Montag, 27. August 2012

Feta-Chili-Dingsda

Am Samstag waren wir auf einem Fest eingeladen. Es waren auch alte Bekannte dort, die wir schon länger nicht mehr gesehen hatten und die, wie ich aus Schilderungen vorher gehört hatte, eine absolute Traumwohnung bezogen hatten. Natürlich wollte ich beim Wiedersehen gleich wissen, wie es ihnen denn in der neuen Wohnung geht. Sagten die ganz lapidar: "Ja, eh."
Öhm, ich war leicht erstaunt und wollte wissen, was denn nicht passen würde. Dann wurde ich aufgeklärt: Das ist nicht mehr en vogue, Begeisterung zu zeigen. Der gstandene Wiener sagt also, wenn er restlos begeistert ist, "ja, eh." Ganz was anderes ist es, wenn man sagt: "Geht so", das ist dann nämlich was ganz Schlechtes.
Hm ... Ich muss an meiner Ausdrucksweise wohl noch arbeiten.

Lemon Drop - sogar ein bissl zu reif, denn nach dem Farbumschlag von grün auf gelb folgt noch einer von gelb auf rot; erntereif sind die Lemon Drop, wenn sie gelb sind

Seit einem Jahr gibt es bei uns in der warmen Jahreszeit immer wieder ein Standardgericht, eben dieses Feta-Chili-Dingens. Gesehen hatte ich dieses Nigel Slater-Rezept bei German Abendbrot und gleich beim ersten Mal probieren war ich ganz begeistert  dachte ich: "Ja, eh". Und daher gibt es das nun immer wieder, weil sowohl Chili als auch Paprika gerade reif sind. Noch dazu ist es im Nu fertig, was ja auch kein Fehler ist.

Schokopaprika - die sind reif, wenn der Farbumschlag von grün auf braun erfolgt ist; wartet man noch länger, werden auch sie rot.


Und nun die Bildergeschichte vom Feta-Chili-Dingsda:
2 Schokopaprika und 2 Lemon Drop (Original sind es nur 3 Chilis), jeweils entkernt und in Streifen geschnitten, mit 3 zerkleinerten Frühlingszwiebeln in Olivenöl andünsten. Alles miteinander dünsten, bis die Gemüse schön weich geworden sind. Gemüse zur Seite schieben und ein Stück Feta (ca.100 g) in die Pfanne legen. Gemüse drüberschaufeln, Hitze zurückdrehen und den Käse ein paar Minuten erwärmen. Nicht komplett schmelzen, weil man muss den ja auch noch irgendwie aus der Pfanne heben können.

Ein Weckerl aufschneiden, Käse samt Gemüsemischung auf das Weckerl heben, mit zerpflücktem Koriander bestreuen.

Weckerl zuklappen, reinbeißen und wienerisch denken: ja, eh.




Mein August-Beitrag zur Cucina rapida.

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Kommentare :

  1. bei uns heißt das "eh nicht schlecht" und ist ebenfalls höchstes Lob. Also: eh nicht schlecht! :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Na dann werden wir uns ab jetzt nur mehr emotionslose Flosklen um die Ohren schmeißen. ;)

      Löschen
  2. Ahhh, mir geht ein Licht auf! Ich bin immer beleidigt, wenn jemand zu mir sagt, dass mein Essen 'eh gut ist'. Hab immer gedacht, woher diese Überraschung, ich koch doch eh immer gut, oder?
    Dabei ist das ein Kompliment! haha. na, Scherz beiseite...

    Hab seit 3 Jahren Lemon Drop, die sind mir aber noch nie rot geworden. Und 2 davon kann ich unmöglich in so ein Dingsda reinschnippeln. Die sind nämlich höllisch, höllisch scharf (und wir essen gern scharf).
    Zufällig liegt gerade noch Feta im Kühlschrank (immer diese genialen Zufälle) und die restlichen Zutaten wachsen neben den Lemon Drop im Garten, ja auch die Schokopaprika (die hab ich übrigens gerade in Hülle und Fülle und vor ein paar Tagen zu ganz köstlichen gefüllten Paprika verarbeitet. Das Dingsda gibt es also entweder heute noch oder gleich morgen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Haben wir da dieselbe Chili-Sorte? Ich geh gleich mal googeln.
      Scharf sind die tatsächlich. Die Lemon Drop und ein paar ärmliche Peri Peri sind die einzigen Chili, die dieses Jahr beir mir scharf geworden sind. Sonst Langeweile allerorts.

      Bin schon gespannt, wie dir das Chili-Dings schmeckt. Ich find es wirklich toll - ääähhhh - ja, geht eh so. ;)

      Löschen
    2. und? was rausgefunden?
      bin mir sicher, dass es Lemon Drop sind, hab sie so gekauft, sehen genauso aus und schmecken auch ganz leicht zitrusartig.

      Ich hab auch immer Gelbe Kirschen, auch sehr scharf, nur viel kleiner. Sehr praktisch, wenn man nicht viel braucht. Höllisch scharfe Scotch Bonnet. Und leider gar nicht scharfe, dafür umso hübschere Black Hungarian. Jalapenos sind nix geworden und Joes Long nehm ich zum einlegen.

      Ähm ja,das wars ;)

      Löschen
    3. Jepp, es dürfte sich um einen Irrläufer handeln bei mir. Ich habe meinen Samenhändler angemailt und ihm geschrieben, er soll man das Foto hier anschauen. Er meint, eigentlich schlägt bei Lemon Drop die Farbe nicht um.
      Mal schauen, ein paar Samen habe ich ja noch für die kommende Saison. Ich werde diese Chili auf jeden Fall wieder anbauen, denn bis auf den Farbumschlag ist sie wirklich wie eine Lemon Drop, unkompliziert, sehr ertragreich und angenehm scharf.
      Black Hungarian sind aber Paprika, oder? Die hatte ich auch schon einmal, glaub ich.

      Löschen
    4. laut Internet mittelscharfe Chilis, meine schwarzen Ungarn sind allerdings immer sehr schwach scharf.

      vielleicht wär es gar nicht so schlecht, wenn mein Lemmis auch rot werden würden, vielleicht wären sie dann auch 'nur' angenehm scharf!

      Löschen
    5. Ah, okay, da habe ich dann was anderes gemeint. Ich hatte einmal schwarze Paprika, die wirklich Schärfe Null hatten.

      Die Lemon Drop sollen laut Internet Schärfe 7 haben, das kann ich noch aushalten. Ich kenne eine Frau, die hat sich Lemon Drops immer mit Frischkäse gefüllt, mit Speck umwickelt, gegrillt und so gegessen. o.o Wie man das macht, ohne laut schreiend durch die Gegend zu rennen, weiß ich allerdings nicht.

      Löschen
    6. Phu, manche haben anscheinend null Schmerzgrenze. na da bin wohl noch (lange) nicht angelangt...

      So, heute Feta-Chili-Dings probiert und für sehr gut befunden. Etwas Mangold ist bei mir noch hineingewandert, der nimmt gerade Überhand im Garten...

      Löschen
    7. Wie das mit nicht vorhandenen Schmerzgrenzen so ist, haben wir einmal in Diamante gesehen, wo jährlich ein Pepperoncino-Festival ist. Nicht einmal zuschauen konnte ich, wie die Leute die teuflischsten Chilis gegessen haben, ohne mit der Wimper zu zucken. *grusel*

      Freut mich, dass das Dings dir geschmeckt hat. Ich koche heute auch Mangold - allerdings selbst gekauft und nicht selbst gezogen.

      Löschen
    8. Du glaubst gar nicht wie gut sich selbstgekauft für mich anhört. Ich liebe meinen Garten über alles, aber die wiener Märkte fehlen mir sehr! Schnell am Rochusmarkt, Karmelitermarkt oder Naschmarkt vorbeihüpfen und mit gefüllten Taschen voller Köstlichkeiten heimkommen. So schön, seufz

      Löschen
    9. Da hast du recht, das ist schon was Tolles. Wobei ich beim Münchner Viktualienmarkt schon gestaunt habe, wie viel größer dort die Vielfalt ist. Davon können wir hier nur träumen!

      Löschen
  3. Wenn des Weckerl net guat ausschaut!!! - in Bayern tät man als größtes Lob sagen: "I nimm glei na oans"!
    LG Doris

    AntwortenLöschen
  4. Na bitte, so kannte ich das auch! Wart nur, diese Mode kommt sicher auch zu euch, dass man auch nur was ganz Langweiliges sagt. ;)

    Danke für das Lob. :)

    AntwortenLöschen
  5. Höchstes Lob im Hessischen: "Kann ma esse" :) Schön, dass ich Dich zum Nachkochen inspiriert habe. Ich LIEBE dieses Chili-Ding von Nigel Slater. Habe ihm das neulich getwittert u. er hat sich artig bedankt. Hach...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh! Das wäre ja fast ein Grund, mit dem Twittern anzufangen. ;)
      Ich hab das Dingsda im letzten Jahr schon oft gemacht und dieses Jahr wieder, weil es wirklich schnell und einfach geht und soooo gut schmeckt.
      Das Originalrezept ist jetzt ganz und gar verschwunden bei BBC, also müssen wir Blogger schauen, dass es am Leben erhalten wird.

      Löschen