Samstag, 29. Juni 2013

Sharon-und-alles-Mögliche-Marmelade




Jetzt kocht sie schon wieder Marmelade. Ja, sorry, muss sein. Ich kann grad nicht anders.

Eine Premiere: Sharon. Die hatte ich in meinem Leben noch nie gegessen. Gesehen hatte ich die natürlich schon, aber nicht die geringste Ahnung, wie die schmecken oder wie man die isst, also hab ich sie auch nie gekauft. Und dann sah ich dieses Video: click
Als es Sharons im Supermarkt gab, konnte ich nicht anders, als sie zu kaufen und sofort loszulegen. So verrückt, wie diese Marmelade klingt, schmeckt sie auch. Aber so wunderbar verrückt, dass ich sie allen nur dringend ans Herz legen kann!


Zutaten (angepasst von mir, Originalzutaten zu sehen im Video):
1/2 kg Sharon
1/2 kg Erdbeerem
1/2 kg Zucker
1 Hand voll Ingwer, nicht geschält in Scheiben geschnitten
einige Zweige Zitronenthymian, Blättchen abgestreift
2 Vanilleschoten (Mark + Schoten)
2 Bio-Grapefruit (Schale und Saft)
2 Bio-Zitronen (Schale und Saft)

Bei der Zubereitung war mir das meiste zu grobschlächtig: Thymian nicht abgezupft, sondern die ganzen Stiele rein in die Marmelade, Zitrusschalen in breiten Streifen ebenso. Ich hab den Thymian abgezupft und die Zitrusschale in feine Stifte geschnitten. Bei den Sharons hatte ich keine Ahnung, wie sich die kochtechnisch nach eineinhalb bis zwei Stunden verhalten würde und dachte eigentlich, dass die weich werden würden, was aber gar nicht der Fall war. Die Stücke sind sehr kompakt und bleiben auch so. Die Sharon-Früchte werden geviertelt, den festen inneren Strunk schneidet man heraus, das Fruchtfleisch samt Schale wird gewürfelt. Meine Würfel sind fast zu groß. Mir sind Stücke, die ich auf einem Marmeladebrot auseinanderbeißen muss, nicht so angenehm beim Essen, also würde ich die beim nächsten Mal klein schneiden. Die Erdbeeren kann man ruhig ganz lassen, denn die verkochen sich. Erdbeeren zu den Sharons in einen Topf geben.
In dem Video werden Orangen verwendet, aber ich konnte keine Bio-Orangen bekommen, daher sind es bei mir Grapefruits geworden. Die Entscheidung war gut, die Grapefruits passen super. Schalen und Saft von Grapefruits und Zitronen in den Kochtopf geben.
Von den Vanilleschoten das Mark herauskratzen und zu den Früchten streifen, die Schoten auch dazu. Ebenso Zucker, Thymianblättchen und Ingwerscheiben in den Topf tun und alles eineinhalb bis zwei Stunden kochen lassen. Bei mir war der Saft nach eineinhalb Stunden noch nicht dickflüssig genug, daher habe ich alles noch weiter kochen lassen. Ab und zu muss man rühren, vor allem gegen Ende der Kochzeit, wenn der Saft dickflüssiger wird.
Ich habe vor dem Abfüllen in Schraubgläser die Ingwerscheiben herausgefischt. Die haben nicht so toll geschmeckt, sondern waren zäh und hatten den meisten Geschmack schon abgegeben. Im Original bleiben die aber in der Marmelade.
Die Vanilleschoten bleiben im Video auch in der Marmelade, das habe ich auch so gehandhabt. Ich bin schon gespannt, wie sich der Geschmack über die Monate entwickeln wird.

Geliermittel braucht man wirklich nicht. Die Marmelade stockt sofort. Die war sogar schon gestockt, als ich die noch warmen Gläser, die ich wie immer auf den Kopf gestellt hatte, umgedreht habe - die Marmelade pickt an den Deckeln, auch wenn sie noch warm ist.


Einmal darf ich noch, daher schicke ich auch diese Marmelade beim Gärtner-Event zum Thema Erdbeeren vorbei - und dort landet mein Posting wahrscheinlich wieder im Spam-Ordner und ich muss per Mail anklopfen und sagen, bitte holt mich wieder raus. Ich bin gespannt, wie lange das noch so geht mit meiner Zwangsverschickung in die Spam-Abteilung.

Garten-Koch-Event Juni 2013: Erdbeere [20.06.2013]

Kommentare :

  1. Diese Sharons sehe ich hier auch ueberall, sind bei der indischen Bevoelkerung wohl sehr beliebt, ich habe bisher noch nicht den Mut aufgebracht... denn ich habe mir sagen lassen, man muss sie zum genau richtigen Zeitpunkt essen, sonst schmecken sie wohl wie Pappkarton... Dein Rezept klingt jedenfalls interessant. LG

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    1. Ich musste auch erst googeln, was das überhaupt sein soll. Es ist wohl eine Zuchtform der Khaki (die ich übrigens auch noch nie gegessen habe). In dieser Form kann ich die Sharon jedenfalls ohne jede Einschränkung empfehlen.

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  2. Sharon ist wohl eine Zuchtform der Kaki, die hier im Tessin ab November reifen. Von weitem sehen diese Früchte, die üppig an den Bäumen reifen, aus wie Orangen. Wenn sie einmal reif sind, müssen sie innerhalb von ein paar Tagen verbraucht werden, weil sie sonst matschig werden.

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    1. Echt? Die gibt es auch im Tessin? Was ihr alles habt! *neid*
      Isst man die sonst einfach so? Oder verkocht man sie?

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    2. Sie werden oft getrocknet angeboten, fürs Müsli z.B., wie getrocknete Apfelschalen zu verwenden. Ich habe auch schon ein Rezept gelesen, in dem sie im Brot verbacken wurden. Ansonsten habe ich sie hier auf den Speisekarten der Osterie meistens als Sorbet gesehen.

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    3. Danke!
      Ich hab überlegt, ich kann mich auch nicht erinnern, die schon jemals in einem Lokal auf der Speisekarte gesehen zu haben.

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  3. Das ist doch mal eine gute Idee. Alles bis auf Sharons habe ich im Haus. Die Edbeeren müssen weg und ich bin dann mal Sharons kaufen. :-) Danke!

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    1. Anscheinend ist jetzt Saison für Sharons. Im Supermarkt sehe ich die extrem selten, aber dieses Mal waren sie genau zur richtigen Zeit verfügbar.

      Bin schon gespannt, ob dir die Marmelade auch so gut schmeckt.

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  4. Sharons zum Essen mag ich recht gerne - warum also nicht mal Marmaelade draus köcheln. Mit Marmelade ohne Geliermittel allerdings stehe ich nch immer auf Kriegsfuss....

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    1. Bei mir ist das auch die erste Marmelade, die ohne Zugabe von Geliermittel eine schöne Konsistenz bekommen hat. Nicht einmal Orangenmarmelade habe ich bisher ohne Gelierzucker zusammengebracht.

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  5. Ich liebe ja Kakis, als Marmelade habe ich sie noch nie gegessen, bei uns landen sie roh im Magen aller Familienmitglieder.
    Und ich glaube es nicht, dass ich was kannte was du noch nicht kennst, das ist Premiere.
    Also hatte ich recht, dass da kein Geliermittel notwendig ist, hätte mich gewundert wenn das anders gewesen wäre.
    Die großen Stücke würde ich auch nicht so gern auf einem Marmeladenbrot haben, aber Hauptsache es schmeckt dir, liebe Susi!

    Ich kann im Moment auch nicht anders, als alles einzuköcheln was mir vor die Töpfe kommt;-)

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    1. Klingt so, als müsste ich in Zukunft nach Sharon oder Kaki Ausschau halten.
      Den Hanner kanntest du auch vor mir, also doch keine Premiere. ;)

      Ja, stimmt, kein Geliermittel nötig. Wenn ich das gewusst hätte, dass sich die Stücke so gar nicht zerkochen, hätte ich sie eben von Anfang an klein geschnitten, daher auch meine Empfehlung, dies zu tun, wenn man die Marmelade nachkocht. Aber nachdem ich Null Erfahrung mit Sharon hatte, habe ich halt Lehrgeld bezahlt.

      Ja, stimmt, jetzt kommen die Ribiseln, die Stachelbeeren, dann die Marillen, Weichseln habe ich auch schon die ersten gesehen - wir werden bald nicht mehr wissen, wohin mit dem ganzen Segen!

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    2. Kann es sein, dass die Früchte noch nicht richtig reif waren? Hast du sie gekostet vor dem Verkochen?
      Ganz reif sind sie unheimlich süß, nicht ganz unreif hinterlassen sie im Mund ähnliches wie grüne Bananen (iiihh ggg)
      Wenn die nämlich reif sind kann ich mir nicht vorstellen dass die nach stundenlangem Kochen nicht verkocht waren.
      Ich sehe schon ich muss mir die wieder mal kaufen und dann verkoch ich die mal.

      Ribiseln krieg ich vielleicht von meiner Mama, Marillen werde ich von unseren geplanten Burgenlandbesuchen vor Ort kaufen.
      Wohin damit? Da wird insbesondere dir schon was einfallen!

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    3. Ja, ich hab sie gekostet und sie waren süß. Dem Turbohausmann ist die Marmelade sogar fast zu süß - dabei ist der Zuckeranteil recht gering bemessen. Wie geschrieben: Ich hab keine Ahnung von Sharon-Früchten, es ist also alles möglich. Wenn du das Video anschaust, sieht man aber auch, dass da eine recht stückige Marmelade abgefüllt wird.

      Mir fällt immer jede Menge ein, was ich mit dem Obst einkochtechnisch machen kann, nur mit dem Platz wird es jetzt schon eng. Aber irgendwie haben wir das immer noch hingekriegt, die Gläser zu verstauen. ;)

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    4. Platz hätte ich genug, aber ich muss Gläser nachkaufen seufz.
      Ich hab schon wieder Aufträge bekommen,..die Kirsch-Limoncello Marmelade ist bei einem Beschenkten aber sooo eingeschlagen dass ich viel machen soll und ihr geben gggg.
      Video hab ich nicht geguckt.
      War das Fruchtfleisch weich oder eher hart? Ich weiß ich frag schon wieder zuviel,..gggg

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    5. Meine Gläser werden auch schön langsam knapp. Aber zum Glück gibt es die ja derzeit überall zu kaufen.
      Die Kirsch-Limoncello-Marmelade hat auch sehr gut geklungen. Und wenn man da ein Brot damit frühstückt, kann man den Tag auch gleich beschwingt starten. :D
      Das Fruchtfleisch war so ähnlich wie bei Pfirsichen.

      Du kannst fragen, so viel du willst. Gar kein Problem!

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  6. Hört sich interessant an, ich glaub nur, dass sie hier nicht so ganz begeistert angenommen wird - hier muss alles eher klassisch von Geschmack sein!
    Schade, denn ich bin da auch eher experimentierfreudig :D

    lg Kristin

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    1. Und ab und zu mit anderen Leuten brunchen oder so? Oder bist du wegen Mama und Hunden ganz ans Haus gebunden außerhalb der Arbeitszeit?

      Wir haben öfter Brunch mit Nachbarn - das bietet sich von wegen der Nähe so schön an. Irgendwann waren wir 14 Leute in unserer Wohnung. Das muss ich nicht mehr haben, weil man ohne Pause nur Getränke nachliefert und eigentlich zum Personal wird, aber in kleinerem Rahmen finde ich so etwas immer sehr schön.

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    2. Mit diesen Nachbarn hier eher nicht... da bin ich nur mit einem Ehepaar befreundet... und der Rest vom Freundeskreis wohnt nicht so nah...
      allerdings verschenk ich schon mal gerne was selbstgekochtes... derzeit eher Chutneys, aber auch selbstgemachte Marmeladen - wenn ich Sharons seh, probier ich vllt mal ne kleine Menge aus...

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    3. Okay, kann ich verstehen. Wir haben ja in Wien endlos viele Nachbarn, da kann man die dann handverlesen und sich die aussuchen, mit denen man gut kann. Dafür haben wir aber auch einen Hausdrachen, ohne den es offenbar in keinem Mehrfamilienhaus geht ... ;)


      Chutneys sind doch eh was Tolles. Davon habe ich noch viel zu wenig. Aber ich mach mir keine Sorgen, dass ich noch mehr als genug einkochen werde.

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  7. Hmmmmmhhhh, klingt aufregend gut!!!
    LG Silvia

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  8. Wirklich spannend, Deine Marmelade. Sharon kenne ich zwar schon länger, aber Marmelade habe ich auch noch nie daraus gemacht.

    Bzgl. Spam-Ordner: Du hattest an die Gärtnerin geschrieben? Ich habe nämlich keine Mail bekommen. Leider ist es Standard, daß Kommentare, die einen Link enthalten, erst einmal in der Warteschleife landen, um freigeschaltet zu werden. Ihr ahnt ja gar nicht, wieviel Spam da so am Tag eintrudelt.

    Liebe Grüße, Sus

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    1. Es ist ja lustig, denn diesen Kommentar von dir habe ich jetzt aus meinem Spam-Ordner gefischt. Offenbar wird das jetzt Usus, wenn man viele Kommentare hinterlässt, z. B. wegen eines Events, dass man als Spammer eingestuft wird.

      Ich hatte eine Mail geschrieben an die Adresse, die im Gärtner-Blog als Kontaktmail angegeben ist, also an Stephanie, und es kam auch Antwort, dass sie mich aus dem Spam-Ordner herausgeholt hat. ;)

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