr in mich reingepasst, als wir an dem Stand waren.

Italienische Küche mit Pasta direkt aus einem Parmesanlaib. Das ist auch noch etwas, das auf meiner To Do-Liste steht, denn das habe ich tatsächlich noch nie probiert.

Und schon wieder etwas, das auf der besagten Liste steht: Crepes. So richtig hauchdünne, wie man sie in Frankreich bekommen kann und die ich selber nicht hinkriege.

Eines der lustigen Fahrzeuge ist für die Musik zuständig. Auch das war sehr angenehm, denn die Musik war im Hintergrund und man konnte direkt vorbeigehen, ohne dass einem die Ohren geklingelt hätten.

Ganz frisch gepresste Fruchtsäfte: Da kann man sich tatsächlich aussuchen, aus welcher Karotte der Saft stammen soll. So etwas finde ich sehr sympathisch.

Das hatte ich eigentlich kein Bedürfnis zu kosten: Insekten. Erstaunlich viele Leute zeigten Interesse, die Heuschrecken essen habe ich aber niemanden gesehen. Auch die Mehlwürmer lagen recht unangetastet herum. Da waren alle Besucher so feig wie ich, obwohl sich ein ordentlicher Teil der Menschheit von Insekten ernährt und man sich eigentlich gar nicht gruseln müsste, hab ich mir sagen lassen.

Das waren Griller! Riesengroß! Der Turbohausmann war schwer beeindruckt.

Unverzichtbar: Craft Beer
Sollte es jemand nicht wissen: Der Name kommt von "handycraft", also Handwerk. Das sind alles Biere aus kleinen Brauerein, die sich mittlerweile in ganz Europa finden.

Das war mein Favorit! Also der Bus. Kann sein, dass das Essen gut war, aber ich habe es nicht gekostet. Ich war von dem Bus so begeistert, weil ich mit solchen alten VW-Bussen viele Urlaube aus meiner Kindheit und Jugend verbracht habe. Der Bus war wunderschön restauriert und echt witzig umgestaltet zu einem Food Truck.

Das kennen viele Wiener mittlerweile: Espresso Mobil. Präsent bei sehr vielen Veranstaltungen und man bekommt wirklich guten Kaffee. Ein richtiger Barista macht Kaffee nach allen Regeln der Kaffeebraukunst.
Für Nichtkaffeetrinker: die haben auch sehr gute Teesorten im Angebot!

Das ist ebenfalls ein mittlerweile bekannter Anblick in Wien: Rita bringt's. Biologisches vegetarisches Mittagessen wird mit dem Fahrrad innerhalb Wiens zugestellt, verpackt natürlich auch alles ökologisch. Hier hat jemand den Zug der Zeit erkannt und eine richtige Marktlücke getroffen. Innerhalb kurzer Zeit sind es immer mehr Bezirke geworden, in denen mittags die grünen Fahrräder zu sehen sind, die Mittagessen ausliefern.

Mein Fahrzeug-Favorit Nummer zwei: Es ist ja unglaublich, wie viele Sachen in dieses winzige Gefährt reinpassen! Passend zur Farbe gab es auch hier biologisches Essen.

Spanferkel. Das ist etwas, was ich noch nie gegessen habe. Hat wohl mit einem Jugendtrauma zu tun, als ich in meinen jungen Jahren in den Schulferien einmal als Kellnerin gearbeitet habe und es nur schlecht aushalten konnte, als dort das kleine Schweinderl auf einen Spieß gesteckt wurde.

Und als krönenden Abschluss des Besuchs haben der Turbohausmann und ich uns Kaffee und Maccarons gegönnt. Natürlich ehrlich geteilt: 1 Maccaron für den Turbohausmann, die anderen für mich ... ;)



Also falls jemand am Sonntag Zeit hat: Nichts wie hin zum Hohe Warte-Stadion! Ist wirklich ein nettes Event, das man sehen sollte. Inklusive Filmvorführung 4,- € Eintritt pro Person. So günstig kommt man in kein Kino. Sogar Decken zum Liegen auf der Wiese kann man sich gegen Gebühr ausleihen. So sollte man den Sommer ausklingen lassen.


Dienstag, 25. August 2015

Pflaumen-Croustade mit Marzipan


Schon kommt das dritte Rezept aus dem Kochbuch Frisch auf den Tisch. Eigentlich könnte ich weiter und weiter und weiter aus diesem Kochbuch kochen, aber irgendwann muss auch genug sein. Zu diesem Rezept nur so viel: Ich habe es in der Zwischenzeit einmal mit Marillen und einmal mit Pflaumen (ja, wirklich Pflaumen, weil Zwetschken gibt es leider noch keine auf dem Markt) gemacht, weil diese Tarte sehr einfach geht und so gut schmeckt. Einfach ein bissl Marzipan auf den Teigboden und schon geschieht etwas Wunderbares mit den Früchten!

Es gibt in dem Kochbuch auch ein Kapitel mit Grundrezepten und diese Tarte wird eigentlich mit dem Grundrezept für Mürbteig ohne Zucker gebacken. Das habe ich bei der Marillen-Variante auch so gemacht, aber die Pflaumen waren leider recht säuerlich, also habe ich den süßen Mürbteig ausprobiert. Beide Teige sind einfach zu verarbeiten.


Zutaten für eine Galette:
625 g Pflaumen, gewaschen, entkernt und in 12 mm dicke Spalten geschnitten
60 g Kristallzucker
2 TL Mehl
1 Prise grobkörniges Salz
125 g Marzipan, gewürfelt (ich: das frisch aus dem Kühlschrank genommene Marzipan auf der Küchenreiben grob gerieben)
1 Eiweß, leicht geschlagen
2 EL Demerara-Zucker
1 EL Butter in Flocken

Süßer Mürbteig:
235 g Mehl
60 g Zucker
1/2 TL Salz
155 g Butter und 2 EL zerlassene Butter, leicht abgekühlt

Zuerst habe ich den Mürbteig zubereitet: 2 EL Butter schmelzen. Mehl, Zucker und Salz gut vermengen. Kalte und zerlassene Butter mit einer Gabel gut untermischen, bis der Teig anfängt zu klumpen. Mit der Hand rasch zu einem glatten Teig weiterkneten. Ich habe den Teig dann in Frischhaltefolie eingewickelt und in den Kühlschrank gelegt. Dadurch wird die Butter wieder kalt und der Teig ist stabiler, weil bei diesem Rezept muss er doch eine Menge Obst zusammenhalten.

Die Pflaumen waschen, entkernen und in kleine Spalten schneiten. Die Spalten mit 60 g Kristallzucker, 2 TL Mehl und 1 Prise Salz vermischen. Ruhen lassen.

Backofen auf 200 g vorheizen. Einen Bogen Backpapier auf die Arbeitsfläche legen, leicht bemehlen und direkt da drauf den Teig ausrollen. Das ist wirklich eine tolle Idee, denn so kann man den Teig problemlos samt dem Papier auf das Backblech heben.
Ich reibe Marzipan immer auf der groben Küchenreibe, dazu muss das Marzipan aber kalt sein, sonst klebt es zu sehr. Im Kochbuch wird es in Würfel geschnitten. Egal wie, jedenfalls legt man damit den Teil vom Teig mit Marzipan aus, der nachher auch mit Früchten belegt wird. Früchte auf dem Marzipan verteilen und den Teig rundherum einschlagen, vorsichtig festdrücken. Den Teigrand außen mit dem angeschlagenen Eiklar bestreichen und mit dem Demarara-Zucker bestreuen. Den Saft der Früchte über das Obst träufeln. Butterflocken auf das Obst setzen und schnell ab mit dem Kuchen in das vorgeheizte Backrohr.

50 min. backen, bis der Teig goldbraun ist. Galette auf dem Blech etwas überkühlen lassen, dann auf einen großen Teller gleiten lassen und warm servieren.




Manöverkritik: Ein Obstkuchen, der nur schwerlich misslingen kann. Da braucht man keine Kniffs und Tricks, sondern der funktioniert einfach gut. Wenn das Obst schön reif ist, dann ist das ein wunderbarer Obstkuchen. Meine Pflaumen waren leider nicht süß genug, da muss man mit ein bissl Zucker nachhelfen, aber die Marillen-Variante hat das gar nicht gebraucht.
Der Teigrand ist durch das Bestreuen mit dem groben Zucker schön knusprig.

Freitag, 21. August 2015

Gebratene Rote Rüben mit Salat und Pekannüssen

Konny vom Blog Küchentheater schlägt sich wacker: Sie hat den Kilos den Kampf angesagt. Nun ist ja mein Blog nicht dazu geeignet abzunehmen, doch ab und zu verirren sich auch solche Rezepte hierher. Daher kommt heute extra für Konny das nächste Rezept aus dem Kochbuch Frisch auf den Tisch. Konny hat einen wunderbaren Garten, der sie den Sommer über mit Obst und Gemüse versorgt, vielleicht kann sie die meisten Zutaten sogar ernten.

Das Rezept hier arbeitet mit den ersten bunten Roten Rüben der Saison. Das Kochbuch ist wirklich toll, weil man ziemlich sicher sein kann, wenn man auf dem Markt aktuelles Gemüse kauft, dass man ein passendes Rezept findet. Und da die Rezepte keine arg ausgefallenen Zutaten verlangen, hat man in der Regel den Rest daheim.

Im Original wird Rucola-Salat verwendet, aber es steht dabei, dass man auch andere zarte Blattsalate verwenden kann, da kamen doch gleich meine köstlichen Babysalate zum Einsatz, die unermüdlichen seit dem Frühling auf Balkonien wachsen.


Für 4 Portionen:
6 bunte Rote Rüben
2 El Olivenöl zum Braten + mehr zum Beträufeln
2 EL Sherryessig
2 TL Honig
1/2 TL Salz
Pfeffer aus der Mühle
60 g Pekannüsse, geröstet und gehackt
125 g Rucola oder andere Blattsalate

Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Die Roten Rüben in einer ofenfesten Pfanne verteilen, mit Olivenöl beträufeln und mit Alufolie abdecken. 45 - 60 min. braten - das hängt von der Größe der Roten Rüben ab und man prüft besser mit einem kleinen, spitzen Messer, ob sie weich sind.
Rote Rüben herausnehmen und ganz auskühlen lassen. Dann schälen und in Scheiben schneiden - ich hoble sie lieber, so bekomme ich sie gleichmäßig hin.
In einer großen Schüssel 2 EL Olivenöl mit Essig, Honig, Salz und Pfeffer gut verrühren (ich nehme einen kleinen Schneebesen). Die Rübenscheiben marinieren. Mit den Salaten vermischen und mit den Nüssen bestreut servieren.




Manöverkritik: Nicht umsonst ist dieser Salat das Titelbild des Buches, denn er schmeckt hervorragend, auch wenn er so schlicht wirkt.
Ich habe die Marinade halbiert, in einer Hälfte die Salatbätter mariniert, in der zweiten Hälfte die Rüben. Die Entscheidung war gut, denn die Roten Rüben haben recht schnell die gelben und weißen Rüben verfärbt und hätten wahrscheinlich auch die hellen Salatblättchen bunt gemacht. Der im Buch verwendete Rucola ist da aber sicher einfärbungsresistenter.


Mittwoch, 19. August 2015

Zucchini-Puffer mit Feta und Minze

Die liebe Kochpoetin Eva wollte dieses Rezept genauer wissen, als ich es in meiner Buchbesprechung von "Frisch auf den Tisch" kurz angesprochen hatte. Und natürlich komme ich dieser Bitte gern nach, weil das ein wirklich tolles Rezept ist.

Mir kam das Rezept gerade recht, weil ich von jemandem aus meiner FoodCoop einen Ernteanteil übernommen hatte. Der Bauer, der das Gemüse liefert, ist wohl der Ansicht, dass man Zucchini unter einem halben Kilo nicht erntet. Die zwei Monster, die in diesem Gemüseanteil drinnen waren, wogen fast 800 g - einzeln, nicht miteinander! Zum Glück hab ich keinen Ernteanteil auf Dauer, denn jede Woche so etwas den ganzen Sommer über würde mich überfordern, so konnte ich diese Trümmer doch verwerten.


Für 4 Personen:
4 Eier (L)
2 Knoblauchzehen, klein gehackt
1/2 TL grobkörniges Salz
1/2 TL Pfeffer, frisch gemahlen
75 g Mehl
750 g Zucchini, grob geraspelt
185 g Frühlingszwiebel, gehackt (ca. 1/2 Bund Frühlingszwiebel)
15 g Basilikum, frisch, gehackt
15 g Minze, frisch, gehackt
150 g Feta, zerbröselt
2 EL Olivenöl

In einer großen Rührschüssel Eier, Knoblauch, Salz und Pfeffer gut verquirlen, Mehl unterheben, erst unmittelbar vor dem Braten die Kräuter, den Feta und die geraspelten Zucchini unterheben. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und pro Puffer 60 ml Teigmasse mit Abstand in die Pfanne geben. Jeden Puffer 3 min. von jeder Seite braten. Zugedeckt warmhalten, bis alle Puffer gebraten sind.

Persönliche Anmerkungen: Am besten, man arbeitet mit zwei Pfannen, weil es ist wirklich eine große Menge Puffer. Wenn man zu lange braucht, um den Teig zu verarbeiten, ziehen die Zucchini Wasser und man muss noch Mehl einrühren, damit die Puffer auch solche werden. Warmhalten geht meiner Ansicht nach im Backrohr am besten.

Durch Kräuter, Frühlingszwiebel und Feta sehr schön geschmacksintensive Puffer. Zur Wiederholung  vorgesehen!



Hier noch eine Sammlung von Rezepten, für die man Monsterzucchini gut brauchen kann:
Gefüllte Zucchinipuffer
Zucchinipuffer mit Haselnüssen
Michas Blätterteigtarte mit Zucchini, Paradeisern und Ziegenkäse
Roberts gebackene Zucchinikeulen
Zucchinikuchen nach "La cucina verde" in der Interpretation von Katharina Seiser

Montag, 17. August 2015

[Buchbesprechung] Frisch auf den Tisch

Hier habe ich schon einmal ein Kochbuch vom Gerstenberg-Verlag rezensiert, das wunderbare Buch Kandierte Orangen. Als mir der Verlag daraufhin das Buch Frisch auf den Tisch von Jeanne Kelley  anbot, konnte ich nicht nein sagen, denn das Buch verspricht Küche vom Garten direkt auf den Teller. Und das kommt mir mit meinem Balkonien natürlich genau recht. Die Versprechungen wurden alle gehalten: Jeanne Kelley, eine renommierte Kochbuchautorin, die in Los Angeles lebt, hat eine Schar Hühner, einen Hund, einen Bienenstock und gärtnert in einem Gemeinschaftsgarten. All das macht sie mir gleich sehr sympathisch. Ein Kapitel in dem Buch ist Eiern und Honig gewidmet, was mich freut, da das Lebensmittel sind, die sonst selten in den Mittelpunkt gerückt werden.
Die Fotos sind schön und schlicht, sehr stimmig passen sie damit zu den Rezepten. Zu meiner Freude werden Lebensmittel nicht wild in der Gegend verteilt, sondern das Essen ist auf dem Teller sonst an Plätzen, wo sie für mein Empfinden hingehören.
Das Buch ist unterteilt in ein Einleitungskapitel, in dem ein wenig über Garten im Allgemeinen und biologischen Anbau im Besonderen berichtet wird, dann gibt es zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter je ein Kapitel mit Rezepten, dann folgt das bereits oben erwähnte Kapitel "Hühnerstall und Bienenstock".
Ein wenig Sorge hatte ich, dass sich Gemüse und Obst finden, die hauptsächlich in Los Angeles beheimatet sind, aber diese Sorge war definitiv unbegründet. Es sind durchwegs Sorten beschrieben, die man auch hier finden kann.
Es handelt sich aber in keiner Weise um ein vegetarisches Kochbuch, sondern entspricht genau dem, wie ich gern koche: Im Vordergrund stehen Gemüse und Obst, alles andere ist auch da, steht aber nicht im Vordergrund. Die Rezepte sind auch ganz nach meinem Geschmack bzw. den derzeitigen Temperaturen angemessen und einfach zu kochen. Nicht ein einziges Mal hatte ich irgendwelche Probleme mit irgendeinem Rezept. Es hat einfach alles auf Anhieb geklappt, was ich ausprobiert habe.
Ein bisschen fehlen mir Merkbändchen, aber die sind in 90 % der Kochbücher leider nicht vorhanden.

Und nun wird es Zeit zu kochen!



Das hier ist im Kochbuch eine Zwetschken-Galette, aber es war gerade Marillenzeit, als ich nach einem Kuchenrezept gesucht habe, daher wurde halt dieser Kuchen draus. Ganz besonders fein: Unter dem Obst findet sich eine Schicht Marzipan, die super dazu gepasst hat.

Gebratener Feta mit Honig, Anis und Minze: Damit wäre eigentlich schon das ganze Rezept verraten. Nur noch, dass der gewürfelte und gewürzte Feta im Backrohr gebacken wird, dann mit Minze bestreut und mit Honig beträufelt und fertig ist das Essen. So schlicht und doch so fein! Ich hätte mich eingraben können.









Gerade richtig kam dieser Salat aus einer bunten Mischung sommerlich frischer roter Rüben, die im Rohr gebraten werden. Dazu Pflücksalate und Pekannüsse.

Der Salat hat nicht nur toll ausgeschaut, sondern auch so geschmeckt.

Hier Marillenchutney, das wir zu gegrilltem Herzzapfen, Erdäpfelchips und gegrillten Zucchini gegessen haben. Da Fleisch und Gemüse nicht dominant waren, konnte das Chutney sich so richtig entfalten, das durch viele Gewürze sehr fein zu Gegrilltem, das nicht durch eine Marinade in eine andere Richtung gedrängt wird, passt.

Und da vom Herzzapfen am nächsten Tag noch etwas da war, habe ich einen Salat aus dem Kochbuch ein wenig umgebaut. Im Original wird frisch gebratenes Steak mit Rucola und Feta sowie Kräutern und Gewürzen serviert. Bei mir war halt das Fleisch kalt, was dem Salat nicht geschadet hat. Jederzeit wieder gern!

Zucchinipuffer sind etwas, das ich jede Zucchinisaison mindestens einmal mache.
Das hier waren wirklich hervorragende! Mit Feta und Kräutern und Frühlingszwiebeln pikant abgeschmeckt - perfek. Auch am nächsten Tag kalt noch gut.

Außerdem noch gemacht habe ich Honig Panna Cotta, einen Tomaten-Melonen-Salat mit Feta und Minze sowie Ziegenkäsetoats mit Nüssen, Honig und Thymian.





Was es sonst noch zu sagen gibt? Nichts. Nur dass bitte alle, die saisonal und gern mit viel Gemüse kochen, sofort loslaufen müssen und dieses Buch kaufen! Wenn man selber in irgendeiner Form ernten kann, dann ist es ein Haben-Muss-Buch. Es ist alles einfach nachzukochen, die Gemüse entsprechen dem, was man in unseren Breiten in einem normalen Hausgarten hat und die Rezepte sind trotz ihrer Schlichtheit raffiniert.


Titel: Frisch auf den Tisch - Köstliche Gartenküche
Autorin: Jeanne Kelley
Verlag: Gerstenberg Verlag
224 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-8369-2788-8
D: 26,95 € | A: 27,80 € | CH: SFr 37,10

Danke an den Gerstenberg-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Links sind alle keine Affilate-Links.






Freitag, 14. August 2015

Kriecherl-Kakaokuchen

Einmal noch, dann hat die Saison für Kriecherln hier ein Ende. Schade! Generell ist das die Jahreszeit, die ich am liebsten festhalten würde. So viele tolle Früchte gibt es sonst nie. Die ganzen Beeren findet man noch auf dem Markt, letzte Marillen, Pfirsiche, die ersten Äpfel - sogar Klaräpfel habe ich gefunden. Die ganzen Kräuter strotzen nur so vor Kraft! Von den vielen Gemüsesorten gar nicht zu reden.

Aber egal, jetzt geht es um Kuchen. Bei diesem Kriecherlkuchen war ich so schlau, den Kuchen nicht direkt mit den extrem saftigen Früchten zu belegen, sondern habe den Teig vorgebacken, damit der Teig nicht nicht zu feucht wird. So habe ich es auch hier gemacht.


Zutaten für einen Kuchen:
220 g Mehl
4 EL Speisestärke
1 TL Backpulver
2 EL Kakao
1 Hand voll Kakaonibs (ich hab die von Zotter)
220 g Butter, zimmerwarm
100 g Kristallzucker
70 g Staubzucker
1 EL Vanillezucker (selbst gemachter)
1 EL brauner Rum
1 Prise Salz
4 Eier, getrennt
150 g Joghurt
1 kg Kriecherln



Kriecherln wenn möglich entkernen - ich bin draufgekommen, es gibt welche, bei denen ist man chancenlos, da ist der Kern total fest mit dem Fruchtfleisch verwachsen. Aber dieses Jahr habe ich welche bekommen, die konnte man relativ gut mit dem Kirschentkerner entkernen. Wenn man die Kriecherln entkernt, in ein Sieb legen, damit die austretende Flüssigkeit abtropfen kann.
Backrohr auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. 
Mehl, Kakaopulver, Stärkemehl und Backpulver in einer Schüssel gut vermischen.
Eiweiß mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen, Kristallzucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis eine glänzende Masse entstanden ist.
Die zimmerwarme Butter mit dem Staubzucker in der Küchenmaschine zu einer glatten Masse verrühren. Nach und nach die Eigelb einrühren. Vanillezucker, Joghurt und Rum einrühren. Mehlmischung einrühren. Ein Drittel vom Eischnee einrühren, dann vorsichtig den übrigen Schnee unterheben. Den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Form füllen oder für einen recht flachen Kuchen auf ein Backblech streichen. Mit den Kakaonibs bestreuen und ab damit ins Rohr. 10 min. backen.
Kuchen aus dem Rohr nehmen und die Kriecherln gleichmäßig drauf verteilen. Noch einmal für 20 - 25 min. backen. Stäbchentest funktioniert erstaunlicherweise bei diesem Kuchen; ich hätte vorher gedacht, dass die Kriecherln zu viel Saft abgeben würden, aber dem war nicht so.



Der Kuchen schmeckt wunderbar! Am ersten Tag ist er noch schön flauschig, am nächsten schaut er dann so aus wie auf dem unteren Foto. Die Kriecherln geben einfach viel Saft ab und durchfeuchten den Kuchen so, dass er sich über Nacht setzt, also flacher und fester wird. Also am besten Leute einladen, die einem gleich am ersten Tag dabei helfen, den Kuchen schnell zu essen, wenn man flauschig-flaumigen Kuchen mag. Am zweiten Tag geht er gut als "amerikanischer Kuchen" durch, weil er dann so saftig ist. Am dritten Tag? Dazu kann ich nichts sagen, so lange hat er nicht gelebt bei uns.



Und damit wünsche ich allen ein schönes Wochenende! Einmal noch Augen zu und durch und 35 Grad und mehr aushalten, dann verabschiedet sich der Sommer ohnehin, fürchte ich.

Mittwoch, 12. August 2015

[Rettungsaktion Marinaden und Saucen] Tkemali - Georgische Kriecherlsauce


Von Freunden wurde ich letztens mit vielen Kriecherln (= Mirabellen) reich beschenkt. Als ich dann gelesen habe, dass Katharina Fisch mit georgischer Kriecherlsauce gegessen hat, wurde ich hellhörig. Ich habe herumgesucht und entdeckt, dass Peggy Schatz schon einmal Tkemali gepostet hatte und dafür auch gut recherchierte. Ich habe mich für dieses Rezept entschieden, weil ich auch Minze auf Balkonien habe, die immer wieder gestutzt werden will. Weil ich außerdem so viele Chilis habe, bin ich doch abgewichen und habe statt scharfem Paprikapulver ein paar von meinen recht scharfen Kirschpfefferoni verwendet. Wer genau nach dem Originalrezept vorgehen will, schaut bitte in den Link!



650 g Kriecherln, entkernt
1/4 Tasse Wasser (ich hatte durch das Entkernen so viel Saft, dass ich das weggelassen habe)
1 TL Koriandersamen
1 TL Fenchelsamen
3 Kirschpfefferoni
1/2 TL Salz
2 Knoblauchzehen
1 EL fein gehackte Minze
1/3 Tasse Koriandergrün

Die entkernten Kriecherln mit etwas Flüssigkeit zum Kochen bringen. Ich habe einen Kirschentkerner, bei dem die Kerne in einen Plastikbehälter fallen. Da hatte sich so viel Kriecherlsaft darin gesammelt, dass ich den abgeleert habe und die Kriecherl waren zur Hälfte in Saft, also habe ich kein Wasser gebraucht. Ca. 15 min. köcheln, bis die Kriecherl weich sind. Pürieren.
In der Zwischenzeit Koriander und Fenchel trocken anrösten, dann im Mörser herstoßen. Gewürze zu den Kriecherln geben. Salz mit den Pfefferoni und den Knoblauchzehen in den Mörser geben und zu einem Püree verarbeiten. Zu den Kriecherln geben. Wenn nötig, kann man diese Sauce jetzt noch weiter köcheln, bis sie dickflüssig genug ist. Wenn sie fertig ist, gibt man noch Koriander und Minze zu.

Man erhält eine wunderbare Grillsauce - nur: Sauer muss man mögen, denn Kriecherln sind wirklich sauer und da kommt keine Prise Zucker zur Sauce. Wir haben sie sehr, sehr genial gefunden. So richtig frisch hat sie geschmeckt, was bei der derzeitigen Hitze sehr willkommen ist.



Was dann natürlich war: Es war viel zu viel für uns zwei. Bei Chefkoch findet man eine Anleitung zum Einwecken, die mir eher schleierhaft war, denn einfach in Schraubgläser abfüllen, auf 80 Grad erhitzen und dann zuschrauben, wenn fast nichts in der Sauce ist, das konserviert, kam mir sehr unorthodox vor.
Eigentlich kann man im Backrohr auch nur Sachen einwecken, bei denen man sieht, wie Bläschen aufsteigen, denn ab dann beginnt die Einweckzeit. Das geht bei dieser Sauce nicht, weil sie so dick ist, dass da keine Bläschen zu sehen sind.
Ich habe es so gemacht, dass ich die beiden Gläser im Wasserbad eine halbe Stunde im Backrohr eingeweckt habe, danach die Gläser im Rohr auskühlen lassen. Ob das nun funktioniert oder nicht, wird die Zeit zeigen. Auch, wie viel von dem köstlichen Kräuteraroma später noch vorhanden sein wird.
Also am besten macht man diese Sauce, wenn viele Leute zum Grillen da sind, dann bleibt nichts übrig und man steht nicht vor diesem Dilemma.



Wieder einmal hat sich die Rettungstruppe eingefunden und rettet dieses Mal Grillsaucen und Marinaden vor der Lebensmittelindustrie. Ich bin schon ganz gespannt, was meine MitretterInnen wieder alles zaubern werden!

lecker macht laune - Senfmarinade  
From-Snuggs-Kitchen - Orientalische Marinade
Cuisine Violette - Aprikosen-Ketchup
greenway36 - Aprikosen-Paprika-Sauce
Katha-kocht! - Tomate-Senf-Marinade mit Rosmarin
1x umrühren bitte aka kochtopf - Orangen-Senf-Chili-Marinade
Barbaras Spielwiese - Klassische bbq-Sauce 
Küchenliebelei - Honig-Chili-Marinade
Punkt Komma Text - Chermoula
Friederike vom Fliederbaum Mango-Nektarinen-Minz-Sauce  
Maria - das Mädel vom Land - Hummus nach Ottolenghi
our food creations - Ananas-Curry-Ketchup & Sweet Chili Sauce & Zitronen-Ajoli

Und wir haben eine Nachzüglerin: Der lieben Kebo ist die Zeit davongelaufen, daher kommt sie erst jetzt dazu - Mariande für Putensteaks

Montag, 10. August 2015

Parmigiana di Melanzane

Dieses Jahr ist wirklich ein Paradeiserjahr wie selten! Wenn wir nicht jeden Tag in irgendeiner Form Paradeiser essen, werden wir dem Segen nicht Herr.
Wir haben Paradeisersaucen in den lustigsten Farben wie gelb, grün oder braun, mit denen man Gäste immer wieder verblüffen kann. Oder wie letztens mit meinem Paradeisergelee, das überhaupt durchsichtig war.
Was auch keinen Sommer fehlen darf, aber noch nie auf meinen Blog gefunden hat, ist ein ganz traditionelles italienisches Gericht. Rezept habe ich dafür nicht wirklich und ich nehme an, "das" Rezept schlechthin wird es nicht geben, weil es italienische Alltagsküche ist, wo jeder Mensch in Italien das beste Rezept von allen hat.


Für 2 Personen:
2 Melanzani, nicht zu groß
Mehl zum Wenden der Melanzani
1 Hand voll geriebenen Parmesan
1 große oder zwei kleinere Mozzarellakugeln (ca. 300 g)

Paradeissauce:
1 kg Paradeiser
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer
Kräuter nach Lust und Laune, bei mir derzeit Basilikum, weil ich so viel habe

Olivenöl

Zubereitung:
Paradeissauce mag ich am liebsten, wenn sie richtig lange geschmort ist, daher fange ich immer damit an. Dafür Zwiebel und Knofel klein schneiden, erst Zwiebel in Olivenöl sanft anschwitzen, Knoblauch dazugeben, mitrösten. Währenddessen die Paradeiser in Stücke schneiden. Bei mir kommt der Strunk immer heraus, alles andere kommt mit in die Sauce. Die elegantere Variante ist es sicher, wenn man die Paradeiser blanchiert, enthäutet und entkernt, aber für ein Alle-Tag-Essen mache ich das nicht. Jedenfalls kommen die geschnittenen Paradeiser zur Zwiebel-Knoblauch-Mischung, alles salzen und pfeffern, auf kleiner Flamme eine Stunde vor sich hinschmurgeln lassen. Wenn nötig ab und zu ein wenig Wasser zugießen, damit die Sauce immer schön dickflüssig bleibt.
Wenn die Paradeissauce fertig ist, die frischen Kräuter hacken und einrühren.

Melanzani in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, von beiden Seiten salzen und eine halbe Stunde in einem Sieb abtropfen lassen. Danach gut abspülen und trockentupfen. In einer Pfanne bodenbedeckt Olivenöl erhitzen. Melanzani in Mehl wenden und sofort in das heiße Öl legen. Am besten immer nur so viele Melanzani in Mehl wenden, wie auf einmal in die Pfanne passen. In der Pfanne goldbraun braten, auf Küchenrolle abtropfen lassen.

Mozzarella in möglichst dünne Scheiben schneiden.

Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Den Boden einer ofenfesten Form dünn mit Paradeissauce bedecken, eine Schicht Melanzani drauflegen, darauf eine Schicht Mozzarella, dann wieder Paradeissauce und so weiter, bis alle Zutaten verbraucht sind. Was nun wirklich die oberste Schicht sein muss, das ist wieder so eine Sache, die in den verschiedensten Rezepten unterschiedlich gehandhabt wird. Aber ganz klar ist: Man streut den geriebenen Parmesan oben drüber. Ab damit ins Backrohr und 20 min. backen, dann kontrollieren, ob das ganze massiv in Saft schwimmt (soll nicht sein, dann ein bissl abgießen) oder ob die Oberfläche schon sehr braun wird (dann mit Alufolie abdecken). Noch weitere 20 min. backen. Vor dem Servieren unbedingt 10 min. rasten lassen, damit sich alles setzt und man einigermaßen Stücke herausschneiden kann.

Man kann diesen Auflauf heiß, lauwarm oder kalt servieren. Wir essen ihn gern lauwarm mit Blattsalaten und italienischem Weißbrot.



Freitag, 7. August 2015

Paradeisergelee

Wenn man so in Paradeisern untergeht wie ich derzeit, dann ist das hier ein perfektes Rezept, weil man dabei recht viele Paradeiser braucht. Und es ist eine extrem tolle Vorspeise, mit der man richtig schön angeben kann! Außerdem kann man sie gut vorher vorbereiten.

Ich habe 1,5 kg Paradeiser in den Mixer geschmissen, zu einer homogenen Masse gemixt, ein Sieb mit 2 Schichten Stoffwindel ausgelegt und über Nacht abtropfen lassen.

Zu meinem großen Erstaunen ergab das tatsächlich 1 Liter Paradeissaft! Aber die Paradeiser waren wirklich sehr saftig.

Man darf übrigens auf keinen Fall irgendwie an der roten Masse drücken oder rühren oder sonst etwas tun, sonst wird der Saft nicht so klar.

Ich weiß nicht, ob der Saft wirklich durchsichtig weiß wird, wenn man Etamin zum Filtern nimmt.

Die Hälfte vom Saft habe ich eingefroren, damit mache ich Paradeisrisotto. Außerdem möchte ich testen, ob der Saft beim Tiefkühlen den Geschmack verliert oder so geschmacksintensiv bleibt.



Für das Gelee 6 Blatt Gelatine in einem halben Liter Paradeissaft einweichen, den Saft sanft erwärmen, bei dieser Gelegenheit Salz und Zucker dazugeben, vielleicht noch ein wenig Paradeisessig oder Zitronensaft, falls noch ein zusätzlicher Geschmackskick nötig ist. Sobald die Gelatine und die Gewürze aufgelöst sind, den Saft vom Herd nehmen.

Den Saft in Schälchen abfüllen und mit Klarsichtfolie abdecken. Wenn er ausgekühlt ist, für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen.



Garnelen vielleicht nicht im Schmetterlingsschnitt schneiden, wie ich das gemacht habe, denn das hat bei meinen Gästen ziemliches Gelächter ausgelöst, als sie diese phallischen Dinger gesehen haben.

Na jedenfalls brät man die Garnelen, lässt sie auskühlen und legt sie auf das Gelee. Mit Olivenkraut dekorieren. Wer das nicht hat, ist sicher mit kleinblättrigem Basilikum auch gut bedient.

Unterm Strich ist diese Vorspeise total einfach und mit wenig Arbeitsaufwand zu machen. Eindruck schinden kann man damit auf jeden Fall.


Das Rezept habe ich im Falter entdeckt, ursprünglich stammt es von Reinhard Gerer.

Mittwoch, 5. August 2015

Kriecherlkuchen mit Schneehauberl


Als ich nach einem Rezept für Kriecherlkuchen gegoogelt habe, war ich recht verblüfft, dass eine der ersten Anzeigen zu diesem Rezept auf meinem Blog verwiesen hat. Es scheinen also nicht viele Leute Kriecherln zu verwenden. Dabei schmecken die echt toll! Sie wachsen wild und sind derzeit vollreif, sodass sie fast von selber vom Baum fallen.

Falls jemand mit den Fotos nichts anfangen kann, hier ist noch eine genauere Erklärung, was Kriecherln sind: Was ist das?


Na jedenfalls haben wir das Glück, dass wir Freunde haben, die so reich mit Kriecherln gesegnet sind, dass sie uns eingeladen haben, um welche zu pflücken. Sie haben uns dabei sogar noch geholfen, nur damit sie die köstlichen Kriecherln los werden! Und wir haben erfahren, dass es auch bei Kriecherln "Kerngeher" gibt. So nennt man bei uns solche Früchte, bei denen sich das Fruchtfleisch gut vom Kern lösen lässt. Da war für mich sofort klar, dass ich das auch tun würde, denn die Variante, dass man bei jedem Bissen total aufpassen muss, um sich keinen Zahn auszubeißen, finde ich nicht so prickelnd. Mein Kirschentkerner hat es recht gut gepackt, die Kerne aus den Kriecherln rauszukriegen. Es ist aber so, dass Kriecherln sowieso extrem saftig sind, also musste ich mir etwas überlegen, damit mir der Kuchen nicht total durchweicht. Daher habe ich dieses Rezept umgemodelt und war extrem erfreut über das Ergebnis.



Zutaten für 1 Blech:
1 kg Kriecherln
200 g Mehl
100 g gemahlene Mandeln
2 1/2 Tl Weinsteinbackpulver
200 g weiche Butter
350 g Zucker
1 Prise Salz
6 Eier, getrennt in Dotter und Klar (sehr kleine, daher bitte die Menge anpassen)
5 bis 6 El Milch
Zubereitung:
Butter in eine Rührschüssel geben, damit sie auf Zimmertemperatur kommt.
Eier ebenfalls aus dem Kühlschrank legen.
Backblech mit Backpapier auslegen.
Kriecherln waschen und entkernen.
Ofen auf 160 Grad Unluft vorheizen.
Mandeln wenn nötig blanchieren, enthäuten und mahlen. Gemahlene Mandeln mit Mehl und Backpulver mischen.
Butter, 150 g Zucker und 1 Prise Salz in der Küchenmaschine mixen, bis alles eine cremige Masse ist. Die Dotter nacheinander zugeben und gründlich unterrühren. Auf niedriger Stufe abwechselnd Milch und Mehlmischung unterrühren. Da muss man schauen, wie die Konsistenz vom Teig ist - er sollte streichfähig sein und ich musste einen Löffel Milch mehr zugeben.
Den Teig auf dem mit Papier ausgelegten Backblech verstreichen. 15 min. im unteren Drittel vom Rohr backen.
In der Zwischenzeit die Kriecherln in ein Sieb leeren und gut abtropfen lassen.
Die Eiklar aufschlagen, dann 200 g Zucker dazugeben und alles zu einer festen, glänzenden Baisermasse rühren.
Den Teigboden aus dem Rohr holen. Rohr auf 180 Grad hochdrehen. Die Kriecherln auf dem Teig verteilen, Baiser drüberstreichen, in die Mitte vom Rohr schieben und noch einmal 15 min. backen, bis die Oberfläche hellbraun ist.



Manöverkritik: Der Kuchen schmeckte außergewöhnlich gut. Durch das Vorbacken ist der Teigboden zwar saftig, weil die Kriecherln noch Flüssigkeit abgeben, aber nicht durchweicht. Das Schneehauberl steht dem Kuchen ausgesprochen gut! Die Entscheidung, ein Ribiselkuchenrezept als Vorlage zu nehmen, war sehr gut, da Kriecherln wie Ribiseln säuerlich sind. Dennoch hat dem Kuchen die Reduzierung der Zuckermenge gut gestanden, auch das Anzuckern habe ich bleiben lassen. Uns hat der Kuchen sehr geschmeckt.



Das hier ist übrigens die geniale Vogelscheuche, die bei unseren Freunden die Ribiseln bewacht. So einen vogelvertreibenden Erdäpfel werde ich nächstes Jahr auch basteln, denn bei mir ist kaum etwas für uns übrig geblieben von den Ribiseln. In so einem Fall kann man sich dann glücklich schätzen, wenn man reich beschenkt wird, denn dann kann man auch noch diese Lieblingsmarmelade einkochen. Die passt zu allem, was säuerlichen Geschmack vertragen kann und muss bei uns zwingend jedes Jahr gemacht werden.

Wer glaubt, zu viele Kriecherln im Garten zu haben, schaut am besten hier: Turbohausfraus Kriecherlrezepte