Donnerstag, 20. März 2014

Welsfilet in Dillsauce

Wir waren ja letztens ein paar Tage auf Thermenurlaub. In Ostösterreich sind wir in der glücklichen Lage, direkt an einer Thermenlinie zu leben, das heißt, das warme Wasser, meistens gesundes warmes Wasser mit Heilwirkung, sprudelt an vielen Stellen aus dem Boden. Daher gönnen wir uns in der kalten Jahrezeit jedes Jahr einige Tage in so einer Therme.

Dieses Jahr war ich mehr als angenehm überrascht über das Essen, dass in St. Martin auf den Tisch kam: Alles produziert von regionalen Bauern, die meisten davon von Slow Food empfohlen: Die Frühstückssemmerln bringt der Bäcker aus dem Nachbarort, da drauf kann man sich Marmelade vom Stekovics tun, dazu trinkt man Biosäfte. Zum Menü am Abend gibt es Wein aus dem Burgenland, Gemüse und Fleisch ebenso, und es kommen nur heimische Süßwasserfische auf den Teller. Ich hatte das Glück, einmal Wels essen zu können.

Hier hatte ich ja geschrieben, dass es meine Wels-Premiere war und da konnte mir die Marktfrau heimischen Zuchtwels als heimischen Fisch andrehen. Aber jetzt nimmer! Aus die Maus. Ich weiß jetzt, wie heimischer Wels ausschaut. Den anderen mit dem roten Fleisch dürfen deren Hersteller selber essen. Keine Rede von "schmeckt derb", wie ich es in dem anderen Posting geschrieben habe. Der Wels aus dem Neusiedler See schmeckt ganz fein! Man muss aufpassen, dass man ihn nicht mit anderen Zutaten erschlägt, damit der zarte Geschmack durchkommt. Und das ist mir hier gelungen!

Fast weißes, ganz zart rosa marmoriertes Fleisch hat der Wels aus dem Neusiedler See.

Welsfilet, hier ca. 400 g
Butter und geschmacksneutrales Öl zum Braten

1 Tasse Basmati-Reis
1 Mokkalöfferl Safranfäden (gibt es auch aus dem Burgenland)
1 TL Butter
1 EL Berberitzen (sehr gut sichten vor der Verwendung, denn da können üble Stacheln drinnen sein)

3 TL Butter
2 TL Mehl
1/8 l Gemüsefond
1 Schuss Weißwein
1/8 l Schlagobers
1 El grober Senf (Rotisseur-Senf)
einige Zweige Dill, Dillspitzen abgezupft und gehackt
Salz
Pfeffer
Zucker

Den Reis mit der eineinhalbfachen Menge Salzwasser zustellen. Die Safranfäden im Mörser zermörsern, mit wenig Wasser aus dem Mörser lösen und zum Reis geben.

Für die Sauce 3 TL Butter erhitzen, das Mehl darin anschwitzen. Wein dazugießen und verkochen lassen, dann Gemüsefond und Schlagobers dazugeben und unter ständigem Rühren reduzieren. Senf, Salz, Pfeffer und1 Prise Zucker dazugeben. Vom Feuer ziehen.

Den Fisch in 2 Stücke schneiden. Öl erhitzen, Wels einlegen, Butter dazugeben und den Wels immer wieder mit der geschmolzenen Butter überziehen. Nach 5 min. die Pfanne vom Feuer ziehen, Deckel drauf und den Fisch so fertig garziehen lassen - dauert noch einmal um die 5 min..

Die Butter in einem kleinen Pfännchen erhitzen, Berberitzen darin sanft anschwitzen.
Die Sauce erwärmen und die Dillspitzen unterziehen.

Alles anrichten und essen.





Und damit bin ich für alle Zeiten mit Wels versöhnt. Ein wirklich ganz exzellenter Fisch, der übrigens auch zum unterstützenswerten Event von Peggy Schatz schwimmen darf!


Kommentare :

  1. Schön, dass er noch eine Chance bei dir bekommen hat und du nun mit ihm versöhnt bist.
    Sieht auch köstlich aus zusammen mit dem Safranreis und dem feinen Sößchen!

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    1. Gut, dass ich ihm die Chance gegeben habe, denn Wels schmeckt echt gut!

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  2. Sieh das lecker aus und das zur Frühstückszeit. Sehr fein. Da weiß ich ja, was demnächst bei uns auf den Tisch kommt.

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    1. Würdest du wirklich Fisch zum Frühstück essen? Das würde ich gar nicht können.

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    2. Natürlich nicht, so habe ich es nicht gemeint. Ich habe deinen Post aber zur Frühstückszeit geöffnet.

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    3. Ach so! Also es gibt schon Leute, die so etwas zum Frühstück essen können, aber ich gehöre auch nicht dazu. :)

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  3. wels - ist echt ein toller Fisch!

    Rezept klingt klasse!

    lg Netzchen

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  4. Wels habe ich noch nie gegessen, nur mal einen gestrandeten am Lieblingsbadesee gesehen. Der war riesig und schaute nicht besonders freundlich aus. ;-) Ich hätte dennoch gern von deinem Teller ein Stück stibitzt!

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    1. Liebe Eva, wir hatten viele Jahre Aquarien und meine absoluten Lieblinge waren Welse. Und auch wenn die selbst im Aquarium grimmig ausgeschaut haben, war ich Welsen aller Art verfallen. Damals hätte ich keinen Wels essen können. Aber man ändert sich ja laufend und ich habe jetzt gar kein Problem mehr damit. :)

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  5. Ich darf zwar keinen Fisch essen, aber das Foto sieht wirklich toll aus!
    Ich schicke Dir, wie beim letzten Mal schon, den Italiener vorbei, der würde das sowas von genießen :D

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    1. Italiener sind immer willkommen an unserem Tisch. :)

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  6. Im Burgenland gibt es Safran? Man lernt doch nie aus!

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    1. Ja, sogar sehr guten: http://www.pannonischer-safran.at/ Wir haben mittlerweile aber noch mehr Safranbauern in Österreich, die kenne ich aber alle nicht, nur diesen da.

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  7. Dürfen halbe Italiener auch kommen? Also ich? ggg
    Schaut verboten gut aus, aber ich wundere mich grad über roten Wels, meiner den ich hatte war auch nicht rot und den hatte ich offen in der Fischabteilung beim Merkur gekauft, war dann wohl auch kein gezüchteter hurraa!
    Was gut ist, ich hab noch einen eingefroren davon ;-)

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    1. Natürlich kannst du kommen!
      Sina,ich kenne mich nicht wirklich aus mit Wels, weil ich bis vor 3 Jahren gar keinen gegessen habe, meine Annäherung erfolgt in wirklich kleinen Schritten. Ich kann nur sagen: Der, den man auf dem Foto sieht, ist aus dem Neusiedler See. Woher der vom Merkur ist, weiß ich nicht. Vielleicht gibt es ja auch guten Wels aus vernünftigen Zuchten?

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  8. Was für ein schöner Wels. Die Zuchtviecher haben ja ein viel zu dunkles, fast rotes Fleisch (jedenfalls die, die es hier gibt). Und er sieht auch noch jung aus. Köstlich!
    Herzlichst Toettchen

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    1. Hallo Toettchen,
      mich hatte schon der im Urlaub gegessene Wels versöhnt. Und nun weiß ich auch, dass ich den selber genau so gut zubereiten kann. :)

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  9. Besten Dank für das leckere Saucenrezept! Es wandert geradewegs in die Rezeptsammlung ☺ Die Sauce ist nicht nur schnell gemacht, die passte auch wunderbar zu den Pfannenkartoffeln und überdeckt den Fisch nicht.

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    1. Danke für das schöne Kompliment! So etwas freut mich immer sehr. :)

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