Mittwoch, 18. Mai 2011

Radieschenrisotto

So als Balkongärtnerin hat man im Frühling ja nicht arg viele Möglichkeiten, Gemüse anzubauen. Und jedes Jahr wieder schaffe ich es, dass wir in Radieschen untergehen. Einfach so knabbern, als Salat, aufs Butterbrot - ich konnte sie schon nicht mehr sehen. Und noch dazu hatte ich heuer eine Sorte names Wiener Riesen gesät, so richtig große Dinger waren das. Also musste ein Rezept her, um die letzten Radieschen zu verarbeiten - Topinambur, Knollenziest und vor allem eine Unmenge an Paradeissorten warteten schließlich darauf, um einen Platz in den Terrakottatrögen zu bekommen.
Fündig wurde ich bei meiner Rezeptsuche durch Zufall in einem Gratismagazin, das immer wieder in unserem Briefkasten landet. "Risotto mit Radieschenblätter-Pesto" - und das, wo ich Pesto doch gaaar nicht leiden kann (Achtung, Ironie!). Wie immer habe ich mir ein paar künstlerische Freiheiten gestattet.

Fotoupdate vom Mai 2017: die ersten Radieschen!

Zutaten für 2 Personen:
1 größere Schalotte (Original: Zwiebel)
1/8 l Weißwein
200 g Risottoreis
1 EL Butter
1  EL Olivenöl
1 Bund Radieschen
3/4 l Gemüsefond (Original: nicht näher definierte "Brühe")
2 EL Pecorino

Pesto:
3 EL Pinienkerne (Original: Mandeln)
Blätter der Radieschen
1 kleine Knoblauchzehe
1 EL Zitronensaft
2 EL Rapsöl
1 Chilischote
2 EL geriebener Pecorino

Zuerst das Pesto zubereiten, damit es durchziehen kann:
Pinienkerne rösten. Die Radieschenblätter waschen und trocken schleudern. Im Originalrezept werden die großen Blätter mit kochendem Wasser überbrüht, was bei mir nicht nötig war, weil ich die großen Blätter nicht verwendet habe - der Vorteil des Überschusses! Alle Zutaten entweder mörsern oder im Zerkleinerer zu Pesto verarbeiten. Im Original wird dann noch mit einer kräftigen Prise Salz gewürzt, aber wenn man guten Käse verwendet, kann man sich das sparen.
Pesto in ein Glas füllen und im Kühlschrank zwischenlagern.

Für den Risotto 1 EL Olivenöl in einem schweren Topf erhitzen, dann die zerkleinerte Schalotte darin anschwitzen, den Reis einrühren und so lange mitrösten, bis die Reiskörner alle mit einer zarten Ölschicht überzogen sind. Mit dem Wein aufgießen und völlig einkochen lassen. Dann immer wieder einen Schöpfer heißen Gemüsefond zugießen, rühren, rühren, rühren, bis eine schön schlatzige Konsistenz erreicht ist. Im Originalrezept werden die Radieschen in Scheiben geschnitten, ich habe sie mit der Gemüsehobel gestiftelt. Radieschen, Pecorino und Butter zum fertigen Risotto geben. Den Topf vom Herd nehmen und den Risotto 4 - 5 min. ruhen lassen.

Im Originalrezept wird das Pesto in den Risotto eingerührt, ich habe das Pesto oben drauf gekleckst.





Hat recht gut und erstaunlich pikant geschmeckt. Die Chilischote im Pesto unterstützt die zarte Schärfe der Radieschen perfekt. Das Pesto kann ich mir auch gut zu Pasta vorstellen.

Und damit mache ich bei dem Dauerevent Balkonbewohner mit.

Kommentare :

  1. Ohh das klingt aber sehr gut Frau Turbohausfrau!

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  2. Radieschen vom Balkon. Das höre ich auch zum ersten Mal. Bin beeindruckt!
    Danke für's mitmachen beim Blogevent! Das Rezept trage ich demnächst in die Balkonbewohner-Datenbank ein, so dass es schnell von jedermann gefunden werden kann...

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  3. Na es ist ja auch ein bissi ein größeres Balkonien, das ich da hab. ;)

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