Donnerstag, 27. April 2017

Bärlauch-Topfennocken

Bärlauch halte ich mit den Jahren immer schlechter aus. Was habe ich Bärlauch früher geliebt! Ich habe beim Durchschauen meines Blogs gesehen, dass es in den letzten Jahren wirklich nur mehr ein Bärlauch-Rezept pro Saison gab. Roh geht fast gar nicht, gegart schon eher, weil ihm das die beißende Spitze nimmt. Ich habe mittlerweile Knoblauchsrauke für mich entdeckt, die sehr viel milder ist. Aber ab und zu muss es dann doch ein Bärlauch-Rezept sein.

Was ich immer noch mache, ist meine Bärlauchpaste, die man auch für dieses Rezept hier braucht. Die Paste hat den Vorteil, dass man sie recht lange aufheben kann, da genug Salz zum Konservieren drinnen ist und die Ölschicht oben drüber verschließt die Paste.

Weil ich noch immer Baustelle in der Wohnung habe, gibt es wieder ein sehr einfaches Rezept. Wir haben es gleich an zwei Tagen hintereinander gegessen, aber in verschiedenen Varianten, die ich gleich beide zeige.

Das Rezept eignet sich sehr gut, wenn man noch gekochte Erdäpfel vom Vortag übrig hat. Auch geeignet für andere kräftige Kräuter.



Für 4 Hauptspeisen oder 6 Beilagen-Portionen:

250 g Topfen (20 % F.i.T.)
150 g Erdäpfel - gekocht, geschält, passiert, ausgekühlt
2 kleine Eier
2 EL Bärlauchpaste
50 g Mehl
50 g Semmelbösel (die machen Punkte in den Nocken, nicht wundern)
Salz
Pfeffer
Muskatnuss

Nussbutter zum Schwenken
Nach Belieben Bärlauch gehackt zum Bestreuen

Als Hauptspeise: würziger Käse zum Drüberreiben


Die Zubereitung ist nun wieder total kompliziert: Alle Zutaten gut vermischen und kühl 20 - 30 min. rasten lassen. Man kann die Masse im Kühlschrank auch über Nacht (gut verschlossen von wegen Duft!) stehen lassen.
Salzwasser zum Kochen bringen. Mit zwei Esslöffeln Nocken formen und die ins Salzwasser legen. 10 min. sacht sieden lassen. In dieser Zeit kann man gut die Nussbutter zubereiten. Die fertigen Nocken mit einem Knödelschöpfer herausnehmen und in der Butter schwenken.

Wenn man die Nocken als Hauptspeise isst, dann am besten noch würzigen Käse drüberreiben. Der Käse muss aber schon etwas können, um dem Bärlauch Paroli bieten zu können.

Nach Belieben mit gehacktem Bärlauch bestreuen.

Dazu auf jeden Fall eine Schüssel Blattsalate. Ich habe derzeit Rucola (viel zu viel!), Green in Snow, Buttersalat, Winterportulak, Radieschenblätter und Spinat. Der Rest wird in etwa einer Woche beerntbar sein. Macht wirklich Spaß, das balkongärtnern, wenn man so reich von der Natur beschenkt wird.




Ein richtiges Sonntagsessen wurden bei uns diese Nocken mit Andys Rindssaftplätzli. Ich klau jetzt das Rezept, weil es uns wirklich gut geschmeckt hat und ich es sicher wieder machen werde. Das Richtige für faule Köchinnen: Ab damit ins Rohr und dann mehr als eine Stunde nichts tun!
Den Teig für die Nocken kann man machen, wenn das Fleisch ins Rohr wandert, dann ruht der Teig bis ca. 10 min. vor dem Fertigwerden der Rindsplätzli.


Für 4 Personen
600 g kleine, dünne Rindsschnitzel
400 g Zwiebeln, fein gehackt (bei mir in dünne Ringe gehobel)
50 gr Butter
1 TL Olivenöl
Salz
Pfeffer
1 Mokkalöfferl Paprikapulver edelsüß
1 Lorbeerblatt

Eine ofenfeste Form (wenn möglich eine mit Deckel) mit dem Olivenöl einpinseln. Die Rindsschnitzeln auflegen, sodass die Form bis an den Rand mit dem Fleisch befüllt ist. Salzen, pfeffern, mit etwas Paprikapulver bestreuen, die Zwiebelringe oben drauflegen. Das Lorbeerblatt an einer Seite reinstecken. Die Butter in Flocken über allem verteilen. Die Form gut verschließen, eventuell mit Alufulie noch abdichten, damit kein Dampf entweichen kann. Ins kalte Rohr stellen, das man aber gleich auf 170 Grad erhitzt. Wichtiger Schritt: 70 min. darf sich die Köchin dem Montieren der Sockelleisten zuwenden aufs Sofa legen und Zeitung lesen! Danach widmet man sich 20 min. den Beilagen. Nach 90 min. waren die Schnitzeln bei mir butterweich!

Bei uns gab es noch Frühkarotten dazu. Die habe ich geschält und ca. 15 min. mit einem Stück Butter, einem kleinen Schluck Wasser und Salz zugedeckt bei mittlerer Hitze gegart.




Kommentare :

  1. Ja, das mit dem Bärlauch. Als ich entdeckt hatte, dass der bei uns wächst, bin ich die ersten Jahre in einen Art Rausch verfallen - Riesenvorräte habe ich angelegt. Und jetzt...reicht mir das. Ein Gericht, dann ist es auch gut. Und roh sowieso nicht....
    Deine Topfennocken sehen aber toll aus :-)...ich überlege grade....mit Basilikum geht das bestimmt auch....

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    1. Diesem Rausch bin ich viele Jahre erlegen, aber der ist eindeutig vorbei. Ich mag Knoblauch lieber, der beißt nicht gar so arg.

      Ja, die gehen mit Basilikum. Schon probiert, aber nie verbloggt.

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  2. Oh, das tät ich jetzt gern essen!!! . . . mein Magen knurrt eh schon und ich muss aber erst noch zum Friseur und koch dann erst auf 16.00 h wenn mein Schatz heim kommt ... das dauert noch :(
    Welches Rindfleisch nimmst du eigenlich für die Rindschnitzerl, das hab ich noch nie gehört!? ... ist das Rouladenfleisch?
    LG Doris

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    1. Um 16.00 Uhr essen, wenn um 13.00 Uhr der Magen knurrt? Da würde ich sicher einen Apfel oder so dazwischenschieben.
      Ja, genau, das ist Rouladenfleisch. Hüferl oder Schale sind in Österreich Teile, aus denen man die Schnitzel rausschneidet. Aber bei auch haben die wahrscheinlich einen anderen Namen.

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    2. Da war eh a Banane dazwischen - aber halt nix Gscheids ;)
      Aha, Roulade - aber dicker geschnitten?

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    3. Nein, auch dünn geschnitten. Nur kleiner im Format.

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  3. Sockelleisten bilden ja den Abschluss, da ist das glückliche Ende der Renovation wohl absehbar?!
    Saftplätzli bereite ich gerne zu, etwas anders, als Andy. Und bei mir schmoren die Karotten gleich mit!

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    1. Na ja das Ende der dreckigen Arbeiten schon, aber nun kommen noch Möbel, die aufgebaut werden wollen. Herumstehen tun sie schon in der halben, bisher noch begehbaren Wohnung, was jetzt ein gewisses Problem darstellt.

      Ich kannte Saftplätzli gar nicht. Du schmorst sie aber dann kürzer als Andy, oder? Ich denk mir, wenn man Frühkarotten eineinhalb Stunden schmort, dann sind sie eher nicht mehr bissfest.

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    2. Ich nehme ganz normale Karotten, schichte sie zusammen mit Fleisch, Speck und Zwiebeln in die Form und gare 75 Min bei 180 Grad. Die Karotten sind weich, aber kein Mus.
      Nachzulesen bei mir unter «Saftplätzli mit Karotten».

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    3. Danke! Das mache ich sicher auch einmal nach. 👍

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  4. Bärlauch- zum Glück macht der mir keine Probleme, gegen das Aufstoßen mische ich immer die Hälfte glatte Petersilie drunter. Deine Knödelchen gefallen mir supergut, vielleicht sollte ich doch mal öfter Kartoffeln übrig haben.

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    1. Ja, man sollte oft zu viele Erdäpfeln kochen, denn es gibt keinen dankbareren Rest als Erdäpfeln. ;)

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  5. Da es mir mit Bärlauch genau wie dir geht (oder schlimmer gar), werde ich für die Nocken wohl eher Basilikum verwenden. :-)

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    1. Klar, mach das, das geht super! Bei mir steht in absehbarer Zeit ein Versuch mit Estragon an. Aber da berichte ich, falls das Ergebnis erfreulich ist.

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  6. Sieht lecker aus, hört sich lecker an. Passt leider nicht in eine Low Crab Ernährung. Bärlauch hab ich auch im Garten. Der fängt jetzt schon an zu blühen. Nur aussähen tut er sich nicht, blöd.

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    1. Wenn Bärlauch blüht, sollten eigentlich auch Samen entstehen, immer 3 zusammen aus einer dieser kleinen Blüten. Sie sind winzig, brauchen eine Frostperiode und 2 Jahre zum Keimen. Vielleicht fressen in deinem Garten aber gewisse Insekten alle weg?!
      FEL!X

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    2. Das ist spannend, das wusste ich auch nicht. Danke für die Erklärung, lieber Felix. 😚

      Konny, meine Ernährung passt sicher in den seltensten Fällen zu low carb. 😉

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