Dienstag, 20. September 2016

ZZ Top

Ob es nun um Musik geht? Na zumindest um etwas, das die Geschmacksknospen zum Singen bringt: Rotweinzwetschken. Und wieso ZZ Top? Weil der Turbohausmann den Zwetschken diesen Namen verliehen hat, als er sie gekostet hat. Ein Z für Zwetschken, das zweite Z für den Zweigelt von der Familie Fischer, der herhalten musste für dieses Kompott. Und das ist wirklich so gut geworden wie bisher noch nie. Ich nehme an, der Grund ist, dass ich den Zucker karamellisiert habe. Ab jetzt gibt es Rotweinzwetschken nur noch mit Karamell.



1 kg Zwetschken, am besten die kleinen Hauszwetschken
½ kg Zucker
1 Zimtstange
5 Gewürznelken
1 Flasche Rotwein (Zweigelt hat sich bewährt)



Zucker karamellisieren. Ja, das klingt jetzt so salopp, ist aber bei dieser Menge nicht mehr so einfach.  Hier ist es einfacher, 1/4 l Wasser in einen Topf geben, den Zucker dazugeben, langsam erhitzen, bis der Zucker geschmolzen ist. Dann alles köcheln lassen, bis das Wasser verdunstet ist und die Flüssigkeit hellbraune Farbe annimmt. Dauert länger, ist aber einfacher zu machen als Zucker in einem Topf zu schmelzen.

Den karamellisierten Zucker mit dem Rotwein aufgießen. Gewürze (am besten in einer Gewürzkugel oder in einen Teefilter eingeknotet) dazugeben und ein paar Minuten köcheln lassen, bis der Karamell restlos aufgelöst ist.

Nun beginnt die Teilung der Zwetschken: Einen Teil muss man natürlich zum sofortigen Genuss abzweigen, den zweiten Teil in Hälften geteilt in Einweckgläsern verteilen. Dabei nie das Glas bis oben hin anfüllen, sondern immer einen breiten Rand freilassen. Mit dem Rotwein-Karamell-Gewürzsud aufgießen, Gläser verschließen und in ein ofenfestes Gefäß, das mit 2 Finger hoch Wasser befüllt ist, reinstellen. Backrohr auf 180 Grad stellen und immer wieder reinschauen, sobald Bläschen in den Weckgläsern aufsteigen, auf 150 Grad zurückschalten und 30 min. sterilisieren. Dann das Rohr abdrehen und die Gläser so auskühlen lassen.

Für die Zwetschken, die man bald essen will, gibt man selbige in den Sirup und lässt sie ca. 5 min. köcheln. Immer wieder mal schauen, ob die Zwetschken eh nicht zerfallen. Sobald sie weich sind, in eine Schüssel umfüllen und auskühlen lassen. Dann sind sie zum Essen bereit.



Was ich dieses Mal gemacht habe: Den Sud der Sofort-Essen-Zwetschken habe ich nach dem Garen der Zwetschken noch einmal reduziert, bis er dickflüssig war. Wieder zu den gegarten Zwetschken gießen. Und dann dazu ein Grießkoch oder Milchreis mit Zimt - so richtiges Kleinkinderessen, das passt 1A! Meine Topfenknödel passen, natürlich alle Arten von Schmarrn (Topfenschmarrn, Mohnschmarrn, Rahmschmarrn - den aber ohne Dirndln drinnen). Oder einfach als Kompott löffeln ohne irgendwas dazu. Sehr, sehr fein!

Und natürlich muss ich jetzt noch die passende Musik einbauen. Jessas, das sind Jugenderinnerungen. Ich hab gerade nachgelesen, 1969 wurde die Band gegründet, 1980 hatte sie ihre großen Erfolge. Ich werde alt! Macht aber ziemlichen Spaß, dass man dann nicht mehr die Probleme hat, die die Pubertät so mit sich bringt.


Kommentare :

  1. Rotweinzwetschken! Herrlich!
    Aber ohne Grieskoch bitte gg

    lg. Sina

    AntwortenLöschen
  2. Heute hab ich welche im Porridge gegessen - aber ich nehme an, das wäre genau so nix für dich. ;)

    AntwortenLöschen
  3. Das karamellisieren von Zucker hat sich bei mir schon in vielen Gerichten bewährt.Leider ist bei uns Kompott nicht so gefragt. In den nächsten Wochen werden bei mir die Quitten reif, da muss ich mir auch noch etwas mit einfallen lassen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Konny,
      wenn du Quitten doch zu Kompott verarbeiten willst, habe ich ein tolles Rezept: http://turbohausfrau.blogspot.co.at/2015/11/schmutzige-sache.html
      Ich mache auch nicht so arg viel Kompott: entweder Zwetschkenröster oder Rotweinzwetschken sind aber Pflicht. Vor allem habe ich von einer Nachbarin so viele Zwetschken geschenkt bekommen, dass ich unbedingt etliche einkochen musste.

      Löschen
    2. Liebe Susi, deine schmutzige Sache habe ich im letzten Jahr dir schon nachgemacht und fand sie sehr lecker. Das Rezept muss auch in diesem Jahr herhalten. Ich habe so viele Quitten am Baum, dass ich noch andere Rezepte ausprobieren werde. Und einer Freundin werde ich auch einige schenken.

      Löschen
    3. Ich fürchte schon den Anruf, dass ich bitte kommen soll und Quitten abholen. Die, die ich bekomme, sind wirklich wunderbar, auch total naturbelassen, aber sooooo extrem hart. Da habe ich jedes Jahr Blasen auf den Fingern. Hoffentlich sind deine nicht auch so arg hart.

      Löschen
    4. Oh doch, meine sind es auch. Mein Mann drückt jeden Tag an den Dingern rum, obwohl ich ihm scon oft genug gesagt habe, dass sie nicht weich werden ;-)). Zum Glück kann man sie ja nach und nach verarbeiten. Sie halten ja eine ganze Weile.

      Löschen
    5. Männer! :D
      Du hast vollkommen recht: Die Quitten halten sich gut und man kann sie schön langsam abarbeiten.

      Löschen