Freitag, 29. Juni 2012

Estragonsalat

Er kann schon kochen, der Jamie Oliver. Das zeigt sich in kleinen, fast unscheinbaren Gerichten wie diesem hier. Die Komposition der Geschmäcker passt einfach und zwar zu 100 %. Wenn ich etwas ändern sollte, ich wüsste nicht, was das sein sollte. Ich hab den Salat beim Suchen im Internet entdeckt, weil ich etwas gesucht habe, bei dem ich viel Estragon verbrauchen kann. Das Rezept klang ganz okay, aber das Ergebnis hat mich sehr verblüfft, weil es war dermaßen toll, wie ich es nicht erwartet hatte.

Wichtig: Der normale Ricotta, den man bei uns im Supermarkt bekommt, geht dafür gar nicht. Man braucht festen, bröseligen Ricotta. In Wien habe ich Glück, dass es den Signore Crupi gibt, denn der hat geräucherten Ricotta, der sich für diesen Salat bestens eignet. Die Konsistenz ist am ehesten mit Feta vergleichbar. Er hat durch das Räuchern eine Haut, die ich recht ledrig finde und die ich daher nicht für den Salat verwendet habe.


Zutaten für 2 Hauptspeisenportionen oder 4 Vorspeisenportionen:
2 große Schalotten oder 6 kleine, geschält und in sehr feine Scheiben geschnitten
6 EL guter Essig (Turbohausfrau: Rotweinessig, wahrscheinlich ist Weißweinessig besser, allein schon von der Optik)
4 große Hand voll frischer Estragon, Blätter abgestreift
1 Hand voll kernlose rote Trauben, halbiert
1 Hand voll kernlose grüne Trauben, halbiert
6 Esslöffel kaltgepresstes Olivenöl
Zucker, Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
200 g Ricotta

Die fein geschnittenen Schalotten mit (wenig!) Salz und Pfeffer würzen, zusammen mit Zucker und Essig 10 bis 15 min. marinieren lassen. Danach Estragon und Trauben in eine Schüssel geben, Schalotten und ca. die Hälfte vom Essig mit dem Olivenöl vermischen. Mit dem zerkleinerten Ricotta auf einen Teller geben, restliches Dressing drüberträufeln.









Noch ein Beitrag für Tobias' Kochevent "Estragon".

Kochevent- Mediterrane Kräuter und Gewürze - ESTRAGON - TOBIAS KOCHT! vom 1.06.2012 bis 1.07.2012

Mittwoch, 27. Juni 2012

Marillenkuchen aus dem Pfandl

Der Gartenblog macht wieder einmal ein Event, dieses Mal zum Thema Aprikosen. Hamma aber net in Wien. Ich hoffe, Marillen gehen auch. ;)

Auf jeden Fall geht sich das bei uns ganz knapp aus: Ich habe die ersten inländischen Marillen ergattern können. Ihr scheint in Deutschland da deutlich früher dran zu sein mit der Ernte.

Garten-Koch-Event Juni 2012: Aprikosen [30.06.2012]


Das Rezept habe ich wieder einmal bei BBC Good Food gefunden. Dort heißt es noch ganz elegant apricot upside down tarte, ich habe es ganz schnöde in Marillenkuchen aus dem Pfandl umgetauft, da der Kuchen in der Pfanne gebacken wird. Omapfanne! Wichtig! Der Stiel der Pfanne muss 200 Grad aushalten können. Und man tut gut daran, diesen Stiel ordentlich einzupacken, bevor man die Pfanne aus dem Ofen holt. Es macht sicher böse Brandblasen, wenn man das vergisst.

Neu war für mich bei diesem Rezept das "rubbing in".  Man kann das sicher mit einem ganz normalen 08/15-Mürbteig auch backen, aber ich finde es immer wieder spannend, neue Techniken auszuprobieren. Bei dem "rubbing in" wird ein Ei mit einem Löffel Wasser verschlagen. In der Küchenmaschine werden Mehl, eine Prise Salz und Butter verbröselt, dann wird bei laufender Maschine gerade so viel von dem Ei-Gemisch zugegeben, bis der Teig abbindet. Ich habe nicht einmal die Hälfte von dem Ei-Mischmasch gebraucht und hatte einen schönen Teig fertig. Im Rezept wird der Teig sofort verarbeitet, aber das passte nicht in meinen Zeitplan, also durfte er eine Stunde im Kühlschrank ruhen, was ihm nicht geschadet hat.





Teig:
235 g Mehl
1 Prise Salz
170 g kalte Butter
50 g Staubzucker
1 Ei mit 1 EL Wasser verschlagen

Karamell:
100 g Staubzucker
50 ml Wasser
55 g Butter

Ca. 1/2 Kilo Marillen

Eis oder Schlagobers zum Servieren
(Turbohausfrau: 1 EL gehackte Pistazien zum Drüberstreuen)



Backrohr auf 200 Grad aufheizen (keine Umluft). 

Teig wie oben beschrieben zubereiten.  Im Rezept wird er auf einem Blatt Backpapier ausgewalkt und kreisrund (passend zur Pfanne) zugeschnitten. Ich habe das wie immer freestyle auf der bemehlten Arbeitsfläche gemacht und dann in der Pfanne den überschüssigen Teig weggeschnitten. Wenn man das so wie ich macht, muss man allerdings aufpassen, dass die Karamell-Marillen-Masse schon einigermaßen überkühlt ist, sonst schmilzt der Teig durch die heiße Pfanne davon.

Aber so weit ist es noch nicht, erst Karamell herstellen:
Zucker und Wasser in der Pfanne schmelzen, ein paar Minuten köcheln lassen, bis die Masse sirupartig eingedickt ist. Dabei ununterbrochen Rühren, damit nichts anbrennt. 40 g Butter in die Karamell-Masse einrühren, Pfanne für ein paar Minuten zum Abkühlen auf die Seite stellen. In der Zwischenzeit Marillen waschen und entkernen. Mit der Schnittfläche nach unten in die Butter-Karamell-Mischung setzen. Mit dem Teig abdecken, die Teigkanten gut nach unten stopfen. Mit einer Gabel den Teigdeckel etliche Male einstechen. Die übrige Butter in Flöckchen draufsetzen, den restlichen Zucker über den Teig streuen. Ab ins Rohr und 30 min. backen. Wenn der Teig eine schöne hellbraune Farbe angenommen hat, ist der Kuchen fertig. An die Handschuhe denken, bevor man den Kuchen aus dem Rohr holt!

Kuchen ein paar Minuten abkühlen lassen, dann auf einen großen Teller stürzen. Achtung! Bei mir ist noch ein wenig Karamell aus der Pfanne rausgeronnen, daher sollte man den Teller wirklich groß wählen, damit einem der brennheiße Zucker nicht über die Hände rinnt beim Stürzen.

Ich habe noch gehackte Pistazien über den Kuchen gestreut, was ausgezeichnet gepasst hat. Wir haben zu dem warmen Kuchen eine Kugel Vanilleeis gegessen.




Manöverkritik: Ausgezeichneter Kuchen mit einem gar nicht bröseligen, sondern wunderbar saftigen Mürbteig.
Großes Aber: Man sollte den Kuchen gleich aufessen, also ladet euch Leute ein! Am nächsten Tag ist der Kuchen nur mehr das halbe Vergnügen, weil da ist der Mürbteig nicht mehr saftig, sondern aufgeweicht vom Karamell.

Montag, 25. Juni 2012

Küchenschabes Saté-Spieße mit Erdnusssauce

Zu meinen liebsten Blogs gehört der von der Frau Küchenschabe. Nur blöd: einmal reinschauen und ich muss schon wieder drei bis vier Rezepte abspeichern. Nun hab ich mir selbst auferlegt, damit das hier nicht ein vollkommener Backup-Blog wird, gibt es nur mehr ein Küchenschabe-Rezept pro Monat. Dieses Mal sind die fantastischen Satè-Spießchen dran: Schnell zu machen und schmecken hervorragend!



Für 2 Personen:
1 Hühnerbrust (Turbohausfrau: 4 ausgelöste Hendlhaxerln)
1 Knoblauchzehe, gehackt
2 cm frischer Ingwer, grob gehackt
1 TL Chiliflocken
1 TL Kurkuma
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Korianderkörner
1 TL Sesamöl
6 EL Sojasauce
1 TL brauner Zucker

Erdnusssauce:
2 Frühlingszwiebeln
3 EL Erdnussöl
1 TL Zitronengras, gehackt
125 g Erdnussbutter
1 EL grob gehackte, gesalzene Erdnüsse
250 ml Kokosmilch
2 EL Sojasauce
1 Habanero, fein gehackt (Turbohausfrau: 1 gehäufter TL Chilipaste von "Kim kocht")
Limettensaft
Salz



Alle Zutaten für die Mariande fein pürieren. Das Hühnerfleisch in lange, schmale Streifen schneiden und etwa 2 Stunden marinieren.
Für die Erdnusssauce die Frühlingszwiebeln samt Grün in Scheiben schneiden und in Öl weich dünsten. In einem Topf Erdnussbutter mit Kokosmilch, Sojasauce, Zitronengras, Erdnüssen und Chili auf kleiner Flamme gut verrühren. Die gedünsteten Frühlingszwiebeln unterrühren und mit Salz und Limettensaft abschmecken. Ich habe wie die Küchenschabe drei Esslöffel Limettensaft genommen.

Hühnerfleisch aus der Marinade heben, abtupfen und wellenförmig auf Holzspieße stecken. Wir haben die Spieße auf dem Holzkohlengrill auf beiden Seiten 4 Minuten gegrillt. Hühnerbrust geht sicher schneller, ich würde mal schätzen 3 Minuten pro Seite.
 
Dazu gab es ungesalzenen Jasminreis und Apfel-Minz-Raita (aus einem säuerlichen Apfel, einem EL gehackten Orangenminze-Blättern und zwei Schöpfern griechischem Joghurt).


Manöverkritik: Das wird sicher ein  Favorit, der immer wieder gekocht wird.

Samstag, 23. Juni 2012

Spaghetti mit Nordseekrabben und Thaibasilikum

Nun hab ich meinem Balkon ein ganzes Posting gewidmet und so viele meiner Sachen doch nicht gezeigt. Vor allem nicht den Turbohausmann, wenn er auf seinem hart erkämpften freien Platzerl auf der Liege liegt. Das ist nämlich jedes Jahr wieder eine Debatte, wenn ich meinen Bepflanzungsplan erstelle.
Ich plane ca. eine Million Töpfe mit ca. drei Millionen Pflanzen zu bestücken, dazwischen einen schmalen Gang, auf dem man sich durchschlängeln kann zwecks Unkraut zupfen, ernten etc.
Er: "Kriege ich dieses Jahr Platz für eine Liege?"
Ich: "Ist das wirklich notwendig? Wir haben doch eh nie Zeit, um faul herumzuliegen."
Er: "Ich würde aber gern auch einmal ausprobieren, wie das ist."
Ich: "Platz für den Grill reicht nicht? Kannst du davor sitzen und Bier trinken."
Er - verdreht die Augen.
Ich - krieg ein schlechtes Gewissen und plane um 20 Töpfe und 60 Pflanzen weniger.

 
Aber das hier ist ja bekanntlich ein Ess-Blog und kein Eheratgeber-Blog. Also back to topic!
Mein Thaibasilikum ist zwar keine Riesenpflanze, aber ich kann es einmal wöchentlich beernten und das scheint ihm eher gut zu tun als zu schwächen. Nun war wieder einmal Erntezeit und ich habe ein schnelles Rezept aus dem Ärmel geschüttelt.

Thaibasilikum


Zutaten für 2 Personen:

2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 Stängel Zitronengras (hab ich auch auf Balkonien, auch noch nicht fotografiert)
1 EL Olivenöl
250 ml Kokosmilch
150 g Nordseekrabben
1 Chili oder 1 TL Chilipaste (Turbohausfrau: Chilipaste vom "Kim kocht")
1 Hand voll Thaibasilikum, Blättchen abgezupft und grob gehackt
250 g Spaghetti
Salz

Das ist die Menge, die ich für 2 Personen genommen habe.


Wasser für die Nudeln zustellen. In der Zwischenzeit Knoblauch und Krabben in Olivenöl anschwitzen, gehackte Chili bzw. Chilipaste mitrösten. Den weißen Teil vom Zitronengras, also das kleine Knöllchen am unteren Ende erst flach drücken und dann ganz fein hacken, dazugeben. Mit der Kokosmilch aufgießen und reduzieren, bis die Sauce dickflüssig ist. Das Thaibasilikum kurz vor dem Servieren unter die Sauce mischen. Nudeln kochen und mit der Sauce vermengen.


Was es noch zu sagen gibt: Hervorragende Kombination, die man ruhig ordentlich scharf würzen kann.

Und weil es so schön schnell geht, darf mein Rezept bei der Cucina rapida dabei sein.

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Donnerstag, 21. Juni 2012

Balkonien

Es blüht, wächst und gedeiht, dass es eine Freude ist. Kräuter ernte ich schon seit 2 Monaten laufend. Alles andere ist erfreulich im Wachstum bzw. in Blüte. Die einzige Pflanze, die bei mir immer kränkelt, ist mein Liebstöckl, der leider auch Läuse hat und wahrscheinlich bald wieder rausfliegt, wenn das Neem nicht hilft.


Zitronenverbene
Lorbeer
Orangenminze
Marokkanische Minze - derzeit ziemlich gerupft, weil wir Tabouleh gegessen haben
Erdbeerminze - auch gerupft, weil sie in Erdbeermarmelade wandern musste
Immer mein Sorgenkind: Liebstöckl
Gurkenblüte - scheint eine gute Ernte zu werden
Paradeisblüte - auch die verspricht Gutes
Asiatische Salatmischung - wuchert wahnsinnig! Wird 3 x pro Woche beerntet.
Und nachdem der eine Salat nun groß genug ist, weiß ich, dass ich tatsächlich Namenia habe! Ich freue mich total!
Himbeerernte ist gerade voll im Gang
Noch eine Beere: Chilis
Kräuterchaos

Meine selbst gesäte Physalis kann sich noch nicht wirklich entschließen mit dem Durchstarten.



Neu gepflanzt sind die beiden Ribiseln, die heuer noch nicht tragen, aber die Erdbeeren drunter schon.



Weil jemand gefragt hat: Doch, es blüht auch ein bissi was bei mir. Daher stelle ich verspätet noch ein Foto dazu.




Und ich möchte gern wieder an Peggys Dauerevent über Balkonbewohner erinnern.

Dienstag, 19. Juni 2012

Spargeltarte mit Estragon

Ein paar Tage noch, dann ist es vorbei mit den Spargelfreuden. Aber ich muss sagen, man merkt es dem Spargel auch schon an, dass es dem Ende zugeht. Dieses Rezept musste ich aber unbedingt noch nachkochen, weil ich einerseits wieder mit einer Estragonflut kämpfe, andererseits stammt das Rezept von Nigel Slater, dessen einfache und dennoch immer sehr harmonische Rezepte ich schätze. Und es hat sich gelohnt, dass ich doch noch einmal Spargel gekocht habe: Es war ein sehr gutes Essen und ein bissi weniger Estragon habe ich auch.


Für den Teig:
90 g Butter
150 g Mehl (glatt)
1 Eigelb

Für die Fülle:
ca. 1/2 kg grünen Spargel
1/4 l Schlagobers
3 Eier (Nigel Slater nimmt nur 2)
5 buschige Zweige Estragon, davon die Blätter, grob gehackt
3 EL geriebener Pecorino
Salz
Turbohausfrau: eine Prise Muskatnuss und eine Prise Melange blanc


Butter und Mehl rasch zerbröseln, mit dem Eigelb zu einem Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, diese in Klarsichtfolie packen und im Kühlschrank eine halbe Stunde rasten lassen.

Backrohr auf 200 Grad vorheizen.
Den Teig dünn auswalken, in eine Tarte-Form legen, ein Stück Backpapier drauf, mit Trockenbohnen anfüllen und 15 min. blind backen.

In der Zwischenzeit den Spargel je nach Dicke 2 bis 4 Minuten in kochendes Salzwasser legen - der Spargel soll auf keinen Fall ganz gar kochen, denn er gart dann noch in der Tarte weiter. Nach dem Kochen eiskalt abschrecken, damit der Garprozess gestoppt wird.

Eier und Schlagobers miteinander verquirln, wenig Salz, Muskatnuss, Melange Blanc und Estragon einrühren. Da dann noch Pecorino oben drauf kommt, braucht es wirklich nur wenig Salz.

Die Bohnen samt Backpapier aus der Tarte heben. Backrohr auf 180 Grad drosseln.

Spargel auf den Teigboden legen - sehr elegant schaut es aus, wenn man den Spargel quasi wie eine Sonne legt, also die Enden nach innen, die Spitzen nach außen, aber mir persönlich wäre da zu viel Leerraum gewesen, daher habe ich den Spargel wenig elegant einfach verstaut. Die Eiermischung drübergießen, Pecorino oben drüberstreuen und noch einmal ins Rohr schieben. Bei mir waren 35 Minuten ausreichend, Nigel Slater bäckt die Tarte 40 Minuten.

Dazu passen Blattsalate.




Was es noch zu sagen gibt: Hat wirklich toll geschmeckt und zu den um diese Zeit schon nicht mehr ganz so elegant, sondern etwas rustikaler schmeckendem Spargel passend.



Das Rezept darf auch gleich beim Kochevent von Tobias mit dabei sein, denn er sucht Estragon-Rezepte.

Kochevent- Mediterrane Kräuter und Gewürze - ESTRAGON - TOBIAS KOCHT! vom 1.06.2012 bis 1.07.2012

Sonntag, 17. Juni 2012

Erdbeer-Basilikum-Roulade

Erdbeeren gehen wirklich mit vielen Kräutern: mit Ananassalbei, mit Estragon und auch mit Basilikum. Dieses Rezept hatte ich letztes Jahr bei foto e fornelli entdeckt und es kam auf die Nachkochliste. Und es bleibt defintiv auch in meinen Rezepten gespeichert, weil es einfach zu machen ist und super schmeckt.



Zutaten für 1 Biskuitroulade:
4 Eier
4 EL Zucker
1 Prise Salz
3 EL Mehl
3 EL Speisestärke

Für die Fülle:
4 Blatt Gelatine (Turbohausfrau: 3 Blatt)
2 unbehandelte Limetten (Saft und abgeriebene Schale)
50 g Staubzucker
8 Zweige Basilikum
250 g Topfen
250 g Erdbeeren
250 ml Schlagobers

Backrohr auf 200 Grad vorheizen.
Eier trennen. Eiweiß mit 1 Prise Salz steif schlagen. Eigelbe mit 4 EL Zucker schaumig schlagen. Mehl und Speisestärke mischen und zur Eigelbmasse sieben. Den Eischnee auf dreimal unterheben. Die Masse auf ein Stück Backpapier streichen und ca. 10 Minuten backen. Das Biskuit ist fertig, wenn man mit dem Finger draufstupst und sich die Masse elastisch und nicht mehr klebrig anfühlt.
Während der Teig bäckt, ein Stück Backpapier auf die Arbeitsfläche legen, mit Staubzucker bestreuen. Den Biskuitteig auf das gezuckerte Backpapier stürzen. Sollte der Teig sich nicht vom Papier lösen lassen, mit einem kalten, feuchten Tuch über die Rückseite des Backpapiers streichen. Die Biskuitrolade einrollen und gerollt auskühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten: Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Limettensaft und Limettenschale mit dem Staubzucker in einem kleinen Topf unter Rühren erhitzen. Eingeweichte Gelatine ausdrücken und in der erwärmten Mischung auflösen. Während diese Mischung abkühlt, die Basilikumblätter abzupfen und fein hacken. Mit dem Topfen und der Saftmischung gut verrühren. Eine halbe Stunde kühl stellen. Inzwischen die Erdbeeren waschen und in kleine Stücke schneiden. Schlagobers steif schlagen und mit den Erdbeeren unter die Topfenmasse heben.
Bisquit vorsichtig aufrollen und die Creme aufstreichen. Mindestens 2 Stunden kühl stellen. Vor dem Servieren die Roulade mit Staubzucker bestäuben.


Freitag, 15. Juni 2012

Irgendwie so was wie Hugo

Amika von Essen ohne Grenzen ist dieses Mal Gastgeberin im Kochtopf und hätte gern etwas Eisgekühltes - das war bis vor kurzer Zeit eine ziemliche Herausforderung in Wien, weil ich konnte mich gerade noch zusammenreißen und nicht die Heizung aufdrehen. Aber nun scheint das ja zu klappen mit dem Wetter, also kann ich doch etwas liefern, zur Abwechslung etwas Trinkbares und nichts Essbares.


Wir waren vor einiger Zeit im Collio essen, da habe ich vor dem Essen einen alkoholfreien Hugo getrunken. Und den habe ich nun versucht nachzubauen. Außerdem möchte ich gerne noch einmal daran erinnern, dass man unbedingt Holunderblütensirup ansetzen sollte - in Wien gibt es nur mehr ganz wenige Stellen, an denen man noch Hollerblüten findet. Also los! Jetzt oder es heißt wieder ein Jahr warten!





Jetzt stellt euch einfach mal das Ambiente von dem Foto links vor, angenehme Ruhe in einem riesigen Innenhof mitten in der Stadt, nur ein paar Vögel zwitschern, dazu ein lauer Abend, riesige Kübel mit großen Olivenbäumen, mit einem ganz lieben Menschen bei Tisch sitzen und nett plaudern und dann dieser eisgekühlte Hugo dazu, vor sich noch die Aussicht auf ein elegantes Essen.








Zutaten für große 2 Gläser:
1 Biolimette
2 Stamperl Holundersirup
1/8 l Tonic Water
0,3 l Mineralwasser (mit viel Sprudel)
Minzzweige
Eiswürfel


Von der Limette aus der Mitte Scheiben für die Deko herausschneiden, die verbliebenen Stücke auspressen, am besten direkt in einen Shaker hinein. Hollersirup dazugeben und alles mit den Eiswürfeln und zwei Zweigen Minze gut schütteln. In Gläser füllen, mit Mineralwasser und Tonic aufgießen. Mit Minze und Limettenscheiben dekorieren.



Ein nicht zu süßer Durstlöscher für laue Sommerabende. Ohne Sprudel schmeckt dieser Hugo übrigens ein bissl fad. Ich bin nicht so ein Sprudel-Fan, aber in diesem Fall ist der schon empfehlenswert.

Blog-Event LXXVIII - EISgekühlt (Einsendeschluss 15. Juni 2012)

Mittwoch, 13. Juni 2012

Frühling im Landhaus Bacher

Ab und zu geht die Turbohausfrau auch essen und das kann sie weitaus besser als kochen. Mit viel Glück wird sie auch einmal eingeladen und wenn sie es sich aussuchen kann, dann geht sie am liebsten ins Landhaus Bacher. Zu so einem Glückstreffer nehme ich euch nun mit.

Grüße aus der Küche
gebackene Schweinebauch-Pralinen







Vorspeisen
Allerlei vom Erdäpfel - leider kann ich mich an den genauen Namen nicht mehr erinnern.

mariniertes Bio-Eigelb
grüner und weißer Spargel, Schinkenwürze und Nussbuttermarinade



Zwischengerichte:

gebratener Langostino
Holunderblütencreme, eingelegte grüne Holunderbeeren,
Gurke & Boretschkresse   

Raviolo vom Tafelspitz
Spinat, Semmelkrenschaum, Daikonkresse und warmes Cidregelee

Forelle Müllerin
Frühlingslauch, Petersilienpüree, Zitrone und
braune Butter 

Hauptspeisen:

Kotelette vom Dry Aged Ox
Rindermark
geschmorte Urkarotte, Perlchampignons,
Senfkohl und Pfefferkartoffeln


glasierter Maibockrücken
wilder Broccoli, Brioche-Speckcreme, Johannisbeergelee
Armer Ritter mit Akazienhonig und Amarant  

Nachspeisen:

Scheiterhaufen
Cox Orange-Apfel, Milchbrot,
Walnussmark, Vanilleschnee und süßer Rahm 


Sorbet von Mara des Bois-Erdbeeren
Schneenockerl und Rharbarberaufguss


Die beiden letzten Fotos: Pagets Camembert mit Staudensellerie, Apfel- und Briocheeiscreme





Und noch einmal grüßte die Küche




Irgendwie fehlen mir immer noch die Worte. Ich versuche mal eine kurze Beschreibung:
Ich sah das Dry Aged Beef auf der Karte und wusste, das muss es sein, aber das war für zwei Personen. Lang musste ich nicht fragen, bis sich jemand gefunden hat, der mit mir gemeinsam dieses Fleisch gegessen hat. So kam ich zum ersten Mal im Leben in den Genuss von Dry Aged Beef. Es war wunderbar zart und hatte einen tollen Geschmack. Vor allem das Mark aus dem Knochen und das Fett am Fleisch waren umwerfend. Mein Mann, der sonst immer anfängt zu sezieren, wenn er Fett sieht, hat auch ganz verzückt die Augen verdreht.
Einer der Geschmäcker, der mich am meisten verblüfft hat, war der der winzigen Gurkenstückchen. Ich habe nachgefragt, wie so viel Geschmack an so ein winziges Gurkenstück kommen kann, es wurde mir gesagt, die Gurke sei in Nussbutter mariniert. Das muss ich demnächst einmal testen, wie das geht.
Meine ganz große Freude: Es gab Saftbegleitung zum Essen. Ich bin ja nicht so die begeisterte Weintrinkerin und bin mir bei solchen Essen dann blöd vorgekommen, wenn ich dazu am liebsten Wasser bestellt habe oder halt mit Muss ein bissl Wein getrunken habe, der an mich vollkommen verschwendet ist. Dieses Mal wurde mir zum ersten Mal eine passende Saftbegleitung angeboten: Zur Vorspeise gab es Apfelsaft mit Kresseschaum, der Saft aber gar nicht arg süß, der Kresseschaum so gut, dass ich um einen Löffel gebeten habe, um nur ja auch noch das letzte Futzelchen zu erwischen! Zum Langostino, bei dem die erwähnten Gurkenstückchen dabei waren, gab es Gurkensaft - aber was für einen! Zum Dry Aged Beef mit roter Urkarotte wurde ein genau so roter Karottenssaft serviert. Und zum Camembert, bei dem Staudensellerie mit im Spiel war, gab es Selleriesaft mit Schaum - leider habe ich vergessen, was für ein Schaum es war. Alle Säfte waren wenig süß, immer gut mit den jeweiligen Gerichten kommunizierend, und so dezent gewürzt, dass ich mir nie sicher war, welche Gewürze da eingesetzt wurden. Ich habe mit solchen Säften ja wirklich Null Erfahrung, weil ich ad hoc nicht wüsste, wo man so etwas sonst trinken kann.
Was auch erstaunlich war, war die Vielfalt an Kressesorten, die eingesetzt wurde. Mir war es ja schon immer ein Vergnügen, Leute von meiner ausdauernden Gartenkresse auf Balkonien, die mir leider diesen Winter erfroren ist, kosten zu lassen, weil nur selten jemand dieses Aussehen und den Geschmack in Einklang bringen konnte. Und dieses Mal war ich nun verblüfft, wie viele Kressesorten es noch gibt.
Der Service war wie immer perfekt. Die Dekoration des Lokals ist elegant und dezent, die Tischdekoration ebenso.
Ein winziger Wermuthstropfen war, dass die Weinbegleitungen von einem Lehrling einfach nur gebracht wurden und nicht präsentiert - aber wie schon geschrieben hat mich das weniger tangiert und meine Säfte wurden mir auch ausreichend beschrieben. Sogar die entsprechende Kresse wurde mir präsentiert bei dem Saft mit Kresseschaum.
Es war ein perfektes Essen.