Montag, 19. Mai 2014

Foodbloggercamp 2014 - Foodvie

Dani Terbu und Nina Mohimi, bekannt als The Coolinary Society, luden zum dritten Mal ins Palais Sans Souci zum Foodcamp. Für mich war es das erste Mal, dass ich dabei sein konnte. Kurz zusammengefasst: Es war überwältigend!

Und jetzt nehme ich alle, die es interessiert und die nicht dabei sein konnten, einfach mit und berichte über das Foodcamp.


Gleich beim Eingang der beeindruckende Zeitplan: Über das ganze Palais verteilt fanden parallel viele Sessions statt. Für einige musste man angemeldet sein, andere waren offen und ein Einstieg war jederzeit möglich.
Die beiden Organisatorinnen, links Dani, rechts Nina. Danke, ihr zwei, ihr habt großartige Arbeit geleistet.

Nachdem offenbar letztes Jahr die Stromversorgung zusammengebrochen war, stand dieses Jahr sogar ein Stromaggregat vor dem Palais. Dafür versagte dieses Jahr der Abfluss, was für uns Teilnehmer aber nur dadurch ersichtlich war, dass Schläuche aus dem Palais hinausführten - der Ablauf der Sessions lief weiter, als wäre genau gar nichts geschehen.











Ganz besonders hervorheben möchte ich den ununterbrochen im Einsatz stehenden Barista. Normalerweise trinke ich kaum Kaffee und wenn, dann nur Espresso. Beim Foodcamp habe ich meinen Halbjahresverbrauch auf einmal erledigt, erstens wegen des wirklich guten Kaffees und zweitens wegen der wunderbaren Muster, die auf den Kaffee gezaubert wurden. Also musste ich - ich musste wirklich, ich hatte einfach keine Wahl - auch auf Kaffee mit Milchschaum umsteigen, um jedes Muster, das möglich war, kennenzulernen.
Meine erste Session war das Kochen von persischem Reis. Die Köchin, die hier gebannt in den Reistopf schaut, ist Parvin Razavi, eine Österreicherin mit persischen Wurzeln. Immer schon hatte ich die Reiskochkünste der Perser bewundert, besonders die Knusperkruste finde ich so toll. Und nun konnte ich selber lernen, wie man das macht.

Den Reis (Langkorn) wäscht man zuerst, dann weicht man ihn eine Stunde in Salzwasser ein. Danach wird er abgeseiht und in sehr viel kochendem Salzwasser zwei, drei Minuten sprudelnd gekocht, danach wieder abgeseiht.

Ja, das wird wirklich Reis.
Ganz unten in den Reiskocher kommt neutrales Pflanzenöl, darauf verteilt man in 1/2 cm dicke Scheiben geschnittene Erdäpfel, salzen. Im Mörser wird Safran mit etwas Zucker zu einem feinen Pulver gemahlen, dieses Pulver wird mit heißem Wasser vermischt, ein Teil dieses Wassers kommt auf die Erdäpfelscheiben. Darauf kommt dann der vorbereitete Reis. Ein Schuss Wasser und noch einmal ein wenig Öl dazu, Geschirrhangerl drauf, mit dem Deckel zudecken, Reiskocher auf die gewünschte Krustenbräune einstellen und warten, bis sich der Reiskocher von selbst abschaltet.




Das fertige Wunderwerk: Der Reis kommt auf einen Teller oder in eine Schüssel. Ein kleiner Teil vom Reis wird mit dem restlichen Safran-Zucker-Wasser vermischt, kommt auf den normalen Reis drauf. Oben drüber werden Berberitzen (aussortiert, eingeweicht, ausgedrückt, in Öl angeschwitzt, mit wenig Zucker gewürzt), eingeweichte Rosinen und Pistazien gestreut.






Die tolle Knusperkruste: Die Erdäpfel sind wirklich schön geworden. Es wundert mich gar nicht, dass sich alle Perser so um diese Kruste reißen.

Es gibt natürlich auch die Variante, dass man nur eine Reiskruste macht. Parvin hat beide Varianten gemacht, außerdem noch den Neujahrsreis mit dicken Bohnen. Es würde aber den Rahmen sprengen, wenn ich alles so genau beschreiben würde.

Das Schneidbrett kennt man in Österreich schon gut: Die Bloggerin Alexandra Palla vom roughcutblog hat es erfunden.



Das war ein wirklich köstliches Linsencurry - ein riesiger Topf, den Jürgen vom Blog goldschwarz mit etlichen MitstreiterInnen gekocht hat. Das Curry passte auch sehr gut zum persischen Reis.












Mein Weg führte mich hinauf unter das Glasdach, wo der Fotoworkshop stattfand.  Eva Fischer berichtete über Kamera- und Bildführung, Lichtgestaltung, Einsatz von Requisiten, Erzählen von Bildergeschichten und schlussendlich gab es Tipps, wie man ein Foto richtig gestaltet. Auf dem Foto links sieht man die Zutaten für das perfekte Foto.

Und das war dann die Gestaltung. Aus mir wird nie ein Fotoprofi, weil ich hätte das Tischtuch gerade gezogen, Geschirrhangerl und Etikett weggeräumt und das Essen in die Schüssel getan, statt auf dem Tisch verteilt ...

Veganes Kochen: Ein kleiner Snack, der hervorragend ausgeschaut hat, aber der war so schnell weg, dass ich leider nichts davon ergattern konnte.


Hier entstehen vegane Wraps, die gefüllt waren mit diversen Gemüsen.

Das hier war toll: Im Airfryer Sous Vide gegartes Filet, dazu ebenfalls in einem Airfryer gebackene Knödel, das Paprikaschäumchen kam aus einer iSi. Man brauchte tatsächlich kein Messer, um das Fleisch zu zerschneiden. Ein Gaberl reichte vollauf!
Hier die Juristin Frau Dr. Braun, die über die rechtliche Situation vom Foodbloggen referierte. Es war nicht sehr viel Neues dabei, mir ein wenig zu verwaschen, aber es ist wohl sehr viel einfach noch nicht ausjudiziert, um präzisere Angaben zu machen, zum Beispiel wann ein Blog so groß ist, dass keine Offenlegungs- sondern eine Impressumspflicht besteht.
Auf meine Nachfrage wegen Schleichwerbung kam allerdings eine sehr klare Antwort: In Österreich ist die ebenso verboten wie in Deutschland. Also liebe Kolleginnen und Kollegen, lasst auch nicht drauf ein, einen Link zu setzen, dafür eine "Entschädigung" zu bekommen und so zu tun, als wäre man von selber drauf gekommen, dass die genannte Firma ach so toll ist. Ich weiß, dass die Agenturen das oft gern hätten, weil laufend solche Anfragen kommen, aber eigentlich sind sogar solche Anfragen unzulässig, wie ich nun weiß.

Der Link zur Hompage von Frau Dr. Braun mit einer Zusammenfassung dessen,was sie erzählt hat: click


Ein ganz witziger Workshop wurde von Peter Putzer vom Blog Mundschenk abgehalten: Spherification for fun & profit. Ich weiß jetzt nicht, wie das mit dem Profit laufen soll, aber man kann auf jeden Fall dafür sorgen, dass die Herstellerfirmen von den ganzen Sachen, die man für Molekularküche braucht, gut Profit machen. Das Gerät, das man links im Bild sieht, kostet um die 100,- Euro und dient dazu, dass man viele kleine Perlchen machen kann.

Bei Peter wird nicht nur gekleckert, sondern auch geklotzt: Ein Gin Tonic in Kugelform. Und diejenigen, die sich gleich ein paar Kugeln einverleibt haben, hatten danach so ein gewisses Lächeln im Gesicht ... ;)

Ja, Kuchen ... Ich weiß nicht, wer ihn gebacken hat, auch nicht, wie er geschmeckt hat. Es ging immer so flott, dass etwas wieder weg war, das glaubt man nicht!



Hier wurde unter Anleitung von Toni & Bene vom Blog you are hungry gewurstet.

Hier werkt Vanessa vom Blog van portrait kitchen. Hast du gut gemacht, meine Liebe! Ich durfte kosten und die Würscht waren sehr gut.

Frau Elisabeth Fischer erklärt die Zubereitung von Tofu - Sojamilch wurde selbst gemacht, dann braucht man nur noch Nigari-Flocken und ein wenig Wasser, 6 x mal nach links und 6 x nach rechts rühren, die Bewegung in der Flüssigkeit mit einem breiten Löffel stoppen, abseihen, pressen, dann ein wenig Geduld und der Tofu ist fertig.


Für mich war hier Ende des Foodcamps. Es hätte noch einen Workshop gegeben, wie man Drinks richtig mixt und ich bin sicher, es war noch sehr lustig, aber ich war müde, die Füße haben weh getan, ich war streichfähig.

Versäumt habe ich einen Pasta-Workshop, Weinsensorik, Katharina Seiser von esskultur, die erklärt hat, wie man ein Kochbuch schreibt, glutenfreies Backen, einen Vortrag über Alpenlachs, die Herstellung von Smoothies aus Wildkräutern, Google Analytics, Word Press, Suchmaschinenoptimierung, Web Master Tools, etwas darüber, was in keinem Media Kit fehlen darf, ein Regisseur wäre noch da gewesen - also ich habe mehr als die Hälfte versäumt, was mir sehr leid tut, aber ich kann mich nicht zersprageln. Am liebsten hätte ich alles gehört, doch es hat nicht sollen sein.

Dann kam ein Goodie Bag zum Abschied ... Ich war baff. Und hab zum Telefon gegriffen, um meinen Abschleppdienst zu rufen, denn allein hätte ich es nicht geschafft, meinen Airfryer nach Hause zu tragen! Und noch ein prall gefülltes Sackerl mit diversen anderen Sachen, die ihr auf dem Foto seht und sicher demnächst alle auf dem Blog finden werdet.

Noch mehr Beiträge:

Falls ich noch Beiträge vergessen habe, bitte mir verraten, ich trage sie gern in die Liste ein!

Kommentare :

  1. Echt? Unglaublich! Ein Airfryer im GoodieBag?? Ich bin baff und neidisch ;)
    Der Rest vom GoodieBag schaut auch gut aus. Doeser schöne Suppenlöffel...

    Und das Camp hatte wirklich schöne Thema! Ich muss auch dringend mal...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jaaa, das Camp war so genial! Tolle Vortragende und tolle Köchinnen und Köche, die uns erklärt haben, wie man was angeht. Die beiden Veranstalterinnen haben mit dem Camp das größte im deutschsprachigen Raum auf die Beine gestellt und die Latte sehr hoch gelegt. Ich glaub, das macht ihnen nicht bald jemand nach.

      Löschen
  2. Wow, ich kann gut verstehen, dass du "streichfähig" warst, meine Aufnahmekapazität wäre schon viel früher erschöpft gewesen. Danke für's Berichten! :-) Ich habe ganz gespannt gelesen!
    Und, ähm, ist der Airfryer nicht auch irgendwie Schleichwerbung? ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. *lach* Nein, nicht Schleich-, sondern ganz offensichtliche Werbung. Das darf ich! ;)

      Löschen
  3. Wie toll... da wäre ich auch gerne dabei gewesen!!! Besonders die persischen Reissachen hätten mich brennend interessiert :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jaaaa, als ich gelesen habe, wer den persischen Reis kochen wird, habe ich keine Sekunde gezögert, welche Session meine liebste werden wird. Und sie wurde es tatsächlich.

      Löschen
  4. Das klingt nach einem tollen Wochenende.. ich muss auch mal.
    Gespannt bin ich, was du zu dem Airfryer sagst. Ich hatte mal einen zum Testen und war so wenig besgeistert, dass ich mir ein Posting dazu gespart habe......

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ui! Das klingt jetzt nicht so prickelnd. Ich hab gestern schon ein Steak hinein getan und NT gegart, danach angebraten. Das war sehr gut!
      Der Fritten-Test steht noch aus.

      Löschen
  5. Alte scholli - da wurde wirklich was geboten. Klingt spannend, interessant und als ob man/frau/foodie was versäumt hätte. Zum Schmunzeln hast du mich mit deinem *Abschleppdienst* gebracht :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es war so toll! Es gab wohl auch sehr viel mehr Anmeldungen als es Plätze gab. Ich denke, wenn man da einmal dabei war, dann will man immer wieder ... Hoher Suchtfaktor!

      Löschen
  6. Wahnsinn! Du hast richtig viele Sessions geschafft. Sehr gut organisiert.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gell! Ich bin auch ganz stolz auf mich, dass ich richtig viel mitnehmen konnte. Ich bin einfach nach jeder Session zum "dem" Spiegel gedüst und hab geschaut, was jetzt grad gehen würde.

      Löschen
  7. Danke für den tollen Bericht Susi, als ob man selbst dabeigewesen wäre.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Aber gern doch! Wenn du doch so weit weg gewesen bist in der Zeit. :)

      Löschen
  8. sehr interessant, dein bericht - danke!

    bitte bleib deinem fotostil treu. bei mir muss das tischtuch auch glatt sein. ;-)
    diese unmöglichen sperrmüll- und alttextil-fotos mit dem food-gekleckse sind sowas von schrecklich.

    der kuchen sieht mir sehr verdächtig nach einer galette aus. ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Na ja mein Fotostil ist durchaus noch ausbaubar - auch wenn man die Tischtücher dabei nicht in Falten legt.

      Ja, der Kuchen war eine Galette, und nachdem ich nachgelesen habe bei anderen BloggerInnen: glutenfrei! Denn zu dem Thema gab es auch einen Workshop.

      Löschen
  9. das hört sich ja sehr interessant.... aber irgendwie bin ich dann nie in Wien..... aber dein Bericht vermittelt eingen guten
    Einblick. Ein Foto-Workshop wäre schon sehr interessant. Viel Spaß mit deinen Goddies.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Leider hilft es wenig, nur zu der Zeit in Wien zu sein, denn die Plätze sind sehr begehrt (jetzt weiß ich, wieso das so ist ;) ) und man muss sehr schnell beim Anmelden sein, wenn man einen ergattern möchte. Daher war es bei mir auch erst das erste Mal, das ich es geschafft habe dabei zu sein.

      Löschen
    2. und wie erfährt man, wo man sich wann anmelden kann?

      Löschen
    3. Auf der Homepage von Dani und Nina steht es als erstes. Ich weiß nicht, ob es einen Newsletter gibt, am besten nachschauen. Dieses Jahr habe ich es auch nur durch Zufall zum richtigen Zeitpunkt entdeckt und konnte mich rechtzeitig anmelden.
      Bist du auf Facebook?

      Löschen
    4. danke für den Tipp, auf facebook bin nur privat.

      Löschen
    5. Falls du magst, du findest mich dort als Susi Turbohausfrau. :)

      Löschen
  10. Danke für den interessanten Bericht - da wäre ich auch gerne dabei gewesen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es war wirkliche eine tolle Veranstaltung. Hoffentlich schaffe ich es im nächsten Jahr wieder.

      Löschen
  11. . . . ich bin ganz blass vor Neid ;O) . . . mei, ich wär auch gern dabei gewesen . . . des hört sich alles ganz wunderbar an!!!
    Jetzt weiß ich wenigstens das es so was gibt!!!
    Gruß Doris

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Doris, dich würde ich wirklich gern kennenlernen. Vielleicht magst du ja im nächsten Jahr dabei sein?

      Löschen
  12. Liebe Susi, danke fürs Verlinken, danke für den tollen Bericht und danke fürs nette Kaffeetratscherl ;-) geschmeidige Grüße aus Salzburg Claudia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du Liebe, es hat mich sehr gefreut, dass ich dich kennenlernen durfte!
      Dein wunderbar klingender Name war mir ja ein Begriff, nun hab ich auch den passenden Menschen dazu. ;)

      Löschen
  13. wuuuuuuuuuuuuut? wo gab es denn bitte die wraps? ich hab ja wirklich gar nix mitgekriegt!!!

    lg

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hihi! Ach, ich hab auch so viel verpasst!
      Die Wraps gab es dort, wo es das Curry und den Reis gab. ;)

      Löschen