Sonntag, 17. März 2013

Kaffee-Schoko-Kuchen mit Schneehauberl

Es gibt Geschäfte, die machen mich kribbelig. Nicht wie viele andere Frauen Geschäfte mit Handtaschen oder Schuhen, sondern solche wie Babettes, in dem ich gleich zwei meiner Grundbedürfnisse befriedigen kann: Kochbücher und Gewürze kaufen. Der Turbohausmann schaut mir über die Schulter fragt mit dem unschuldigsten Blick, den er nur aufsetzen kann, ob man dort auch die vielen bunten Nagellacke kaufen kann, die sich in unserem Haushalt finden. Na guuuuut, zugegeben, ab und zu Frauen-Baumarkt muss schon sein. Aber darum geht es jetzt nicht, sondern darum, dass ich bei Babettes etwas gekauft habe, was ich eigentlich nicht brauche. Eine Gewürzmischung, die wunderbar arabisch duftet und sich Mocca Mix nennt. Sie besteht aus Kardamom, Muskat, Vanille, Ingwer, Piment, Nelken und Pfeffer. Einmal hab ich die Nase kurz reingehalten und schon war klar, diese Mischung muss ich haben. Dabei bin ich bei Kaffee recht spartanisch: Mokka ohne nix ist mir am allerliebsten. Also musste ich ein anderes Betätigungsfeld für dieses Gewürz finden. Das ist mir mit diesem Kuchen gelungen. Das Gewürz und der Mokka machen sich ausgezeichnet in diesem weichen, saftigen Kuchen.


Außerdem waren vom Lemon-Maracuja-Curd für meine Zitronen-Tartelettes noch 4 Eiklar übrig. Das heißt, dieser Kuchen ist ein Fall für Lunas Blogevent, bei dem Eigelb und Eiklar getrennt Wege gehen.
Die  Eiklar waren eingefroren und durften nun auf den Kuchen. Ich staune immer wieder, was man mit diesem zart und zerbrechlich wirkenden Eiweiß alles anstellen kann: Es war eingefroren, wurde aufgeschlagen, ich hab Kaffee hineingeschüttet, Maizena, Zucker und der Schaum ist gestanden wie eine Eins. Der Eischnee wurde mit jeder Zutat weiter aufgeschlagen, wurde immer feinporiger, am Ende habe ich ihn noch in einen Spritzbeutel gefüllt, auf den Kuchen dressiert und unter den Grill gestellt.



Das Rezept habe ich übrigens aus vorhandenen Zutaten aus einigen anderen Rezepten zusammengebastelt. Das Ergebnis war gut, gell Eva? ;)



Zutaten für eine Form mit 26 cm Durchmesser:
200 Gramm Schokolade;,  mindestens 70 % Kakaoanteil
200 Gramm Butter
200 Gramm Zucker
200 Gramm gemahlene  Walnüsse
50 g Mehl (glatt)
1/2 Weinstein-Backpulver
1 EL Vanillezucker
4 Eier
1 Prise Salz
1 kleinen Espresso, verrührt mit 1/2 TL Mocca Mix
Butter und Mehl für die Form

Für das Schneehauberl:
4 Eiweiß
150 g Zucker
1 TL Verjus (sanfter Essig geht auch)
1 kleinen Espresso verrührt mit 1/2 TL Mocca Mix
1 EL Maizena

Außerdem Backpapier für den Boden der Form und einen Spritzbeutel (natürlich geht auch ein Plastiksackerl mit abgeschnittener Spitze) für die Baisermasse

2 Espresso kochen, einen selber trinken, in den anderen die Gewürzmischung einrühren, auskühlen lassen. Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Den Boden einer Springform mit Backpapier auskleiden. Den Rand mit Butter einstreichen und mit Mehl bestäuben. Schokolade und Butter im Wasserbad schmelzen, überkühlen lassen. Die trockenen Zutaten in einer Schüssel gut vermischen, dann den Kaffee samt Gewürz, die Eier und die Butter-Schoko-Mischung einrühren. Ich habe alles mit einer Teigspatel verrührt, also gar nicht großartig gemixt. Den Teig in die Springform leeren und 45 min. backen. Stäbchentest.
Kuchen in der Form auskühlen lassen.

Noch einen Espresso kochen, wieder die Gewürzmischung einrühren, wieder auskühlen lassen.
Grill einschalten.
Eiklar aufschlagen. Wenn der Schnee weiche Spitzen macht, den Zucker einrühren und weitermixen, bis die Masse glänzt. Verjus dazugeben, mixen. Dann langsam den Kaffee samt Gewürzmischung bei laufender Küchenmaschine reinmixen, anschließend Maizena in die Masse mixen.
Die Baiser-Mischung auf dem Kuchen verteilen. Ich habe dafür den Kuchen aus der Form genommen und mit dem Spritzbeutel einzelne Tupferl draufgesetzt. Schaut wahrscheinlich eleganter aus, wenn man den Kuchen mit dem gesamten Schnee bestreicht und dann ein schönes Wellenmuster macht. Wenn man das kann ...
Kuchen unter den Grill schieben. Das geht nun sehr rasch, also auf keinen Fall weggehen! Sobald der Schnee bräunt, aus dem Rohr nehmen.

 Aufschneiden und essen.


Nun habe ich noch geschätzte 5 Esslöffel von der Gewürzmischung übrig. In diesem Kuchen war gerade 1 Teelöffel voll! Mal schauen, was ich mit dieser nicht gerade kleinen Menge anstellen werde. Falls jemand eine Idee hat, bitte unbedingt her damit!



Edith berichtet: Wir wollten den restlichen Kuchen vorhin aufessen. Leider färbt der Kuchen den Eischnee ein. Man sollte den Kuchen also besser nur dann mit einer Schneehaube verzieren, wenn man ihn bald nach dem Backen isst. Die Baisermasse schaut ziemlich schlimm aus heute ...

Kommentare :

  1. Du meinst nicht mich, oder? :-) Sieht supersaftig aus und die Eiweisshaube...
    Das Gewürz könnte ich mir auch in einer Käse(kuchen)creme gut vorstellen! Ich muss jetzt leider erstmal Studelteig machen. ;-) Schönen Sonntag dir!

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    1. *lach* Nein, ich meine nicht dich.
      Wir hatten gestern Besuch von einer ganz lieben Eva und ihrem Mann. Diese Eva ist bekannt dafür, dass sie eine halbe Portion isst und dazu ein halbes Glas trinkt. Mehr passt in sie nicht hinein. Normalerweise. Und gestern war sie die erste, die mit ihrem Stück Kuchen fertig war. Sie hat dann ein zweites Stück verdrückt. Und anschließend hat sie sich noch am Kuchen ihres Mannes vergriffen. :D
      So etwas macht mich immer sehr stolz und ist ein tolles Kompliment für mih.

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    2. *lach* ich habe mich nur irritiert gefragt, ob ich da irgendwo auf dem Schlauch stehe (weil ich doch auch Eva heisse :-)). Ja, das ist das allerbeste Kompliment! Glückwunsch.

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    3. Mir geht es auch so, wenn ich irgendwo den Namen Susi lesen, ob ich da wohl gemeint bin.
      Nun versteh ich auch, was der Hinweis mit dem Strudel sollte. Vorhin kannte ich Missboulettes Posting noch nicht. Ich hoffe, dein Strudel ist was geworden!

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  2. Angelika Apfelthaler verwendet oft geniale Gewürzmischungen, ich hab bei ihr einmal von Mocca Spice gelesen und jetzt herausgesucht:
    http://theflyingapple.typepad.com/tdr_blog_deutsch/2012/08/erdig-cremig-fruchtig.html#more

    klingt alles sehr gut!

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    1. Friederike, du bist ein Engel! Danke für dieses Rezept. Das klingt hervorragend. Ich lese ab und zu bei Angelika Apfelthaler und hatte schon gesehen, dass sie auch Gewürze von Babettes verwendet.

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  3. Mmh, das sieht nach einem Kuchen ganz nach meinem Geschmack aus, den muss ich mir gleich mal vormerken :-)
    Davon hätt ich jetzt auch gerne was, dieses Wochenende ist leider kein einziges Stück Kuchen hier im Haus, schrecklich.
    Wünsche einen schönen Restsonntag!

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    1. Liebe Britta,
      ein Sonntag ohne Kuchen! Du Arme!

      Dennoch einen schönen Sonntag auch dir.

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  4. Ohh heute hab ich schon zwei Kuchen auf der Nachbackliste, wo soll das hinführen?
    Ninive hat einen zitronigen und du diesen köstlichen.
    Nach meiner selbstauferlegten Fastenzeit muss ich wohl in Dauerproduktion gehen :-)

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    1. Wenn du den Kuchen nachmachst, dann nur, wenn du genügend Esser hast. Bei uns ist ein Stück übrig geblieben und wir wollten das gerade aufessen, aber das schaut schlimm aus. Der Kuchen färbt den Eischnee ein. Ziemlich gruselig schaut das aus ... *wurgs*
      Das sollte ich oben besser dazuschreiben.

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  5. Ah, wie cool. Da hat der Turbohausmann mit dem Banner irgendwie noch helfen können. Ein guter Turbohausmann, den du da hast. Der hat sich das letzte Stück Kuchen verdient. Bindest ihm vorher einfach einen Seidenschal um die Augen, dann sieht er das Drama auch nicht mehr und kann sich auf den leckeren Geschmack konzentrieren. ;)

    Liebe Grüße von der Luna

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    1. So, so, Seidenschal umbinden ... Danke für den Tipp! Den werde ich verwenden, wenn ich wieder einmal ugly food produziere. :D

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  6. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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