Dienstag, 18. Februar 2014

Bergamott-Likör

Mir ist es immer wichtig, mir für Jahreszeiten, in denen Früchte nicht erhältlich sind, den Geschmack mitzunehmen, indem ich in allen erdenklichen Varianten konserviere. Marmeladen einkochen, Schalen trocknen, Kompotte einwecken oder auch Früchte in Alkohol einlegen. Ein wunderschönes Rezept habe ich beim Mundschenk Peter, einem sehr sympathischen Food-Nerd, gefunden: Er hat die Schalen von Pomeranzen in Weingeist eingelegt. Nun, das müsste doch mit Bergamotten auch gehen, dachte ich. Allerdings bin ich ein Weichei, also habe ich Likör draus gemacht und die Essenz mit Läuterzucker verdünnt. (Irgendwie hab ich grad das Bild von Peter im Kopf, wie er sich krümmt ... :D )


1/2 kg Bio-Bergamotten
1/2 l Weingeist (96 % Vol.)
1 EL Orangenblütenwasser

1/2 l Wasser
1/2 kg Zucker

Die Schalen von den Bio-Bergamotten mit einem Sparschäler dünn abschneiden. Mit Weingeist bedecken, mindestens einmal am Tag durchschütteln. Wie der Mundschenk richtig beschrieb: Die Farbe geht innerhalb einer Woche in den Weingeist über. Die Schalen verlieren die Elastizität vollkommen und man kann sie richtig zerbröseln. Man seiht die Essenz nun ab, könnte das Orangenblütenwasser dazugeben und nach nochmaligem Filtern alles für fertig erklären.
Ich habe aus dem Zucker und dem Wasser Läuterzucker gekocht, überkühlt mit der Essenz vermischt, das Orangeblütenwasser dazugegeben, in Fläschchen abgefüllt.



Direkt nach dem Abfüllen schmeckt der Likör noch nicht so toll: Die Geschmäcker sind noch nicht so gut vermischt, die Harmonie fehlt. Noch schmeckt es wie Bergamotten mit viel Alkohol, irgendwie separiert, aber ich bin sicher das ändert sich. Der Likör ist auf dem Foto noch trüb, was sich aber innerhalb von ein paar Tagen gegeben hat - allerdings war dann das Wetter wieder so schlecht, dass ich kein Balkonfoto machen konnte.

Mir persönlich ist Likör mit so einer Menge Alkohol nicht wirklich geheuer (normalerweise setze ich in Weinbrand oder Wodka an) und ich werde ihn wohl auch eher zum Aromatisieren nehmen als zum Trinken.


Kommentare :

  1. . . . . in eurer Wohnung muss es einen himmlischen Duft haben . . . ;O)
    LG Doris

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    1. Ja, hat es tatsächlich. Es ist unglaublich, wie so ein bissi abgeriebene Schale einem das Leben verschönern kann. :)

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  2. Ui mit Weingeist, der hat bestimmt ordentlich Umdrehungen ;)
    Den würde ich auch nur zum Verfeinern nutzen, zum Trinken würde mir der Mut fehlen, der brennt bestimmt bis in die kleine Zehe ;) hihi

    LG Kerstin

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    1. Das Originalrezept sieht ja überhaupt keine Verdünnung vor, sondern nur Schale in Weingeist angesetzt und dann ein bissi Orangenblütenwasser dazu. Da kann ich persönlich nicht einmal sagen, das duftet, weil das haut einem geruchstechnisch richtig eine runter. Aber das ist jetzt meine ganz unmaßgebliche Meinung als Fastnichttrinkerin.

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  3. Was machst Du denn da? Jetzt muss ich Bergamotten nachkaufen!
    Allerdings, das mit dem reinen Weingeist...ich bin auch ein Weichei :-)

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    1. Ich hab noch sooo viele Ideen, also werde ich auch welche nachkaufen - wenn ich noch welche bekomme.

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  4. Alleine die Farbe ist eine reine Freude, zum Aromatisieren ist das sicher ganz toll, trinken würde ich das auch nicht, zumindest nicht um diese Zeit ggggg

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    1. Na ja es ist normale Schnapsstärke, wie ich das verdünnt habe. Also trinkbar ist es schon, nur ich halt es halt nicht aus. ;)

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  5. Nur mit dem Weingeist würd ich das auch nicht trinken. Das hat nichts mit Weichei zutun. Da verätzt man sich ja die Spiseröhre und man ist leicht entflammbar, grins. Ich habe schon oft Schnaps mit Weingeist angesetzt, aber immer mit einer Zucker-Wasserlösung verdünnt.

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    1. Eben deshalb habe ich auch verdünnt. Da so Teufelszeug herumstehen haben macht mich schon unrund, wenn ich nur dran denke. ;)

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    2. Die Pomeranzenessenz ohne Zucker und Verdünnung ist NICHT zum Trinken gedacht. Das ist wie das amerikanische vanilla extract - das würde ja hoffentlich auch niemand pur trinken wollen. Das Rezept ist als Würzmittel bzw. als Liqueurbasis gedacht.

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    3. Lieber Mundschenk, Kornelia und ich habe halt immer wieder Kinder zu Besuch, die auch mal die Finger da haben, wo sie sie nicht haben sollen. Bei Kornelia weiß ich es nicht, aber das ist zumindest bei mir der Hauptgrund, dass ich so schön bunte Getränke nicht so gern in solchen Konzentrationen herumstehen habe, denn purer Alkohol kann dann wirklich übel enden. Ich selber käm ja eh nicht auf die Idee, davon einen kräftigen Schluck zu nehmen.

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    4. Kinder sollten aber lieber überhaupt nicht an die Hausbar ... Anyway, ich hab einen Studienkollegen, der hat immer den 74-prozentigen Coruba Overproof getrunken (als Mutprobe, klar, aber ohne erkennbare bleibende Schäden). Meine Pomeranzenessenz ist ja noch stärker als das historische Original, aber der Coruba wäre mit der Originalrezeptur vom Alkoholgehalt vergleichbar.

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    5. 74 %! Das wäre mein Tod! Wobei ich jetzt mal eine Doku über die Monty Pythons gesehen habe, von denen einer wohl schwerer Alkoholiker war, der hat zwei Flaschen Wodka am Tag gepackt. Das würde ich wohl auch nicht überleben.
      Egal, du hast es offensichtlich gut aushalten können, dass ich dein schönes Rezept versaubeutelt habe. ;)

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  6. Da bin ich wohl die einzig Mutige hier in dieser Runde und werde mal auf ein Gläschen zum Probieren bei dir vorbeikommen müssen *hicks*

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    1. Liebe Sabine, du weißt, dass du ganz herzlich eingeladen bist. Vielleicht kommst du ja wieder einmal nach Wien?

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  7. Warum sollte ich mich (vor Schmerzen?) krümmen wegen eines Liqueurs? Damit hab ich doch selbst letztes Jahr angefangen! Und von mir gibt's heuer auch einen "Bergamocello" (allerdings ohne Pomeranzenblütenwasser - das paßt find ich zur Bergamotte nicht so gut - bei der nur zum Würzen gedachten Pomeranzenessenz ist's hingegen OK, wenn auch in der Nase sehr dominant). Ein Unterschied ist allerdings der Zuckergehalt - ich verwende nur 500 g auf 2 Liter Alkohol/Wasser.

    Ich sollt wohl mehr über diese Sachen schreiben, damit keine falschen Gerüchte aufkommen ;-)

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    1. Du machst Likör? Ich hätte dich so eingeschätzt, dass du die reinen Essenzen bevorzugst und nicht süße Getränke mischst. Mir fällt da unsere Diskussion ein, dass du gesagt hast, Salz=Salz=Salz, dazu passt dann auch diese hochprozentige Tinktur, die du gemacht hast.

      Der Löffel Orangenblütenwasser macht sich übrigens gut in dem Likör. Also so wirklich kann man es erst nach ein paar Monaten sagen, aber der erste Test war recht überzeugend. Kannst gern ein Flacherl haben zum Testen.

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    2. Gerne! Klar mach ich auch Liqueur (nur Pomeranzenliqueur ist noch genug vom letzten Jahr da, da mußte es diesmal was Neues sein). Hat alles seine Berechtigung. (Für mich persönlich halt weniger süß, aber das ist ausnahmsweise wirklich Geschmackssache. Bei der Pomeranzenmarmelade hatte ich zuerst Vorbehalte gegen das 1:2-Mischverhältnis, aber das paßt gut, wie ich finde. Bin also diesbezüglich nicht dogmatisch ;-)

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    3. Fein. Wir sehen uns sicher wieder einmal irgendwo auf einem Bloggertreffen, da können wir dann Schnapsübergabe machen. :)

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  8. Was ist eigentlich aus Deinem Liqueur geworden, war der dann trinkbar? Mein "Bergamocello" ist doch sehr speziell geblieben...

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    1. Ähm, du hast ihn gekostet und für gut befunden.

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  9. Hallo Hallo,

    Wo hast du den eigentlich die Bergamotte Frucht gekauft?
    Hab die noch nie in einem Laden gesehn :/

    Gruss und danke
    Hans

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    1. Lieber Hans,
      meine einzige Quelle für Bergamotten in Wien ist Casa Caria. Kann sein, dass es noch andere Geschäfte gibt, aber die kenne ich nicht.

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