Samstag, 25. August 2012

Hollerkoch einkochen

Letztes Jahr habe ich hier im Blog geschieben, dass Hollerkoch einwecken ein Projekt für dieses Jahr wird. Eigentlich hatte es so ausgeschaut, als würde das nichts werden, weil ich nur sehr wenig schönen Holler finden konnte. Der Turbohausmann hat mich rausgerissen, indem er sich aufs Fahrrad gesetzt hat und kreuz und quer durch die Gegend geradelt ist, um Holunderbeeren zu finden. Schlussendlich kam er mit einem prall gefüllten Plastiksackel nach Hause.

Vor allem konnte ich im Internet nirgends eine befriedigende Erklärung finden, wie man Hollerkoch haltbar macht. Nachdem ich per Mail und auch beim alten Posting Anfragen hatte, wie das geht, werde ich es nun Schritt für Schritt erklären.


Die Zutaten bleiben im Prinzip dieselben wie beim normalen Hollerkoch, nur habe ich gemahlene Gewürze verwendet.

1 kg Holunderbeeren
1/4 Kilo Zwetschken
1 kleine Birne
1 kleiner Apfel
1/2 TL gemahlene Gewürznelken
1 TL gemahlene Zimtrinde
1 Stamperl Rum

250 g Zucker, in 250 ml Wasser aufkochen und ein paar Minuten kochen lassen.

6 Einweckgläser à 290 ml


Die Holunderbeeren waschen, mit einer Gabel abrebeln. Nur ausgereifte Beeren verwenden. Die anderen Früchte auch waschen, die Zwetschken in kleine Stücke schneiden, Birne und Apfel habe ich mit der Börner Hobel in feine Stifte gehobelt.

Die Früchte mit den Gewürzen gut verrühren. Diese Mischung am besten mit einem Einkochtrichter in die Weckgläser einfüllen. Im Glas zusammendrücken. Den Zuckersirup gleichmäßig auf die Gläser verteilen. Die Gläser sollten mindestens halb voll sein mit Flüssigkeit. Zucker nicht einfach so in die Gläser streuen und Wasser dazugießen, sondern wirklich Sirup herstellen, weil es sonst passieren kann, dass die Zuckerkristalle sich nicht auflösen.

Die Dichtungen bis zu ihrer Verwendung in heißem Wasser lagern, ganz neue Dichtungen auskochen. Die Dichtungen auf den Deckel legen, dann den Deckel auf die befüllten Gläser stülpen, mit den Klammern fixieren.

In eine Strudelpfanne fingerhoch Wasser einfüllen. Die Gläser so hineinstellen, dass sie einander nicht berühren. Bei 160 Grad im Backrohr so lange erhitzen, bis in den Gläsern kleine Bläschen aufsteigen, dann noch 10 min. bei 150 Grad weiter garen. Rohr abschalten, Türe öffnen und die Gläser im Rohr auskühlen lassen. Wenn man die Gläser aus dem heißen Rohr herausnimmt, kann es durch das schnelle Abkühlen passieren, dass ein Glas bricht.



Klammern abnehmen und testen, ob die Deckel auch wirklich fest sitzen. Sicherheitshalber Milchreis kochen (1 Kaffeehäferl Milchreis unter ständigem Rühren mit 4 Kaffeehäferln Milch aufkochen, mit 2 EL braunem Zucker würzen, ca. 45 min. auf ganz geringer Hitze ausquellen lassen. Fertigen Milchreis in Schüsselchen füllen und mit Zimt bestreuen.) Hollerkoch, auf dem die Deckeln nicht halten, isst man gleich mit dem warmen Milchreis.



Eine alternative Methode ist, das Hollerkoch im Kochtopf zur gewünschten Konsistenz zu kochen und dann in Gläser mit Schraubverschluss zu füllen. Auf Grund des relativ geringen Zuckergehalts hält sich das Hollerkoch aber wahrscheinlich nicht sehr lange.

Kommentare :

  1. ich hatte letztes Jahr eine wahre Hollerschwemme........irgendwann hatte ich keine Idee mehr was ich noch machen sollte aber wegwerfen kam auch nicht in Frage............da hab ich den Holunder als Dunst eingekocht........dieses Jahr war ich froh drum weil ,was voriges Jahr zuviel war , war dieses Jahr zu wenig.Der Holunder ist total in Ordnung und nun kann ich deinen Holllerkoch ausprobieren.
    LG
    Martina

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    1. Als Dunst eingekocht? Das kenne ich wiederum gar nicht. Ich gehe sofort in deinem Blog stöbern, ob ich das Rezept finde!

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  2. Haste nicht gefunden gelle? Ich auch nicht :-)
    Ich war mir eigentlich sicher dass ich das schon mal gepostet hab. .....aber ich habs nur mal erwähnt......bei den Quitten dort sind auch Bilder wie so was aussieht.

    Das ist aber ganz einfach.......Gläser sterilisieren.....Obst einschichten bis zum Rand dabei gut drücken......dann verschliesen.
    Im Einkocher bei 90 Grad 90 min einkochen.
    Da die Gläser dann aber Auftrieb bekommen muss man sie beschweren, damit sie unten bleiben.Ich leg ein Kuchengitter über die Gläser und darauf einen schweren Stein.
    Die Gläser sind je nach Obst nur noch halb oder 3/4 voll dafür aber im eigenen Saft und somit noch füralles zu verwenden.Mach ich mit all meinem Obst so.
    LG
    Martina

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    1. Ja, genau, nicht gefunden. NIRGENDS gefunden! Dieses Rezept solltest du wirklich mal posten, weil es wohl eine Rarität ist.
      Einkocher! Pfff ... Hab ich doch nicht. Ich muss das im Backrohr machen.

      Das Obst ist dann sehr naturbelassen, oder? Was macht man denn mit Hollerdunst?
      Kirschen oder Marillen gehen sicher gut auf Kuchen, könnte ich mir vorstellen, aber Holunder hab ich grad gar keine Idee.

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  3. genau das Obst ist im eigen Saft aber nicht verkocht.....ich hab mich oben verschrieben ...es dauert 40 min.
    Mit dem Hollerdunst hab ich zB. Birnen Holler gemacht (einfache Birnen Holunder Marmelade)
    Man kann dieses Dunst Obst für alles weiterverwenden .Im Prinzip für alles was man auch mit gefrorenem Obst anstellen könnte.....nur kostet es keinen Platz im Tiefkühler.
    Mit posten wird dieses Jahr aber nix mehr da ich fast alles schon wieder verwertet habe........Dieses Jahr ist die Obsternte mehr als mager ausgefallen..........entweder haben mir die Vögel alles weggefressen oder die Blüten sind erfroren.
    Als Dunst gab es bei mir dieses Jahr Mirabellen, Stachelbeeren und zum ersten Mal hab ich Rharbarber probiert.
    LG
    martina

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    1. Danke für deine ausführliche Antwort!
      Nachdem ich ja nur eine Wohnung habe, habe ich leider auch für Eingekochtes nicht so viel Platz. Obst muss ich sowieso fast alles kaufen, was nicht gerade in der Wildbahn oder auf Balkonien wächst. Das ist halt der Nachteil am Stadtleben so ohne Haus und Garten. Dafür muss ich mir aber auch nicht den Kopf zerbrechen was ich mit der einmillionsten Zucchini machen soll. ;)

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  4. bei mir sinds gerade die Auberginen :-) und 10000000ste Tomate :-) Zucchinis hab ich im Griff.
    lg
    martina

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    1. *lach* Das kenne ich noch aus jungen Jahren: Ein Jahr eine Schwemme hiervon, im nächsten Jahr eine Schwemme davon. :D
      Zum Glück hat man dann ja wirklich mehr Lagerungsmöglichkeiten in einem Haus, sodass man viel einkochen kann.

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  5. Hi!

    Im Rezept steht 150g Zucker und drunter 250g Zucker und 250g Wasser zu Sirup kochen. Dann steht da noch Zucker nicht einfach in die Gläser streuen. Handelt es sich um einen Tippfehler bei den 150g Zucker in der Zutatenliste, oder wie jetzt? ^^ Naja ich machs jetzt nur 250g Zucker als Sirup und süße lieber den Hollerkoch nach als ihn picksüß zu haben ;-)

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    1. Oha! Ja, du hast recht, das stimmt so natürlich nicht. 250 g Zucker mit Wasser eingekocht, sonst kein Zucker.
      Danke, dass du mich drauf hingewiesen hast.

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