Samstag, 15. Oktober 2011

Eine reinsemmeln

Hallo, ihr Lieben da draußen im WWW!

Nachdem sehr viele Leute nachgefragt haben, egal ob in den Kommentaren oder per Mail, scheint es mir angebracht, hier kurz festzuhalten, wie sich die Sache mit der gebührenpflichtigen Abmahnung für mich darstellt.

Einmal so allgemein: Es gibt in Deutschland die Möglichkeit, dass eine qualifizierte Person, z. B. ein Rechtsanwalt, eine Abmahnung an eine Person seiner Wahl schickt und Geld dafür fordert - abgemahnt werden kann praktisch wegen allem. Dies war offenbar ursprünglich dafür gedacht, um die Gerichte bei kleinen Streitigkeiten zu entlasten, scheint sich aber mittlerweile massiv ausgeweitet zu haben. Ich habe wirklich haarsträubende Geschichten zu dem Thema gefunden: click Man kann wegen einer Kombination von zwei Buchstaben eine reingesemmelt kriegen oder wegen der Verwendung einzelner Wörter. Es scheint mittlerweile sogar die Möglichkeit zu geben, dass jemand eine gebührenpflichtige Abmahnung bekommt, weil er über Abmahnungen schreibt: click Da ich die ganze Tragweite dieser Art von Rechtsfindung naturgemäß nach einem Tag in keiner Weise erfassen kann, will ich daher auch lieber nicht mehr drüber schreiben. Google verrät aber dazu viele, viele Seiten, falls jemand mehr wissen will!

Zur meiner Sache im Besonderen: Auf einer Website habe ich den Hinweis gefunden, dass man sich in Deutschland offenbar bereits dann auf Glatteis begibt, wenn man Semmelknödel mit Binnen-N schreibt. Aus diesem Grund habe ich mein Ursprungsposting nun auch in seinem Titel geändert. Entfernt wurden von mir auch alle anderen Hinweise auf einen bayrischen Komiker, den ich bis gestern sehr geschätzt habe.

Wenn man ein wenig im Internet herumsucht, findet man sehr viele Beispiele, in denen eine Vorgehensweise wie bei mir eingeschlagen wurde: Eine Feng Shui-Seite durfte das Vergnügen schon auskosten, eine Zitate-Website musste vom Netz genommen werden, Focus schrieb darüber, dass diese Abmahnungen schon seit Jahren Usus zu sein scheinen, auch Wikipedia berichtet von entsprechenden Abmahnungen seit 2008. Es gibt auch ein Urteil des LG München zum Urheberrecht.

Auf das Anwaltsschreiben gar nicht zu reagieren, scheint automatisch eine direkte Verurteilung über die gesamte Summe nach sich zu ziehen. Durch die Fristsetzung bis Mittwoch nächster Woche werde ich weiterhin alle Hebel in Bewegung setzen und mich schlau machen.
Für mich stellt sich vor allem die Frage: Wenn deutsche Urlauber, die in Österreich Verkehrsübertretungen begehen, in Deutschland nach deutschem Recht abgeurteilt werden, dann müsste es doch auch in diesem Fall zwischenstaatliche Abkommen geben, die greifen. Da ich aber in jedem Fall überfordert bin, mich in so kurzer Zeit in internationale Rechtsabkommen, das österreichische und das deutsche Urheberrecht einzulesen, werden das Rechtsanwälte für mich erledigen.

Was die ganze Sache mit mir macht: Ich bin grantig, sogar ganz arg grantig. Nicht einmal Kochen und Essen, meine beiden sonstigen Allheilmittel, helfen im Moment. Nicht einmal der Speck, der nur aus Fett und sonst nichts besteht, reißt mich im Moment raus.

George, danke für deinen erfrischenden Kommentar. Seit gestern habe ich zum ersten Mal endlich wieder gelacht! Einerseits glaube ich, falls mein Blog abstürzen und das Posting vollkommen verschwinden würde, dass es dann mit entsprechenden Mitteln trotzdem irgendwo in den Weiten des WWW auffindbar wäre. Und zweitens ist das nicht der Weg, den ich zu gehen pflege - aufrechter Gang ist immer gut für den Rücken und auch sonst im Leben. ;)

Freitag, 14. Oktober 2011

Es wäre ja fast zum Lachen ...

Heute ist mir ein Brief einer Münchner Anwaltskanzlei ins Haus geflattert. Ich hätte in meinem Posting über Semmelknödel mit einem Zitat von Karl Valentin geworben und hätte somit gegen das Urheberrecht verstoßen. Ich weiß jetzt zwar nicht, wofür ich geworben hätte, da mein Blog ja mit Werbefreiheit wirbt, aber ich nehme an, dass ich das alles noch erfahren werde.

Es ist richtig, dass in diesem Posting sogar mehrere Zitate von Karl Valentin zu finden waren, alle waren natürlich auch mit seinem Namen von mir gekennzeichnet, wie man das in Österreich brav macht. Was ich eigentlich falsch gemacht habe, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls werde ich zur Zahlung von 891,31 Euro aufgefordert, sollte ich nicht zahlen, werde ich auf 5000,- Euro verklagt.

Bis diese Angelegenheit erledigt ist, ruht mein Blog.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Terra Madre im Arkadenhof des Wiener Rathauses

So ein Pech aber auch: Hatte ich doch direkt einen Termin in der Früh in der Nähe vom Rathaus. Sozusagen hatte ich keine andere Wahl, als zum Terra Madre-Event zu gehen.

Hier der Innenhof vom Rathaus. Es war gerade Mittagszeit. Und ich habe wieder einmal (zum Millionsten Mal) gelernt, gehe nie hungrig einkaufen.

Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass jemand meinte, mit regionalen Bioprodukten würde man nicht mehr Geld ausgeben als ein durchschnittlicher Haushalt, weil man sich ja als Selbstkocherin alle Fix-Produkte erspart. Nach dem Einkehrschwung im Rathaus kann ich nur sagen, so schnell und elegant verwandelt man 100,- Euro nicht bald wo in Essbares. Wenn man sparen will, schlägt man dort besser nicht auf!
Aber die Produkte sind wunderbar, gar keine Frage. Für meinen Geschmack war zu viel in Plastik eingeschweißt und es gab sehr viele Chutneys, Marmeladen, Essige, Säfte etc., also alles Sachen, die man leicht transportieren und präsentieren kann. Obst und Gemüse habe ich nur in Apothekermengen abgepackt gefunden, z. B. fünf Mini-Melanzani in unterschiedlichen Sorten in einem schicken Plastiksackerl. Ich hatte eigentlich gehofft, auch diesbezüglich mehr Vielfalt zu finden und mehr Nachhaltigkeit bei den Verpackungen.


Aber nun kommen ein paar Fotos!

Der Renner in diesem Jahr: das Wollschwein. Ich kann nur hoffen, dass sich das nicht bis zu meinem ungarischen Mangalitza-Verwurster herumspricht, denn sonst setzt der die Preise rauf, dass mir die Ohren schlackern.


Sowohl von den beiden Kübelspeckvarianten als auch vom Schinken durfte ein bissi was mit nach Hause.


Ziegenkäse in verschiedenen Reifegraden


Sortenreine Apfelsäfte, teilweise auch aus alten Sorten.


"Blühendes Konfekt" eines Wiener Patissiers.


Dieser riesige Würfel ist Rahmbutter - als ich meine zweite Runde durch den Markt drehte, war schon fast die Hälfte davon weg.



Ein sehr schönes Projekt: Honigsorten von verschiedenen Bienenvölkern zum Verkosten. Erstaunlich, wie unterschiedlich dieselben Honigsorten schmecken, wenn sie von anderen Bienenvölkern hergestellt werden. Und wie sich der Geschmack je nach Jahreszeit ändert. 2 Gläschen Schönbrunner Honig unterschiedlicher Sorten durften mit nach Hause.


Kasses, einer der höchsdekorierten Bäcker, war auch vertreten. Ich wollte zur Abwechslung einmal ein Brot ohne Weizenanteil, leider kannte sich die Verkäuferin überhaupt nicht aus und zuckte nur hilflos mit den Schultern, als ich fragte.


Hier wurde ich fündig: Tauernroggenbrot


Weingartenknoblauch sowie diverse Chutneys und Marmeladen

Beim Labonca-Biohof hätte ich gern etwas gekauft, aber leider alles, alles, alles in Plastik eingeschweißt, also nichts für mich.

Ungarischer Paprika, rosenscharf und edelsüß


Das ist ein Schneckenspieß aus Wiener Schnecken mit Mangalitza-Speck auf einer Balsamico-Reduktion: gegessen und für unglaublich gut befunden.

Erfreulich viele Tofu-Produkte, die man wirklich essen kann! Geräucherten, mit Kräutern oder mit Chilis gewürzten Tofu sowie diverse Brotaufstriche habe ich probiert. Mit nach Hause durfte dann Tofu mit Kräutern - das passende Go Veggie-Rezept wartet schon.


Eine Wurstkostprobe kostete 50 Cent. Nachdem die Wurst aber wieder einmal in Plastik eingeschweißt war, habe ich das Kosten bleiben gelassen.




Eine erfreulich große Anzahl an Chilis gab es - das ist wohl das Trendgemüse derzeit. Da ich ohnehin noch Chilisoße einkochen wollte, durfte eine Packung (leider auch alles Plastik) mit nach Hause.

So marschierte ich also nach zwei Stunden mit einem schicken Sackerl mit meinen Errungenschaften wieder aus dem Rathaus und muss sagen, es zahlt sich auf jeden Fall aus, sich das anzuschauen. Allein der Standort ist wunderschön. Ich kenne den Arkadenhof vom Jazz-Fest, das da jedes Jahr stattfindet, und finde diesen Hof immer wieder sehr stimmungsvoll. Die Menschenmassen hielten sich einigermaßen in Grenzen - es waren viele Leute dort, aber man hatte noch Chancen, mit den Anbietern ein paar Worte zu wechseln, sich etwas erklären zu lassen, was z. B. beim Dirndlkirtag auf Grund des Andrangs überhaupt nicht möglich war. Es waren auch viele Anbieter aus dem nahen EU-Ausland vertreten, auch richtig urige Typen wie eine bulgarische Schäferin, die ihren Käse anbot. Auf jeden Fall Menschen, die Ehrfurcht vor den Produkten haben, die sie anbieten, was mir immer sehr wichtig ist.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Kürbissalat

 Nur a Salat ...



Gefunden bei Effilee.

Zuta­ten für 2 Portionen

ca. 1/2 kg Hokkaido-Kürbis (Turbohausfrau: Golden Heart)
3 EL Olivenöl
Salz
Cayenne (Turbohausfrau: Espelette)
1/2 Bio-Orange
2 EL Akazienhonig (Turbohausfrau: Vorarlberger Almhonig)
2 EL Zitronensaft
20 g Soft-Feigen, getrocknet (Turbohausfrau: frische)
1 EL Sesamsaat
6 schwarze Oli­ven mit Stein (Turbohausfrau: Kalamata)
1 Stän­gel Minze (Turbohausfrau: 2 Stängel, da der Geschmack um diese Jahreszeit schon nachlässt)


Kür­bis auseinanderschneiden und die Kerne sowie die fasrigen Fruchtfleischanteile her­aus­scha­ben. Im Originalrezept bleibt die Schale dran; da ich nicht wusste, ob man die Schale bei dem Golden Heart essen kann, habe ich ihn geschält. Kür­bis in etwa 4–5 cm große Stü­cke schnei­den. Die Stücke mit 1-2 Ess­löf­fel Oli­venöl, Salz und Chilipulver mischen. Ich habe den Kürbis in einer mit Backpapier ausgelegten Backform gegart, was bei 200 Grad ca. 20 min gedauert hat.

Sesam in einer Pfanne ohne Fett gold­braun rösten. Von der Orange 1⁄8 der Schale in feine Zes­ten rei­ßen, 50 ml Saft aus­pres­sen. Zesten und Saft mit Honig, Zitro­nen­saft, rest­li­chem Oli­venöl und Salz ver­rüh­ren. Fei­gen sehr klein wür­feln und unter die Vin­ai­grette mischen. Den noch heißen Kürbis mit der Vinaigrette vermischen und eine Stunde marinieren. Die abgetropften Oliven und kleingehackte Minzeblättchen zum Salat geben. Den gerösteten Sesam drüberstreuen.



Fazit: Langwierige Sache für "nur an Salat", aber ich würde den Aufwand jederzeit wieder in Kauf nehmen, denn der "nur a Salat" schmeckt köstlich!

Dienstag, 11. Oktober 2011

Feigen mit Topfencreme

Nachdem ich ja noch Feigen von meinem Einkauf für den Feigensenf übrig hatte, begann ich mit der Rezeptsuche. Irgendwas schnelles Süßes sollte es werden. Und fündig wurde ich bei E&T. Ein einfaches Rezept, bei dem nicht viel schief gehen kann und das sich so nebenher kocht. Perfekt! Genau das hatte ich gesucht.



2 Portionen:
100 g Topfen
1 Ei, getrennt
25 g zerlassene Butter
1 EL Vanillezucker
2 El Zucker
1 TL Speisestärke
Schalenabrieb von 1/2 Bioorange (Turbohausfrau: Biozitrone)
1 Prise Salz
4 Feigen (Turbohausfrau: 5)


Backrohr auf 220 Grad vorheizen.

Topfen, Eigelb, zerlassene Butter, Vanillezucker, 1 El Zucker, Speisestärke und die Zitronenschale schaumig rühren. Eiweiß mit etwas Salz steif schlagen, mit 1 El Zucker zu einer glänzenden Baiser-Masser weiterschlagen. Vorsichtig unter die Topfenmasse heben.

Feigen waschen, vierteln und in eine feuerfesten Form legen. Topfencreme über den Feigen verteilen. Ins vorgeheizte Rohr schieben.

Sobald das Gratin leicht gebräunt ist, servieren. Backdauer laut Rezept 10 - 15 min., bei mir 20 min.




Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: Für jede Person eine eigene kleine Gratinierform, in der man das Dessert auch gleich servieren kann, verwenden. Es schaut gar nicht schön aus, wenn man die weichen Feigen mit der Topfencreme auf Teller schaufeln muss. 

Montag, 10. Oktober 2011

Warmer Krautsalat

Passend zu meinen gestrigen Grammelknödeln kommt heute das Rezept für meinen warmen Krautsalat. Das ist wieder so ein Rezept, wo jede Familie wohl ihr eigenes hat. Und der Schuhbeck hat auch eines, das toll klingt, das werde ich wohl mal ausprobieren.


Zutaten für 4 Portionen:
1 Krauthappel von ca. 1 Kilo
1 EL Kümmel
10 EL Apfelessig
5 EL Rapsöl
2 TL Salz
1 TL Zucker
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
200 g Frühstücksspeck

Das Krauthappel halbieren, den Strunk herausschneiden. Das Kraut fein schneiden - wer eine Hobel hat, kann es natürlich auch hobeln. Die übrigen Zutaten bis auf den Speck in einem Topf vermischen, das klein geschnittene Kraut dazugeben, gut umrühren und zugedeckt auf kleiner Flamme dünsten. Vorsicht, dass nichts anbrennt! Wenn die gesamte Marinade aufgesogen sein sollte, kann man ein wenig Wasser zugießen, aber in der Regel gibt das Kraut genug Flüssigkeit ab, dass bei niedriger Temperatur nichts passiert. Wenn das Kraut gar ist, was ca. 45 min. dauert, den Speck in Würfeln schneiden und in einer Pfanne vorsichtig knusprig braten - eine Zugabe von Fett ist nicht nötig, wenn man den Speck auf kleiner Flamme röstet, denn der gibt noch genug Fett ab. Die Speckkrusterln unter den fertigen Krautsalat mischen und alles warm servieren. Kalt schmeckt der Salat übrigens total fad, also falls etwas übrig bleiben sollte, vor dem Essen noch einmal aufwärmen.


Passt hervorragend zu Knödeln aller Art (Grammelknödel, Fleischknödel, Speckknödel etc.), auch zu Blunzen- und anderen deftigen Gröstln. Dadurch, dass die Marinade völlig vom Kraut aufgesogen wird, legt man den Salat zum Servieren auch direkt auf den Teller, was ich normalerweise gar nicht aushalte, aber in diesem Fall muss das sogar so sein.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Grammelknödel

Tobias, den ich eher als Koch von mediterranen Gerichten kenne, hat in der letzten Zeit die österreichische Küche für sich entdeckt. Und als er dann ein Rezept für warmen Krautsalat mit Speck gepostet hat, war klar, was ich kochen muss: echtes Wiener Herzinfarktessen, das zu so einem Krautsalat gehört, nämlich Grammelknödel. Grieben heißen diese köstlichen Dinger wohl in Deutschland. Und das ist Fett in reiner Form: In größere Würfel geschnittenes Schweinefett, so richtiges ohne Fleischanteil, wird bei kleiner Hitze ausgelassen, bis sich hellbraune Würfeln bilden, die Grammeln. Der Rest ist Schmalz.
Theoretisch weiß ich zwar, dass das so geht, praktisch bin ich aber doch zu faul und habe die Grammeln fertig gekauft.


Für 8 Grammelknödel (4 Portionen)

Fülle:
200 g Grammeln
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer, Majoran

Knödelmasse:
1/2 kg mehlige Erdäpfeln, geschält und in Salzwasser gekocht
200 g griffiges Mehl
2 Eier
50 g Grieß
Salz



Die gekochten Erdäpfeln noch heiß durch die Presse drücken, ausdampfen und überkühlen lassen. Mit den anderen Zutaten zu einem Teig verkneten. 1/2 Stunde rasten lassen.

In der Zwischenzeit die Fülle zubereiten: Die Grammeln grob hacken, auf kleiner Flamme sanft anrösten. Die klein geschnittene Zwiebel und den fein gehackten Knoblauch mitrösten. Salzen, pfeffern und mit Majoran abschmecken. Auskühlen lassen.

Salzwasser zum Kochen bringen.

Den Teig zu einer Rolle formen, in 8 gleich große Stücke teilen. Jedes Teigstück zu einer Flade drücken, jeweils ca. 1 EL von der Grammelfülle in die Mitte der Flade geben, Knödel formen und ins siedende Salzwasser gleiten lassen. 15 min. ganz sacht simmernd garen.

Mit warmem Krautsalat servieren.



Samstag, 8. Oktober 2011

Matjestatar

Tatar oder Tartar, das ist hier die Frage - nein, Blödsinn, ist es nicht, weil Hauptsache, es schmeckt gut!
Und falls es jemanden interessiert, wie man es schreibt: Benannt wurde es nach den Tataren, denen man nachsagt, sie hätten ihr Fleisch unter den Sätteln mürbe geritten und roh gegessen. Dass so viele Leute Tartar schreiben, kommt wahrscheinlich daher, dass die englische und französische Schreibweise "steak tartare" da hineinspielt.

So als Binnenländerin hat man ja keinen wirklichen Bezug zu Nordseeshrimps oder Matjes. Wenn ich Freundinnen aus Deutschland schwärmen höre, wie sie als Kind am Strand gesessen sind und die Krabben aus den Schalen gepult haben, oder wenn sie sich ein Matjes-Brötchen machen - einfach ein Matjesfilet und ein bissl Zwiebel auf's Brot, fertig -, dann konnte ich das bis jetzt nicht so wirklich nachvollziehen. Aber zum Glück gibt es ja Matjes in allen möglichen Varianten auch bei uns zu kaufen. Und nun habe ich als Vorspeise einmal Matjes-Tatar gemacht - auch ganz schlicht, nach den Anweisungen einer begeisterten Nordsee-Urlauberin.

Zutaten für 4 Vorspeisenportionen:
2 Matjes-Doppelfilets natur
1 Schalotte
1 Essiggurkerl
2 Radieschen

Alle Zutaten werden fein gehackt und gut vermischt. Mindestens eine Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen. Man kann - wie in meinem Fall - das Tatar auf Baguettescheibchen servieren oder auf Pumpernickel oder mit Erdäpfelpuffern. Bei den Erdäpfelpuffern das Tatar aber nicht drauf legen, sondern dazu servieren.

Freitag, 7. Oktober 2011

Elfes Wagenrad-Cookies

Kennt ihr das auch? Da gibt es Leute, die sind total schlank, sodass man sich denkt, die ernähren sich von Petersilie und sonst nichts. Und dann kriegt man so nach und nach mit, was die alles reinhauen können! Da werde ich immer blass vor Neid. Genau so ein Fall ist die liebe Elfe, die wirklich elfenhaft aussieht. Kennengelernt habe ich sie bei Conny - das ist auch genau so eine - bei einem Pralinenworkshop. Wie könnte es auch anders sein ... Und Elfe hat mir ein Cookie-Rezept verraten.



175 g Butter mit 140 g Zucker schaumig rühren, 175 g Frischkäse und 200 g Ovomaltine Crunchy-Creme dazugeben. 320 g Mehl, 1 Packung Vanillepuddingpulver, 3 TL Weinsteinbackpulver und 100 g gehackte Mandeln unterheben. Kleckse auf Backpapier setzen und bei 170° C 15 Minuten lang backen.

Die Cookies laufen ganz arg auseinander, daher habe ich nur 4 Stück pro Backblech gemacht. Insgesamt wurden es 12 Stück. Es sind übrigens keine Knusper-Cookies, sondern schön kuchenmäßig-weiche.



Und die Cookies schmecken genau so, wie das Rezept klingt: einfach nur toll!

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Scharfer Feigensenf

Nun bin ich letzten Samstag wieder zu meinem Lieblingsfeigenlieferanten, dem Feigenhof gepilgert und musste feststellen: Ostblockmentalität hat dort Einzug gehalten. Am Vortag hatte ich noch angerufen, ob ich am nächsten Tag um Feigen kommen könnte, mir wurde gesagt, ja, ja, wären genug da. Am Samstag dann mein Erstaunen: Pro Person wurde nur ein Kilo Feigen abgegeben. Und dazu ein Kilopreis von 11,- Euro. Ich muss überdenken, ob das tatsächlich mein Lieblingsfeigenlieferant bleibt.

Die Ware war schön, allerdings waren die Feigen in der Größe wild gemischt. Das war nun kein Drama, weil ich wollte einerseits Feigensenf machen, da werden die Feigen püriert, und dann noch einen Salat, bei dem die Feigen ganz klein zerschnipselt werden. Auf Feigenmarmelade werde ich auf Grund der Rationierung dieses Jahr verzichten.


Zutaten:
1/2 kg Feigen
2 EL Senfpulver
1 TL Piment la Vera Picante
1 daumengroßes Stück Ingwer, geschält und fein geraspelt
250 g Gelierzucker 2:1



Die Feigen waschen, die harten Stiele entfernen, die Früchte pürieren. Alle anderen Zutaten dazugeben, einige Minuten sprudelnd kochen, dann in vorbereitete sterilisierte Gläser mit Schraubverschluss füllen. Gläser auf den Kopf stellen und mindestens 20 Minuten so stehen lassen - wobei ich eigentlich keine Ahnung haben, woher diese 20 Minuten kommen. Ich mache das schon immer so, aber kann sein, dass auch kürzer reicht oder man den Senf auf dem Kopf stehend auskühlen lassen sollte ... Hm, falls jemand eine Idee hat, wie sich das mit dieser Zeit verhält, dann immer her damit.

Auf jeden Fall reicht die Menge für 3 Gläschen à 200 ml.
Der Feigensenf passt ausgezeichnet zu Käse.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Pizza - das wird noch was!

Bisher hatte ich ja immer ein gewisses Problem, eine runde Pizza hinzukriegen - meine unkonventionelle Lösung war, diesen Fleck dann einfach Flammkuchenpizza zu nennen. Aber schön langsam nimmt die Pizza bei mir die entsprechende Form an! Den Trick habe ich mir von Claudia Schmidt abgeschaut: Sie rollt beim Flammkuchen die Ränder nach unten ein, um einen etwas höheren Rand zu bekommen. Und diese Methode habe ich mir zu Nutze gemacht!


Zutaten für 2 Personen:
250 g glattes Mehl
1/2 TL Salz
1 Prise Zucker
1/2 Würfel Germ
4 EL Olivenöl

Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. Zucker und Germ mit 150 ml handwarmem Wasser verrühren, bis sich beides aufgelöst hat. Ins Mehl einarbeiten. Olivenöl dazu und alles zu einem glatten Teig ordentlich verkneten, zu einer Kugel formen und zugedeckt mindestens eine halbe Stunde gehen lassen - man kann Germteig auch am Vortag zubereiten und im Kühlschrank ganz langsam aufgehen lassen.

Backrohr auf 250 Grad vorheizen - ich habe einen Pizzastein, also heize ich das Rohr eine Stunde lang auf, damit der Stein durch und durch heiß wird. Nur mit Backblech reicht es, wenn man das Rohr vorheizt, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist.

Den Teig noch einmal zusammenkneten, dann einigermaßen rund ausrollen. Die Ränder nach unten einrollen, dadurch ergibt sich automatisch eine einigermaßen runde Form. Geschirrtuch drüberlegen, noch einmal 10 min. gehen lassen.



Der Belag war hier denkbar schlicht: Wieder einmal ein Glas meiner Ofenparadeiser als Pizzasoße, darauf in Scheiben geschnittenen Büffelmozzarella. 10 min. auf Backpapier backen - das erleichtert das Rein- und Rausschieben der Pizza aus dem Backofen und das Reinigen des Pizzasteins entfällt vollkommen.


Oben drauf kamen dann nur mehr ein paar zerzupfte Blättchen Basilikum. Mehr braucht's manchmal nicht!

Dienstag, 4. Oktober 2011

King Prawns vom Grill mit Salsa

Noch einmal durfte am Wochenende der Grill glühen - was für ein Altweibersommer! Wir haben im September eigentlich jedes Wochenende gegrillt, so eine Saison hatten wir schon sehr viele Jahre nicht. Unser neuer Grill hat sich wirklich bezahlt gemacht. Und nachdem es nun wahrscheinlich wirklich der Abschluss der Grillsaison war, durften supergroße Garnelen vom Naschmarkt mit nach Hause. Dazu wurden Ciabatta-Scheiben auf dem Grill aufgebacken und ich habe eine kleine Salsa gezimmert. Schlicht, einfach und umwerfend gut!



Grill zum direktgrillen vorbereiten.
Garnelen vom Darm befreien, salzen und pfeffern.
Ciabatta in Scheiben schneiden.

Für die Salsa eine gewürfelte Schalotte mit einer in Scheibchen geschnippelten Knoblauchzehe in Olivenöl anschwitzen. Mit 1/8 l Weißwein aufgießen und einkochen lassen. In der Zwischenzeit 2 schön reife Paradeiser über kreuz einschneiden, kurz in kochendes Wasser legen, abschrecken, häuten. Kerne und Matsch aus dem Inneren der Paradeiser herausholen, das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden, zu dem Wein-Zwiebel-Gemisch geben, salzen, pfeffern, mit ein wenig Chili würzen.


Die Garnelen auf jeder Seite 2 Minuten grillen, Ciabattascheiben auch gleich mit grillen. Und das war's auch schon. Fertig ist ein tolles kleines Essen.

Montag, 3. Oktober 2011

Quinoa-Reis-Salat

Wie die liebe Frau Salzkorn heute geschrieben hat, findet man in meinem Blog das eine oder andere Ottolenghi-Rezept. Damit hat sie sehr recht. Und ich blogge nicht nur seine vegetarischen Rezepte, sondern auch andere - hier zum Beispiel ein leckerer Süßkartoffel-Calamari-Salat. Etliche Rezepte übersetze ich selber, so wie das Shakshuka-Rezept, was dann auch mal zu einem Kuddelmuddel führt, weil mein Wörterbuch mir ein Gewürz falsch übersetzt hat. Ich bin gespannt, was ich beim heutigen Rezept wieder verbrechen werde, das ist nämlich auch selber übersetzt aus der Rezeptsammlung des Guardian. Wer lieber selber übersetzt, hier ist der Link: Just Super.
Ich mag auch andere Köche sehr gern und habe jede Menge Kochbücher hier herumstehen, aber der Ottolenghi kocht halt schon recht speziell und die Sachen schmecken mir fast alle gut.
Herr Ottolenghi und ich haben normalerweise immer ein Mengen-Angaben-Problem, bei diesem Rezept war es anders, dieses Mal waren die Kochzeiten extrem unterschiedlich. Laut Ottolenghi hat der Rote Carmague-Reis eine Kochzeit von 22 Minuten, auf meiner Packung sind 40 - 50 Minuten angegeben und diese Zeit hat dann auch gestimmt. Also am besten selber auf der Packung nachschauen, vielleicht gibt es ja eine rote Reissorte, die nur so kurz braucht.

Irgendwie bin ich heute in Plauderlaune, daher noch ein paar Worte zu Quinoa. Es gehört zu den Pseudogetreidesorten, stammt ursprünglich aus Südamerika, ist in der veganen Küche ein wertvoller Eiweißlieferant und auch sonst sehr gesund. Lediglich der Bestandteil Saponine ist weniger erfreulich. Diese befinden sich zwar nur in der Schale, die ohnehin ungenießbar ist und daher entfernt wird, aber es können noch Spuren davon an den Körnern haften. Das ist auch der Grund, warum man Quinoa immer vor dem Kochen gründlich in einem Sieb waschen soll. Für Erwachsene sind Saponine zwar kein Problem, im Gegenteil, sie können sogar Cholesterin senken, allerdings können Saponine bei Kleinkindern die Blutzellen schädigen. Nichtsdestotrotz ist Quinoa sehr reich an Aminosäuren und deswegen gesund. Und es ist nicht nur gesund, sondern schmeckt auch ausgezeichnet.
Hier noch der Wikipedia-Link: Quinoa

Zutaten für 2 Portionen:
100 g Quinoa
100 g Roter Camargue-Reis
1/2 Zwiebel, geschält und in Scheiben geschnitten (Turbohausfrau: 1 Tropea-Zwiebel)
3 EL Olivenöl, plus etwas mehr zum Braten
Zesten von 1 Orange
Saft von 1/2 Orange
1 TL Zitronensaft
1/2 Knoblauchzehe, zerdrückt
2 Frühlingszwiebeln, in dünne Scheiben geschnitten (Turbohausfrau: rote Frühlingszwiebeln)
50 g getrocknete Marillen, grob gehackt
30 g Pistazien, leicht geröstet und grob gehackt
20 g  Rucola (Turbohausfrau: 30 g)
Salz, Pfeffer

Salzwasser in zwei Töpfen zum Kochen bringen. Quinoa in einem Sieb gut durchspülen. Quinoa und Reis getrennt in den Töpfen kochen. Bei mir hat Quinoa 15 Minuten gebraucht, der Carmague-Reis 50 Minuten, bei Ottolenghi Quinoa 13 Minuten, Carmague-Reis 22 Minuten. Am besten auf den Packungen nachschauen und sich danach richten! Nach dem Kochen die Körner kalt abspülen.

Während die Körner kochen, Zwiebel in etwas Olivenöl sacht anbraten. Abkühlen lassen. Rucola waschen und trockenschleudern.

In einer Schüssel die gekochten Körner mit all den anderen Zutaten und der Marinade gut vermischen. Bei Zimmertemperatur servieren.


Schmeckt hervorragend und ist ein toller Salat für diesen Altweibersommer: Salat machen und dann raus auf Balkonien, in die Sonne setzen und genießen.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Antidepressionsbrownies

Noch haben wir ja Traumwetter, aber dennoch kommt sie bald wieder, die Jahreszeit, in der uns die Sonne arg abgeht. Spätestens seit dem äußerst unterhaltsamen Buch "Sonne, Sex und Schokolade" wissen wir, was uns glücklich macht - wobei der Titel anderes verspricht als der Inhalt dann verrät. Aber Hobbyköche freuen sich in der Regel ja auch, wenn sie erfahren, wie Koffein wirkt oder das angeblich strengstens gehütete Coca Cola-Rezept lautet. Also bitte unbedingt lesen!
Für Sonne und Sex müsst ihr alle selber sorgen, aber bei der dritten Komponente kann ich mit diesen Brownies nachhelfen - 400 g Schokolade in einem Kuchen! Wenn das nicht hilft, dann weiß ich auch nicht. Und in jedem Fall bringt man nicht mehr als ein Stück davon runter, so mächtig sind die Brownies durch den hohen Schoki-Anteil. Also quasi ein Rezept zum Abnehmen ... *hust*


Zutaten für eine Form ca. 33 x 23 cm:

400 g Schokolade - am besten Zartbitter mit Kakaoanteil über 70 % nehmen
200 g Kristallzucker
100 g Butter
1 Glas Weichselkompott (=Sauerkirschen), ca. 350 g netto
4 Eier
1 Becher (150 g) Creme fraîche
100 g Mehl glatt
1/2 Weinstein-Backpulver
1 Prise Salz
1 Bogen Backpapier


Backrohr auf 180 Grad vorheizen.
Die Form mit Backpapier auslegen.


Ca. 1/3 der Schokolade in Stücke hacken und zur Seite stellen, die restliche Schoki in grobe Stücke brechen und im Wasserbad schmelzen. Wenn die Schokolade schon ziemlich geschmolzen ist, die Butter zugeben und mit schmelzen. Die Masse ein wenig überkühlen lassen.
In der Zwischenzeit Mehl mit Backpulver versieben, Salz unterrühren. Weichseln in einem Sieb gut abtropfen lassen.
Creme fraîche mit der Schoko-Butter-Masse verrühren. Die Eier mit dem Zucker gut schaumig schlagen, vorsichtig in die Schokolademasse einrühren. Die Mehlmischung unterheben. Ganz zum Schluss Weichseln und Schokostücke vorsichtig einmengen.
Die Masse in der mit dem Backpapier ausgelegte Form verteilen und ca. 50 min backen.




Brownies bäckt man mit Backpapier in der Form, da sie nicht flauschig-flaumig sein sollen, sondern deftig-schokoladig, daher würden Brownies in einer Form, die nur mit Butter ausgestrichen und mit Mehl bestäubt ist, hoffnungslos picken bleiben. Und weil Brownies so schön schokoladig-weich sind, funktioniert die Methode: "mit dem Messer in den Kuchen stechen - bleibt das Messer sauber, ist der Kuchen gar" auch nicht, weil immer ein wenig Schokolade auf dem Messer bleibt. Das muss man bei Brownies mit den Fingern an der Oberfläche erfühlen. Wenn die Oberfläche elastisch auf Druck nachgibt, sind die Brownies fertig.

Samstag, 1. Oktober 2011

Gegrillter Lammlungenbraten auf mediterranem Gemüse

So ganz habe ich noch nicht durchblickt, wie das in Deutschland mit der Benennung der Fleischteile vom Lamm funktioniert. Lungenbraten gibt's da ja wohl gar nicht, egal von welchem Tier, also weiß ich nicht, wie ihr diesen Teil dann nennt. Bei uns ist Lammfilet das ausgelöste Karree, also vom Rücken, und dann gibt es noch diese wunderbaren kleinen Stücke, das ist der Lungenbraten. Es ist so ziemlich das zarteste Stück vom Lamm und ich habe bisher schon Hemmungen bei der Zubereitung gehabt, weil so ein winziges Stück Fleisch durch und durch rosa hinzukriegen, das schaffe ich nicht so ohne weiteres.
Zuputzen muss man es ganz vorsichtig, alle Häutchen abziehen, ohne gleich etwas von dem zarten Fleisch mitzunehmen. In diesem Fall habe ich Rosmarinzweige bis auf das vordere Büschel von den Nadeln befreit, unten zugespitzt  und dann das Fleisch darauf aufgespießt.


Den Grill zum Direktgrillen vorbereiten.



Das Gemüsebett habe ich denkbar einfach zubereitet: 1 mittelgroße Melanzani in Würfelchen schneiden, in Olivenöl anschwitzen. Dann ein Glas von meinen Ofenparadeisern dazugeben. Die Ofenparadeiser haben schon Kräuter und Knoblauch drinnen, also braucht es nur mehr einen einen Teelöffel Honig und einen halben Teelöffel Espelette, einem wunderbar milden Chili, der den Geschmack hebt, aber die ganze Angelegenheit nicht feurig macht.
Soße ein wenig einköcheln lassen.


Der Lammlungenbraten kommt dann nur noch für insgesamt drei Minuten auf den Grill, während dieser Zeit auf alle Seiten drehen. Und ein wunderbares kleines Essen ist fertig. Dazu nur ein Stück Brot zum Auftunken der Soße, mehr braucht's nicht.


Test: jaaa, hat geklappt! Durch und durch rosa!