Montag, 30. Juni 2014

Spaghetti Carbonara nach Annemarie Wildeisen

Ein paar Gerichte gibt es, die koche ich immer wieder. Aber gern in immer neuen Varianten, so auch Carbonara.
Nun bin ich stolze Besitzerin eines neuen Kochbuchs, nämlich Meine Expressküche von Annemarie Wildeisen. Mein erstes Kochbuch von ihr und sehr passend dazu, wie ich im Moment koche: schnell! Das Buch ist nicht wie sonst üblich in "Vorspeise, Hauptspeise" usw. gegliedert, sondern danach, wie schnell die jeweiligen Gerichte zu kochen sind. Es gibt Rezepte für die 15-, die 25- und die 35-Minuten-Küche. Die Spaghetti Carbonara sind in der 25-Minuten-Küche eingereiht und die Zeit hat bequem ausgereicht.
Auch sonst finde ich das Buch sehr gut: Die Rezepte sind für vier Personen ausgelegt, aber wir sind ja meistens nur zu zweit. Nun steht unter jedem Rezept, wie man die Mengen für kleinere Haushalte runterrechnet. Bei den Carbonara wäre es für einen Ein-Personen-Haushalt für ungeübtere KöchInnen jetzt nicht so einfach, wie man die 2 Eier für 4 Personen auf die passende Menge anpasst, aber es wird einem immer geholfen in den Kochbuch. Find ich toll, denn das sieht man selten.
Was mir als leidenschaftlicher Gemüseesserin auffällt: Das Buch ist recht Fisch- und Fleisch-lastig. Aber das ist auch kein Wunder, denn Gemüse waschen, putzen, schneiden etc. dauert und passt daher nicht ins Konzept, wenn es schnell gehen muss. Aber ich bin sicher, ich finde in der nächsten Zeit noch ein Rezept aus dem Kochbuch, das vegetarisch ist und mich anlacht.

So, genug geschwafelt. Ich koch jetzt was. :)



Für 2 Personen:
40 g in Öl eingelegte getrocknete Paradeiser
50 g rohen Speck (im Originalrezept dünne Scheiben, ich: am Stück und in kleine Würfel geschnitten)
1/2 Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
1 EL Öl von den eingelegten Paradeisern (ersatzweise Butter)
25 ml Noilly Prat
1/8 l Gemüsefond (hab ich immer in Eiswürfelformen eingefroren)
einige Fäden Safran
Salz
250 g Spaghetti (laut Rezept wären es nur 200 g, aber wir sind verfressen)
75 ml Schlagobers
1 Eigelb
1 TL Öl
(ich: Parmesan)

Salzwasser für die Nudeln zustellen.

Die eingelegten Paradeiser mit einem Stück Küchenrolle gut abtupfen. Paradeiser in feine Streifchen schneiden, die Streifchen halbieren.
Zwiebel schälen und fein hacken.
Knoblauch schälen. Hier bin ich bei der Zubereitung vom Rezept abgewichen: Im Rezept wird der Safran in Streifen zur Sauce gegeben. Die Safranfäden lösen sich aber nicht auf, daher habe ich sie mit einer kleinen Prise Salz und dem Knoblauch im Mörser zermahlen. Dann 1 EL vom Gemüsefond in den Mörser, um die Gewürzmischung vollständig herauslösen zu können.
In der Zwischenzeit hat bei mir das Nudelwasser gekocht, also kamen die Spaghetti ins Wasser.
In einer Pfanne das Öl von den Paradeisern, ersatzweise 1 EL Butter erhitzen. Zwiebel darin glasig andünsten. Paradeiser mit andünsten, mit Noilly Prat, Gemüsefond und der Gewürzmischung aus dem Mörser aufgießen. Auf die Hälfte einkochen lassen.
In einer kleinen Pfanne den Speck im Öl rundherum anbraten.
In der Zwischenzeit Eigelb und Schlagobers gut verrühren.
Die bissfesten Spaghetti abgießen.
Alles andere vom Herd ziehen. Speck und Eigelb-Mischung zu der Sauce geben, schnell verrühren, Spaghetti dazugeben und schwenken bzw. mit zwei Gabeln alles unterheben. Dabei nicht wieder auf eine heiße Platte stellen, sonst stockt das Eigelb.

Die fertigen Nudeln mit frisch geschrotetem Pfeffer und Parmesan bestreuen.




Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Eine sehr feine Variante von Carbonara! Die eingelegten Paradeiser und der Safran ergänzen sich sehr gut. Und der Safran verpasst den Nudeln eine wunderschön gelbe Farbe.




Das Buch ist erschienen im AT Verlag und kann direkt dort oder über meinen oben eingefügten Link bestellt werden. Ich erhalte weder vom Verlag etwas bezahlt noch vom verlinkten Buchhändler noch von sonst irgendjemandem für das Vorstellen des Buches, daher muss ich es wahrscheinlich nicht dazusagen, es sich um meine eigene Meinung handelt, die ich hier vertrete. ;)

Freitag, 27. Juni 2014

Tarte Tango

Wieder einmal habe ich das Vergnügen, einem Gastblogger die Türe in meinen Blog öffnen zu dürfen. Mein lieber Freund und Meisterpâtissier Jürgen bringt die unglaublichsten Torten zustande, von denen ich nur träumen kann. Sie schauen immer wunderschön aus und ich weiß, dass sie köstlich schmecken. Fotografieren kann er auch noch, aber leider ist der gute Mann schon vergeben. Na ja, man kann nicht alles haben, also gebe ich mich mit einem Gastbeitrag zufrieden.
Im Gegensatz zu mir ist er sogar so freundlich, die österreichischen Fachausdrücke auf deutsches Deutsch zu übersetzen.
Danke, dass du wieder zu Gast bei mir bist, Jürgen!




Die französischen Pâtissiers sind ja dafür bekannt, dass in den süßen Kunstwerken mitunter Zutaten verwendet werden, die man in süßem Gebäck nicht erwarten würde. Diese Tarte besteht aus einem Sesam-Mürbteig, der mit einer Parmesanmousse und einer Fülle aus Himbeeren und roter Paprika kombiniert wird. Ich wollte diese Tarte schon lange zubereiten und als vor einiger Zeit ein paar „experimentierfreudige“ Freunde versammelt waren, war die Gelegenheit gekommen, ans Werk zu schreiten. Die etwas ungewöhnlichen Zutaten harmonieren sehr gut und es hat den „Versuchskaninchen“ recht gut geschmeckt.

Für eine Tarte mit 20 cm Durchmesser benötigt ihr:

Für den Sesam-Mürbteig:
50 g Butter, weich
10 g Mandeln, geschält und fein gemahlen
30 g Staubzucker (Puderzucker)
Vanillemark von ¼ Vanilleschote (ersatzweise 10 g Vanillezucker, die Staubzuckermenge dann um 10 g reduzieren!)
20 g Vollei
85 g Mehl, glatt (DE Typ 550)
30 g Sesam weiß, geschält und leicht geröstet
eine kräftigere Prise Fleur de Sel

Butter, Mandeln und Staubzucker vermischen und das Ei in zwei Teilen unterarbeiten. Mehl, Salz und Sesam mischen, in die Buttermischung rühren bis der Teig gerade zusammenkommt. Nicht lange kneten! In ein Plastiksackerl (Plastiktüte) füllen und zu einer flachen Scheibe drücken. Im Kühlschrank mindestens eine Stunde rasten lassen, damit das Mehl quellen kann.
3 mm dick ausrollen, einen Tartering (20 cm Durchmesser, Höhe 16 mm) damit auskleiden und den Teig, der über den Rand hinaus steht, sauber abschneiden. Den Boden mit einer Gabel stupfen und bei 180 °C Ober- und Unterhitze für ca. 15 bis 20 Minuten backen bis der Teig hellbraun ist.

TIPP: Damit ich mir beim Blindbacken von Tarteböden das umständliche Hantieren mit Bohnen o. ä. erspare und der Teig dennoch nicht vom Rand absackt, wird die mit Teig ausgelegte Tarteform eingefroren und auch direkt aus dem Tiefkühler, im gefrorenen Zustand, in das Backrohr geschoben. Nur bei Metallformen anwenden, dicke Formen aus Porzellan sind wegen der Trägheit der Temperaturleitung nicht dafür geeignet!

Für die Parmesan-Mousse:
60 g Parmigiano Reggiano, bevorzugt ein junger – 12 Monate, sehr fein gerieben
50 g Wasser
80 g Zucker
60 g (ca. 3) Dotter (Eigelb)
220 g Obers (Schlagsahne)
2,5 Blatt Gelatine (4 g)

Gelatine in kaltem Wasser einweichen, 180 g Obers cremig aufschlagen und kühl stellen. Wasser und Zucker in einem Topf zum kochen bringen. Dotter in eine hohe Rührschüssel füllen, Eidotter kurz aufschlagen und unter stetigem schlagen die kochende Zuckerlösung zugeben (keine Angst, da gerinnt nichts ;-) ). Die Eimasse dick cremig aufschlagen und weiter schlagen, bis sie etwas überkühlt ist. Restliches Obers (40 g) mit der ausgedrückten Gelatine erwärmen und unter die Eimasse mischen, Parmesan unterziehen.
Wenn die Ei-Parmesan-Mischung weiter abgekühlt ist, das geschlagene Obers unterziehen. In einen Tortenring (Durchmesser 16 cm) füllen und bis zur Verwendung tiefkühlen.

Für die Himbeerfülle mit rotem Paprika:
250 g Himbeerpüree ohne Kerne
15 g Himbeeressig, nur aus der Frucht gewonnen! – ersatzweise Zitronensaft
80 g Zucker
½ Rote Paprikaschote (Gemüsepaprika)
3 Blätter Gelatine

Paprika in etwas Wasser ca. 5 Minuten kochen, kalt abschrecken, schälen und fein pürieren. Von diesem Püree werden 25 g benötigt. Paprikapüree erwärmen, Gelatine darin auflösen, Himbeerpüree, Zucker und Essig beigeben und verrühren.

Außerdem wird benötigt: Himbeeren für die Garnitur

Die ausgekühlte Tarte ca. 5 mm hoch mit der Himbeerfülle befüllen und in den Kühlschrank stellen. Die tiefgekühlte Parmesanmousse aus dem Ring lösen und mittig auf die gestockte Himbeerfülle aufsetzten. Mit der restlichen Himbeerfülle (nicht mehr als handwarm) glasieren und mit den Himbeeren den Rand der Tarte dekorieren. Ca. 2 Stunden im Kühlschrank temperieren lassen.



Aus Pierre Hermé Pastries, Verlag Abrams books

Mittwoch, 25. Juni 2014

Grüntee mit Estragon



Vor einiger Zeit waren wir im Taubenkobel essen und ich bekam dort etwas richtig Feines zu trinken: Grüntee mit Estragon. Es dauerte einige Zeit, bis ich das Rezept so nachgebaut hatte, dass es für mich perfekt schmeckte. Auch wenn es "nur ein Tee" ist, sollte man doch ein paar Eckdaten wissen:

Grüntee gießt man nie mit kochendem Wasser auf, das verbrennt ihn und macht ihn bitter. 80 Grad heiß ist okay. Ich habe einen kräftigen, günstigen Alle-Tage-Grüntee (Assam Bherjan) für dieses Rezept genommen, denn einen sehr feinen Tee würde der Estragon erschlagen.

Meine ersten Versuche waren nicht sehr gelungen, bis ich draufgekommen bin, dass man den Estragon nicht gleichzeitig mit dem Grüntee übergießen darf. Der feine Estragon-Geschmack kommt besser heraus, wenn man erst den Tee 2 Minuten ziehen lässt, Grüntee herausnehmen, dann den Estragon in die Teekanne und mindestens 5 Minuten ziehen lassen.  Dafür macht es dem Getränk gar nichts, wenn der Estragon auch über lange Zeit zieht. Ich hab es jetzt nicht endlos getestet, aber nach einer Stunde wird der Geschmack auch nicht sehr viel intensiver als nach 5 Minuten. Das heißt, an lauen Sommerabenden kann man einen Krug Tee auf Balkonien parken, die Estragonzweige hineingeben und dekorativ drinnen lassen.

Den letzten Schliff bekommt das Getränk übrigens durch eine winzige Menge Zucker: 1 Teelöffel auf 1,2 L (so viel fasst meine kleine Kanne) kommt gut.

Und wie viel Estragon? 1 Meter auf 1,2 Liter Grüntee.  Also zum Beispiel fünf Zweige à 20 cm Länge. Oder zwei Zeige à 50 cm Länge.

Trinktemperatur? Zimmerwarm. So löscht der Tee am besten den Durst.



Simone von der S-Küche macht gerade ein Event zum Thema "erfrisch mich" und das tut dieser Tee wirklich! Ich habe für mich das Sommergetränk des Jahres entdeckt. Gut neben der Arbeit zu trinken, aber auch sehr fein am Abend, wenn ich mit einem Buch auf Balkonien sitze.


Blog-Event C - Zisch! Erfrisch mich! (Einsendeschluss 15. Juli 2014)

Montag, 23. Juni 2014

Déjà-vu in lila


Ja, Sans souci. Nun hatte ich im Frühling das Glück, dieses Jahr einen Platz beim Foodbloggercamp zu ergattern, das in dem wunderschönen Palais Sans Souci stattfand. Und dann trudelte vor einiger Zeit eine Einladung in das Restaurant La Véranda ins Haus. Ein Aha-Erlebnis hatte ich erst, als ich dort eintraf: Das La Véranda ist das Restaurant im Hotel Sans Souci. Dass Palais und Hotel nicht nur den Namen gemeinsam haben, fiel mir durch die Farbgestaltung auf: lila! Sogar die Angestellten tragen zumindest eine lila Krawatte, eine Dame hatte einen lila Rock an.
Die Assistentin der Hotelleitung, die uns herumführte, bestätigte, dass Hotel und Palais denselben Besitzer haben, Norbert Winkelmayer. Und seine Lieblingsfarbe ist - ja, erraten: lila.

Das Hotel ist übrigens sehr zentral gelegen: Das Gebäude, das man im Hintergrund sehen kann, ist das Museumsquartier.

Und da fiel endlich bei mir der Groschen: Die Turbohausfrau ist auch ein bissl Kunst-affin, sprich, sie rennt fast jede Woche in eine Ausstellung, daher kennt sie einige Namen von Sammlern. Der Herr Winkelmayer ist einer der - nein, falsch, er ist DER Sammler von Roy Lichtenstein-Werken in Österreich. So hängen das ein oder andere Bild an den Wänden des Hotel Sans Souci und zum Drüberstreuen sogar ein Picasso, den wir leider nicht zu Gesicht bekamen.

Empfangen wurden wir stilecht mit dem ein oder anderen Glas Champagner - nicht irgendeiner, sondern dieser auf dem Foto. Das Hotel Sans Souci hat nicht nur eine beeindruckende Weinkarte, sondern hat seinen Schwerpunkt auf Champagner gelegt. Da hab sogar ich, die Nichttrinkerin, mir ein Glas genehmigt. Meiner vollkommen unmaßgeblichen Meinung nach war der Champagner sehr gut.


Zum Essen gab es dann natürlich die passende Weinbegleitung. Ich hab mir von einigen Anwesenden sagen lassen, sie war ausgezeichnet, aber wie immer kann ich persönlich dazu nichts Qualifiziertes sagen.








Der aktuelle Anlass für die Einladung war, dass im Restaurant La Véranda die Küchenleitung wechselte: Die unglaublich sympathische und freundliche Simone Jäger schwingt nun souverän den Kochlöffel und hat die Oberhoheit über ein Spitzenrestaurant, Eventcatering, muss die Karte für den Spa-Bereich des Hotels und für den Bar-Bereich passend bereitstellen. Nun kann ich nicht beurteilen, wie sie das in allen Bereichen macht, aber der Abend im Restaurant war beeindruckend. Man hat den Eindruck, sie weiß genau, was sie will!
Wie man nachher auf den Fotos sehen kann, spielen Blüten und Kräuter eine wesentliche Rolle bei den Gerichten. Auf dem Foto eine Auswahl davon.

Mir gefällt der Ansatz von Frau Jäger, dass sie regionale und saisonale Produkte möglichst in Bio-Qualität auf den Tisch bringen will. Dass sie Gemüse in den Vordergrund stellt, ist sicher nicht einfach, aber sie kocht so gut, dass ich sicher bin, sie setzt sich durch. 

Frau Jäger gibt ihrer Linie auch einen Namen, nämlich EPOS: elegant, puristisch, organic, sinnlich

Bei einer Führung durch die Küche konnten wir Pastrami-Sandwiches mit Krautsalat in Pilz-Mayo und eingelegten Pilzen verkosten. Ein Gedicht!

Und dazu wurden uns diverse Kuchlgschichten erzählt, zum Beispiel wie beim ersten Mal Räuchern vom Pastrami im ganzen Hotel Feueralarm ausgelöst wurde.

Selbermachen wird überhaupt groß geschrieben: das Brot wird im Haus gebacken, auch hausgemachten Käse gibt es, außerdem Pralinen und Marmeladen.

Zwischengang: Paradeis-Erdbeerkaltschale, Rosmarin war in Form von Granite darin versteckt.













Rechts oben: auf geröstetem, hausgemachtem Nussbrot ruht Räucheraal, darauf Forellenkaviar und ein wenig Kirsche - eine schöne Kombination, die ich mir nicht vorstellen könnte, wenn ich nur die Komponenten hören würde. Aber das macht halt eine Haubenköchin aus, dass sie weiß, was man alles kombinieren kann.
Links auf dem Tellerchen ein kleines Ofenerdapferl mit Ziegenfrischkäse und Hollandaise, aber nicht irgendeine, sondern Ziegenbutterhollandaise. Darauf ruht Eisenkraut. Sehr beeindruckend!
Und schließlich noch das kleine Ding im Vordergrund: Das ist ein hauchdünnes Scheibchen gerösteter Pumpernickel, darauf eingelegter Karfiol und roh marinierter Saibling. Und dieser winzige Happen gehörte zu meinen Favoriten. Ein ganzes Geschmacksuniversum in einem einzigen Bissen!


Der nächste Gang war rein vegetarisch: links ein Kräutertopfenknöderl - flauschig und flaumig, wie das sein muss - in Haselnussbröseln auf Mohnkohlrabi. Für meinen Geschmack kam der Kohlrabi ein bissi zu wenig raus, aber es war auf jeden Fall ein schönes Ragout.

Rechts im Gläschen getrüffelte Erdäpfeln in drei Variationen: Erdäpfelpüree und Braterdäpfel mit geraspeltem Trüffel. Oben drauf ein Chip von einem lila Erdäpfel - farblich passend zum Hotel.



Der Fischgang: konfierter Waller auf Perlgraupenrisotto mit Radieschen, dazu Mönchsbart und Speckschaum. Dass der Fisch genau auf den Punkt gegart war, muss ich wahrscheinlich nicht betonen. Die Graupen waren mir einen Hauch zu weich gegart, aber das ist wohl eher ein persönliches Ding von mir, dass ich Risotto jeder Art gern mit ein bissl Biss mag.

Der Fleischgang: Hase. Was heißt Hase - das war feinstes Kaninchen, superzart! Geschmurgelt in Kräutermolke, dazu Kirschen-Schoko-Kompott und eine Nocke aus hausgemachtem Ricotta. Ein Gedicht!
Geeiste Zitronentarte mit frischen Früchten, knuspriger Apfelstrudel mit geeister Melange, Lorbeereis mit kandiertem Lorbeerblatt, Walderdbeere auf Erdbeercoulis. Eine perfekte Nachspeisenkomposition für einen warmen Frühsommertag.
Die Erdbeere war ein schönes und geschmacksintensives Exemplar - ich hab ja den direkten Vergleich, weil diese Sorte auch auf Balkonien wächst bei mir.
Die Tarte war gut zitronig, aber keinesfalls sauer.
Der knusprige Apfelstrudel war unglaubliche: eine knusprige Hippe, in die warme, zimtige Apfelfülle eingehüllt war, oben drauf ein kleines Gupferl Milchkaffeeeis.
Und nun mein absolutes Highlight: Lorbeereis mit kandiertem Lorbeerblatt. Ich habe Simone Jäger extra noch gefragt, weil ich das mit dem Lorbeerblatt nicht kannte: Das ist wirklich nur in Zuckerwasser getaucht. Wenn man ein Stückerl davon abbricht und zerkaut, prickelt das so richtig auf der Zunge. Das muss ich unbedingt selber einmal ausprobieren und damit meine eigenen Gäste beglücken.

Zum Abschluss gab es noch einen ausgezeichneten Espresso: klein, tiefschwarz, bitter - genau so, wie ich Espresso gern mag.

Unterm Strich war das ein wirklich gelungenes Menü und ich denke, die neue Küchenchefin war eine sehr gute Wahl. Der Start war jedenfalls toll! Bitte weiter so! Der Turbohausmann und ich wünschen euch allen viel Erfolg mit dem Konzept, das uns sehr gefallen hat.






Wer noch nicht genug gesehen hat, findet hier mehr Fotos auf facebook.

Freitag, 20. Juni 2014

Rhabarbersirup + eingewecktes Rhabarberkompott


Nun ist die Rhabarberzeit schon fast vorbei und ich hätte beinahe auf ein tolles Rezept vergessen. Das Rezept kommt meiner Einstellung, möglichst alles zu verbrauchen und so wenig wie möglich wegzuschmeißen, sehr entgegen. Einerseits wird die Schale vom Rhabarber zu Sirup eingekocht, andererseits der Rhabarber mit dem fertigen Sirup als Kompott eingeweckt. Die wunderbar rote Farbe kommt von einer Hand voll Erdbeeren.



1 kg Rhabarber
1 Hand voll Erdbeeren
2,5 Liter Wasser
1,5 kg Zucker
2 EL Zitronensäure
1 großer Bund Kräuter (Ananassalbei, Zitronenverbene, Zitronenmelisse, Minze, Estragon)




Für den Sirup den Rhabarber waschen und schälen. Den Rhabarber zur Seite legen. Die Schale in einen großen Topf geben, die Kräuter und alle anderen Zutaten dazu, unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Alles miteinander 15 min. kochen lassen - dabei muss man nicht mehr rühren.

Den Saft kann man gleich in sterilisierte Flaschen abfüllen. Oder man lässt ihn auskühlen und macht damit Rhabarberkompott.

Bei mir war es mehr Sirup als ich für das Kompott gebraucht habe, daher habe ich den übrig gebliebenen Sirup noch einmal aufkochen lassen und dann in sterilisierte Flaschen abgefüllt.

Weckgläser samt Deckel und Gummi sterilisieren - ich mache das in einem großen Topf in siedendem Wasser, geht aber auch im Backrohr.

Rhabarber in Stücke schneiden, in Weckgläser legen, mit Rhabarbersirup auffüllen. Gläser nicht bis zum Rand anfüllen, weil das Kompott braucht noch Platz zum Aufkochen. Deckel mit Gummi aufsetzen, mit Klammern verschließen und im Wasserbad im Rohr bei 100 Grad einwecken. So, das Weck-Kochbuch sagt, 30 min., da wird meiner Erfahrung nach der Rhabarber aber zu Mus verkocht. Ich habe ihn nur 15 min. eingeweckt. Garantie, dass das Kompott ein Jahr hält, kann ich aber keine geben, weil es auch bei mir ein Test war. Ich werde ein Glas ein Jahr stehen lassen und dann hier im Posting ergänzen, ob das geklappt hat.

Wohin man auch schaut: kein Tier in dem Rezept! Das heißt, ich schicke das Rezept wieder einmal zu Katharina Seiser, der Frau Esskultur für ihre Sammelstelle.

tierfreitag

Mittwoch, 18. Juni 2014

Spargel Caesar Salad

Wie immer hinke ich hinter anderen Bloggern her, aber dieser Salat musste noch einmal - zum dritten Mal in dieser Spargelsaison - auf unseren Tisch. Er ist echt ein Wahnsinn! Das Rezept hatte mir Sandra schon länger verraten, dann fand er den Weg auf ihren Blog. Dort entdeckte ihn Petra und auch bei ihr kam er auf den Blog. Keine Ahnung, wo er sonst noch gelandet ist, aber ich finde den so fein, dass ich meine Variante auch noch nachschieben muss. Ich habe ihn einmal mit Wachteleiern und Parmesanknusper gemacht, das war wirklich die beste Variante, die ich gemacht hatte. Wobei die größte Herausforderung war, diese verdammt kleinen Wachteleier so gekocht, dass das Eigelb noch flüssig ist, aus der doch recht harten Schale zu futzeln, ohne sie zu zerquetschen. Wer sich nicht gern mit Fitzeleien abgibt, sollte es besser lassen oder pochierte Eier nehmen.

Fotoupdate vom Mai 2016
2 Hauptpeisen- oder 4 Vorspeisenportionen

1 Ei, von dem man weiß, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wurde
1 TL Dijon-Senf
2 EL ganz grobkörnigen Senf (Rotisseur Senf)
Salz
weißer Pfeffer (ich: Melange blanc)
2 EL Zitronensaft
1 große oder 2 kleine Knoblauchzehen
100 ml Raps- oder Sonnenblumenöl
75 ml Milch
1/2 kg Spargel (ich habe hier eine Mischung aus weißem und grünem genommen)
150 g Romanasalatherzen (bei mir 3 Salatherzen)
2 EL Pekannüsse
30 g Parmesan (entweder in groben Spänen oder bei mir im Backofen zu Knusper gebacken)
2 TL frische Thymianblättchen
400 g Hühnerbrust, ausgelöst, in grobe Würfel geschnitten
2 EL dick eingekochten Apfelsaft, ersatzweise Honig (flüssig!) oder Ahornsirup
3 Scheiben Toastbrot, entrindet und in Würferln geschnitten
4 EL Olivenöl
nach Belieben Wachteleier

Das Ei (ja, samt Eiweiß) mit Knofi, Salz, Pfeffer, Dijon-Senf und der Hälfte vom Zitronensaft in einen Rührbecher geben. Mixstab hineinstellen, Öl vorsichtig dazuleeren. Mixstab einschalten und langsam nach oben ziehen, sodass sich eine cremige Mayonnaise bildet. Milch, Thymian, eingedickten Apfelsaft und groben Senf dazugeben, einrühren.
Romanasalat zerzupfen und waschen. In grobe Stücke schneiden.
Spargel waschen, wenn nötig schälen, bissfest kochen. Eiskalt abschrecken, damit er nicht weiter gart.
Hühnerbruststücke in 2 EL Olivenöl bei mittlerer Hitze braten.
Toastbrot in 2 EL Olivenöl sanft braten, bis sie rundumadum goldbraun sind.
Wachteleier in kochendes Wasser legen, 2 min. kochen, abschrecken, schälen.
Wer Parmesanknusper machen will, heizt das Backrohr auf 220 Grad auf. Parmesan reiben und in kleinen Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Ins Rohr schieben und ja nicht weggehen! Bei 220 Grad ist der Grat zwischen knusprig und verbrannt ein verdammt schmaler! Wenn der Käse geschmolzen ist und ein wenig Farbe hat, herausnehmen. Die Käsescheibchen auf einem Stück Küchenrolle zwischenlagern.
Pekannüsse grob zerhacken und ohne Fett sanft anrösten.

Salat auf eine große Platte legen, Spargel, Hühnerfleisch und Nüsse auf den Salat häufen, mit der Marinade beträufeln. Croutons, zerteilte Wachteileier und Parmesanknusper oben drauf verteilen.

Man kann auch noch alles mit grob geschrotetem Pfeffer bestreunen. Ich habe es einmal versucht, war auch fein.



Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Wer denkt "Nur ein Salat" wird sowohl bei der Aufwändigkeit der Zubereitung als auch beim Essen staunen. Das ist sicher kein schnelles Essen, sondern es dauert leicht und locker 45 min., bis man fertig ist - wenn man Parmesanknusper und Wachteleier auch noch macht, kann man gleich noch einmal 10 - 15 min. mehr einplanen. Aber der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall. Ich glaube, dass der grobe Rotisseur-Senf viel ausmacht. Der gibt dem Salat den allerletzten Schliff. Wir waren auf jeden Fall sehr begeistert - nicht umsonst haben wir den Salat gleich drei Mal gegessen! Also wer noch Spargel bekommt, sollte den Salat machen. Unbedingt.


Montag, 16. Juni 2014

Himbeer-Schoko-Törtchen


Ja, Balkonien. Ich hab gerade einen wunderbaren Segen an Beerenfrüchten - Himbeeren vor allem. Meine 08/51-Himbeeren tragen und gleichzeitig meine Herbsthimbeeren. Jeden Tag wandern sie in des Turbohausmanns Frühstückmüesli, bei jedem Vorbeigehen pflücke ich ein paar, aber sie werden nicht weniger. Fast bin ich versucht zu denken, was für ein Glück, dass meine gelben Himbeeren nicht einmal Blüten haben, aber nein, ich finde es schon schade, dass die erst anwachsen müssen.
Und man kann ja nie genug Kuchen haben.

Jedenfalls bin ich bei einer Buchhandlung vorbeigegangen und habe das Buch "Mini-Törtchen" gesehen, das von etlichen Bloggern schon recht begeistert besprochen wurde. Auf dem Titelblatt ein Himbeer-Schoko-Törtchen. Genau so etwas wollte ich machen, ich hab je genug Servierringe, und daher schnell das Buch gekauft. Und dann find ich das Rezept zum Titelbild nicht im Buch. Nur eines, das spezielle Förmchen braucht, die ich nicht hatte. Na auch gut, also selber zusammengeschustert.

Für 8 Törtchen

Schokobiskuit:
4 Eier
4 EL Zucker
1 Prise Salz
3 EL Mehl
2 EL Speisestärke
1 EL Kakaopulver

Eier trennen. Eiweiß mit 1 Prise Salz steif schlagen. Eigelbe mit 4 EL Zucker schaumig schlagen. Mehl, Kakakopulver und Speisestärke mischen und zur Eigelbmasse sieben. Den Eischnee auf dreimal unterheben. Die Masse auf ein Stück Backpapier streichen und ca. 10 Minuten backen. Das Biskuit ist fertig, wenn man mit dem Finger draufstupst und sich die Masse elastisch und nicht mehr klebrig anfühlt.
Ein zweites Stück Backpapier auf die Arbeitsfläche legen, ordentlich mit Staubzucker anzuckern. Biskuit noch warm draufstürzen und das nun oben liegende Backpapier abziehen. Wenn es nötig ist, kann man mit einem kalten, feuchten Tuch über das oben liegende Backpapier streichen, dann lässt es sich gut ablösen.

Schokocreme:
3 Blatt Gelatine
100 g Schokolade (zartbitter, möglichst 70 % Kakaoanteil)
50 g Himbeeren
50 g Zucker
2 Becher Schlagobers à 200 g

Himbeeren
Pistazien, gehackt

Gelatine in kaltem Wasser einweichen.
50 g Himbeeren vorsichtig aufkochen, damit nichts anbrennt, die gut durchgekochten Früchte durch ein Sieb passieren, das ergibt ca. 1 EL Himbeermark. Das Fruchtmus mit dem Kristallzucker noch einmal erhitzen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Die Gelatine in dieser Masse schmelzen - nicht kochen, sonst ist die Gelatine hinüber.
Für die Schokocreme die Schokolade in Wasserbad schmelzen, leicht überkühlen lassen.
Schlagobers aufschlagen.
Fruchtmus mit Schlagobers und geschmolzener Schokolade vorsichtig mit dem Schneebesen vermischen, damit eine homgene Creme entsteht.

Mit Servierringen aus dem Biskuit so viele Kreise wie möglich ausstechen. Bei mir waren es 12 Böden, also hatten einige Törtchen nur unten einen Boden, oben kamen die Himbeeren direkt auf die Creme. Sicher wäre es schön gewesen, wenn alle Törtchen gleich gewesen wären, aber dann bräuchte man ein ganzes und ein Drittel Blech mit Biskuit - das wäre mir zu viel Aufwand und ich konnte mit dieser Lösung gut leben.
Die Servierringe auf eine gerade Platte stellen, je einen ausgestochenen Boden hineinlegen, die Schokocreme einfüllen und gut nach unten drücken. Dann einen zweiten Boden oben auf die Creme legen. So verfahren, bis Biskuit und Creme aufgebraucht sind. Ab mit den Törtchen in den Kühlschrank und gut durchkühlen lassen, also mindestens 3 Stunden.

Ein Messer mit schmaler Klinge anfeuchten und damit innen die Förmchen entlang fahren. Für jedes Förmen das Messer abwaschen und wieder neu anfeuchten. So kann man die Küchlein gut aus den Formen lösen. Törtchen auf Dessertteller stellen. Himbeeren oben auf die Törtchen setzen, mit gehackten Pistazien bestreuen. Servieren.



Manöverkritik: Schmeckt sehr gut. Irgendwann werde ich dann doch noch Pâtissière!

Freitag, 13. Juni 2014

Erdbeer-Spargel-Salat mit diversen Bloggerzutaten

Eigentlich dachte ich, es braucht keinen weiteren Erdbeer-Spargel-Salat mehr auf Blogistan, aber es hat sich ergeben, dass so viele Blogger in irgendeiner Weise an dem wirklich köstlichen Salat beteiligt waren, dass ich nicht anders kann als ihn zu posten.

Zuerst muss ich aber eine neue Mitbewohnerin auf Balkonien vorstellen: Mieze Schindler. Ich fürchte, ich habe mich da in eine ziemliche Zicke verliebt. Vielleicht kann man das sehen, dass genau eine einzige Erdbeere was geworden ist an dieser Pflanze. Ich wusste ja, dass die Mieze Schindler andere Erdbeersorten braucht, damit sie Früchte ausbildet, und ich habe auch verschiedene Sorten, Hummeln wären auch genug am Werk gewesen, doch mehr als eine Frucht pro Pflanze ist es nicht geworden. Doch die wenigen Früchte sind wirklich köstlich! Und es waren gerade genug für diesen Salat.


Zu zwei der Zutaten kam ich durch Nina Mohimi und Dani Terbu, nämlich auf dem Foodbloggercamp Foodvie. Im Goodie Bag war eine wunderbare Pfeffermischung aus der Pfefferei, die hat so gut auf den Salat gepasst, weil es keine extrem scharfen Pfeffersorten sind, die sich da versammeln: schwarze, weiße, grüne und Schinusbeeren passten sehr gut zu dem fruchtigen Salat.


Die nächste Zutat ist aus dem Goodie Bag, nämlich das Fandler-Öl Cuvee 1, eine Mischung aus Bio-Mandelöl und Bio-Mohnöl.

Und dazu kam ein Cassis Balsamico, eigenhändig gemacht von der lieben Frau Bushcook.

Die nächste Zutat, nämlich Kokosblütenzucker, bekam ich in einem Care Paket von Sandra "From Snuggs Kitchen" - liebe Sandra, da hast du was angerichtet! Ich weiß nicht mehr, wie ich ohne diesen Zucker leben soll. ;)


So, jetzt aber zur Zubereitung:

1 Hand voll intensiv schmeckendem Salat, hier eine Asia Salatmischung von Balkonien, die wuchert wie net gscheit, ersatzweise Rucola
4 Stangen Spargel, fein gehobelt
7 Erdbeeren, ebenfalls fein gehobelt
1 EL mildes Öl
2 TL Balsamico
1 TL Kokosblütenzucker
1 Prise Melange Blanc (ersatzweise weißer Pfeffer)
1 TL bunter Pfefferkörner, grob zerstoßen zum Drüberstreuen

Spargel schälen und fein hobeln. 1 Stunde in einer Marinade aus Öl, Essig, Zucker und weißem Pfeffer ziehen lassen. Den Spargel aus dem Sud heben, den Salat in die Schüssel mit der Marinade geben, gut durchmischen. Erdbeeren hobeln, auch in die Marinade geben, vorsichtig mit dem Spargel mischen. Alles auf einem Teller anrichten. Die Pfeffermischung grob im Mörser zerstoßen und oben drüberstreuen.



Der Salat war so genial! *seufz*
Ich möchte mich ganz herzlich bei allen lieben Schenkerinnen bedanken! Dank euch ist am Ende der Spargelsaison noch ein Lieblingssalat entstanden.


Und weil da kein Tier drinnen ist, schicke ich den Salat bei der lieben Frau Esskultur vorbei.
tierfreitag

Mittwoch, 11. Juni 2014

Vor dem Pochieren von Bockwürsten ...

... sollst du gut den Wok bürsten!
Das nennt sich Schüttelreim. Wer mich kennt, der weiß, ich bin ein Fan davon, und zu meiner großen Freude habe ich derer am Pfingstwochende genug gehört und habe oft und herzlich gelacht. Ich habe mich nämlich im Hinterhof (backyard) der lieben Kärntnerin herumgetrieben (quasi getravelt), war also im Weinviertel. Das war nicht zu meinem Vergnügen, nein, gar nicht. Nur um für das Event der Kärntnerin einen neuen Beitrag zu machen, war ich auf Fact Finding Mission.


Die erste Station war schwer zu bewältigen: Weingut Regner in Traunfeld. Schon die Begrüßung war echt hart! Wer will schon getrocknete Kräuter- und Blumensträuße und alte Fässer so malerisch hängen bzw. stehen sehen?

Die haben sogar einen Taubenkobel dort, was ich ja bekanntlich so gar nicht toll finde! Überhaupt das ganze Ambiente dort ... Pfff ... Wer braucht schon superdicke Holzplatten auf großen Holztischen? Oder gewebte kleine Teppich auf den wunderbar gearbeiteten Holzstühlen, damit man bequem sitzen kann? Oder liebevoll rekonstruierte Pflasterungen am Boden? Betonieren und gut ist es, nicht wahr?

Essen? Ja, war auch. Da muss ich gestehen, dass ich schon ein bissl sehr beeindruckt war, wie gut der Rohschinken geduftet hat.

Und der Kräuteraufstrich war jetzt auch net zwider. Bestreut mit frisch geschnittenem Schnittlauch und Blüten. Auf jeden Fall war man von einem dieser Riesenbrote satt.















Wenn man denkt, man kriegt nach so einem Brot nichts mehr runter, irrt man: So geniale Desserts! Kleine Schaumröllchen hatten sie auch, aber die waren schneller weg als die Kamera knipsen konnte.
Wirkliche Patisserie und nicht so wie bei der Turbohausfrau daheim halt irgendein Kuchen.

Wein? Ja, sicher, war auch. Sehr guter sogar. Aber ich bin ein Weinbanause, daher überlasse ich es anderen, über Wein zu schreiben. Was ich nun auf jeden Fall kenne, ist der Unterschied zwischen Weingut und Heurige, weil ich gestehen muss, dass mir der bis zu diesem Wochenende nicht klar war.

Diese Clematis musste ich unbedingt fotografieren und das Foto ausdrucken. Das Foto hängt jetzt neben meiner Clematis, damit sie sich ein Beispiel nehmen kann, wie eine Clematis auszuschauen hat.



Das war der eigentliche Grund, warum ich mich im Weinviertel herumgetrieben habe: Das Klangkombinat Kalksburg spielte am Freitag vor Pfingsten in eben diesem Weingut auf.

Zur Erklärung, wieso dieses Posting mit einem Schüttelreim beginnt: die Kalksburger haben derer sehr viele auf Lager.







Das ganze Pfingstwochenende zeigte sich der Himmel durchgehend wolkenlos blau. Hier in diesem Fall der Himmel über dem Schloss Wolkersdorf im Weinviertel, in dem derzeit Bilder von Hermann Kremsmayer gezeigt werden, die mir sehr gut gefallen haben. Besonders toll war es, dass ich bei einer Führung dabei sein konnte, die der Maler selbst gemacht hat.

Weil das ganze Wochenende so schön beschwingt war, hörten wir am Pfingstsonntag noch ein ganz und gar unheiliges Konzert vom Trio Lepschi - wieder Open Air und dieses Mal im Hof vom Schloss Wolkersdorf unter riesigen Kastanienbäumen. Essen gab es dort auch, aber ich habe nichts gegessen - ausnahmsweis geht das nämlich.

An dieser Stelle noch einmal eine Erklärung von wegen Schüttelreim: Vom Trio Lepschi gibt es gleich eine ganze CD, auf der nur Lieder, die aus Schüttelreimen bestehen, gespielt werden. Der Reim mit der Bockwurst stammt von dieser CD. Kein Wunder, denn der österreichische Dichterfürst Stefan Slupetzky zeichnet für die Texte verantwortlich. Von ihm stammen viele Romane und Krimis, die ich verschlungen habe.
"Der Fall des Lemming" wurde verfilmt und ich glaube, den haben so ziemlich alle ÖsterreicherInnen gesehen.




Wenn man schon im Weinviertel ist, sollte man übrigens am besten auch gleich das Nonseum in Herrenbaumgarten besuchen. Man findet dort viele nützliche Dinge, vor allem den zweiten Socken, von dem ich bis dahin immer dachte, den hat die Waschmaschine gefressen!

  


Also ab in der Kärnterin ihren Hinterhof, es zahlt sich aus!
 

Nun würde ich mich sehr freuen, wenn mir jemand einen Schüttelreim als Kommentar hinterlässt. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass ich nicht die einzige Bloggerin bin, die den Schüttelreimen verfallen ist. Mit sehr viel Glück schaffe ich es vielleicht, in Schüttelreimen zu antworten. Also los, auf zum Reimen!

Montag, 9. Juni 2014

Huhn mit Zitronengras und Spargel

Kirschen rot - Spargel tot ... Mist! Also nein, eh kein Mist, weil Kirschen sind ja auch was Tolles, aber ein bissl schad ist es schon, dass die Spargelzeit dem Ende zugeht. Meine Foodcoop hat noch schnell eine große Bestellung beim Lieblingsspargelbauern gemacht, also wird es in den nächsten Tagen noch genug Spargel geben und wahrscheinlich bin ich dann eh froh, dass ich einige Zeit keinen Spargel mehr sehen muss.

Die liebe Sandra hat mir schwer ins Gewissen geredet und mich überzeugt, dass ich noch einmal das Kochbuch "Easy Asia" zur Hand nehme und etwas daraus koche. Und dafür bedanke ich mich bei Sandra, weil das Essen ist wirklich gut geworden. Echt easy zu kochen und hat geschmeckt! Wie immer habe ich das Rezept unseren Bedürfnissen angepasst.


Für 2 Personen:
2 Knoblauchzehen
1 schwacher TL Kurkuma
2 grüne Chili, mittelscharf, in kleine Würferl geschnitten
1 Stängel Zitronengras, nur den weißen Teil, auf der Microplanereibe ganz fein gerieben
1 schwacher TL grobes Meersalz
1 TL neutrales Öl

1 Hühnerbrust (400 g)
2 EL gemacksneutrales Öl
2 Stangen Sellerie, in Streifen geschnitten, die ungefähr so lang sind wie der Spargel
200 g grünen Spargel, holzige Enden abgeschnitten, untere Teile geschält
2 Frühlingszwiebel, geputzt und der Länge in Streifen geschnitten
2 EL Fischsauce
1 EL Sojasauce
2 El Zitronensaft
2 EL Kristallzucker
1 L Melange Blanc (ersatzweise frisch gemahlener weißer Pfeffer)

Sesamöl zum Abschmecken


Knoblauch, Kurkuma, Chili, Zitronengras und Meersalz im Mörser zu einer Paste verreiben. Da das bei mir keine Paste wurde, habe ich 1 TL Öl dazugegeben, dann hat das geklappt.
Die Hühnerbrust in Würfel schneiden und mit der Würzpaste verrühren, 10 min. marinieren.

1 EL Öl in einem Wok oder einer großen Pfanne hoch erhitzen. Das Hendlfleisch hineingeben und 2 min. rührbraten. Fleisch herausnehmen und zur Seite stellen. Den zweiten Löffel Öl erhitzen, Spargel und Staudensellerie hineingeben, 2 min. rührbraten. Hendlfleisch dazugeben, alles 3 min. braten. Fischsauce, Sojasauce, Zucker, Zitronensaft, Melange Blanc (bzw. weißen Pfeffer) und Frühlingszwiebel dazugeben, noch eine Minute schwenken. Mit Sesamöl abschmecken.

Mit Duftreis servieren.


Beim Würzen hab ich ordentlich nachgelegt. Alles, was man nach dem Rührbraten von Fleisch und Gemüse an Würzmitteln noch dazukommt, ist die Menge, die im Kochbuch für 4 Personen und die doppelte Fleischmenge angeführt wird. Es war aber praktisch keine Sauce da, daher habe ich noch einmal dieselbe Menge dazugegeben und das war eine gute Entscheidung. Keine Spur von überwürzt. Außerdem habe ich noch einen Löffel Sesamöl (vom Hartl) dazugegeben, was den Geschmack schön abgerundet hat.

Nachkochempfehlung!

Freitag, 6. Juni 2014

Erdbeeren, Topfen, Schlagobers

Eine sehr schlichte Kombination, die so schön wandelbar ist - übersetzt auf Deutschlanddeutsch: Erdbeeren, Quark, Schlagsahne. Und wenn man je nach Gusto (= Geschmack) dann noch ein paar andere Aromen einsetzt, kommt man damit durch die ganze Erdbeersaison, ohne dass es fad (=langweilig) wird. Und jetzt hör ich auf zu übersetzen und koch lieber was rühr lieber was zusammen ... ;)

Eine schnelle feine Nachspeise für alle Tage

250 g Topfen
250 ml Schlagobers
3 Blatt Gelatine
Saft einer Zitrone
50 g Zucker
Aromen nach Gusto

Das einzige, was komplizierter ist, ist die Auswahl vom Aroma, das man der Creme verpasst: Es geht Pomeranzenzucker, den man im Winter schon gemacht hat.
Fein ist auch frisch zubereiteter Orangenzucker: Schale von 1 Bio-Orange fein abreiben und den Abrieb sehr gut mit Kristallzucker mit den Fingern verreiben, bis das Aroma richtig in die Zuckerkörner eingedrungen ist.
Oder man nimmt das Mark einer halben Vanilleschote, ersatzweise gleich selbst gemachten Vanillezucker statt des gesamten Zuckers.
Man kann auch das Schlagobers mit einer Tonkabohne aromatisieren: einfach die ganze Bohne 24 Stunden im Schlagobers ziehen lassen. Dann nimmt man Zucker ohne Aroma, weil die Tonkabohne bringt genug davon mit. Die Tonkabohne schmeißt man danach auf keinen Fall weg, sondern man wäscht sie gründlich, lässt sie trocknen und kann sie wieder verwenden - zum Beispiel für Erdbeermarmelade mit Tonkabohne.


Erdbeer-Rhabarber-Kompott mit Topfencreme

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Schlagobers aufschlagen. Gelatine gut ausdrücken und im Zitronensaft auf dem Herd schmelzen. Topfen mit der Zitronen-Gelatine-Flüssigkeit und dem aromatisierten Zucker gut verrühren, das geschlagene Schlagobers unterheben.

Wenn ich die Creme pur zu Beeren serviere, kommt sie in einen Spritzsack, den ich in einen schmalen, hohen Rührbecher stelle. Dabei die Spitze nach oben umknicken, damit nichts rausrinnt, zwei Stunden so in den Kühlschrank stellen. Je nach Lust und Laune auf einen Teller dressieren und die Beeren drumherum garnieren. Oder auf in Gläser gefülltes (Erdbeer-)Kompott geben.


Und für schön, wenn Gäste kommen: Biskuitroulade mit Estragon-Topfencreme und Erdbeeren

Leider hatte ich nicht genug weiße Erdbeeren und musste ein paar rote zusätzlich nehmen.


Zutaten für Turbohausfraus Biskuitroulade:
4 Eier
4 EL Zucker
1 Prise Salz
3 EL Mehl
3 EL Speisestärke

Cremerezept von oben
ca. 200 g Erdbeeren, am besten die kleinen Walderdbeeren
5 Zweige Estragon, davon 1 zum Verzieren


Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Eier trennen. Eiweiß mit 1 Prise Salz steif schlagen. Eigelbe mit 4 EL Zucker schaumig schlagen. Mehl und Speisestärke mischen und zur Eigelbmasse sieben. Den Eischnee auf dreimal unterheben. Die Masse auf ein Stück Backpapier streichen und ca. 10 Minuten backen. Das Biskuit ist fertig, wenn man mit dem Finger draufstupst und sich die Masse elastisch und nicht mehr klebrig anfühlt.

Während der Teig bäckt, ein Stück Backpapier auf die Arbeitsfläche legen, mit Staubzucker bestreuen. Fertiges Biskuit auf das gezuckerte Backpapier stürzen. Sollte der Teig sich nicht vom Papier lösen lassen, mit einem kalten, feuchten Tuch über die Rückseite des Backpapiers streichen, dann klappt das.
Die Biskuitroulade einrollen und gerollt auskühlen lassen. In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Zusätzlich von 4 Zweigen Estragon die Blättchen abzupfen und fein hacken, in die Topfenmischung einrühren. Eine halbe Stunde kühl stellen. Inzwischen die Erdbeeren waschen - wenn man keine kleinen hat, größere Beeren in Stücke schneiden, behutsam unter die Creme heben. Biskuit vorsichtig aufrollen und die Creme aufstreichen, gefüllten Biskuit wieder einrollen. Mindestens 2 Stunden kühl stellen. Vor dem Servieren die Roulade mit Staubzucker bestäuben und die Blättchen vom letzten Zweig Estragon abzupfen, klein hacken, oben drüberstreuen.

Wenn man sich klug anstellt, rollt man die Roulade so, dass die offene Stelle unten ist, dann schaut das nicht so aus wie auf dem Foto.

Hach, macht das Spaß, die eigene Ernte zu verarbeiten!

Viel Freude beim Experimentieren mit der Creme wünsche ich.