Freitag, 22. Februar 2013

Pasta mit Speck und Pastinaken


 Wenn man einige wenige Zutaten daheim hat und nicht weiß, was man damit kochen soll, fragt man einfach das Internet und hat sehr gute Chancen, bei Jamie Oliver zu landen. Den habe ich für mich neu entdeckt, als ich ihn einmal zufällig im Fernsehen sah: Der kann es so unglaublich toll rüberbringen, wie viel Spaß es machen kann zu kochen. Mir fällt ad hoc kein Fernsehkoch ein, der diese Freude so vermitteln kann. Und ich war auch ganz erstaunt, dass Jamie Oliver kreuz und quer durch Großbritannien fährt und Produkte erklärt und mit erfreulich großer Ehrfurcht die Arbeit der Fischer vorstellt oder zeigt, wie Käse in kleinen Käsereien hergestellt wird, überhaupt sehr viele Menschen präsentiert, die sich anstrengen müssen, bis wir zum Beispiel ein Stück Speck auf dem Teller haben. Das ist ein wunderbarer Zugang, den ich im Alltag bei vielen Menschen oft vermisse: Da kommt der Speck aus dem Plastikpackerl im Supermarkt und der Strom aus der Steckdose, mehr brauchen viele nicht zu wissen.

Na jedenfalls ein Stück Speck hatte ich noch daheim und eine einzelne Pastinake, so gelangte ich zu diesem Rezept von Jamie Oliver. Dazu hatte ich noch handgemachte Nudeln namens "Rüescheli" aus unserem Urlaub in Vorarlberg daheim - bei diesem Wort merkt man die nahe Schweiz! Ich finde übrigens, dass zu diesem Rezept kurze, verdrehte Nudeln tatsächlich besser passen als die im Original verwendeten Tagliatelle. Speck und Pastinaken können sich an den Schnörkeln besser festhalten als an einer glatten Oberfläche.



Für das Originalrezept bitte oben den Link anclicken, das ist hier ist meine Variante:
1 Hand voll Bauchspeck, in kleine Stückchen geschnitten
1 Hand voll Thymian, Blättchen abgestreift und grob gehackt
1 EL Butter
2 Knoblauchzehen, geschält und gehackt
1 große Pastinake
200 g Nudeln
1 Hand voll geriebenen Pecorino
Salz
schwarzer Peffer
1 EL Olivenöl

Salzwasser für die Nudeln zustellen.
In einer beschichteten Pfanne den zerkleinerten Speck auf kleiner Flamme im Olivenöl anbraten, Knoblauch und Thymian mit anschwitzen. In der Zwischenzeit die Pastinake vorbereiten: Ich hatte eine Bio-Pastinake, daher habe ich sie nicht geschält, sondern nur unter Wasser gut gebürstet. Danach habe ich sie auf meiner Börner Hobel in kleine Stifterln gehobelt. Die Pastinaken-Stückerln zum Speck in die Pfanne geben und sanft weiter braten.
In der Zwischenzeit die Nudeln kochen und abgießen. 2 Schöpfer Nudelwasser aufheben und zur Pastinaken-Speck-Mischung in die Pfanne geben. Pecorino und Butter mit einrühren und die Nudeln da drinnen schwenken - das kann der Jamie Oliver übrigens auch sehr gut: Bei ihm fliegen die Nudeln in die Höhe, dass das Zuschauen eine Freude ist. Und die Nudeln landen bei ihm tatsächlich dann wieder in der Schüssel!



Nachdem es gerade wieder schneit wie verrückt in Wien, wünsche ich euch allen ein wenig Sonne im Herzen! Habt ein schönes Wochenende und lasst es euch gut gehen!

Kommentare :

  1. Ein perfektes Rezept für dich Speckvegetarier, gelle, klingt gut, sieht gut aus, erinnert mich daran dass ich wieder mal echte Carbonara machen wollte :-)
    Dir auch ein schönes Wochenende und ich hoffe wir kriegen bald Sonne hier.
    P.S. hast du meine Mail mit dem link bekommen?

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    1. Ja, Link kam, danke dafür! Aber nur an meine berufliche Mailadresse. Kann es sein, dass du wisteria versuchst statt wistera? Das Problem hatten wir schon einmal, kann ich mich erinnern. ;)

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  2. Alles ist möglich bei mir :-(
    Na Hauptsache der link ist angekommen, der schreibt gut gell?

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    1. Ja, gefällt mir gut. Mir ist nur aufgefallen, dass der am Hollersirup im Mai ein Ablaufdatum bis Juli angibt. Hält sich der noch kürzer als meiner? Er schreibt ja auch, innerhalb von 5 bis 7 Wochen aufbrauchen.

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    2. Ach was, bei mir hält er von der Menge her leider nur bis Dezember, aber der war einwandfrei.
      Allerdings bewahre ich die Flaschen in einem Kühlschrank auf.
      Seit wann hast du einen link neben dem Titel eines neuen Posts?

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    3. Leider hab ich nur einen Kühlschrank. Bei mir müssen die Sirup-Flaschen in einem Kastel stehen.
      Meinen Pastafari-Link habe ich in jedem Pasta-Posting. Also falls ich den nicht vergesse. Meinst du den?

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    4. fsm steht da, ist mir bisher noch nicht aufgefallen :-)
      Bei einem Kastel habe ich keine Erfahrungswerte leider.

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    5. Jepp, Pastafari verehren das Fliegende Spaghettimonster (=FSM). :D

      Ich werde das im Frühling testen mit dem "kalten" Hollersirup und der Lagerungsdauer. Wobei ich mir denke, dass allein deine Lagerung in einem Kühlschrank schon dazu beiträgt, dass sich das Aroma länger hält.

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  3. Ach wie cool, dass du mich an das Rezept erinnerst. Das hab ich vor Jahren schon ausprobieren wollen und keine Pastinaken bekommen. Dann vergessen und jetzt hab ich ja selbst welche im Garten bzw noch immer in der 'Sandkiste' im Keller.

    Termine für die Kellergassenführungen werd ich sicher ankündigen!

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    1. Das würde mich freuen, wenn ich bei einer Kellergassenführung mitgehen könnte. Hoffentlich ist das auch was für Autofahrer? Ich liebe Weinkeller, auch wenn ich von Weinen Null Ahnung habe.

      Bei Jamie Oliver findet man doch wirklich für jede Lebenslage ein schnelles und einfaches Rezept. Dafür schätze ich ihn sehr!

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  4. Endlich mal Jemand der auch den "Jamie" gut findet! Er muss ja nicht ständig überall einfließen in den Küchenplan, doch finden sich einige schöne Rezepte in seinen Büchern: Italien, USA ++. Was mir gut gefällt, der macht viel mit Hintergrund und Verbundenheit für die Natur und gutes Essen ohne viele Schnörkel. (Gedöns bei mir. Ja jetzt falle ich mit der Tür ins Haus dabei wollte ich nur Schreiben: Diese Pastinaken sind sehr köstlich und das zusammen mit der Pasta, richtig gut. Ein schönes Wochenende und liebe Grüße
    Ingrid

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    1. Doch, ich finden den _wieder_ gut. Irgendwann hatte sich das erschöpft, was ich in den beiden Kochbüchern, die ich von ihm habe, gefunden habe. Und vor ein paar Wochen habe ich am Samstag am Nachmittag Bügelwäsche zu erledigen gehabt und habe gesehen, was der jetzt so an Fernsehsendungen macht. Das fand ich wirklich toll, wie er durch England gereist ist und dabei quasi eine Verbeugung vor den Leuten gemacht hat für die Produkte, die sie herstellen. Und auch vor der englischen Küche, der ganz schlichten und einfachen. Dass ein österreichischer Fernsehkoch so etwas machen würde, wüsste ich gerade nicht. Aber gut, ich schau auch nicht viel Fernsehen, vielleicht gibt es eh jemanden und ich weiß es nur nicht.

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  5. Hmm seit Jahren eins unserer Lieblingsrezepte :-) Wobei ich meist Tagliatelle nehme und die Pastinaken in langen Streifen mit dem Gemüseschäler runter hobel bzw. runter hobeln lasse, das macht meine Mann mal gerne ;-) Herzlichst Nadja

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    1. Ah! Noch jemand! Willkommen im JO-Fanclub. :D

      Das mit den Streifen ist eine gute Idee. Dann sind Tagliatelle sicher eine ausgezeichnete Wahl.

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  6. Ich bin jetzt nicht direkt Fan, aber als ich mich vor mit Ende zwanzig für die Kocherei zu interessieren begann, fand ich sein Bücher anregend (und die Rezepte umsetzbar). Deine Nudeln sehen schön aus, ich darf nicht länger scheuen, hab' Hunger und weiß noch nicht, was kochen...ganz schlechte Kombi :-)

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    1. Das denke ich, ist es, was er anstrebt: Rezepte, die wirklich jede/r nachkochen kann. So ist auch das Essen in seinen Restaurants - jetzt schreib ich groß daher, als ob ich alle kennen würde. Aber seine Philosophie ist sicher nicht, dass er das allerbeste Essen der Welt kochen will, sondern Essen, das für alle Leute koch- und auch preistechnisch erreichbar ist.

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  7. Ich will auch in den JO Fanclub - er hat meinen Sohn zum Kochen inspiriert.

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    1. Na dann herzlich willkommen. :)
      Hat meine Theorie, dass JOs Stärken im Vermitteln von Freude am Kochen liegt, also doch irgendetwas an sich.

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