Mittwoch, 21. Oktober 2015

Gnudi

Endlich komme ich einmal dazu, ein Rezept mit einem tollen kroatischen Ricotta, der aus Schafmilch gemacht wird, zu posten. Gnudi sind ganz köstliche Kugerln, ähnlich wie Gnocchi, aber mit noch weniger drinnen, das binden könnte. Und das ist auch der Grund, warum ich schon einmal gescheitert bin, weil die haben sich bei mir zerkocht. Bei Robert und Otto wird der Ricotta in Tücher gepackt und darf erst einmal abtropfen, was bei dem Rezept von Jamie Oliver, nach dem ich es versucht hatte, nicht passiert. Nun hatte ich aber in meinem Überschwang in Kroatien sehr viel Ricotta mitgenommen, daher wollte ich immer noch das Rezept von Jamie Oliver nachmachen, weil da mehr Ricotta verwendet wird. Der kroatische Ricotta ist ohnehin schon trockener und mit dem klappt es auch ohne Abtropfen. Supermarktricotta, wie ich ihn kenne, würde ich auf jeden Fall so trocknen, wie es in den ersten Rezepten verlinkt ist.

Ich habe zwei verschiedene Varianten gemacht, einmal die klassische mit Salbei, eine zweite mit kroatischem Pršut. Bestreut habe ich die Gnudi nicht mit Pecorino oder Parmesan, sondern mit kroatischem Kolan, einem feinen alten Käse, der viel Aroma mitbringt und dem italienischen Käse um nichts nachsteht.


Für ca. 3-4 Hauptspeisportionen:
1/2 kg Ricotta
50 g Parmesan (ich: Kolan)
Muskatnuss
Salz
Pfeffer (ich: Melange blanc)
Hartweizengrieß zum Bestreuen
eventuell 1 Ei, falls die Masse zu trocken ist

Zum Servieren:
Butter
1 Zweig Salbei
Parmesan zum Reiben (ich: Kolan)
1/2 Zitrone

Variante:
70 g Prosciutto (ich: Pršut)
wenig Olivenöl zu Braten
Parmesan zum Reiben (ich: Kolan)
1/2 Zitrone



Ricotta mit je 1 Prise Meersalz und Pfeffer in eine Rührschüssel geben. Parmesan und wenig Muskat dazureiben, gut verrühren. Ein großes Tablett dick mit Hartweizengrieß bestreuen. Aus der Ricottamischung 3 cm große Kugeln formen und diese im Grieß rollen, bis sie davon umhüllt sind. Ab mit dem Tablett in den Kühlschrank über Nacht. 

Da die Gnudi in 3 min. fertig gekocht sind, sollte man alles für das Finish vorbereiten, während man Salzwasser für die Gnudi zustellt.
Parmesan oder Pecorino oder Kolan reiben.
Salbei abzupfen und grob zerhacken. Butter in einer Pfanne schmelzen und den Salbei darin anschwitzen.
Pršut in Streifen schneiden und in einer anderen Pfanne in wenig Olivenöl sanft anrösten.

Gnudi noch einmal im Hartweizengrieß schwenken und mit den Händen rollen. Wenn alle noch einmal gerollt wurden, sacht ins siedende Wasser gleiten lassen und 3 min. köcheln lassen. Gnudi am besten mit einem Knödelschöpfer aus dem Wasser holen und direkt in die beiden Pfannen aufteilen. Gnudi in den Pfannen schwenken. Als Abschluss noch den Saft und die Schale einer halben Zitrone in jede Pfanne geben und alles durchschwenken. Auf Teller verteilen und mit dem geriebenen Käse bestreuen.

Dazu passen Blattsalate.


Bitte das schmeckt! Echt so gut. Die Variante mit dem Salbei ist elegant, die mit dem Rohschinken rustikal.
Der Schafkäsericotta schmeckt übrigens gar nicht nach Schaf, aber doch würziger als der normale. Und wenn man den irgendwo ergattern kann, dann sollte man zuschlagen. Der ist in keiner Weise vergleichbar mit dem Supermarktricotta, den ich hier zu kaufen kriege.

Kommentare :

  1. Das wäre etwas genau nach meinem Geschmack! Mal schauen, ob ich beim Italiener einen gescheiten Ricotta bekomme :D

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    1. In Wien weiß ich leider nur eine Quelle für geräucherten Ricotta, der sehr gut ist. Cremigen muss ich hier im Supermarkt kaufen.

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  2. Hallo liebe Susi,
    absolut köstlich und sehr gelungen Deine Gnudi. Die schmecken bestimmt klasse!
    Ich habe vor ein paar Jahren mal welche gemacht, als ich in einem amerikanische Magazin den Hype in NY gelesen hatte, leider nicht verbloggt. Doch Du hast mich jetzt auf die Idee gebracht das mal mit selbstgemachtem Ricotta zu versuchen. Hach dies Gnudi lachen mich an.
    Noch einen schönen Tag und herzliche Grüße
    Ingrid

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    1. Das ist natürlich eine sehr gute Idee, den Ricotta selbst zu machen. Danke, dass du mich in die richtige Richtung geschubst hast!

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  3. Wunderschön und ganz und gar nach meinem Geschmack. Ricotta kaufe ich wo ich ihn kriegen kann- also die italienischen Varianten abseits von der Supermarkt-Ware, und begeistere mich jedesmal wieder.

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    1. Vernünftig, dass du den Ricotta an guten Plätzen kaufst! Ich hoffe ja irgendwie, dass hier Wiener mitlesen und mir einen guten Einkaufstipp geben werden.

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  4. Hallo, liebe Susi,
    ich bin über Ingrid zu Deinen tollem Blog gelangt und fined gleich vorweg ein sooooooooo köstliches Rezept!
    Jetzt hab ich Hunger .......*schmunzel*
    Hab mich gleichmal in Deine Email-Liste eingetragen und ich komme sicher wieder!
    Ich wünsch Dir auch noch einen schönen Mittwoch- Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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    1. Liebe Claudia, das freut mich sehr, wenn ich deinen Geschmack getroffen habe. Und über ein Wiederkommen freue ich mich natürlich auch.
      Ich wünsch dir ebenfalls einen schönen Mittwochnachmittag!

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  5. Beim Anblick dieser kleinen KÖstlichkheiten hat bei mir Schnappatmung eingesetzt und grad kam meine Mama vorbei und schaut auf den Bildschirm und sagt: bitte was für Meisterkochseiten liest du denn???
    Also: Du bist eine Meisterköchin, und als ich sagte dass wir befreundet sind und da ist bei ihr auch die Schnappatmung ausgebrochen ggggggg
    Liebe Grüße von uns!

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    1. Oha! Das sagt eine Frau, die mit einem Sizilianer verheiratet ist? Ich fühle mich tief geehrt.

      Hoffentlich hast du nun wieder Normalatmung? ;)

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  6. Die sehen wirklich seeeehr appetitlich aus, deine Gnudi ... Und das Wort!!! :-)
    Liebe Grüße!

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    1. Entzückend ist dieses Wort, gell? Ich find das auch so schön - solche Wörter können nur aus Italien stammen.

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  7. ahh, toll!
    das ist also Ricotta vom Schaf, oder? heißt der in Kroatien auch Ricotta? Ich frage nur so dumm, dass ich ihn beim nächsten Mal dort auch finde ;-)
    lg

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    1. Liebe Friederike,
      leider habe ich gar keine Ahnung, wie der heißt, weil wir in der Käserei die Führung auf Englisch hatten und da wurde der Ricotta ebenfalls Ricotta genannt. Und was auf dem Packerl stand, das weiß ich leider nicht mehr. Aber vielleicht hilft ein Übersetzungsprogramm?

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    2. sag, und wo ist diese Käserei, auf Vir?

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    3. Hallo Friederike,
      nein, nicht Vir, aber gleich daneben, auf Pag. Und immer einen Ausflug wert, wenn du mal in der Gegend bist. Die Betriebsführungen sind gratis, die Verkostung kostet etwas, aber nicht Unmengen. Wir haben eine Kühlbox, die man im Auto anstecken kann, die haben wir im Laden der Käserei wirklich komplett angefüllt. Hier die Homepage: http://www.gligora.com/

      Wenn man dann schon dort ist, sollte man sich auch den riesigen Olivenhain auf Pag anschauen. Die haben tatsächlich bis zu 1600 Jahre alte Olivenbäume dort, die immer noch ganz fleißig tragen. Leider war das Öl dieser Bäume schon aus, daher kann ich nicht sagen, ob das auch empfehlenswert ist.

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  8. Liebe Susi, unser Betriebsausflug geht im November nach Wien . . . bitte reserviere uns doch im "Prostmahlzeit" für ca. 25 Personen ;-)
    Dein Mann ist beneidenswert!!!
    Gruß Doris

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    1. Hihi! Das wäre dann doch zu viel. 17 Leute hatte ich schon zu Gast, das war verdammt eng. Auch das geht nur bei Schönwetter, wenn auch draußen auf Balkonien Sitzmöglichkeiten aktiviert werden können.

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    2. Müsst ihr den Betriebsausflug in die schöne Jahreszeit verlegen. Ich frag inzwischen die Hausverwaltung, ob ich im Innenhof eine Tafel decken darf. ;)

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  9. Oh, das wär bestimmt wunderschööööööön !!!

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  10. Die will ich auch schon ewig machen... und die Variante ist super, der Herr hier isst keinen Salbei, ich liebe ihn ;-)

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    1. Das geht, dass man keinen Salbei isst? :o

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  11. Hm, normalen Ricotta hätte ich noch da... :-)

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    1. Der geht auch, aber den muss man wirklich über Nacht abtropfen lassen.

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