Sonntag, 18. September 2016

[Restaurant] China Kitchen No. 27



Das ist jetzt quasi eine kulinarische Eil-Meldung. Nun dachten wir, wir hätten einen Lieblingsasiaten gefunden - beschrieben hier: Chinarestaurat No. 27.

Passt man nicht auf, zack, macht der Koch vom Lieblingschinesen ein eigenes Lokal auf. Zhang Fa Jun, der Meisterkoch vom Jangtsekian, ist an die Linke Wienzeile Nr. 20 übersiedelt, direkt bei meinem wieder geliebten Naschmark. Und mit einem neuen Partner: Jonny Cheng hatte in dem Lokal, wo nun das Restaurant betrieben wird, davor eine Fischhandlung mit Imbiss. Das heißt, es wurde gerade bei Viechern aus dem Meer noch einmal ein Schäuferl draufgelegt.



Wir sind gestern mit Freunden dort eingefallen und haben uns quer durch die Speisekarte gegessen. Es war alles wirklich unglaublich gut. Nach wie vor ist alles, was mit einer Chili auf der Speisekarte gekennzeichnet ist, irrwitzig scharf. Allerdings ist es so, dass auch nicht gekennzeichnete Speisen durchaus Würze mitbringen. Unser Getränkekonsum war enorm! Der Taschentuchverbrauch auch - so zwecks abtupfen der Schweißperlen ...

Links am Bild sind wieder meine geliebten 1000-Schichten-Schweineöhrchen zu sehen. Die Innereienkarte ist wie im früheren Lokal weiterhin umfassend geblieben.

Die Auswahl der Speisen ist riesig und schaut auf den ersten Blick so aus, als wäre sie wirklich 1:1 vom alten Lokal übernommen, allerdings hat mir die asiatische Blunze (richtig heißt das Blutkuchen) gefehlt, dafür gibt es nun viel mehr Fischgerichte - dem neuen Partner sei gedankt.

Die Speisekarte ist nach wie vor zweigeteilt: Im vorderen Teil finden sich die authentischen Gerichte, im hinteren Teil die Sachen, die man auch in anderen Chinarestaurants findet. Wobei man schon sagen muss, dass diese "Asia-Fusion-Gerichte" ganz sicher nicht so lasch sind wie in etlichen Chinalokalen in Wien, sondern auch die kann man wirklich mit Freude essen.


 


 


Einen Minuspunkt muss ich nun schon anführen: Das Lokal ist hässlich. Genau wie im alten No. 27 sehr schmucklos, hier allerdings ist das Restuarant noch dazu ein langer, schmaler Schlauch. Im hinteren Teil geht es ein paar Stufen hinunter, da sind dann nicht einmal mehr Fenster. Für einen romantischen Abend vollkommen ungeeignet, sondern da geht man am besten mit abenteuerlustigen Freunden hin.
Ich habe mir Amurkarpfen bestellt. Geschmeckt hat der unglaublich gut! Jetzt kommt ein großes "Aber": Das Service-Personal ist wirklich sehr nett, aber sagenhaft ahnungslos. Es kam eine riesige Schüssel daher - wirklich so groß, dass man gut zu zweit oder dritt davon satt werden kann. Es wäre nett gewesen, wenn jemand das beim Bestellen erwähnt hätte. Ich war etwas überfordert, wie man so etwas isst: Mit dem riesigen Löffel, der dabei war, einfach aus der Schüssel? Oder etwas rüberschaufeln in das kleine Extraschüsserl? Wohin mit dem Reis? Dass eine Kellnerin auf so eine Frage mit: "Ich weiß auch nicht genau," antwortet, das find schon verwegen.
Es ging ja nicht nur mir so, sondern auch meinem Mann, der ein Rindfleischgericht bestellt hatte und genau so eine Schüssel hingestellt bekam.

Zum Glück wurden wir aber, nachdem wir nicht einmal ein Drittel der Menge essen konnten, gefragt, ob sie uns alles einpacken sollten. Es war auch wirklich alles ausrinnsicher verpackt.

Kurzum: Man fragt am besten, wie groß die Portion sein wird, die man bekommt, damit man gleich vorher weiß, ob das nun ein Zwei-Tage-Fest wird.



Von uns trotz der Wermutstropfen, dass das Lokal ungemütlich und dass das Personal vollkommen ungeschult ist, eine ganz große Empfehlung. Wir sind sicher nicht das letzte Mal dort gewesen. Vor allem arbeitet der Turbohausmann in der Nähe und wir haben gesehen, dass die Mittagsteller extrem moderate Preise haben. Unterm Strich ist zu sagen, dass die Preise sehr günstig sind, die Qualität der Speisen aber herausragend.

Kontaktdaten:
No. 27 Restaurant
Linke Wienzeile 20
A-1060 Wien
Mo - Sa 11:00-14:30, 17:30-23:00
So, Feiertage 12:00-22:00 (durchgehend)
+43 (0) 1 5812486

Kommentare :

  1. Das klingt guuut! scharf mögen wir ja so gern wie ihr,.und authentisches auch noch dazu,..wenn Wien net so weit aus der Welt wäre..seufz

    lg. Sina

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    1. Na ja soooo weit ist Wien auch nicht weg von dir. Und der Naschmarkt ist auch noch sehr zentral. Also wenn du wieder mal kommst, dann gegen wir dort hin und weinen gemeinsam - streckenweise ist es nämlich sehr, sehr scharf, dass man durchaus auch ein Tränchen zerdrücken kann. ;)

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