Freitag, 4. Dezember 2015

Quittenkäse

So schauen sie aus, meine kleinen Quitten-Verreckerl. Eingedepscht und verwachsen und soooo gut. Das auf dem Foto dürfte übrigens so in etwa die Originalgröße sein, also wie ein kleiner Apfel in etwa.

Nun hab ich das wirklich gemacht, was ich mir geschworen habe nie zu tun: nicht nur Quitten schälen und entkernen und zerschneiden, nein, auch noch ewig bei dem Gebräu stehen und dauerrühren, dann Energie verbrauchen ohne Ende, weil Quittenkäse will ja auch getrocknet werden.
Quitten machen blöd, sag ich euch. Die liegen da und duften vor sich hin, sodass man nicht anders kann, als sich die Arbeit anzutun und sie trotz allem zu verarbeiten!
Zum Glück hat der Turbohausmann tatkräftig mitgeholfen.




Bei den meisten Rezepten wird Apfelsaft oder Apfelwein verwendet, ich hatte gerade so schöne Zitrusfrüchte da, also habe ich eine Mischung aus diversen frisch gepressten Zitrussäften und auch deren Fruchtfleisch für diese Leckerei verwendet. Alle Zitrusfrüchte waren bio, daher konnte ich auch die Schale fein reiben und mit verkochen. Klappt gut und schmeckt super!

Der Glierzucker: Ehrlich, ich hab keine Ahnung, ob das nicht vielleicht auch mit normalem Zucker geht. Fast alle Rezepte nehmen Gelierzucker, also dachte ich, ich bin auf der sicheren Seite, wenn ich den verwende. Hat funktioniert!


2  Zitronen, Saft und fein geriebene Schale
1/4 l Saft von Orangen und Mandarinen, die Schale fein abgerieben
1 kg Quitten, nur das Fruchtfleisch gewogen
500 g Gelierzucker
Backpapier
Kristallzucker zum Wälzen

Quitten säubern, schälen, entkernen und mit dem Zerkleinerer der Küchenmaschine in kleine Futzerln häckseln. Mit Saft und geriebener Schale aller Zitrusfrüchte in einen Topf geben und kochen, bis alles ein schöner Brei ist. Bei mir hat das etwa 45 Minuten gedauert, weil ich blöderweise die kleinen Stücke, die auch im Zerkleinerer waren, mit dazu gegeben habe. Daher musste ich dann auch mit dem Mixstab alles noch einmal pürieren. Dann kommt der Gelierzucker dazu und die Masse wird eingekocht, bis alles so dickflüssig ist wie Apfelmus, was noch einmal eine halbe Stunde gedauert hat. Darf ich erwähnen, dass man sowohl die 45 als auch die 30 Minuten dabei stehen darf und rühren, weil sich diese Masse sicher sofort anlegen würde und in weiterer Folge anbrennen ...
Aber danach ist es einfach: Ein Backblech mit Backpapier auslegen, die Masse ca. 1 cm dick aufstreichen, ab ins Backrohr und bei 80 Grad Umluft trocknen. Ich habe die Masse am Abend ins Rohr geschoben, in der Früh habe ich sie einmal gewendet, weil die Unterseite relativ feucht war. Das entfällt, wenn man so ein geniales Lochblech hat, das es für meinen alten Herd nicht gibt. Ich habe ein frisches Stück Backpapier auf die Quittenmasse gelegt, alles auf die Arbeitsplatte gekippt und dann wieder aus Blech gezogen - geht einfach! Dann noch einmal 2 Stunden getrocknet und im Rohr auskühlen lassen. Danach die Masse in Streifen schneiden, dann in Stücke. In Kristallzucker wälzen.

In Keksdosen aufbewahren, sicherheitshalber mit Backpapier dazwischen.


Sooo gut! Ich hab den Turbohausmann gebeten, die kleinen Scheißerchen zu verstecken, sonst leben die zu Weihnachten nicht mehr. ;)

Kommentare :

  1. Das ist sooooo köstlich! Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mich heuer das erste mal an Quitten gemacht habe. Darunter auch Quittenbrot. Ich hab die Schale an den Quitten drangelassen, die Stücke gekocht, püriert und dann Fruchtpüree und Zucker 1:1 gekocht. Es klappt also auch ohne Gelierzucker, dauert aber dann halt das doppelte der Zeit. Nächstes Jahr auf alle Fälle wieder!

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    1. Und es klappt mit Schale? Oha! Das eröffnet neue Dimensionen! Danke.

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    2. Also wie gesagt, ich bin ja noch Quittenanfängerin aber ich hab einfach die weichgekochten Quitten mit Schale pürriert. Und das enthaltene Pektin hat mir wohl den Gelierzucker gespart.

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    3. Super! Nächstes Jahr bin ich besser informiert. :)

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  2. Mmmmh, da würde ich jetzt gerne mal eins naschen oder zwei oder drei... Wo hat der Mann sie hin? ;)

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  3. was glaubst du wie gut die erst mit Kuvertüre überzogen schmecken!!
    lg

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    1. Jössas, du bringst mich auf Ideen!
      Aber nachdem ich nun weiß, dass das mit Schale auch geht, steht dem ja im nächsten Jahr nichts mehr im Wege. ;)

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    2. übrigens, es geht auch Kristallzucker! Die Quitten gelieren sehr gut. Und ich lass auch die Schale dran und stecke die Quitten einfach in den Ofen. Wenn sie gar sind (Zahnstocherprobe) und bissl ausgekühlt, lässt sich die Schale gut abziehen.

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    3. Noch ein heißer Tipp, der mir das Schälen erspart. Vielen Dank! Nächstes Jahr mach ich es mir einfacher.

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  4. Die Zubereitung des Quittenkäses tönt ähnlich aufwendig wie die von Dulce de Membrillo. Sehr köstlch, ja schon, aber es gibt Grenzen... ;-)

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    1. Es ist wirklich ein arger Aufwand, aber ich halte das nur ganz schlecht aus, irgendwelchen Lebensmitteln dabei zuzusehen, wie sie in meiner Gegenwart Selbstmord begehen. ;)

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  5. Mhhhmmm, das hätt ich jetzt auch gern. Meine Großmutter hat das immer gemacht, und ich habs jetzt auch schon mehrmals versucht, aber es ist mir noch nie richtig gelungen ... meistens hab ichs schon gar nicht richtig trocken bekommen, allerdings kann mein oller Backofen nicht dauerhaft so niedrige Temperaturen, seit neuestem hab ich einen Dörrautomaten, gehts damit wohl besser? Aber selbst wenn es trocken geworden ist, sobald ich es in Zucker gewälzt habe, wars nach ein paar Tagen wieder feucht. Hast du mir noch Tipps?

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    1. Hm, Tipps von mir, wo ich das selber zum ersten Mal gemacht habe - danke für dein Vertrauen! ;)
      Hast du Backpapier zwischen die einzelnen Lagen gepackt?

      Eigentlich denk ich mir, wenn Quittenkäse trocken genug ist, dann müsste das mit dem Kristallzucker klappen. In zwei Wochen treffe ich die Verwandten wieder, die mir die Quitten geschenkt haben. Von denen weiß ich, dass die immer Quittenbrot machen. Da kann ich nachfragen.

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  6. Klar hatte ich Backpapier zwischen die Lagen ... aber das hilft auch nicht wirklich, wenn der Quittenkäse irgendwann so suppt, dass man ihn eigentlich nur noch mit dem Löffel essen kann ...
    Dieses Jahr hab ichs nun mit dem Dörrautomaten gemacht, also ähnliche Temperatur wie du im Backofen, und so hat es zum ersten Mal wirklich geklappt. Ich glaube jetzt keinem Rezept mehr, das behauptet, das Quittenbrot wird auch an der Luft irgendwann richtig trocken - also in meiner Wohnung wird es das jedenfalls nicht.
    Allerdings hatte meine Großmutter ja keinen niedrigtemeraturigen Ofen und keinen Dörrautomaten, und sie konnte das trotzdem. Zu schade, dass ich sie damals nicht gefragt habe, wie sie das gemacht hat.

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    1. Das freut mich, dass es nun klappt bei dir!
      Ich darf jeden Tag ein kleines Stück naschen, daher weiß ich mittlerweile, dass bei mir der Kristallzucker auch verschwunden ist und der Quittenkäse weicher ist, aber noch ist er in Form und pickt nicht fest. Allerdings habe ich gestern von einer Verwandten Weihnachtsgebäck bekommen, bei dem auch Quittenkäse dabei war und der war definitiv trockener und fester als meiner. Ich werde nachfragen, wie das geht, dann schreib ich es hier rein.

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    2. Manchmal sind Küchengeräte doch was Tolles. Hab mir dieses Jahr nämlich einen Vitamix gekauft (ja, ich bin ein Küchengerätejunkie) ... Quittenstücke mit Schale und etwas Saft da rein, das gibt schon roh eine Apfelmuskonsistenz, ca. 20 min mit Zucker gekocht, dann in den Dörrautomaten - der bequemste Quittenkäse, den ich je gemacht hab

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    3. Liebe Gesine,
      Danke für den Tipp! Ich fürchte, meine Moulinette würde schrecklich überfordert sein, wenn ich da diese steinharten Quitten, die ich immer bekomme, reinschmeiße. Einen Dörrautomaten habe ich. Den werde ich für den diesjährigen Quittenkäse einsetzen.

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