Freitag, 4. September 2015

Faschiertes im Salatblatt

Bisher kannte ich genau eine Variante, wie ich Hüttenkäse aushalten kann: Stevan Pauls toller Paradeissalat mit Hüttenkase und Pfirsichen. In diesem Sommer gesellte sich ein zweites Rezept dazu, das uns so gut geschmeckt hat, dass wir es gleich noch einmal gemacht haben. Es klingt gar nicht spektakulär, es ist im Nu gemacht, schmeckt aber echt himmlisch. Zufälligerweise ist es sowas von low carb! Ich führe aber trotzdem kein solches Label in meinem Blog ein, weil so etwas passiert mir eher und ich mach das nicht absichtlich.


1 Zehe Knofi
1 Habanero
2 Zitronengras
2 EL Erdnussöl (oder anderes neutrales)
500 g faschiertes Rindfleisch (die Deutschen nehmen Hackfleisch)
1 EL Zucker
Salz
3 EL Sojasauce
3 EL Sweet Chili-Sauce
Saft und Schale einer Limette
1 Handvoll Minzeblätter
2 Frühlingszwiebeln
3 Römersalatherzen
1 Becher Hüttenkäse

Die Salatherzen zerteilen. Die inneren kleinen Blättchen für einen Salat aufheben, denn die sind nicht zum Füllen geeignet. Die größeren Blätter waschen und trocken schleudern. Die meisten Blätter stehen nicht von selber, sondern man muss auf der Rückseite die Mittelrippe der Länge nach abschneiden.

Das Öl erhitzen und das Faschierte darin braten, bis es krümelig ist. Während das Fleisch brät, vom Zitronengras die äußeren Blätter entfernen. Die Stängel auf einer feinen Reibe von unten her so weit reiben, bis das fleischige Herz  zerrieben ist. Man merkt das recht schnell, wenn das Zitronengras nur mehr fasert, dann hat man den brauchbaren Teil verwendet. Auf dieser Reibe auch gleich den geschälten Knoblauch reiben.
Limette waschen und die Schale fein reiben, Saft auspressen. Chili entkernen und klein schneiden. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schnipseln, dabei den grünen und den weißen Anteil in verschiedenen Schüsselchen parken. Minze hacken.
Das gebratene Fleisch salzen, Chili, die weißen Teile von den Frühlingszwiebeln, Zitronengras, Koblauch und den Zucker dazugeben, alles zwei Minuten rührbraten. Sojasauce, Sweet Chili-Sauce, Saft und Schale der Limette, Grün der Frühlingszwiebel und die gehackte Minze einrühren. Pfanne vom Herd ziehen.
Die Salatherzen auf eine große Platte setzen, das Fleisch auf die Blätter verteilen. Ein wenig Hüttenkäse oben drauf verteilen.



Das Originalrezept stammt von Steffen Henssler und ist aus dem Kochbuch: "Schnell, schneller, Hennsler". Ich finde das Kochbuch gut, aber konnte nicht ein einziges Mal die Zeitvorgaben einhalten, daher gibt es auch keine Rezension von mir. Und außerdem habe ich einiges geändert, daher ist das nicht mehr das Original.

Wir haben das Essen als alleinigen Hauptgang wie Fingerfood gegessen und wie schon geschrieben: Es schmeckte hervorragend. Mit 2 Salatherzen und 400 g Faschiertem, wie im Rezept geschrieben, haben wir bei weitem nicht das ganze Fleisch im Salat untergebracht und außerdem hätte es noch eine Nachspeise gebraucht, um wirklich satt zu werden. Beim zweiten Mal Kochen waren wir schon ein wenig schlauer und haben die Mengen wie beschrieben verändert.

Das ist eines der wenigen Rezepte, wo mir Kohlehydrate nicht im geringsten gefehlt haben.

Mittwoch, 2. September 2015

Melanzani-Kichererbsensalat #DUBB

Ein bisschen wehmütig bin ich gerade. Nun haben wir kalendermäßig Herbst. Nicht nur kalendermäßig. Von 31. August auf 1. September habe ich zum letzten Mal auf Balkonien geschlafen - freier Himmel mit nun schon eingedepschtem Supermond, aber ich kann euch sagen, es war drei Nächte so hell, dass man fast Zeitung lesen konnte! Danach die letzten Male Frühstück auf Balkonien. Die letzten reifen Paradeiser habe ich gerettet, damit sie nicht durch den Regen aufplatzen, die Paprika- und Chili-Ernte habe ich auch erledigt. Alles wäre also bereit für den kommenden Herbst, nur ich nicht so richtig. So gern würde ich den Sommer noch ein wenig festhalten! Nachdem das aber auch dieses Jahr nicht klappen wird, will ich wenigstens noch unseren letzten Sommersalat posten. Vielleicht kommt ja noch herbstliches Grillwetter, dann kann ich nur allen diesen Salat dringend ans Herz legen.

Supermond kommt noch am 28. September und 27. Oktober
Danke an Micha von Salzkorn für die Einführung des mittlerweile geflügelten Wortes Blog-Buster. Nun springe ich auf so einen Zug auf und mache genau so etwas nach.

Der Weg des Rezepts bisher: Kochfrosch hat den Salat vorgestellt, Christine hat gezeigt, wie das mit dem Granatapfelsirup geht und Sabine hat beides zusammengefügt. Wie es sich für Blogger gehört, verändere auch ich das Rezept ein wenig und mache etwas Ähnliches wie Fattoush, also orientalischen Brotsalat draus. Allerdings nicht mit dem Brot in Würfelchen geschnitten, sondern ein halbes Fladenbrot horizontal durchgeschnitten und auf beiden Seiten knusprig gegrillt, da drauf ruht der Salat. Dadurch reicht er auch für mehrere Leute (in diesem Fall 3 Personen). Außerdem habe ich frische Datteln verwendet, Chili, Minze und Salzkumquats (Salzzitrone geht sicher auch).


2 Melanzani (wie immer: Deutsche nehmen Auberginen)
Salz
1 kleine Dose Kichererbsen
100 g in Öl eingelegte getrocknete Paradeiser
60 g getrocknete Datteln (ich habe eine Hand voll frischer Datteln genommen)
1 Bio-Orange hatte ich nicht, daher der Einsatz von 2 Salz-Kumquats, ersatzweise 1/4 - 1/2 Salzzitrone
1 milder Chili, ganz fein gehackt
Saft von 1/2 Zitrone
3 - 4 EL Olivenöl
frisch gemahlener Pfeffer
2 EL Granatapfelsirup (Nar Eksisi)
2 EL Paradeismark
1/2 TL Ceylon-Zimt
1 Prise Cayenne-Pfeffer
1/2 Bund Petersilie
5 Zweige Minze (ich: marokkanische)
150 g griechischer Joghurt
1 TL Baharat (ich habe fertiges daheim, daher habe ich dieses Gewürz nicht selber gemacht)
1 TL Schwarzkümmelsamen
1 TL Kreuzkümmelsamen

Fladenbrot, horizontal durchgeschnitten, davon eine Hälfte



Okay, ich gebe zu, für dieses Foto gewinne ich keinen Preis ...

Für den Sirup:
1 Flasche naturbelassenen Granatapfelsirup (ca. 3/4 l) mit 170 g Honig und dem Saft einer Zitrone köcheln lassen. Ich habe alles einkochen lassen, bis die Konsistenz recht dickflüssig war, aber das war zu viel reduziert, denn der Saft dickt noch ein beim Abkühlen. Ich schätze, dass etwa ein 1/4 l passen müsste. Es ist übrigens für diesen Salat nicht schlimm, wenn einem das passiert, was mir passiert ist. Man nimmt dann einfach diese Paste, die man produziert hat, und wärmt die benötigte Menge mit dem Olivenöl sanft an, so bekommt man wieder eine brauchbare Konsistenz.


Melanzani waschen und der Länge nach in ca. 1 cm dicke Scheiben hobeln oder schneiden. Salzen und 10 min. ruhen lassen.
In dieser Zeit kann man die Kichererbsen abgießen und kalt durchspülen. Salzkumquats bzw. Salzzitrone vom Fruchtfleisch befreien und in ganz feine Streifen schneiden. Datteln entkernen und in grobe Streifen (bei frischen Datteln oder feine Streifen bei getrockneten) schneiden. Getrocknete Paradeiser abtropfen lassen und auch in Streifen schneiden. Minze und Petersilie waschen, trocken schütteln, Blättchen abzupfen und grob hacken.
Je 1 TL Schwarzkümmel und Kreuzkümmel trocken in einer Pfanne rösten (Original wird das in Öl gemacht, ich hab das schlicht vergessen, weil ich diese Gewürze immer trocken anröste).
Melanzani abspülen und gut mit Küchenrolle abtupfen. Am Grill von beiden Seiten gut anrösten. Fladenbrot danach am Grill ebenfalls von beiden Seiten anknuspern.
Für die Marinade Granatapfelsirup mit 3 EL Olivenöl, Zitronensaft und Paradeismark mit dem Schneebesen aufschlagen, Salz, Pfeffer, Zimt, Cayenne, Pfeffer, Zitrusschalen, Minze und Petersilie einrühren.
Auf dem Fladenbrot die Melanzanischeiben verteilen. Kichererbsen, Datteln und getrocknete Paradeiser mit der Marinade vermischen und alles auf den Melanzani verteilen. Restliche Marinade auf die Melanzani träufeln.  Angerösteten Kreuzkümmel und Schwarzkümmel über alles drüberstreuen. Joghurt in Klecksen auf dem Salat verteilen.

Damit das Brot so knusprig bleibt, sollte der Salat gleich serviert werden. Ich bin sicher, wenn der eine halbe Stunde herumsteht, tut ihm das nicht unbedingt gut.



Geschmeckt hat es uns zum Umfallen gut. Das Brot mit dem ganzen Brimborium oben drauf lässt sich gut mit einem Steakmesser schneiden und so auf Teller verteilen. Der Salat wird ganz sicher in unser Standardrepertoire aufgenommen. Überhaupt ist das zum Grillen eine tolle Beilage: Salat und Kohlehydrate in einem, dazu recht flott gemacht, wenn man den Granatapfelsirup fertig hat.

Nun warte ich gespannt, wohin der DUBB-Zug weiterfährt und wie sich das Rezept verändert.


Montag, 31. August 2015

Balkonien im August 2015


August ist die Zeit, in der ich mich gärtnerisch ziemlich zurücklehnen kann und einfach nur ernten brauch. Ja, gut ein bissl Unkraut zupfen, aber sonst kann ich hauptsächlich schwelgen in den Köstlichkeiten.

Ja, schwelgen ... Für meine 15 Physalis hätte ich einen Marktstand beantragen sollen, lästert der Turbohausmann. Aber schmecken tun sie ihm schon. Die sind nämlich wirklich besser als alles, was ich bisher in Supermärkten gekauft habe.

Dafür mein Shiso, der ist wirklich gewachsen wie net gscheit. Mittlerweile ist sind beide Pflanzen höher als das Balkongeänder, das 1,30 m hoch ist. Ganz sicher werde ich nicht genug Rezepte finden, um diese Pflanzen auch nur annähernd kleinzukriegen. Aber es macht nichts, denn sie sind durchaus hübsch anzuschauen.


Meine Kirschpfefferoni wachsen wie irre! Ich wollte die erste Partie trocknen und sie als rosenscharfen Paprika verwenden. Ja denkste! Die sind so scharf, dass sie als Chilipulver durchgehen und das, obwohl ich die Kerne entfernt habe. Ich muss mir nur noch einen passenden Namen für das scharfe Pulver einfallen lassen.



Nie zu viel sind mir meine Jalapeños. Beim Grillen gibt es sehr oft als Vorspeise Jalapeños, gefüllt mit Frischkäse, umwickelt mit Rohschinken oder Speck. Schmeckt immer wieder fein und ist für mich endlos wiederholbar.








 
Habaneros hab ich auch einige, genauer gesagt drei Pflanzen, einmal orange, einmal braune und einmal rote Habaneros. Die dürfen aber noch eine Weile warten, weil nur wenige reif sind. Keine Ahnung, was ich mit dem Segen anfangen werde, aber ich bin sicher, mir fällt was ein.








Und einmal geht's noch: Thai-Chili
Die sind noch nicht ganz ausgereift, aber ich hab schon eine Chili verkostet, die brennen ordentlich, also wird in absehbarer Zeit Sambal Oelek draus.


Mein dicker Vogel lebt auch noch und lächelt freundlich vor sich hin. Wie immer bewacht er meinen Buchsbaum, den ich gerade versucht habe in Form zu schneiden. Okay, ich weiß nun wieder, dass mich Schönbrunn wahrscheinlich doch nicht engagieren wird, um dort schöne Formen aus Buchs zu machen. ;)

Meine gelbe Schafgarbe ist eigentlich schon fertig mit dem Blühen, aber ganz kann sie es nicht lassen, schiebt wieder und wieder kleine Blüten nach.

Die gefüllte Stockrose: Seit Jahren am selben Platz blüht sie unermüdlich vor sich hin. Eigentlich wäre sie eine zweijährige Pflanze, aber sie sät sich jedes Jahr selber aus und so habe ich immer einen Topf, der ohne weiteres Zutun meinerseits den ganzen Sommer über wunderbare Blüten treibt.


Das ist ein Portulakröschen. Kann man nicht essen, aber ist als Ersatz für meinen französischen Estragon aufgegangen, den ich ermordet habe. Also eigentlich kann man Estragon nicht ermorden, aber ich schon.

Eine orange Kosmea. Sie schaut ganz anders aus als ihre weißen und rosaroten Kollegen, kleiner, dafür in mehreren Reihen blühend. Ein richtiger Bienenmagnet. Davon lasse ich die verblühten Kapseln stehen, denn die mögen später im Jahr die Singvögel sehr gern. Keine Ahnung, was da drinnen ist, aber für Blaumeisen extrem spannend, habe ich bemerkt.








Fast wäre ich geneigt zu sagen, das ist eine gelbe Kosmea, aber das Laub schaut anders aus. Ich habe keine Ahnung, was das für eine Blume ist. Sie ist aus einer Mischung für essbare Blüten aufgegangen. Ich werde schauen, ob sich da nach dem Blühen auch so eine Samenkapsel bildet, um die sich die Vögel im Winter scharen.

Meine Malve! Sie ist so wunderhübsch mit den dunkellila Blüten. Leider zeigt sich eine Blüte immer nur einen Tag, dann ist sie dahin. Theoretisch wäre diese Malve in allen Teilen essbar, aber sie ist viel zu hübsch, um gegessen zu werden.

Woher die Kapuzinerkresse kommt, weiß ich nicht. Vor Jahren habe ich sie verbannt, weil sie Läuse magnetisch anzieht. Sie ist mitten im Basilikumkistel aufgegangen und hat nicht eine einzige Laus, also darf sie da bleiben. Scheint eine Partnerschaft zu sein, die gut passt.










Projekt Sonnenblumen: Hier gärtnert der Turbohausmann. Er sagt, Sonnenblumen müssen in Olivenölkanistern wachsen, daher darf ich selbige schon seit Jahren nicht wegschmeißen und einige zieren nun mit schönen Sonnenblumen in verschiedenen Höhen und Farben unser Balkonien.

Noch so ein Blümchen, von dem ich nicht weiß, wo es herkommt: eine ziemlich mickrige Ringelblume hat sich durch Kräuter und Chilis durchgekämpft und sichtlich ermattet doch noch die Sonne erreicht.

Dieses Jahr haben wir dermaßen viele Paprika, das ist eine Freude! Ich habe gelbe, orange, rote, blockförmige, spitze und Minipaprika. Die meisten haben wir schon gegessen. Schade, dass da nichts mehr nachkommt, denn ich würde durchaus mehr aushalten.

Hirschhornwegerich: Der wächst superbrav als Unterpflanzung meiner Paprika. Ich ernte seit dem Frühling laufend. Durch den vielen Schatten wächst er nicht aus und ist bisher auch nicht bitter geworden. Wir werden wohl Freunde fürs Leben werden, der Hirschhornwegerich und ich. Der Salat schmeckt sehr würzig, also verwende ich ihn wie Rucola, wenn man irgendwo relativ dominante Salatblättchen braucht.

Ja, Paradeiser. Wir haben so ein oder zwei. Aber komischerweise kann ich mich nicht sattessen davon. Ich hab schon gelbes Ketchup damit gebraut, für den Winter Paradeissaucen in allen möglichen Varianten eingekocht und natürlich alle möglichen Salate damit gegessen. Gekauft? Doch, trotz dieser Wahnsinnsernte habe ich welche gekauft. Ich mag die riesigen Monsterparadeiser so gern, aber die wachsen bei mir nicht, daher durften einmal ein roter und einmal ein gelber Paradeis von je einem halben Kilo vom Markt mit nach Hause.

Mrs. Bees Nonbitter, ein Gast den ich einmal vor vielen Jahren eingeladen habe und den ich seither nicht mehr los werde. Man sollte es sich wirklich sehr gut überlegen, ob man sich Nachtschattenbeeren anbaut. Die hier haben innerhalb von einer Woche, als wir in der Steiermark waren, ein ganzes Kistel mit Fuchsien so überwuchert, dass die Fuchsien eingegangen sind. Und so den Wahnsinnsgeschmack haben sie auch wieder nicht, dass ich mich sehr freuen würde.






Immer noch so brav: Walderdbeeren. Die hab ich mittlerweile so ziemlich überall als Bodendeckerpflanze und die wachsen so brav, blühen und tragen immer bis zum Frost. Sie schmecken aber nur, wenn sie eine gewisse Menge Sonne abbekommen. Ab Oktober sind sie nicht mehr so aromatisch.








Mein Lieblingsmutant: In einer Physalis-Kapsel waren zwei Früchte drinnen. Also hatte ich insgesamt 16 Früchte, nicht wie mein Mann lästert nur 15. Ha! :D

Freitag, 28. August 2015

Street Food Festival in Wien

Schon den ganzen August findet in Wien immer am Sonntag ein Street Food Festival im Hohe Warte Stadion statt. Am Abend gibt es dann eine Filmvorführung. Leider habe ich es erst letzten Sonntag zum ersten Mal dorthin geschafft. Und ich werde auch diesen Sonntag noch einmal hinfahren, weil die Stimmung wirklich wunderbar ist: Da rennen Kinder auf dem Fußballrasen herum, Menschen liegen auf Decken oder sitzen auf den Bänken, zwischen drinnen Hunde, rund um den Fußballplatz sind teilweise total witzige Food Trucks aufgestellt, teilweise beeindruckende Griller und Smoker.

Das ist koreanisches Hendl mit einer scharfen Sauce und Rettich, wahlweise frischem, also milden, oder eingelegtem scharfen Rettich. Der scharfe Rettich hatte es wirklich in sich, den durfte ich kosten.

Indische Küche in vielen Varianten. Geduftet hat alles ganz verführerisch nach autenthischer indischer Küche. Beim nächsten Besuch will ich gern so ein Teigtascherl (Samosa) probieren, dieses Mal hat einfach nichts mehr in mich reingepasst, als wir an dem Stand waren.

Italienische Küche mit Pasta direkt aus einem Parmesanlaib. Das ist auch noch etwas, das auf meiner To Do-Liste steht, denn das habe ich tatsächlich noch nie probiert.

Und schon wieder etwas, das auf der besagten Liste steht: Crepes. So richtig hauchdünne, wie man sie in Frankreich bekommen kann und die ich selber nicht hinkriege.

Eines der lustigen Fahrzeuge ist für die Musik zuständig. Auch das war sehr angenehm, denn die Musik war im Hintergrund und man konnte direkt vorbeigehen, ohne dass einem die Ohren geklingelt hätten.

Ganz frisch gepresste Fruchtsäfte: Da kann man sich tatsächlich aussuchen, aus welcher Karotte der Saft stammen soll. So etwas finde ich sehr sympathisch.

Das hatte ich eigentlich kein Bedürfnis zu kosten: Insekten. Erstaunlich viele Leute zeigten Interesse, die Heuschrecken essen habe ich aber niemanden gesehen. Auch die Mehlwürmer lagen recht unangetastet herum. Da waren alle Besucher so feig wie ich, obwohl sich ein ordentlicher Teil der Menschheit von Insekten ernährt und man sich eigentlich gar nicht gruseln müsste, hab ich mir sagen lassen.

Das waren Griller! Riesengroß! Der Turbohausmann war schwer beeindruckt.

Unverzichtbar: Craft Beer
Sollte es jemand nicht wissen: Der Name kommt von "handycraft", also Handwerk. Das sind alles Biere aus kleinen Brauerein, die sich mittlerweile in ganz Europa finden.

Das war mein Favorit! Also der Bus. Kann sein, dass das Essen gut war, aber ich habe es nicht gekostet. Ich war von dem Bus so begeistert, weil ich mit solchen alten VW-Bussen viele Urlaube aus meiner Kindheit und Jugend verbracht habe. Der Bus war wunderschön restauriert und echt witzig umgestaltet zu einem Food Truck.

Das kennen viele Wiener mittlerweile: Espresso Mobil. Präsent bei sehr vielen Veranstaltungen und man bekommt wirklich guten Kaffee. Ein richtiger Barista macht Kaffee nach allen Regeln der Kaffeebraukunst.
Für Nichtkaffeetrinker: die haben auch sehr gute Teesorten im Angebot!

Das ist ebenfalls ein mittlerweile bekannter Anblick in Wien: Rita bringt's. Biologisches vegetarisches Mittagessen wird mit dem Fahrrad innerhalb Wiens zugestellt, verpackt natürlich auch alles ökologisch. Hier hat jemand den Zug der Zeit erkannt und eine richtige Marktlücke getroffen. Innerhalb kurzer Zeit sind es immer mehr Bezirke geworden, in denen mittags die grünen Fahrräder zu sehen sind, die Mittagessen ausliefern.

Mein Fahrzeug-Favorit Nummer zwei: Es ist ja unglaublich, wie viele Sachen in dieses winzige Gefährt reinpassen! Passend zur Farbe gab es auch hier biologisches Essen.

Spanferkel. Das ist etwas, was ich noch nie gegessen habe. Hat wohl mit einem Jugendtrauma zu tun, als ich in meinen jungen Jahren in den Schulferien einmal als Kellnerin gearbeitet habe und es nur schlecht aushalten konnte, als dort das kleine Schweinderl auf einen Spieß gesteckt wurde.

Und als krönenden Abschluss des Besuchs haben der Turbohausmann und ich uns Kaffee und Maccarons gegönnt. Natürlich ehrlich geteilt: 1 Maccaron für den Turbohausmann, die anderen für mich ... ;)



Also falls jemand am Sonntag Zeit hat: Nichts wie hin zum Hohe Warte-Stadion! Ist wirklich ein nettes Event, das man sehen sollte. Inklusive Filmvorführung 4,- € Eintritt pro Person. So günstig kommt man in kein Kino. Sogar Decken zum Liegen auf der Wiese kann man sich gegen Gebühr ausleihen. So sollte man den Sommer ausklingen lassen.


Dienstag, 25. August 2015

Pflaumen-Croustade mit Marzipan


Schon kommt das dritte Rezept aus dem Kochbuch Frisch auf den Tisch. Eigentlich könnte ich weiter und weiter und weiter aus diesem Kochbuch kochen, aber irgendwann muss auch genug sein. Zu diesem Rezept nur so viel: Ich habe es in der Zwischenzeit einmal mit Marillen und einmal mit Pflaumen (ja, wirklich Pflaumen, weil Zwetschken gibt es leider noch keine auf dem Markt) gemacht, weil diese Tarte sehr einfach geht und so gut schmeckt. Einfach ein bissl Marzipan auf den Teigboden und schon geschieht etwas Wunderbares mit den Früchten!

Es gibt in dem Kochbuch auch ein Kapitel mit Grundrezepten und diese Tarte wird eigentlich mit dem Grundrezept für Mürbteig ohne Zucker gebacken. Das habe ich bei der Marillen-Variante auch so gemacht, aber die Pflaumen waren leider recht säuerlich, also habe ich den süßen Mürbteig ausprobiert. Beide Teige sind einfach zu verarbeiten.


Zutaten für eine Galette:
625 g Pflaumen, gewaschen, entkernt und in 12 mm dicke Spalten geschnitten
60 g Kristallzucker
2 TL Mehl
1 Prise grobkörniges Salz
125 g Marzipan, gewürfelt (ich: das frisch aus dem Kühlschrank genommene Marzipan auf der Küchenreiben grob gerieben)
1 Eiweß, leicht geschlagen
2 EL Demerara-Zucker
1 EL Butter in Flocken

Süßer Mürbteig:
235 g Mehl
60 g Zucker
1/2 TL Salz
155 g Butter und 2 EL zerlassene Butter, leicht abgekühlt

Zuerst habe ich den Mürbteig zubereitet: 2 EL Butter schmelzen. Mehl, Zucker und Salz gut vermengen. Kalte und zerlassene Butter mit einer Gabel gut untermischen, bis der Teig anfängt zu klumpen. Mit der Hand rasch zu einem glatten Teig weiterkneten. Ich habe den Teig dann in Frischhaltefolie eingewickelt und in den Kühlschrank gelegt. Dadurch wird die Butter wieder kalt und der Teig ist stabiler, weil bei diesem Rezept muss er doch eine Menge Obst zusammenhalten.

Die Pflaumen waschen, entkernen und in kleine Spalten schneiten. Die Spalten mit 60 g Kristallzucker, 2 TL Mehl und 1 Prise Salz vermischen. Ruhen lassen.

Backofen auf 200 g vorheizen. Einen Bogen Backpapier auf die Arbeitsfläche legen, leicht bemehlen und direkt da drauf den Teig ausrollen. Das ist wirklich eine tolle Idee, denn so kann man den Teig problemlos samt dem Papier auf das Backblech heben.
Ich reibe Marzipan immer auf der groben Küchenreibe, dazu muss das Marzipan aber kalt sein, sonst klebt es zu sehr. Im Kochbuch wird es in Würfel geschnitten. Egal wie, jedenfalls legt man damit den Teil vom Teig mit Marzipan aus, der nachher auch mit Früchten belegt wird. Früchte auf dem Marzipan verteilen und den Teig rundherum einschlagen, vorsichtig festdrücken. Den Teigrand außen mit dem angeschlagenen Eiklar bestreichen und mit dem Demarara-Zucker bestreuen. Den Saft der Früchte über das Obst träufeln. Butterflocken auf das Obst setzen und schnell ab mit dem Kuchen in das vorgeheizte Backrohr.

50 min. backen, bis der Teig goldbraun ist. Galette auf dem Blech etwas überkühlen lassen, dann auf einen großen Teller gleiten lassen und warm servieren.




Manöverkritik: Ein Obstkuchen, der nur schwerlich misslingen kann. Da braucht man keine Kniffs und Tricks, sondern der funktioniert einfach gut. Wenn das Obst schön reif ist, dann ist das ein wunderbarer Obstkuchen. Meine Pflaumen waren leider nicht süß genug, da muss man mit ein bissl Zucker nachhelfen, aber die Marillen-Variante hat das gar nicht gebraucht.
Der Teigrand ist durch das Bestreuen mit dem groben Zucker schön knusprig.

Freitag, 21. August 2015

Gebratene Rote Rüben mit Salat und Pekannüssen

Konny vom Blog Küchentheater schlägt sich wacker: Sie hat den Kilos den Kampf angesagt. Nun ist ja mein Blog nicht dazu geeignet abzunehmen, doch ab und zu verirren sich auch solche Rezepte hierher. Daher kommt heute extra für Konny das nächste Rezept aus dem Kochbuch Frisch auf den Tisch. Konny hat einen wunderbaren Garten, der sie den Sommer über mit Obst und Gemüse versorgt, vielleicht kann sie die meisten Zutaten sogar ernten.

Das Rezept hier arbeitet mit den ersten bunten Roten Rüben der Saison. Das Kochbuch ist wirklich toll, weil man ziemlich sicher sein kann, wenn man auf dem Markt aktuelles Gemüse kauft, dass man ein passendes Rezept findet. Und da die Rezepte keine arg ausgefallenen Zutaten verlangen, hat man in der Regel den Rest daheim.

Im Original wird Rucola-Salat verwendet, aber es steht dabei, dass man auch andere zarte Blattsalate verwenden kann, da kamen doch gleich meine köstlichen Babysalate zum Einsatz, die unermüdlichen seit dem Frühling auf Balkonien wachsen.


Für 4 Portionen:
6 bunte Rote Rüben
2 El Olivenöl zum Braten + mehr zum Beträufeln
2 EL Sherryessig
2 TL Honig
1/2 TL Salz
Pfeffer aus der Mühle
60 g Pekannüsse, geröstet und gehackt
125 g Rucola oder andere Blattsalate

Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Die Roten Rüben in einer ofenfesten Pfanne verteilen, mit Olivenöl beträufeln und mit Alufolie abdecken. 45 - 60 min. braten - das hängt von der Größe der Roten Rüben ab und man prüft besser mit einem kleinen, spitzen Messer, ob sie weich sind.
Rote Rüben herausnehmen und ganz auskühlen lassen. Dann schälen und in Scheiben schneiden - ich hoble sie lieber, so bekomme ich sie gleichmäßig hin.
In einer großen Schüssel 2 EL Olivenöl mit Essig, Honig, Salz und Pfeffer gut verrühren (ich nehme einen kleinen Schneebesen). Die Rübenscheiben marinieren. Mit den Salaten vermischen und mit den Nüssen bestreut servieren.




Manöverkritik: Nicht umsonst ist dieser Salat das Titelbild des Buches, denn er schmeckt hervorragend, auch wenn er so schlicht wirkt.
Ich habe die Marinade halbiert, in einer Hälfte die Salatbätter mariniert, in der zweiten Hälfte die Rüben. Die Entscheidung war gut, denn die Roten Rüben haben recht schnell die gelben und weißen Rüben verfärbt und hätten wahrscheinlich auch die hellen Salatblättchen bunt gemacht. Der im Buch verwendete Rucola ist da aber sicher einfärbungsresistenter.


Mittwoch, 19. August 2015

Zucchini-Puffer mit Feta und Minze

Die liebe Kochpoetin Eva wollte dieses Rezept genauer wissen, als ich es in meiner Buchbesprechung von "Frisch auf den Tisch" kurz angesprochen hatte. Und natürlich komme ich dieser Bitte gern nach, weil das ein wirklich tolles Rezept ist.

Mir kam das Rezept gerade recht, weil ich von jemandem aus meiner FoodCoop einen Ernteanteil übernommen hatte. Der Bauer, der das Gemüse liefert, ist wohl der Ansicht, dass man Zucchini unter einem halben Kilo nicht erntet. Die zwei Monster, die in diesem Gemüseanteil drinnen waren, wogen fast 800 g - einzeln, nicht miteinander! Zum Glück hab ich keinen Ernteanteil auf Dauer, denn jede Woche so etwas den ganzen Sommer über würde mich überfordern, so konnte ich diese Trümmer doch verwerten.


Für 4 Personen:
4 Eier (L)
2 Knoblauchzehen, klein gehackt
1/2 TL grobkörniges Salz
1/2 TL Pfeffer, frisch gemahlen
75 g Mehl
750 g Zucchini, grob geraspelt
185 g Frühlingszwiebel, gehackt (ca. 1/2 Bund Frühlingszwiebel)
15 g Basilikum, frisch, gehackt
15 g Minze, frisch, gehackt
150 g Feta, zerbröselt
2 EL Olivenöl

In einer großen Rührschüssel Eier, Knoblauch, Salz und Pfeffer gut verquirlen, Mehl unterheben, erst unmittelbar vor dem Braten die Kräuter, den Feta und die geraspelten Zucchini unterheben. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und pro Puffer 60 ml Teigmasse mit Abstand in die Pfanne geben. Jeden Puffer 3 min. von jeder Seite braten. Zugedeckt warmhalten, bis alle Puffer gebraten sind.

Persönliche Anmerkungen: Am besten, man arbeitet mit zwei Pfannen, weil es ist wirklich eine große Menge Puffer. Wenn man zu lange braucht, um den Teig zu verarbeiten, ziehen die Zucchini Wasser und man muss noch Mehl einrühren, damit die Puffer auch solche werden. Warmhalten geht meiner Ansicht nach im Backrohr am besten.

Durch Kräuter, Frühlingszwiebel und Feta sehr schön geschmacksintensive Puffer. Zur Wiederholung  vorgesehen!



Hier noch eine Sammlung von Rezepten, für die man Monsterzucchini gut brauchen kann:
Gefüllte Zucchinipuffer
Zucchinipuffer mit Haselnüssen
Michas Blätterteigtarte mit Zucchini, Paradeisern und Ziegenkäse
Roberts gebackene Zucchinikeulen
Zucchinikuchen nach "La cucina verde" in der Interpretation von Katharina Seiser