Donnerstag, 15. August 2013

Paradeistarte mit Speckmarmelade


Dieses Jahr hab ich so viele Paradeiser, dass ich die bald wirklich am Markt verkaufen kann. Hinter den Kulissen werden seit dem Urlaub Paradeiser gegessen, jeden Tag. Eigentlich immer roh. Diese Fuhre hier habe ich aber beschlossen wirklich zu verkochen. Zwei Kilo habe ich schon vorgesehen für dieses tolle Mousse mit Oliventapenade, ein weiterer Teil wollte zu einer Tarte verarbeitet werden. Hier und hier sah ich so wunderschöne rustikale Tartes, aber die Füllung war mir irgendwie zu brav. Zum Glück fiel mir dann ein Rest von Miss Boulettes Speckmarmelade, die noch im Tiefkühler auf eine Verwendung wartete, in die Hände. Genau das war's, wonach ich gesucht hatte!

Den Teig habe ich wieder einmal sehr frei nach Deliah Smith gemacht, denn ich mag ihre Mürbteige wirklich gern: Sie gibt immer diverses Aromaten bereits in den Teig, sodass der schon ordentlich Geschmack mitbringt.


 Für den Teig:
100 g glattes Weizenmehl
70 g Butter
1 Prise Salz
1 Prise Espelette
1 Prise Backpulver
1 Prise Senfpulver
40 g
geriebener Parmesan

Ich mache den Mürbteig mittlerweile so, wie ich es von Jüf, dem Meisterpatissier gelernt habe, und zwar mit warmer Butter. Das hat den Vorteil, dass man sofort und auf der Stelle einen Teig hat, der abbindet. Man muss zwar trotzdem ein paar Tropfen Wasser oder andere Flüssigkeit dazugeben, aber die Verarbeitung geht denkbar flott. Außerdem finde ich diesen Tipp von ihm recht hilfreich, den Mürbteig nicht zu einer Kugel zu formen, sondern plattgewalkt in einem Plastiksackerl im Kühlschrank ruhen zu lassen. Hier ist mir der Teig trotzdem eingerissen, aber das liegt daran, dass es halt keine runden Plastiksackerln gibt. Für eckige Formen klappt das wirklich gut und die Ränder reißen nicht ein.

Die Fülle für die Tarte habe ich denkbar einfach gestaltet: 2 Esslöffel von der Speckmarmelade in die Mitte des rund ausgewalkten Teiges streichen, ganz dicht mit Kirschparadeisern belegen, die Blätter von einem Zweig Basilikum ab- und zerrupfen, über die Paradeiser verteilen, mit geriebenem Parmesan bestreuen, die Ränder nach innen klappen, Teig mit Eigelb bepinseln und im vorgeheizten Rohr bei 190 Grad 30 min. backen.

10 min. ruhen lassen, noch einmal mit Basilikum und Parmesan bestreuen und mit Blattsalaten servieren.


So mag ich die Paradeiserschwemme!


Huch, fast übersehen! Da ist doch ein Blogevent, das ich nicht verpasst habe, nämlich das vom Gärtnerblog. Und das, wo ich Basilikum doch heiß liebe. Hier eine kleine Auswahl meiner Basilikum-Sorten:
Hier wachsen Strauchbasilikum, normales grünes und vorne das mit den winzigen Blättchen - letzteres habe ich für die Tarte verwendet.
Sonst hab ich noch rotes, Zitronenbasilikum und Thaibasilikum. Mal schauen, ob ich da noch etwas klöppeln kann für das Blogevent.

Garten-Koch-Event August 2013: Basilikum [30.08.2013]

Kommentare :

  1. 'Wow, das sieht aber gut aus.
    Und ich hab noch nie eine Tarte gegessen, geschweige denn eine gebacken, eine Schande ist das.

    Leider ist bei mir von einer Tomatenschwemme nix zu merken, Gott sei dank hab ich einen Papa und eine liebe Freundin die mich beglücken, so dass ich seit Wochen schon keine kaufen musste.

    Machst du mir mal so eine Tarte? Liebschau? ;-)

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    1. Natürlich mach ich dir mal so eine Tarte! :)
      Die Paradeisschwemme habe ich übrigens zum Teil dir zu verdanken, nachdem du mir gesagt hast, der Stekovics hat zu euch gemeint, man soll die Paradeispflanzen in Ruh lassen. Ich hab dieses Jahr Null ausgegeizt, sondern nur die Stauden hochgebunden. Was für ein Gebüsch! Und wenn man sich durch das ganze Grün durchkämpft, hängen innen drinnen massig Paradeiser.

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    2. Na bitte, hat unser Besuch dort doch was gebracht,..meine Stauden von ihm san net besonders worden.
      Die eine Pflanze vom Papa ist super, aber die sind noch grün.
      Aber von Schwemme ist auch da nix zu sehen,......tztz
      Dafür machen die Gurken jetzt Turbo, erst war nur eine da, und dann hab ich die geerntet, dann war laaaaaaaang nix, jetzt kommen 5 oder 6,..super!

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    3. Bei mir werden dafür die Zucchini und die Kürbis nix. Aber das kenne ich leider schon. Ich glaube, die haben zu wenig Platz und/oder Nährstoffe in den Töpfen.

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  2. Eine Pracht-Tarte ist das - ich bin begeistert! Allein dieser Anblick tröstet mich ein wenig über meine nicht einsetzen wollende Tomatenschwemme hinweg.

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    1. Nicht einsetzen wollend? Wie das denn? Ihr habt doch auch jede Menge Sonnenschein, oder?

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  3. Tolle Idee und sieht sehr lecker aus!

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    1. Nichts für dich - hat eine Million Kalorien. ;)

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  4. Oh mein Gott! Davon will ich sofort etwas haben, BITTE! Speckmarmelade? Ja, bitte! Leider sind bei mir die Tomaten noch nicht soweit, 2-3 rote, dass war es...
    Aber nur so nebenbei, die Himbeeren haben jetzt erste Blüten :D

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    1. Hilfe, wo wohnst du? Am Nordpol? :D
      Bei mir ist die frühe Sorte Himbeeren leider schon ganz abgeerntet, die späte Sorte trägt noch so ein, zwei Früchte am Tag, also auch schon ziemlich vorbei.

      Die Speckmarmelade von der Miss Boulette ist sooo genial! Mit ein bissl Kaffee drinnen, was ihr noch so den letzten Cick verleiht. Unbedingt nachmachen!

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    2. @Sandra: Meine (Herbst-)Himbeeren fangen auch jetzt erst an. Und meine Tomaten brauchen auch noch, obwohl sie volle Sonne bekommen. Macht aber nichts: Wenn die Anderen schon wieder auf gekauftes Obst und Gemüse zurückgreifen müssen, schwelgen wir noch! :-D

      Liebe Grüße, Sus

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    3. Bei uns war die Sonne gnadenlos, das hat dazu geführt, dass alles extrem zeitig dran ist. Dafür sind aber Paradeiser und auch Chilis so klein, wie sie noch nie gewesen sind.

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  5. Hach, Du machst immer so tolle Tartes. Und ich mache viel zu selten welche. Und diese Speckmarmelade, die war mir ja bisher durch die Lappen gegangen. Jetzt steht sie auf der Liste.

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    1. Keine Ahnung, wieso ich so gern Tartes mache - ich nehme an, seit ich kapiert habe, wie gut Mürbteig sein kann. Wenn ich so an die Anfänge denke, dieses Brimborium mit den eiskalten Butterwürferln, der Teig hat nie gscheit abgebunden, das Auswalken war immer ein Krampf. Aber so im Lauf von 30 Jahren habe ich mehr und mehr dazugelernt und nun gehört der Mürbteig in allen Varianten zu meinen liebsten Teigen.

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    2. Uaahhh...Du hast mich durchschaut. Ich kämpfe mit dem Mürbteig. Er zählt einfach nicht zu meinen Lieblingen. Andererseits ist es vielleicht einfach so, dass ich in der Regel Gerichte mit verschiedenen Komponenten auf den Tisch stelle...dann findet jeder (also auch der Nachwuchs) irgendwas, was man essen kann....

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    3. Das ist natürlich ganz was anderes, wenn man Kinder mit Essen zu versorgen hat. Vor kurzer Zeit habe ich eine Familie mit drei Kindern (geschätzt 5, 10 und 15 Jahre alt) in einem Lokal erlebt! Meine ganze Hochachtung gilt den Eltern, die es schaffen, den drei Kindern jeden Tag etwas zu kochen, denn unterschiedlicher hätten die drei essenstechnisch gar nicht sein können.

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  6. Gerade gestern Abend habe ich überlegt, eine Tarte zu machen, allein mir gefielen die Mürbeteigrezepte gar nicht. Deins wird umgehend getestet und das mit dem Mürbeteig habe ich lustigerweise immer schon intuitiv so gemacht. :-)
    Eine Paradeiserschwemme hätte ich auch gern, mal sehen, was in Mamas Garten zu holen ist...
    Und die Speckmarmelade, die will ich unbedingt! Danke.

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    1. Glückwunsch zu deiner Intuition! Natürlich hat auch ein neutraler Teig ab und zu seine Vorteile, aber gerade den Tartes kann man durch die Teige schon einen ordentlichen Schubs nach vorn geben.

      Die Speckmarmelade ist ein Muss, wenn man nicht gerade eine Fettphobie hat. ;)

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    2. Meine Fettphobie habe ich durch die ganzen Torten kuriert. ;-)

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    3. Hihi, deine Torten schauen auch wirklich so köstlich aus! Damit kriegt man jede Fettphobie kuriert. ;)

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  7. Ich darf keine Foodblogs vor dem Mittagessen lesen! Ich darfe keine Foodblogs ....

    Mann, sieht das lecker aus! Und die Speckmarmelade hatte ich mir schon einmal vorgemerkt und wieder vergessen. Jetzt aber wirklich...

    Liebe Grüße, Sus

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    1. Die Speckmarmelade hat es wirklich in sich! Deswegen hatte ich die aber auch aus Gründen der Selbstdisziplin teilweise eingefroren, weil sonst hätt ich sie hemmungslos sofort und auf der Stelle aufgegessen.

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    2. Ich habe zwischenzeitlich die Speckmarmelade nachgekocht: saulecker, aber leider etwas zu salzig. Man sollte darauf achten, daß der Speck nicht sehr salzig ist.

      Liebe Grüße, Sus

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  8. du bist um deine tomaten und diese tarte zu beneiden! eine tolle idee für die speckmarmelade!!

    lg missboulette

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    1. Ah! Die Urheberin der Speckmarmelade.
      Danke für das grandiose Rezept.
      Ein Rezept habe ich noch mit deiner Speckmarmelade. Muss ich noch schauen, ob die Fotos was geworden sind.

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  9. Sieht lecker aus und geht hoffentlich auch mit dem Schmalz, daß ich vor kurzem gemacht habe. :)

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    1. Ich fürchte, mit Schmalz wird das nichts. Das wird dir wahrscheinlich davonrinnen und durch den Teig safteln. Aber die Grammeln, die du dabei sicher auch gemacht hast, kannst du klein schneiden oder faschieren und unter die Paradeiser tun. Das kann ich mir schon vorstellen.

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  10. Sieht lecker aus und geht hoffentlich auch mit dem Schmalz, daß ich vor kurzem gemacht habe. :)

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    1. Ah! Frau Moorlicht ist gleichzeitig Frau Rabin! :)

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    2. Wußtest du das nicht? Ich bekomm WP bzw. Gravatar einfach nicht dazu, meinen Ava richtig anzuzeigen. Langsam nervt es. :/

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    3. Nein, das war mir nicht klar.
      Gravatar ist eines der wenigen Internet-Dinger, mit denen ich nicht auf Kriegsfu stehe. ;)

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  11. Dann erklär mir doch mal bitte idiotensicher, wie ich das machen muss. Damit nur noch die Rabin da steht. ;)

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    1. Ich habe nur diesen einen bei WP. Naja vielleicht platzt bei mir noch irgendwann der Knoten. *g* Wenden wir uns also wieder dem Kochen zu. :)

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    2. Okay, auf in die Küche. Das kann ich eh besser als Internet- oder sonstige technische Tipps ... ;)

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