Mittwoch, 20. Februar 2013

Lachs-Ceviche auf Lauch-Bett


Ich kann Essen flechten! Ha! Ab jetzt gibt es nur noch geflochtenes Essen. Oder so ...
Na jedenfalls ist bei mir kurzzeitig der Wahnsinn durchgebrochen und ich habe tatsächlich eine Lauch-Unterlage geflochten. Die ist nicht nur sehr schick geworden, sondern hat auch wunderbar zu der Ceviche gepasst.

Zuerst einmal zur Ceviche: Das ist eine südamerikanische Art, Fisch zu "garen". Er wird nicht wirklich gar wie gebratener oder gekochter Fisch, aber das Eiweiß verändert sich durch das Marinieren in Limettensaft, was man auch an der Farbe des Fisches sieht. Der Lachs wird viel heller, also sieht gegartem Lachs ähnlicher als rohem.
Wie immer, wenn man Fisch roh isst: Er muss frisch sein! Wirklich ganz frisch.

Zum Lauchbett: Das ist gar nicht schwer und dauert auch nicht lange. Man lässt dafür das Grüne vom Lauch kurz in Salzwasser aufkochen und schreckt dann eiskalt ab, um die grüne Farbe zu erhalten. Den Lauch in gleich breite und gleich lange Streifen schneiden.
Wichtig ist, dass man die Lauchsteifen, die in eine Richtung laufen, gleich so auf den Teller legt, dass sie optimal passen. An meinem Teller sieht man, dass sie auf einer Seite rausschauen, auf der anderen Seite zu kurz sind. Ist das Flechtwerk einmal fertig, ist das unverrückbar!
Natürlich hätte ich das jetzt schick anders fotografieren können, damit das nicht auffällt, aber vielleicht mag ja jemand aus meinen Fehlern lernen.

Man hat also die Streifen in eine Richtung vor sich auf dem Teller liegen. Dann fädelt man Streifen für Streifen wie beim Weben über bzw. unter die auf dem Teller liegenden Streifen. Der nächste Streifen wird dann anders herum drunter und drüber gelegt.

Germteig ist übrigens weitaus komplizierter zu flechten als dieses Webe-Dings hier. Also wer einmal einen Striezel geflochten hat, muss sich keine Gedanken machen, ob das auch klappen wird. Versprochen: Es wird!



Zutaten für die Ceviche für 2 Vorspeisenportionen:
200 g Lachsfilet
1 Bio-Limette
1 Prise Cayenne o. ä.
1 TL flüssigen Honig
Salz
Weißer Pfeffer (Turbohausfrau: Melange blanc)
1 Schalotte, fein gehackt

Für das Häubchen:
1/2 Becher Creme fraiche
1/2 Limette (nur Saft)
ein paar Chili-Fäden (ersatzweise ganz hauchdünn geschnittene Streifen vom Lauch)

ein paar Baguette-Scheibchen
Olivenöl

Den Lachs enthäuten, Haut dem Hund füttern, das Graue entfernen und auch dem Hund füttern, den Fisch in wutzikleine Würfelchen schneiden, mit Saft und Schale der Limette 15 Minuten im Kühlschrank marinieren. In der Zwischenzeit die Schalotte fein hacken. Creme fraiche mit dem Limettensaft gut verrühren.
Die Baguette-Scheiben in einer Pfanne mit ein paar Tropfen Olivenöl anrösten.

Lachs mit den übrigen Zutaten sehr gut verrühren. Einen Metallring auf das Lauchbett setzen, die Hälfte vom Lachs einfüllen und sehr gut festdrücken. Die halbe Creme fraiche-Mischung auf den Lachs streichen, ebenfalls andrücken. Ring abziehen, mit Chilifäden (alternativ Lauchstreifchen) dekorieren. Mit den Brotscheibchen servieren.

Den Lachs bitte nicht abtropfen lassen, sondern samt der Marinade anrichten. Die Marinade gibt auch dem Lauchbett geschmacklich den letzten Schliff.


Das war nun unglaublicherweise der 500. Beitrag in diesem Blog. Was bin ich doch mitteilungsbedürftig!

Gesehen habe ich die Lauchmatte in: "Maria Luisa kann nicht anders"

Kommentare :

  1. Herzlichen Glückwunsch zum 500er!
    Und Gratulation zu diesem perfekten Flechtwerk, das sieht ja wieder so gut aus, würd ich jetzt auch in der Früh verputzen!

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    1. Danke! Wobei ich auch finde, dass das wirklich ganz schick geworden ist - Eigenlob und so ... :)
      Fisch zum Frühstück kann ich nur ganz schlecht. Aber Frühstück finde ich meistens blöd.

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  2. Das schaut ja ziemlich elegant aus, das grüne Flechtwerk - ist das kompliziert zu essen, oder zerschneidet man das einfach? Ich muss das vorher wissen, denn wenn ich es für Gäste mache, und die plagen sich recht - so wie kürzlich bei meiner Ananas mit nicht entferntem Mark - dann ist mir das peinlich :-))

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    1. Das zerschneidet man ganz einfach und tunkt die runtergeschnittenen Stückerln in die Marinade ein. Schmeckt dann ganz fein!

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  3. Das ist wirklich mal Kunst :) Sieht toll aus!
    Wenn ich jetzt noch Lauch leiden könnte...

    Muss ich mir aber unbedingt ausdrucken, damit läßt sich bestimmt beim Besuch Eindruck schinden ;-)

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    1. Na wer weiß, auf welche Flecht-Ideen ich noch kommen werde, wo ich es nun endlich kann. :D

      Ja, es schaut auch in Natura elegant aus.

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  4. Herzlichen Glückwunsch zum 500.! Eigentlich flechtet man da ja Lorbeerkränze oder so was, aber wenn grad nur Lauch da ist...

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  5. Du bist ja ganz auf dem Flecht-Trip - aber den Gipfel hast du hiermit erreicht!!!
    Liebe Grüße mit großer Hochachtung,
    Doris

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    1. Wenn ich die Chili-Fäden flechten kann, dann habe ich den Gipfel erreicht. Dann höre ich auf mit dem Bloggen. :D

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  6. Wenn du dich an einem Thema festgefressen hast , dann aber richtig.......was kommt als nächstes :-) ???? in die Höhe flechten ???
    Übrigens ich hätte die Lauchmatte auf dem Teller noch rundgeschnitten ..:-)
    Spass beiseite .......wie lässt sich das essen?
    Ein Hingucker ist es allemal.
    LG
    martina

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    1. Der Vorschlag mit dem Lorbeerkranz kam ja schon und mein Lorbeer ist mittlerweile eh recht groß. :D

      Das muss man tatsächlich schneiden, damit man den Lauch essen kann. Außer man kann die Leute nicht leiden, dann erklärt man ihnen, die müssen das jetzt erst entwirren, bis sie essen dürfen. ;)

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  7. Herzlichen Glückwunsch! Sieht fantastisch aus, dein Flechtwerk :-) (würde doch bestimmt mit Möhrenstreifen auch gehen oder mit Spaghetti...). Das mit dem marinierten Lachs klingt spannend. Und das dauert wirklich nur 15 Minuten?

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    1. Genau, mit Nudeln geht das sicher auch. Suppennudeln stellen dann wahrscheinlich schon eine gewisse Herausforderung dar.

      Ja, das dauert nur 15 Minuten. Ich habe das einmal in einem Kochkurs gelernt mit der Ceviche. Wie lange vorher man die allerdings vorbereiten kann, das weiß ich nicht.

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  8. Defintiv kannst Du besser flechten als ich - und zwar nicht nur Haare....
    Ceviche finde ich schon lange reizvoll, hab mich aber noch nicht rangetraut. Vielleicht sollte ich mal - muss ja nicht unbedingt was dazu flechten....

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    1. Das hier ist wirklich keine Kunst. Einfach abwechselnd unten drunter und oben drüber legen, fertig. Da ist ein Hefeteig definitiv schwieriger, weil der Teig sich ja zieht. Der Lauch ist weich, aber in der Länge nicht verformbar. Das macht es wirklich einfach.

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  9. tolle Idee mit dem "Web"Lauchbett, gefällt mir sehr gut, bei meiner nächsten Lachceviche, werde ich daran denken, super!

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    1. Danke!
      Du hast ein fesches Benutzerbild! Find ich sehr schnuckelig. :)

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    2. das hatte mir damals meine Älteste zum Abendessen gemacht, als ich mal wieder im Diätfieber war ;-), ist bestimmt schon 10 Jahre alt

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    3. Dann kann bei deinem Erziehungsstil nicht viel falsch gewesen sein, wenn du so etwas Tolles bekommst!

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  10. Erst diese Zoepfe und nun das! Basteln mit Essen - eine neue Disziplin wird geboren! demnaechst in allen Blogs zu sehen.... ich bin sprachlos..

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    1. Ich hab das auch wo gesehen, nur eben ohne Anleitung. Also dachte ich mir, die gibt es dann von mir.

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  11. Du Künstlerin... Herzlichen Glückwunsch zum 500sten!!!

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    1. Danke! :)
      Das ist recht einfaches Handwerk. Kochkunst wird hier eher weniger betrieben. :D

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  12. Wow! Das sieht aber ganz toll aus. Ich werde das "Kochflechten" nachmachen :)

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    1. Gell, das schaut eindrucksvoll aus. :)
      Wenn man die Matte auch ein bissl mariniert, schmeckt sie auch noch gut.

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  13. Ein richtig kleines Kunstwerk! Ich wäre dazu viel zu ungeduldig. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und lecker klingt es auch noch ;-)

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    1. Danke dir! Aber es ist echt weder schwierig noch zeitaufwändig. Und es macht richtig was her. Wenn ich wieder mal ein Menü für Gäste koche, kommt die Vorspeise ganz sicher auf ein geflochtenes Lauchbett.

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