Mittwoch, 27. März 2013

Bröselkarfiol

Vor mittlerweile einem Jahr erschien der erste kleine wunderbare "Falter Grundkurs Kochen". Vor ein paar Tagen flatterte mit der wöchentlichen Falter-Lieferung der zweite Teil ins Haus. Nun wird es aber endlich Zeit, dieses wienerische Kochbücherl zu renzensieren! Nachdem ja hier deutlich mehr Menschen aus anderen Ländern als aus Österreich lesen, eine kurze Erklärung, was der Falter ist: Es ist eine Wochenzeitung und ist, seit ich vor Urzeiten nach Wien gekommen bin, mein treuer Begleiter. In meinen jungen Jahren selber noch in den Kinderschuhen und hauptsächlich wegen der Veranstaltungstipps bekannt, ist der Falter mittlerweile eine tolle Zeitung geworden, der Chefredakteur Armin Thurnher einer meiner liebsten Journalisten.
Im Falter wird auch immer wieder über Essen geschrieben, es gibt laufend tolle Einkaufs- und Lokaltipps, aber auch Rezepte. Diese Grundrezepte erscheinen im Falter wöchentlich, daher war nun der zweite Band fällig. Witzig geschrieben sind die Rezepte, daher ist allein das Lesen eine Freude! Die Titel der Gerichte sind alles Schüttelreime und treffenderweise wird das Vorwort so übertitelt: Man kann's nicht lernen, man muss machen: Wer Kochen kann, hat auch gut lachen" - wie wahr! Kochen lernt man nur durch das Tun. Und daher mach ich das nun auch.




Dieses Rezept hier heißt: Magst du's schlicht, aber auch toll, dann streue Brösel auf Karfiol
Vom Falter wird der Karfiol als der prollige Bruder von Brokkoli bezeichnet - nicht ganz zu unrecht.

Meine Koch-Beschreibung folgt der des Falters: Karfiol entblättern und ganz in Wasser tauchen, damit allfällige darin wohnende Untiere absaufen. Salzwasser zustellen und den ganzen Karfiol hineingeben.

Wann der Karfiol fertig ist? Der Falter sagt: "Al dente ist für Briten, aber Gatsch wollen wir auch keinen: Eine zart ins Baatzige hinüberspielende Konsistenz ist genau richtig, und ein gesund entwickeltes dreijähriges Kind sollte in der Lage sein, den Karfiol mit der Gabel zu teilen." Ich hoffe, nach der Beschreibung wird ein bissi klarer, warum ich den Falter so gern mag.

Und was ich noch mag: Die Brösel reibt der Falter natürlich selber. Und die röstet man dann in Butter. Viel Butter - sag ich, der Falter hält sich bezüglich der Menge bedeckt. Und die Brösel dürfen ruhig Farbe annehmen, nicht zu zimperlich sein. Wichtig ist, dass man die Brösel gut salzt. Guten Endes streut man sie über den Karfiol und isst selbigen.



Nachsatz im Falter: "Und wer hernach nicht Shelleys 'Ode to the West Wind' furzen kann, hat was falsch gemacht."

Also lieber Falter, wir Wiener furzen nicht, gell! Also wir tun das schon, aber das heißt hier anders. Das kann man im Österreichisch-Deutsch-Wörterbuch von H. C. Artmann nachlesen und sollte spätestens, seit der Wiener Flughafen unsere ausländischen Gäste unter anderem mit dem Wort "Schastrommel" begrüßt hat, bekannt sein. ;)




Und nun hoffe ich, dass Frau Petra Foodfreak dieses sehr wienerische Bücherl überhaupt interessiert und sie es in ihrem Event "Dein Kochbuch das unbekannte Wesen" sehen will.

Kommentare :

  1. Der Falter ist mir auf Anhieb sehr sympathisch, was ich vom Karfiol leider noch nicht wieder sagen kann... Aber die Brösel gehen ja auch gut mit anderen Gemüsen, Randen z. B. :-)

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    1. Blumenkohl nennt ihr den Karfiol, gell?
      Bei mir fristet der auch ein Stiefkind-Dasein, wobei ich ihn diesen Winter oft gekocht habe, aber in den Blog hat es nur dieses Rezept geschafft. Die anderen Rezepte, die ich getestet habe, wurden schon von so vielen Bloggerinnen gezeigt, dass es nicht nötig ist, noch einmal drauf hinzuweisen.

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    2. Ja, das stimmt, ich wollte mich nur sprachgewandt zeigen ;-) Seit meinem Raviolidiseaster hat Blumenkohl bei uns Hausverbot. Das ändert sich gewiss im Laufe der Jahre... hast du denn auch diese ganzen Ottolenghi-Sachen gemacht?

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    3. Von den Ottollenghi-Rezepten erst zwei: den Salat mit den Granatapfelkernen, der war grandios, und einen mit Tahine, das war ein schrecklicher Gatsch, der mich auch nicht so arg geschmeckt hat.
      Jetzt tät ich gern das Hildmann-Rezept mit dem Mandelmus und dem gepoppten Amaranth nachkochen, aber in ganz Wien scheint das Mandelmus ausverkauft zu sein. Alle Veganer kochen nur mehr nach Hildmann und damit ist nirgends mehr Mandelmus erhältlich. Schon arg, was ein einziges Buch ausmachen kann.

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    4. Hihi und ich hab das gep. Amaranth nicht gefunden, jetzt habe ich es und ich finde es hm naja, lassen wir das.
      Falls du das noch nicht gekauft hast, trete ich meine Packung an dich ab, ist von Alnatura, schmeckt trotzdem net besser.
      Mandelmus hab ich gesehen beim Prokop Baden in der Drogerie.

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    5. Amaranth hab ich, weil das tu ich gern ins selbstgemachte Knuspermüsli rein so als Gegensatz zu den gerösteten Flocken.

      Das ist lieb von dir, dass du mir das sagst mit dem Prokop, aber ich fahre nicht so weit wegen einem Bestandteil eines Essens. Irgendwo hat alles seine Grenzen. In Wien fahr ich gern amal herum, aber auch nicht nach Transdanubien. Mein CO2-Fußabdruck ist eh unter aller Sau, den muss ich nicht noch schlechter machen.

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    6. Schade, dachte ich wird das Zeugs bei dir los..hier isst ja keiner Müsli, aber ich muss ja alles kaufen was ich lese..kreisch.
      In der SCS hat er auch ein Geschäft, und du kannst das online auch bestellen bei versch. Versendern.
      Aber ich denke das wird's bald wieder geben, aja dm führt das auch.

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    7. Irgendwie komm ich schon zum Mandelmus. Wäre doch gelacht!
      Wenn du den Amaranth gar nicht los wirst, nehm ich den schon. So ist es auch wieder nicht, dass du den besser wegwerden solltest. ;)

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  2. Echt witzig, die Beschreibung, aber ich bilde mir ein, dass da irgendwann noch zerlassene Butter dazukommt? Kann aber wirklich Einbildung auch sein, weil ich an Bröselkarfiol noch nie gekocht habe, nur vor Jahrhunderten essen habe müssen.
    Wobei heute könnte mir das schon wieder schmecken :-)

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    1. Ganz schön retro, der Bröselkarfiol! Aber das find ich auch so sympathisch an der Broschüre, dass eben auch so alte Sachen gezeigt werden. Einbrennte Hund sind auch drinnen, aber da sind meine besser.

      Ich kenn den Bröselkarfiol nur so, dass man ihn mit in viel Butter gerösteten Bröseln serviert. Aber gut, das ist wieder so ein Allerweltsrezept, da hat wahrscheinlich jeder österreichische Haushalt eine eigene Variante.

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    2. Möglich ist das.
      Ich frag mal Muttern wenn ich sie wieder sehe, wie sie den gemacht hat.
      Kennst du auch den panierten Karfiol? Der war mir lieber, mit Salat und Knoblauchsauce.

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    3. Nein, panierten Karfiol kenne ich nicht. Bissfest kochen und dann wie ein Schnitzel panieren? Muss ich direkt einmal ausprobieren.

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    4. Hm sehr bissfest würde ich sagen, das soll auch als rausgebackener noch ziemlich hart sein,..also so habe ich es in Erinnerung.
      Das könnt ich auch wieder mal machen,..

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    5. Okay, das klingt so, als würde ich das zammbringen. ;)
      Das kommt in diesem Winter einmal auf den Tisch - der Winter hört eh nicht mehr auf dieses Jahr. ;)

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    6. Das könnten wir (lach) wieder mal gemeinsam kochen und schauen wie es aussieht, der Herr Ruhm hat sicher auch ein "Rezept" dafür, das schau ich mir nach Ostern mal genauer an, heißt ja nicht dass ich ab Dienstag nur noch Fleisch koche.

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    7. Du bist mir irgendwie zu gschwind, als dass ich mit dir gemeinsam kochen könnte. Da komm ich nicht nach. Du bäckst ja auch drei Kuchen am Tag, wenn es sein muss. Ich backe einmal in der Woche.

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    8. Hast du spioniert heute bei mir? hab 4 Reindling gemacht heute ggg.
      die bestellten:-)
      Hach da fällt mir ein, dazu gibt's ein Geschichtl, wieder , ich maile gleich mal

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    9. Doch, ich habe heute schon in deinen Blog geschaut, aber das mit den 4 Reindlingen ist mir entgangen. Ich dachte an deine 3 Kuchen vom Sonntag, als ich das geschrieben habe. Aber ich geh gleich mal schauen!

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    10. Die habe ich heute nicht mehr verbloggt, dreimal reicht gggg

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    11. Ich muss noch einmal nach deinem Reindling-Rezept suchen. Du hast mir den Mund so wässrig gemacht, dass ich irgendwann auch einen backen will.

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    12. Das muss ein Irrtum sein, ich kann dir nix wässrig machen, wenn ich das selber gar nicht esse.
      Aber mach nur, das reloaded Rezept ist das richtige!

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    13. Doch, doch, du kannst mir den Mund wässrig machen. Manchen Sachen sieht man an, dass die gut sein müssen.
      Und wenn deine Reindlinge schlecht wären, würden sie dir nicht so aus den Händen gerissen.

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  3. Breslkarfiol ist ein Lieblingsgericht, das ich mir immer dann koche, wenn ich alleine zuhause bin, denn H kann Karfiol nicht ausstehen, nicht mal riechen.
    Ich mach ihn so wie meine Mama: in Röschen zerteilen, in Salzwasser kochen (Konsistenz genau so wie du, bloss nicht al dente!) und dann in den Butterbröseln wutzeln, bis rundherum Brösel sind. Dazu noch gekochte Erdäpfel (und manchmal sogar geriebenen Parmesan - ich glaub, das mag nur ich so.
    Karfiolröschen mag ich aber auch in Backteig oder paniert mit Sauce Trara. Und als indischen Curry oder halbroh in dünnen Scheiben, schnell gebraten zu Fisch, als Salat, als Püree, ....

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    1. Es klingt so, als müsstest du H öfter wegschicken. ;)

      Schnell gebraten hatten wir ihn letztes Wochenende zu Lamm und Alb-Linsen. Ich muss sagen, so halb roh ist er nicht ganz meines, daher wird dieses Rezept auch nicht in den Blog kommen, auch wenn's sonst gut war.

      Wenn du jetzt auch von dem panierten Karfiol schwärmst, muss ich den noch dringender nachkochen! Mal schauen, wie ich das nächste Woche in meinen Wochenplan reinquetschen kann.

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  4. Mittlerweile kann ich österreichische Foodblogs ohne Wörterbuch lesen, toll, nicht wahr? ;-)

    So wusste ich doch gleich schon beim Lesen der Überschrift, dass das Lieblingsgemüse von Monsieur gemeint ist - und das auch noch in seiner Lieblingszubereitungs-Variante. Danach kommt dann paniert oder in Backteig, so wie bei Eline, doch weiter bitte keine Abweichungen und Experimente mit seinem Lieblingsgemüse.

    Kleiner Tipp von mir: ich mag auch panierten Blumenkohl am liebsten und mische in die Brösel für die Panade eine gute Portion frisch geriebenen Parmesan.

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    1. Das freut mich, dass du ohne Wörterbuch zurecht kommst. Ich kann z. B. Vorarlberger gar nicht verstehen, wenn die im Dialekt loslegen. Da brauche ich dann ein Wörterbuch.

      *klugscheißermodus an* Panierung ist das, was außen herum ist, Panade ist innen drinnen, genauer gesagt ein Bindemittel für eine Füllung.*klugscheißermodus aus* Wir machen's und da leichter in Österreich und nennen das Panier, was in Deutschland Panierung heißt.

      Es wird immer zwingender, dass ich panierten Karfiol mache. Du bist jetzt die Dritte, die das empfiehlt.

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    2. ERgänzung, weil gestern beim Inder gegessen: Karfiol-Pakoras mit einem scharfen Raita dazu - ein Traum!

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    3. Mach mich schwach! Ich werde in den nächsten Wochen, solange es noch Karfiol gibt, wohl mindestens einmal pro Woche Karfiol kochen müssen.
      Scharfe Raita mit was genau drinnen? Weißt du das zufällig?

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    4. Da liest mans mal wieder: Bloggen bildet ;-) Und ich habe wie das Magentratzerl das Wort immer falsch verwendet. Jetzt streiche ich Panade aus meinem Wortschatz und leihe mir die österreichische Panier, so!

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    5. @Scharfes Raita:
      Kreuzkümmel gemörsert, Salz, Paprikapulver, grüne Chilies, dickes Joghurt.

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    6. Sabine, Panier ist sowieso schöner. ;)
      Wobei ich eigentlich nicht weiß, ob wir in Österreich ein Wort für das haben, was bei euch eine Panade ist.

      Danke, Eline. Du kommst echt immer mit spannenden Sachen daher. Bisher war für mich ein Raita ein Etwas mit Joghurt, das die Schärfe von indischen Gerichten abmildert. Das, was du beschreibst, ist ja nun das Gegenteil. Morgen muss ich eh am Naschmarkt, da finde ich sicher auch grüne Chilis. Bis meine reif sind, kann ich nicht warten ...

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  5. Oha....da habe ich das Wort "Panade" jetzt mehr als 40 Jahre falsch verwendet ;-(
    Kann man den Falter auch außerhalb von Österreich abonnieren :-)) ?

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    1. Und lebst wahrscheinlich dennoch gut, oder? ;)
      Ja, den kann man sicher abonnieren, aber der ist wahrscheinlich schon außerhalb von Wien nicht wirklich spannend, weil er halt immer noch den Schwerpunkt einer Stadtzeitung hat.

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    2. Ja doch...bis ich es wußte, hat es mich nicht weiter gestört :-)

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    3. Hätt ich doch meinen Mund gehalten bzw. meine Finger in Zaum ...

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  6. Frau Fpodfreak mag gern alles mit Blumenkohl :) - und interessant für den Event ist doch jedes Büchlein ds für den Bloggenden interessant ist, vielen Dank für den Beitrag! :) (und ich hab noch Karfiol in Tandoorikruste auf dem Plan...)

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    1. Hallo Petra,
      freut mich, dass du den Beitrag beim Blogevent aufnimmst. Ich finde dieses kleine Büchlein nämlich wirklich sehr lesenswert und empfehle das allen Leuten - ob sie das hören wollen oder nicht. :D

      Tandoorikruste! Ich werde aufpassen wie ein Haftelmacher, damit mir das Rezept nicht entgeht.

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