Dienstag, 6. Oktober 2015

Happy Birthday, Giftige Blonde


Meine liebe Freundin, die Giftige Blonde, wird alt. Also sie selber nicht, sie bleibt immer jung, aber ihr Blog hat nun auch schon das eine oder andere Jahr auf dem Buckel. Und dafür gibt es jetzt Geburtstagskuchen!

Eigentlich hatte ich dafür dieses Rezept im Auge - ein gehüteter Schatz aus Omas Rezeptkiste - genau so aufgeschrieben, wie Oma das kurz gefasst diktiert hatte. Aber keine Sorge, liebe Sina, dieses Machwerk kriegst du nicht. Als ich gelesen habe, wie Oma meinen Kindheitslieblingskuchen gebacken hat, hab ich schon ein wenig die Augen verdreht. Die Erinnerung verklärt sehr viel! 68 Deka Mehl, 2 Backpulver, Margarine ...  Jessas! Das will ich heute nicht mehr essen. Ich brauch Butter im Kuchen und keine Mehlmassen.



Kurz entschlossen habe ich zuerst eine Apfelfülle nach meinem Geschmack gemacht - extra für Sina ohne Rosinen. Ich habe 1,5 kg Äpfel geschält, entkernt und in kleine Spalten geschnitten. Mit einem Achtel Liter Wasser aufgegossen, 2 EL Zucker dazugegeben, 3 grüne Kardamomkapseln aufgebrochen, eine Macisblüte dazugegeben und alles einmal aufkochen lassen, dann über Nacht durchziehen lassen. Am nächsten Tag in einem Sieb gut abtropfen lassen.


Der Teig ist aus dem guten alten Sacherkochbuch - wirklich dem alten! Meines ist aus dem Jahr 1975, das in der Form zu meinem Leidwesen nicht mehr neu aufgelegt wird, sondern es wurde umgeschrieben.

300 g glattes Mehl
200 g Butter
100 g Staubzucker
2 Eigelb
Zitonenschale
1 TL Vanillezucker

1 verschlagenes Ei zum Bepinseln

Mehl in eine Schüssel geben, die Butter mit der groben Seite der Vierkantreibe hineinreiben, die restlichen Zutaten dazugeben, alles rasch zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und im Kühlschrank mindestens eine Stunde ruhen lassen. Ich habe den Teig wie das Kompott am Vortag gemacht und über Nacht ruhen lassen.

Backrohr auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Am nächsten Tag den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur kommen lassesn. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig dritteln. Zwei Drittel auf gut Backblechgröße auswalken. Man sollte den Teig am Rand ein bissl hochlegen können, damit die Fülle nicht rauswandert. Die abgetropfte Apfelfülle drauf verteilen. Aus dem restlichen Teig Streifen schneiden, die man über Kreuz auf den Äpfeln verteilt und am Rand mit dem hochgezogenen Teig zusammendrückt. Teig mit dem verquirlten Ei bepinseln. Ca. 45 min. backen.

Überkühlt in Stücke schneiden und nach Bedarf anzuckern.



Liebe Sina, deinem Blog noch einmal alles Gute zum Geburtstag! Möge er weiter blühen und gedeihen.







Kommentare :

  1. Es ist, als hättest du geahnt, dass mit die zweitbeste Nachbarin am Wochenende viele Kilo Äpfel "vermacht" hat. Perfekt! :-)

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    1. Deine Nachbarin verleihst du nicht zufällig?

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  2. Vorm Haus wartet ein riesen Kübel voll Äpfel . . . also heute die Äpfel richten und morgen backen!
    Der 3-2-1 Teig ist einfach unschlagbar - auch bei mir kommt nur gute Butter in den Kuchen!
    Eine Kollegin rühmt sich immer ihrer Backkunst . . . 27 Sorten Plätzerl !!! - aber schmecken tun sie greislig, sie nimmt nur Margarine und vom Zucker nur die Hälfte . . . vergeudete Liebesmüh ;-)
    Gruß Doris
    PS. Meinst, das ging auch mit Quitten? - die Äste biegen sich heuer unter deren Last . . .

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    1. Eine Freundin von mir findet dafür Butter zum Davonrennen. :o
      Ja, ich denke doch, dass das mit Quitten auch gehen müsste. Aber schau amal, hier das Beste, was man einer Quitte antun kann: http://turbohausfrau.blogspot.co.at/2012/12/quitten-tarte-tatin.html

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  3. Vielen lieben Dank, liebe Susi, ich freu mich ja soo, dass du mir einen Kuchen bäckst :-)))
    Und ganz klar deine Version ist mir lieber als die mit Margarine..ggg..hat sowas echt noch jemand daheim in der heutigen Zeit? der 3:2:1 Teig ist wirklich der beste, da kann ma nix sagen, wobei ich immer wieder vieles ausprobiere.
    Vielen Dank also und ja der wäre genau meines :-)

    Liebe Grüße Sina

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    1. Stimmt, der Teig ist wirklich super. Wobei ich sagen muss, ich wusste gar nicht mehr, dass der seinen Ursprung im Sacherkochbuch hat, bis ich wegen dieses Kuchens gesucht habe. Aber keine Ahnung, ob er vielleicht doch woanders auch einen Ursprung hat?
      Alles Gute noch einmal!

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    2. dieser mürbe Teig steht schon in der Prato aus dem 19. Jahrhundert und heißt dort Bröselteig Nr. I, mit 1-2 Dottern und "Limonenschalen" (ich habe eine halbe Ausgabe dieser alten Prato von schätzungsweise 1897 und die kommentierte neue Ausgabe von Christoph Wagner, sehr interessant auch nur zum Lesen, lg

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    3. Das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die kommentierte Ausgabe interessant ist.
      Danke für deine Infos. Find ich spannend!

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  4. ein schönes Rezept mit dem feinen klassischen Teig, der mir auch der liebste ist!
    die Omakuchen kamen halt aus einer anderen Zeit, wo man mit Butter und Eiern sparen musste... (aber ob Margarine billiger war... keine Ahnung)
    lg

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    1. Doch, doch, Margarine war viel billiger! Ich kann mich noch erinnern, wie Butter und Schlagobers auf einmal günstig wurden, als wir der EU beigetreten sind. Das waren davor absolute Luxusgüter, die nicht so ohne weiters eingekauft wurden.

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  5. Salu,

    ein nettes Geschenk für die Sina, die ich trotz der 3 Jahre Blog immer noch verwechsle.

    Der kleine Ausflug in die Geschichte ist auch interessant. Tatsächlich kosten Butter und Eier noch gleichviel wie vor 40 oder 50 Jahren. Ebenso ist das Verhältnis Magarine/Butter fast konstant geblieben. Nehmen wir Ende der Schsziger als Beispiel: Das halbe Pfund Butter lag um 1,80 DM (ca. 13 Schilling oder 2 Franken), ein Ei um die 20 Pfennig (170 Groschen oder 25 Rappen). Ein Euro sind ja etwa 2 DM oder 14 Schilling.^Der Fraknen lag damals noch zwischen 80 und 90 Pfenning!!!. Sprit kostete etwa 65 Pfennig, eine Packung mit 11 Zigaretten eine DM. Der berühmte Ramawürfel kostete 90 Pfennig... und es gab noch Rabattmarken .. Für Schule bekam ich 20 Pfennig für eine Brezel....meist nahm ich ein Laugenweckle, welches nur 15 Pfennige kostete. Für 5 Pfund Kartoffel vom Anhänger wurde ich mit einer Mark losgeschickt .Sehr eindrucksvoll war die Werbung schon damals für Backmagarine... Die Schwiegermutter kauft immer noch die mit dem S im Markennamen, obwohl die deutlich preiwertere markenfreie Sonnenblumenmagarine laut Summe der Inhaltsangaben fast einenTick besser ist.

    Trotzdem, ich darf nur milchfrei. Ein halbes Pfund Butter ist die beschwerdefreie Menge für 2 Monate. Sünden merke ich sofort, eine Art Heuschnupfen ist die harmloose Variante.

    Ein klienes winziges Stückle von dem Kuchen würde ich schon probieren wollen, Für das größere Stückle findet sich sicher ein Abnehmer.

    In diesem Sinne und sonnige Grüßles

    WN



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    1. Liebe(r?) WN!
      Danke für deine Infos über die Preisentwicklung in Deutschland. Wir Österreicher schielen in vielen Belangen voll Erstaunen immer wieder nach Deutschland, weil bei uns alles mehr kostet. Ganz eklatant günstiger wurden durch unseren EU-Beitritt die Lebensmittel, aber leider haben gerade da viele Leute die "Geiz ist geil"-Einstellung entwickelt, die uns gerade auf den Kopf fällt.

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  6. Schlicht und schön... leider hat der Apfelbaum geschwächelt und ich müßte kaufen. Mal gucken.

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    1. Nachdem hier kein Obstbaum gedeihen mag auf Balkonien, muss ich Obst leider auch kaufen.

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