Dienstag, 9. Dezember 2014

Knusper + Frucht

Vor ganz kurzer Zeit ist ein neues Kochbuch erschienen, geschrieben von der Foodbloggerin Claudia Schmidt von Fool For Food. Sie hat haargenau ein Thema erwischt, das derzeit auch das meine ist, nämlich Crumbles & Crisps, erschienen im Bassermann Verlag. Bis gestern war Sperrfrist, also ich konnte noch nicht drüber schreiben, aber backen konnte ich schon. Und das habe ich auch ausgiebig gemacht. Mit dem Erfolg: Man kann einfach nicht aufhören, wenn man einmal mit Crumbles angefangen hat. Freunde wurden mit Crumbles beglückt, eine Nachbarin, die zum Kaffeetrinken da war, die Familie und natürlich der Turbohausmann. Alle waren sie ganz angetan.

Beerencrisp mit Geist

Außerdem habe ich wieder dazugelernt, denn mir war vorher nicht klar, was eigentlich der Unterschied zwischen Crumbles und Crisps ist. Beides kenne ich als Obstkuchen ohne Boden, um es jetzt einmal ganz simpel auszudrücken. Oben drauf ist aber kein Kuchen-Deckel, sondern Streusel. Nun weiß ich, die britische Variante ist Crumble, die amerikanische Crisp. Die amerikanischen Crisps sind mit mehr Butter gemacht und haben öfter auch Nüsse im Streusel. Schmecken tun beide Varianten, wobei ich es sehr gern mag, wenn Nüsse im Teig drinnen sind und der Gegensatz zu den weichen Früchten in der Textur mehr herauskommt.


Birne Helene-Crumble mit Schokosauce

Was fast immer noch dabei ist: eine dritte Komponente, die meist kalt bis sehr kalt ist: Joghurt, Creme Fraiche, Schoksauce, Vanillesauce, Eis. Und ich finde, das macht das Vergnügen dann perfekt. Heiß und kalt und fruchtig und weich und knusprig - ein kleines süßes Geschmacksuniversum mit jedem Bissen.

Noch dazu sind die Bröselwunder recht schnell fertig. Perfekt für ungeduldige Menschen. Während der Ofen aufheizt, werden Obst und Streusel vorbereitet, beides kommt für etwa eine halbe Stunde ins Rohr, da kann man inzwischen Tee oder Kaffee oder was immer vorbereiten, dann kann man sich schon ins Vergnügen stürzen.

Soll ich was kochen? Oder noch eine Weile herumschwärmen? Okaaaaay, ich kenne die Antwort!
Generell habe ich die Zuckerangaben halbiert, die Rezepte aber in Originalmenge aufgeschrieben. Wie süß man es mag, weiß eh jeder selber am besten.


Beeren-Crisp mit Geist
1/2 kg Beeren (ich: Him- + Brombeeren TK)
3 EL Staubzucker
2 TL Vanillezucker
1 TL Maisstärke
1 EL Himbeergeist (Kirschgeist geht auch)
Butter für die Form

100 g Butter
80 g Zucker
25 g zarte Haferflocken
100 g Mehl
1 Prise Salz
30 g gehackte Pekannüsse

griechisches Joghurt (oder Schlagobers)

Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Frische Beeren waschen und verlesen, das ist bei mir weggefallen. Ich habe meine tiefgekühlten Beeren einfach mit Staubzucker, Vanillezucker und Maizena vermischt und Himbeergeist drübergeleert. Für die Streuselmasse Butter, Zucker, Haferflocken, Salz, Mehl und gehackte Nüsse verkneten. Beeren in gebutterte Förmchen füllen, Streusel drüber verteilen, 20 - 25 min. backen.

Mit ungesüßtem Schlagobers oder griechischem Joghurt servieren.

Was es dazu zu sagen gibt: Bei mir wurden es 6 Schälchen voll, aber die wurden dennoch alle von vier Personen verputzt, also stimmt die Mengenangabe von 4 Portionen! Die Backzeit musste ich auf 35 min. erhöhen. Geschmacklich ein Hit!



Birne Helene-Crumble
2 Birnen
2 EL Butter
2 EL Honig

100 g kalte Butter
150 g Mehl
60 g Zucker

Schokosauce:
200 ml Wasser
125 g Zucker
40 g Kakaopulver
30 g Zartbitterschokolade, gehackt

Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Die Birnen schälen (das steht nicht im Kochbuch, aber ich hatte welche mit recht fester Schale), halbieren und das Kerngehäuse herausstechen. Birnen in eine großzügig gebutterte Form legen, Schnittfläche nach unten,  10 min. backen.  Dann wenden, Honig drüberleeren, noch einmal 6 min. backen. Aus dem Ofen nemen und leicht überkühlen lassen.
Während die Birnen backen, kann man die Schokosauce zubereiten: Wasser und Zucker aufkochen, 5 min. köcheln lassen, Kakaopulver einrühren, noch einmal aufkochen. 10 min. überkühlen lassen, dann die Schokolade unterrühren. Abkühlen lassen.
Streusel zubereiten: Butter grob raspeln, mit Mehl und Zucker verkneten. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und im Backrohr 8 - 10 min. backen, bis die Streusel goldbraun sind.

Birnen auf Dessertteller legen, Streusel drüber verteilen. Mit der Schokosauce servieren.

Was es dazu zu sagen gibt: Die Nachbarin war begeistert! Sie meint, ein richtiges Damen-Dessert. Auf jeden Fall passt auch hier die Mengenangabe, dito die Backzeit.


Apfel-Cranberry-Crisp
3 säuerliche Äpfel
50 g frische oder gefrorene Cranberries
40 g Zucker
1/4 TL Zimt
Butter für die Form

100 g Mehl
100 g gemahlene Mandeln
90 g brauner Zucker
10 g Vanillezucker
125 g kalte Butter

Topping: Creme fraiche (ich: Sauerrahm)

Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Äpfel schälen, vierteln, entkernen, in ca. 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Mit Cranberries, Zucker und Zimt mischen, in der gefetteten Form verteilen. Mehl, Mandeln, Zucker und Vanillezucker mischen, mit der Butter verkneten, über dem Obst streuselig verteilen. 30 - 40 min. backen.

Was es dazu zu sagen: Zum dritten Mal in Folge in Volltreffer.


Und unterm Strich? Ein perfektes Kochbuch für diese Jahreszeit: heiße Früchte, süß, mit warmen Streuseln drüber. Genau das, was man braucht, wenn man aus der Kälte reinkommt. Wärmt auch die Seele!

Was mir gefallen hat: Es sind Grundrezepte angeführt, die man auch sonst brauchen kann wie z. B. die Schokosauce, genau so findet man Vanillesauce im Kochbuch, die ich aber noch nicht nachgemacht habe, aber die sehr vielversprechend klingt.

Nice to have: Vegane und glutenfreie Alternativen finden sich am Ende des Buches. Alle Streusel können durch die veganen bzw. glutenfreien Varianten ersetzt werden, was ich immer praktisch finde, wenn entsprechender Besuch zum Essen kommt.

Ein Rezeptregister ist da, eine separate Auflistung nach Früchten findet sich auch, sodass man sich im Buch gut zurecht findet. Mit 77 Seiten ein handliches Format.

Danke an den Bassermann-Verlag für das Belegexemplar und vor allem danke an Claudia Schmidt für's Schreiben!

Kommentare :

  1. Die Verlage haben die Foodblogs entdeckt - her mit den Kochbüchern!! :-) Schöne Rezension! Liebe Grüße vom Mädel

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    1. Na alle Verlage nicht. Aber einige und ich freu mich sehr drüber.
      Danke für die Blumen. :)

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  2. Klingt sehr gut und so ein Crumble bei dem Wetter - perfekt! Ist total an mir vorbei gegangen, das Buch. Muss ich jetzt dringend mal einen Blick rein werfen. Bis dahin gibt es heute erst mal Apfel-Cranberry-Crumble - hab alles im Haus :D

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    1. Genau das ist das Feine: Man hat bald einmal alles im Haus und so ein Crumble ist im Nu gemacht.

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    2. War sehr gut! Und ER hat noch Nachschlag verlangt :D

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    3. Das freut mich sehr, liebe Sandra!
      Vor allem, wenn jemand, der so verwöhnt ist von deinen Cookies, dann Nachschlag verlangt.

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  3. Das Buch liegt hier auch, und der Apfel-Cranberry-Crisp hat seinen Weg schon in unsere Mägen gefunden - einfach klasse!

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    1. Freut mich, dass wir auch bei Crumbles und Crisps offenbar denselben Geschmack haben. :)

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  4. da knuspert es aber ganz wunderbar vom bildschirm heute.
    mit einem applecrumble (oder auch lauwarmen apfelstreuselkuchen) mit vanilleeis würdest mich jetzt direkt auf wolke sieben befördern. ;-)
    ein kochbuch nur für crumbles und crisps - was es nicht alles gibt. ;-)

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    1. Mein Tiefkühler ächzt gerade vor Überfüllung, daher gibt es derzeit kein Vanilleeis im Haus. So hatte ich Gelegenheit, die anderen Toppings zu probieren, weil bisher gab es bei uns auch immer Vanilleeis zu Crumbles.

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  5. Ich bin auch ein Fan von Nüssen drin. Das Buch ist sicher super, Claudia ist auch eine tolle Köchin und die Rezepte bestimmt durch die Bank weg gut.

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    1. Die Nüssen knuspern noch einmal zusätzlich, gell?
      Claudia hat diese ganzen typisch britischen Sachen im Griff, kommt mir vor. Da schau ich immer zuerst bei ihr, wenn ich so etwas kochen möchte.

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  6. Ich lese ja keine Kochbuch-Rezensionen von Bloggern mehr (selbst auferlegte Sperrfrist ;-)
    Bei dir konnte ich eine Ausnahme machen, da ich durch Süsskram ja nicht verführbar bin ;-)

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    1. Das denke ich mir vor allem bei Magentratzerl-Susanne immer, dass ich da nicht mehr reinschaue, aber ich kann es dann doch nicht lassen. ;)
      Wie kann man ohne Süßkram leben? Um Himmels Willen! :o

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  7. Oje, ich muss mich outen. Ich habe noch nie Crumble gemacht und ich weiß nicht, ob sich das in näherer Zukunft ändern wird. ;-) Ich gehöre da eher zu der geduldigen Sorte...

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    1. Deine Torten sind natürlich eine ganz andere Kragenweite, da kann Crumble nicht damit konkurrieren.

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    2. Das war jetzt überhaupt nicht "überheblich" gemeint! Wenn sie doch bloß schon fetig wäre, wir hatten schon eine gefühlte Ewigkeit keine mehr...

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    3. Das habe ich auch nicht als überheblich aufgefasst, meine Liebe. ;)

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  8. Crumble geht immer, insofern hört sich das Buch für mich auch interessant an! Einerseits. Andrerseits- schüttel ich die mir meistens so aus dem Handgelenk, je nach Blick in den Vorratsschrank und Speisekammer. Apple-Cranberry, das klingt sehr gut!

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    1. Das ist ja das Schöne an Crumble, dass man es auch einfach aus dem Handgelenk schütteln kann. Wenn man so etwas kann. Ich bin dann eher die, die gern ein Buch in die Hand nimmt, gustiert und dann ein Rezept aussucht. So hat jede ihre Vorlieben. :)

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  9. Schon wieder ein Kochbuch, das ich wohl brauche.....harte Zeiten derzeit für Foodblog-LeserInnen. :-)

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    1. Genau. Da geht es dir genau so "schlecht" wie mir: Dauernd brauchen wir neue Kochbücher. :D

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  10. ich finde ja, Crumble ist ein Dessert, das immer noch geht, auch wenn man schon voll ist...
    ich mache es mir meistens einfach und zerbrösle Amaretti-Kekse und mische zerlassene Butter rein, aber besonders dieses mit Haferflocken schaut mich gut an! Die werden nicht geröstet, gell?

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    1. Das klingt auch gut mit den Keksen.
      Die Haferflocken waren nicht angeröstet, ist aber eine gute Idee, die ich einmal probieren werde.

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  11. Ich liebe Crumble, habs aber bisher nur klassisch gemacht, also Apfel, Streuselchen ohne NÜsse drinnen und Vanille Eis dazu..aber das mit den Beeren...hach!!!!! lacht mich aber sowas von an!

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    1. Das mit den Beeren war echt sensationell! Hat uns allen sehr gut geschmeckt.

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  12. Ich trau mich es gar nicht zu sagen, aber ich hab noch niiiie einen Crumble gemacht *schäm*.
    Das muss ich unbedingt ändern...

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    1. So etwas kann man innerhalb einer halben Stunde ändern. :D

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  13. Crumle ist so eine leckere Sache, die herrlich an einem frostigen Dezembernachmittag passt. Ich muss das unbedingt mal wieder machen.

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    1. Stimmt! Um diese Jahreszeit ist das so fein, wenn man von draußen reinkommt, alles Graue und Nasse und Kalte hinter sich lassen und ganz schnell was Fruchtig-Süßes zaubern kann.

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  14. Unten Obst, oben Streusel - alles frisch aus dem Ofen und dann obendrauf noch eine Kugel Vanilleeis. Zum Niedersinken gut :-)

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  15. Oh, meine Liebe, ich schick dir gerne zwei, drei Teller Suppe, wenn ich jetzt so ein paar von deinen wundervollen Crumblings haben darf!!!
    Hmmm -
    da werde ich doch wohl am Wochenende den Backofen anwerfen müssen!!!
    Eine wundervolle Zeit
    Elisabeth

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    1. Weißt was, wir tun uns zusammen: Erst dein schönes Dal und nachher ein Crumble. Wäre doch was für ein perfektes Wochenende!

      Dir auch alles Liebe!

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