Montag, 17. Februar 2014

Bergamott-Madeleines


Es ist wirklich Jahre her, dass ich Madeleines gebacken habe. Nun wollte ich die Form wieder ausgraben - siehe da, verrostet! Und wieder begann meine Odysee durch den Wiener Fachhandel. Aber dieses Mal war ich schon klüger als bei meiner Suche nach Marmeladegläsern und bin nicht auf gut Glück irgendwo hingefahren, sondern habe zuerst telefoniert. Gefahren bin ich dann aber immer noch eine Stunde hin und eine zurück. Irgendwann gebe ich auf und bestelle im Internet. Aber noch bin ich standhaft! Na jedenfalls habe ich jetzt eine Form aus Silikon, die mir nicht mehr anfangen wird zu rosten. Aber ich bin so verrückt nach diesen Madeleines gewesen, dass ich denke, ich werde bald wieder welche backen. So fein, wie die geschmeckt haben! *hach*

Das Rezept habe ich hier gefunden und mich wieder mit den Maßen gefrettet (auf Bundesdeutsch: geplagt): In diesem Leben werden die amerikanischen Maßeinheiten und ich keine Freunde mehr. Bei mir gibt es die Angaben jetzt auf deutsch - nein, nicht österrreichisch, da würden die nämlich anders ausschauen. ;)

Wie immer beim Backen von Madeleines wurde meine Geduld auf die Probe gestellt, denn ich kenne eigentlich nur Madeleine-Rezepte, bei denen man den Teig lang ruhen lassen muss, am besten über Nacht. Die Konsistenz ändert sich auch wirklich in dieser Zeit. Dadurch, dass das Mehl aufquillt, wird aus dem recht weichen Teig einer, den man gut löffelweise abstechen kann. Im Originalrezept wird vorgeschlagen, den Teig mit einem Dressiersack in die Form zu geben, aber ich finde, der ist nach dem Durchziehen zu dick und lässt sich mit einem Löffel besser verarbeiten.

Die Form sollte man auf keinen Fall zu voll füllen, denn die Madeleines gehen schön auf.

Bei dieser Gelegenheit werde ich auch gleich meine Bergamott-Woche eröffnen, denn ich hatte und habe immer noch das Vergnügen, etliche Bergamotten mein eigen zu nennen und die alle verkochen zu dürfen. Dieses Mal ist es zum Glück nicht so eine Menge, dass ich dran verzweifeln könnte, sondern durchaus überschaubar.



Für 27 Madeleines:
1 große Bio-Bergamotte, Schale abgerieben, Saft ausgepresst (100 ml)
150 g Zucker

4 Eier
75 g Zucker
180 g Mehl (glatt)
1 Prise Salz
1 gehäufter TL Backpulver
180 g zerlassene Butter, abgekühlt auf Zimmertemperatur

Fett + Mehl für die Form, wenn man keine Form aus Silikon hat
Klarsichtfolie zum Zudecken des Teigs

Zuerst den Bergamott-Sirup herstellen:
Die Schale der Bergamotte abreiben und zur Seite stellen. Den Saft auspressen.
150 g Zucker mit dem ausgepressten Saft der Bergamotte erhitzen und etwa um ein Drittel einkochen lassen. Aber auf keinen Fall mehr reduzieren, sonst würde der Sirup beim Auskühlen zu dickflüssig werden. Jedenfalls lässt man den Sirup auskühlen - um diese Jahreszeit kann man das gut im Freien machen, dann ist das im Nu geschehen.

Butter schmelzen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen

In einer Schüssel die trockenen Zutaten mischen: Mehl, Backpulver, Salz

In der Küchenmaschine 75 g Zucker und die Eier gut schaumig schlagen, die Bergamottschale und den Sirup auf niedriger Stufe einrühren, dann auf ebenfalls niedriger Stufe die Mehlmischung löffelweise zugeben. Die Rührschüssel aus der Küchenmaschine nehmen und die zerlassene Butter mit einer Teigspatel unterziehen. Ein Stück Klarsichtfolie direkt auf den Teig legen und ab mit der Rührschüssel in den Kühlschrank, damit der Teig über Nacht durchziehen kann. Man kann den Teig angeblich auch einige Tage ruhen lassen, aber das habe ich nicht ausprobiert.

Am nächsten Tag das Backrohr auf 230 Grad vorheizen. Wenn nötig, die Backform fetten und bemehlen. Die Madeleines 4 Minuten backen, dann die Temperatur auf 200 Grad senken und den Stiel eines Kochlöffels in die Tür des Backrohr einklemmen. Nochmals ca. 4 min. backen - auf jeden Fall ein Auge auf die Madeleines haben, damit sie nicht zu dunkel werden. Wenn die gschmackigen kleinen Dinger goldgelb sind und einen braunen Rand haben, nimmt man die Form aus dem Rohr und lässt sie 2 Minuten stehen. Die Madeleines danach zum Abkühlen auf ein Kuchengitter legen.

Da die Formen in der Regel wiederbefüllt werden müssen, weil sie nicht so viele Vertiefungen haben, die Hitze wieder auf 230 Grad erhöhen. Den Backvorgang wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist.

Gerüchteweise habe ich gehört, Madeleines würden sich in einer gut schließenden Dose einige Tage halten. Bei uns hatten sie diese Chance allerdings nicht ...




Kommentare :

  1. Oh wie toll! Meine Form müsste auch mal wieder genutzt werden... ER würde sich sehr darüber freuen :D
    Vielleicht mache ich das mit Orangen nach, könnte auch klappen, oder? Ich bezweifel, dass ich hier Bergamott finde :/

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    1. Es geht sicher auch mit anderen Zitrusfrüchten, aber es ist halt dieses ganz spezielle Aroma, das die Madeleines zu etwas Besonderem machen.
      An Pomeranzen (BItterorangen) kommst du auch nicht? Das wäre nämlich sicher auch einen Versuch wert.

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    2. Ich versuche es mal... Vielleicht fahre ich mal in die Stadt, da ist der Markt ja riesig :D

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    3. Also ich find schon, dass solche außergewöhnlichen Sachen das Leben schöner machen. ;)

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  2. Liebe Susi, die schauen perfekt aus und haben ganz sicher so geschmeckt.
    Eine Bergamotte hab ich ja noch,....und bin immer noch nicht sicher was ich damit machen kann.
    Ein Madeleine Blech hab ich leider nicht :-(

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    1. Ich werde dich gespannt verfolgen, was aus der Motte wird. ;)

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  3. Gespeichert - habe noch Bergamotten übrig; und eine Madeleine-Form vor Jahren aus dem Urlaub mitgebracht.

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    1. Ich finde dieses Rezept wirklich sehr nachbackwürdig. Ein ganz feiner Duft nach Bergamotte, nicht zu parfumiert, echt toll.

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  4. Das ist sowas von gemein! ;-) Da postest du ein Bergamottrezept anch dem anderen und ich kann nur hier sitzen und zusehen - bin beslang nicht fündig geworden (und eine Madeleineform habe ich auch nicht *schmoll*).

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    1. Na ja es wird hoffentlich andere feine Sachen bei dir in der Nähe geben. ;)
      Vor allem die Sache mit der Form dürfte lösbar sein. :)

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  5. Ich schließe mich meiner Namensvetterin Eva, der Kochpoetin, voll und ganz an....es ist so was von gemein! :-) Denn auch ich habe beides nicht. :-(

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    1. Ich verschicke durchaus auch Care-Pakete an Bedürftige! :)

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    2. So war das nicht gemeint! :-)

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    3. Das Angebot war aber ernst gemeint. ;)

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  6. Als grosser Fan von Zitrusfrüchten sollte ich endlich mal meine Bildungslücke schliessen und erfahren, wie Bergamotte schmeckt - ich begebe mich auf die Suche --->>>>

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    1. Na sie schmecken so wie Earl Grey Tee riecht. ;)
      Was ich mich bis jetzt noch nicht getraut habe, war Bergamotten in nicht-süßem Essen einzubauen. Das wird morgen aber geschehen. Mal schauen, ob das gut oder zum Davonrennen sein wird.

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  7. Mit den Madeleines ist es bei uns genau dasselbe - weg, sofort, ratzputz ;-) Bergamotte ist eine interessante Zutat!

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    1. Gell, die sind tückisch. Gerade, weil sie so klein sind. Da denkt man sich leicht, na eh nur ein so ein kleines Ding. Und auf einmal sind alle weg und keiner ist es gewesen. ;)

      Mit Bergamotte teste ich mich gerade durch, was geht und was nicht. Es ist meine erste Begegnung mit dieser Frucht.

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  8. Oh, die sind aber auch hübsch geworden :-) hab ich dich angesteckt? :-D
    Deine Form gefällt mir... die ist viel tiefer als meine. Meine ist sehr flach und dadurch finde ich es echt schwierig, genau die richtige Menge Teig einzufüllen.

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    1. Liebe Britta, ich habe deine Teststrecke schon entdeckt und werde, nachdem ich ja nun eine Form habe, fleißg nachbacken.
      Diese Form ist auf jeden Fall tiefer als meine vorherige. Im Originalrezept war auch angegeben, dass man mehr Madeleines aus dieser Teigmenge machen kann.

      Ich warte schon gespannt, welche Madeleines bei dir noch kommen werden. :)

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