Montag, 18. Juli 2016

[Buchbesprechung] Sugar Girls

Vom wunderbaren Callwey Verlag ist ein ebenso wunderbares Buch erschienen: Sugar Girls heißt es. Es ist wieder einmal ein Buch, an das sich nicht bald ein Verlag rantraut: Es ist eine Mischung aus Kaffeehausbuch,  Deko-Buch und Kochbuch, dazu leistet es Hilfestellungen, falls jemand ein Kaffeehaus eröffnen möchte. Ich weiß, dass es bei solchen Kombinationen in Verlagen oft heißt: So eine Mischung ist so schwer verkäuflich, weil diese Bücher werden so oft falsch einsortiert und dann schwer gefunden. Das finde ich sehr schade, denn gerade jetzt im Sommer ist so ein Buch total schön zum Schmökern - man kann ad hoc entscheiden, schaut man die schönen Bilder an, will man etwas über neue Geschäftsideen wissen oder sucht man ein Rezept. Mir ist es nicht nur einmal passiert, dass ich in dem Buch einfach hängen geblieben bin - Deko zum Beispiel ist ja so gar nicht mein Ding, aber dennoch habe ich manchmal gedacht, hach, ist das schön. Und wie durchdacht diese ganzen Konzepte sind!
Worum geht es nun wirklich: Es werden 20 junge Frauen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz mit ihren Kaffeehaus-Projekten vorstellt. Sie waren Verwaltungskauffrau, PR-Assistentin oder Stewardess und haben sich einen Traum erfüllt: ein eigenes Kaffeehaus. Wie unterschiedlich die Kaffeehäuser geworden sind und wie viele kreative Ideen die Damen hatten, ist unglaublich. Man erfährt auch sehr viel, wie die sicher harte Realtität dann oft ausschaut. Nicht zuletzt gibt es ein abschließendes Kapitel mit dem Namen "Kleine Starthilfe für Existensgründer" mit Tipps, was Grundvoraussetzungen sind, um ein gut gehendes Kaffeehaus zu eröffnen. Und nicht zuletzt gibt es auch ein Kapitel mit Rezepten.

Nun soll bitte niemand sagen, ich würde nicht gut recherchieren für meine Rezensionen: Ich war nämlich im Wiener Kaffeehaus namens Pure Living Bakery, das in dem Buch vorgestellt wurde. Das zweite und dritte Foto habe ich dort gemacht. Selten habe ich ein dermaßen durchgestyltes Kaffeehaus á la USA gesehen! Wirklich bis zur letzten Konsequenz: Es sind nämlich die Papierhandtücher am WC in derselben Farbe wie die Wandfarbe gehalten. Ich war wirklich platt! Das Konzept hat sich offensichtlich bewährt, denn es gibt bereits eine Filiale von Pure Living Bakery. Außerdem habe ich gelernt, was ein "Flat White" ist, denn diese Kaffeevariante haben wir in Wien nicht: Es ist ein doppelter Espresso mit wenig Milchschaum drauf, gerade genug, um Latte Art machen zu können. Und ganz amerikanisch habe ich Cookies dazu gegessen.

Natürlich habe ich auch ein paar Rezepte ausprobiert. Die meisten Rezepte sind Kuchenrezepte - klar, es geht ja darum was in Kaffeehäusern serviert wird. Ich habe aber nicht drei Kuchen nachgebacken, denn das täte der ohnehin ramponierten Figur nicht so gut.

Manchmal frage ich mich, wieso Verlage noch Bücher an Food-Blogger abgeben, denn wir haben die Eigenschaft, nicht einfach über das Aussehen des Buchs zu schreiben, sondern wir klopfen es auf Herz und Nieren ab, ob die Rezepte auch funktionieren. Hier ist das einfach zu beantworten: Sie tun es!

Das hier ist ein einfach herzustellender Dip mit Datteln, orientalischen Gewürzen, Frischkäse und anderen feinen Sachen. Ich habe den Dip Gästen serviert und sie waren sehr angetan, weil die süß-scharfe Mischung wirklich fein schmeckt.




Ein Eye Catcher ist die Erdbeertarte "Elisabeth", wobei ich gestehen muss, dass der Lavendel oben drauf meine eigene Erfindung ist. Das ist auch relativ gewagt, denn nicht alle Leute mögen Lavendel im Essen. Die Tarte ist sicher auch ohne Lavendel sehr gut!









Und nun mein Highlight: Cold Brew Tonic
Mein Faible für Kaffee im Cold Brew-Verfahren habe ich hier ja schon gezeigt. Daher ist das auch das Rezept, das ich hier vorstellen möchte.

110 g für Filter gemahlener Kaffee
Eiswürfel
1 kleine Flasche Tonic Water

Wasser und Kaffee vermischen und für 14 Stunden in den Kühlschrank stellen. Kaffee abfiltern. Mit den Eiswürfeln und dem gekühlten Tonic in ein Glas geben.

Ein bissl hab ich gerauft mit dem Abfüllen: Es soll so ausschauen, dass der Kaffee oben auf dem Tonic Water schwimmt und sich die beiden Flüssigkeiten nicht mischen. Ich habe es nur so zusammengebracht, dass ich den Kaffee extrem langsam und vorsichtig über die schräge Wand des Glases laufen ließ.

Im Hinblick darauf, dass der Sommer hoffentlich doch noch kommen wird, lege ich das Rezept allen sehr ans Herz. Aber wie schon einmal erwähnt: Cold Brew ist ein Kaffeekonzentrat! Ich als nicht sehr geübte Kaffeetrinkerin kann diesen Kaffee pur gar nicht trinken, ohne zu flattern anzufangen. Durch das Tonic Water wird dieser Effekt natürlich gemildert, aber das Getränk ist immer noch stark genug, um ordentlich wach zu machen.



Mein Fazit zum Buch: Wohl alle FoodbloggerInnen träumen ein bisschen vom eigenen Lokal. Für die ist es das perfekte Buch! Man kann sich viele Ideen anschauen von Frauen, die es bereits geschafft haben. Aber auch sonst ist das ein Buch für alle Leute, die ein schönes Sommerbuch zum Schmökern haben wollen.

Online kaufen kann man das Buch zum Beispiel beim Buchhändler, der gratis innerhalb Österreichs versendet, in Deutschland direkt beim Verlag, vor allem aber sollte man mal an den Buchhändler gleich am Eck denken - könnt ihr euch erinnern? ;)



Danke an den Callwey Verlag, dass er mir dieses Buch für die Rezension zur Verfügung gestellt hat. Es hat mir viel Freude gemacht, in dem Buch zu versinken, das Kaffeehaus zu besuchen und einige Rezepte nachzukochen. Danke für dieses Rundum-Wohlfühl-Paket!

Kommentare :

  1. Das Cold Brew Tonic lacht mich sehr an....mit wieviel Wasser mischst Du denn den Kaffee?

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    1. Ungefähr 1:1, aber ich denke, das kann man halten wie die Dachdecker. ;)

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