Mittwoch, 1. Juli 2015

Muffins mit schwarzen Ribiseln


Meine schwarzen Ribiseln waren gerade mal so reif. Da hieß es schnell sein und handeln. Weil nämlich unter den Krähen hier in der Gegend hat es sich herumgesprochen, dass dieser Balkon nun hundefrei ist, und die Krähen futtern alle Beeren mit Begeisterung! Meine roten Ribisel kann ich vergessen! Die waren noch gar nicht reif, haben die Krähen schon angefangen zu ernten. Kann denen bitte jemand erklären, dass sie Zugvögel sind und eigentlich im Sommer nach Russland gehören und nicht auf meinen Balkon?

Na egal. Wie schon seit längerer Zeit (Beweis) muss ich auf jeden Fall Nigel Slaters "Kleine Johannisbeertörtchen" jedes Jahr mindestens einmal nachbacken, denn die sind mit schwarzen Ribiseln unglaublich gut. Für dieses Jahr war es leider meine gesamte Ernte, die für die Muffins draufgegangen ist. Den Rest haben die ... okay, ich hör schon auf zu raunzen! ;)


125 g Butter, weich
125 g Rohrohrzucker
2 große Eier
125 g Mehl (ich: glattes)
1/2 TL Backpulver
3-4 EL Milch (original weniger)
150 g schwarze Ribisel, entstielt - zur Not gehen auch rote Ribisel oder Himbeeren

Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Papierförmchen herausnehmen, blöd schauen, wenn nur mehr eine einzige Papierform in der Schachtel ist, zum Backpapier greifen, das in entsprechende Quadrate schneiden, das Papier zerknüllen (es wird dadurch formbarer) und die Mulden der Muffinform damit auslegen. Papiermuffinformschachtel heraußen stehen lassen, damit man dran denkt, dass man neue kaufen muss.
Mehl und Backpulver mischen.
Butter und Zucker in der Küchenmaschine cremig rühren, nach und nach die beiden Eier einrühren. Die Mehlmischung löffelweilse einrühren, dann löffelweise Milch zugeben, bis der Teig in der Konsistenz so weich wird, dass man ihn gut in die Muffinförmchen geben kann. Die Ribiseln unterheben. Teigmischung in die Muffinformen löffeln und 25 min. backen, bis die Muffins schön aufgegangen sind. Abkühlen lassen und vor dem Rest der Bewohner verstecken, denn sonst sind sie gleich weg, auch wenn es nur ein einziger Mitbewohner ist.



Ja nun, hat die Welt noch ein Muffinrezept mehr gebraucht? Doch, dieses schon. Nicht umsonst backe ich das, seit ich Nigel Slaters "Tender-Obst" gekauft habe. Es gibt nicht viele Rezepte, die so einfach sind und doch so einen Wiederholungszwang bei mir auslösen. Aber wie schon geschrieben: schwarze Ribisel sollten es sein. Sonst sind es gute Muffins, aber das gewisse Etwas geben diese herben Früchte.

Kommentare :

  1. Den Krähen geht es gut. Mindestens so gut wie meinen Schnecken, die den gesamten Bestand an roter Bete, Blatt-Amaranth und Bockshornklee verputzt haben.
    Was Johannisbeeren angeht, habe ich ein Kindheitstrauma.....eimerweise mußte ich die pflücken, meine Eltern hatten eine mittlere Plantage. Und hauptsächlich rote, die schwarzen und weißen waren ganz selten - und ich liebe sie.

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    1. Ha! Sister in mind - ähn in Ribiseln! Das kenn ich. Zerst im elterlichen Garten, dann im großelterlichen Garten. Irgendwie hab ich in der Rückschau das Gefühl, ich war so etwas wie Erntehelferin.

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  2. Huhu,
    was?wie?wo? sind Ribiseln? wieso kenn ich die nicht... da musste ich zu erstmal Tante Google befragen was
    Ribiseln sind :D und okay jetzt bin ich wieder etwas schlauer ^^ Johannisbeeren also, die kenne ich natürlich. Aber bei uns in Hessen heißen die eben nur Johannisbeeren ^^

    Jedenfalls klingen die Muffins wirklich lecker, die muss ich dann auch mal ausprobieren.
    Und die Sache mit den Raben... das kenne ich nur zu gut, dennen gefällts hier anscheinend zu sehr -.-

    ganz liebe Grüße ♥





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    1. Hihi, ja, wir haben ein eigenes Vokabular hier in Österreich. Also eigentlich nicht nur ein Vokabular, sondern eher pro Bundesland eines. ;)

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  3. Schwarze Johannisbeeren, klar schwarze Ribiseln liebe ich für mein Leben. Als Likör, als Marmelade und jetzt probieren wir die Muffins aus.
    Liebe Grüße
    Gerd

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    1. Würde mich freuen, wenn ihr sie auch gern esst.
      Schwarze sind mir eigentlich die lieberen Ribiseln, weil ich mag herb, bitter und sauer, also alles das, was die halt so haben.

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  4. Hab keine mehr im Gärtchen, schnief.... und aber eine andre Köstlichkeit aus dem Buch im Auge.

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    1. Wenn das mit dem Kahlschlag durch die Krähen so weitergeht, dann werde ich mir das mit den Beeren eh überlegen müssen. Das geht ja gar nicht, dass die alles abernten.

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  5. Ha! Ich weiß genau, wo ich jetzt sofort hingehe. Da gibt es so einen Strauch, der am Randes eines Gartens über den Zaun wuchert und der ist voll von schwarzen Johannisbeeren. :-)

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    1. Nun habe ich dir zu einem Nachmittagsspaziergang verholfen. ;)

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  6. Muffin-Rezepte kann man nie genug haben! Die ersten Johannisbeeren habe ich auch am Wochenende auf dem Markt bekommen, werde nachher gleich mal zur Tat schreiten und Muffins backen :D

    Und ja, das Viehzeug kann wirklich nervig sein! Ich habe hier einen großen Flip, der ständig in meinem Salat rumhängt... Und vom Rest fange ich erst garnicht an!

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    1. Anfangs dachten wir, dass wir so hoch oben sind, das beschert uns zwar mehr Wind, aber dafür würden wir kein Umgeziefer haben. Ja denkste! Das mit dem Wind stimmt aber. ;)

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  7. So einen hätte ich jetzt gern, zum Kaffee bitte, einen oder zwei oder drei :-)
    Schwarze Ribiseln hab ich selber nicht im Garten, aber meine Mama, ich glaub es gibt nix was die nicht im Garten hat, sogar riesige weiße wunderschöne Trauben,..die kommen im August dann.

    Also krieg ich einen?
    lg. Sina ohne Ribisel

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    1. Aber du doch immer, meine Liebe!
      Meine Mama hat sich leider gegen Essbares im Garten entschieden. Großer Fehler!

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  8. Krähen fressen Johannisbeeren (die heißen in Ungarn übrigens "ribizli", die Verwandtschaft halt ...)? Ich hab bei meinen Eltern noch nie mitgekriegt, dass Vögel unsere Johannisbeeren essen. Erstaunlich! Wenn wir sie nicht ernten, vertrocknen sie am Strauch ... Aber die Muffins sehen gut aus, das Rezept wird an Frau Mama weitergeleitet, weil sie auch oft nicht weiß, was sie außer Gelee damit machen soll :)

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    1. Ja, die essen die Beeren total gern. Eine Nachbarin liebt die Krähen und hat extra für sie eine Himbeere gepflanzt. Vielleicht haben sie bei euch mehr Auswahl als bei uns in der Stadt?

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  9. uj schwarze Ribisel. Fein. Ich liebe ja meinen Garten, wie du gelesen hast, aber mein Garten liebt die schwarzen Ribisel irgendwie nicht. Eine Staude kränkelt seit Jahren vor sich hin, ich hab versucht welche dazu zu setzen, immer wieder wird der Neuling kaputt. Jetzt hab ich eine an einer anderen Stelle und heuer heiße 5 Beeren geerntet ;)
    aber naja, alles kann man eben nicht haben. Dafür hab ich gaaaaanz viele rote, so viel kann mein Ribisel-verliebtes Kind gar nicht futtern.

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    1. Es stimmt, man kann nicht alles haben. Es wächst leider nicht alles überall. Ich hätte immer so gern einen Marillenbaum gehabt. Drei habe ich ermordet, dann habe ich es aufgegeben: Obstbäume generell gehen bei mir einfach nicht.
      Um deinen Garten beneide ich dich schon. So viele Sachen, die bei dir wachsen!

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