Dienstag, 2. Dezember 2014

Knollenziest mit Erbsen und Kräutern

Seit ein paar Jahren habe ich Knollenziest auf Balkonien. Einige wenige Rezepte gibt es ja schon am Blog, aber die Ernte war bisher eher dürftig. Mittlerweile hat sich der Knollenziest aber eingelebt und produziert recht brav vor sich hin. Nachdem so wenige Leute Knollenziest kennen, dachte ich, vielleicht interessiert es ja jemanden, wie das so ausschaut mit diesen kleinen Würmern.

In meinem Terracotta-Trog kann ich den Wurzelballen relativ gut herausstechen und dann die kleinen Wurzeln aussortieren. Übrigens eine recht grimmige Sache, wenn man bei Null Grad im Nieselregen auf den Betonplatten kniet und da herumwurschtelt.
Eine halbe Stunde später: Es reicht.  Ich beschließe eine Änderung in der Mengenzusammensetzung meines geplanten Rezeptes. Mehr Knollenziest gibt's an dem Tag einfach nicht, auch wenn er da wäre.

Nachdem ich mit Gartenhandschuhen gebuddelt hatte, ist noch jede Menge Erde am Knollenziest. Nun heißt es Arbeitshandschuhe ausziehen und die Erde händisch abklopfen.
Wenn die Erde einigermaßen weg ist, ist der Rest ein Kinderspiel. Vor allem, weil man bei wohligen 22 Grad in der Küche weiterarbeiten kann.

Der Knollenziest ist recht leicht zu säubern, auch wenn es so ausschaut, als würde das mühsam sein durch die vielen Rillen. Man kann die letzten Erdreste ganz einfach unter fließendem Wasser im Sieb abspülen. Ein wenig mit den Fingern nachhelfen, aber den Großteil der Arbeit erledigt der Wasserstrahl.
Dann heißt es noch, die ganzen Würzelchen abzupfen. Auch kein Drama! Zumindest in diesen Mengen nicht. Für ein ganzes Wirtshaus den Knollenziest putzen stell ich mir schon fad vor, aber das Problem stellt sich ja zum Glück nicht.

Und dann geht es schon ans Kochen.
Für 2 Personen:
2 Hände voll Knollenziest
4 Hände voll Erbsen (bei mir TK)
1 Knoblauchzehe, ganz fein gehackt
1 EL gehackte Kräuter (bei mir Petersilie und Minze zu gleichen Teilen)
Salz
1 EL Olivenöl

Die Erbsen in kochendem Wasser 2 Minuten blanchieren, kalt abschrecken.
Den Knollenziest im Olivenöl 2 min. andüsten, Knoblauch dazugeben, zugedeckt noch einmal 2 min. dünsten. Dann die Erbsen dazugeben, Deckel drauf und alles 3 min. dünsten. Salzen, Kräuter untermischen. Servieren.

Bei uns gab es dazu eine Schnitte Beiried. Ein sehr feines Essen!


Die Idee, Erbsen mit Knollenziest zu kombinieren, habe ich von hier. Die Kombination ist sehr zu empfehlen, auch wenn ich beim Knollenziest ein wenig sparsamer war als im Originalrezept.

Wie sie schmecken, die Würmer? Ein bissi wie Erdäpfeln, aber auch ein bissi wie Artischocke, vom Biss her irgendwie asiatisch, wie Sojabohnensprossen oder Wasserkastanien. Meine Idee ist daher, mit der restlichen Ernte etwas Asiatisches zu kochen. Es wird euch nichts erspart bleiben. ;)

Kommentare :

  1. Danke für das Opfer. Ich fühle es Dir nach, bei diesem Wetter auf dem Balkon zu knien. Dafür ist der Beitrag höchst interressant.

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    1. Nach einer halben Stunde hör ich eh immer auf, weil es mir zu mühsam ist. Dabei ist die Sache bei mir ja überschaubar, ein ganzes Feld mit Knollenziest zu bearbeiten stell ich mir wirklich übel vor. Das ist sicher immer noch Handarbeit. Ein Hoch auf jeden Bauern der sich das alles antut.

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  2. witzig sieht das aus! Geschmacklich scheint es interessant zu sein- aber die viele Arbeit schreckt mich glaube ich.

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    1. Ja, stimmt, Geschmack und auch Textur sind fein. Nicht wie viele andere Wintergemüse ein bissl derb, sondern wirklich zart.

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  3. na die sehen ja lustig aus, wie kleine Engerlinge. Davon hab ich ja noch nie gehört. Was du so alles auf Balkonien hast.

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    1. Knollenziest gibt es auch in Wien nur sehr selten zu kaufen. Einige wenige Biobauern bauen den mittlerweile wieder an. Und ich weiß sehr genau, warum sich das nur so wenige antun! ;)

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  4. hach, ich hab auch gleich mal Google gefragt: die Pflanze selbst sieht ja auch ganz gut aus wenn sie blüht.

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    1. Bei mir blüht der Knollenziest sehr wenig. Ich finde die Pflanze sehr unscheinbar.
      Konny, pass auf, falls du den in den Garten setzen willst: Der breitet sich offenbar wie Topinambur ziemlich ungebremst aus. Topfkultur scheint sich da mehr zu empfehlen.

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    2. Ich weiß noch nicht ob ich diese Pflanze in den Garten pflanze. Man muss ja nicht alles haben.

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  5. Ich habe tatsächlich schon einmal welchen im Laden gesehen, aber da ich weder wusste wie er schmeckt, noch was damit anzufangen, habe ich ihn nicht mitgenommen. Das werde ich nächstes Mal sicher tun und ja, bitte ein asiatisches Rezept. :-)
    Und wie? 22°C in der Küche? Hast du es gut, wenn ich nicht gerade backe und koche erreiche ich durch's heizen nur knapp 19°C und das reicht mir bei weitem nicht...

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    1. Also ich denke, ich werde wieder eine Freestyle-Asia-Gemüsemischung machen, wo ich annehme, dass sich der Knollenziest gut machen wird. Ich habe zu wenig, um ihn als Sologericht zu kochen.
      19 Grad sind mir definitiv zu wenig.

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  6. Guten Morgen! :)

    Wow.. wie spannend. Von Knollenziest habe ich in meinem Leben noch nicht gehört und bin umso begeistertet. Ich mag ausgefallene Dinge, besonders wenn ich sie nicht kenne. Genauso wie ich letztes Jahr den Auftrag an meine Supergärtnerin weitergegeben habe Schwarzkohl anzubauen (mittlerweile wächst er nicht mehr - er wuchert), könnte es ihr dieses Jahr dann passieren, dass sie Knollenziest pflegen muss.. aber pssst.. ;) das bleibt unser Geheimnis. Nicht, dass der auch so wuchtert! :D

    Danke für die wundervolle Inspiration.. meine Neugier ist jedenfalls geweckt.

    Viele Grüße,
    Claudia

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    1. Solche Gärtnerinnern sollte man unbedingt festhalten und nie mehr wieder loslassen! ;)

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  7. Sieht tatsächlich aus wie kleine Engerlinge. Aber wenn der mit Wasserkastanien zu vergleichen ist, dann würde ich ihn mögen. Hab grade geschaut - meine Biokiste, die hat ihn schon mal nicht.....

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    1. Der ist wirklich sehr selten. Und es wundert mich wirklich nicht, dass sich diese Arbeit nicht bald jemand antun mag. Vor allem ist der Anblick ja wirklich gewöhnungsbedürftig.

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  8. Sieht wirklich toll aus - wenn man sich mal von der Maden-und-Würmer-Assoziation gelöst hat. Gesehen habe ich Knollenziest hier noch nie, nur darüber gelesen.

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    1. Stimmt, diese Assoziation drängt sich auf. Aber wenn man mal gekostet hat, dann war die - zumindest bei meinem Mann und mir - schnell wieder weg, weil der Geschmack ist wirklich fein.

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  9. Sehr fein, habe ich schon selbst gemacht und grad letzten Freitag gab's die bei den "Kochkünstlern" - bei uns als Stachys bekannt :-
    Du hast die aufm Balkon? Ich bin mächtig beeindruckt!
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. Das freut mich sehr, wenn ich dich beeindrucken kann. :)

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  10. Ich gestehe - hab ich noch nie gegessen, auch bisher noch nicht vorher gesehen. Klingt sehr interessant. Sieht aber auch etwas merkwürdig aus, wenn ich das so anmerken darf :) Aber probieren würde ich auf alle Fälle mal!

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    1. Ja klar darfst du anmerken. ;)
      Wenn man zimperlich ist, sollte man Fotos von Knollenziest eher nicht posten, weil die ganzen Würmer-Kommentare sind dann nicht zu verhindern. :D

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    2. Haha! Ich finde es interessant und wenn Du es nicht gepostet hättest, hatte ich nicht wieder etwas dazu gelernt :)

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    3. Das freut mich.
      Auf fb kamen schon so einige Kommentare, dass das eine Bildungslücke wäre, die man besser nie schließen sollte und so.

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  11. bis jetzt hab ich die "frechen kerlchen", da "w-wort" schreib ich jetzt nicht :-D, nur beim c+c pfeiffer zum goldpreis gesehen.
    schon praktisch, raus auf die terrasse, wurzelballen anheben und dann leider herumfieseln bei der ernte.
    aber frischer kann genuss nicht sein. ;-)

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    1. Der Goldpreis hat bei der Arbeit, noch dazu um diese Jahreszeit, auch seine Berechtigung, muss ich sagen.
      Ja, ich bin auch sehr froh, dass ich wenigstens solche Würmer auf Balkonien habe. Mit lebenden schaut's leider mau aus. Ein großer Nachteil gegenüber einem Garten.

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    2. soll ich dir welche aus dem garten mitbringen? :-D

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    3. Hab ich schon versucht anzusiedeln, hat nicht geklappt. Frag nicht, warum die Nützlingszuüchter Rekordumsätze machen, seitdem wir ein Balkonien haben. ;)

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  12. Faszinierend, was sich immer alles auf deinem Balkon findet - dass muss ein gigantomanischer Balkon sein ;-)

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    1. Nein, nicht so arg. Vor allem ist er total blöd angelegt: ein elendig langer und schmaler Schlauch rund um die Wohnung. Andererseits hat das aber den Vorteil, dass ich Unmengen an Kisteln aufstellen kann. ;)

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  13. Baust du den dann jedes Jahr neu an, oder tut der von selber weiter? Mit den Überbleibseln die in der Erde bleiben? Jedenfalls ein spannendes Gemüse, ich würds wohl auch essen, bin mir aber nicht sicher was der Rest der Familie sagen würde...

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    1. Den Knollenziest habe ich seit 3 Jahren und nun hat er sich richtig gut eingelebt. Im Frühling kommt wieder frische Kompost-Erde oben auf den Trog, die wird auch ein wenig eingearbeitet, weil durch das Herumgraben ja dann doch welche fehlt. Aber das war es auch schon.

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  14. Jetzt bin ich aber so etwas von neugierig auf diese lustigen Dinger. Ich glaub, ich muss die auch in meinem Garten heimisch machen. Hmmm - überzeugt hat mich deine Beschreibung der Geschmackskombination. Danke für deine reizenden Worte!
    Hab eine feine Zeit - bei uns regnets und grau ist es auch und ...
    jetzt wünsche ich dir noch alles Liebe
    Elisabeth

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    1. Dasselbe Wetter wie in Wien, mit einem Wort. :o
      Was ich so gehört habe, ist es besser, den Knollenziest in einem Topf zu kultivieren, weil sich der ziemlich gnadenlos über viele Meter mit Wurzelausläufern verbreitet.

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  15. Da sind sie ja, die kleinen Würzelchen ;-) etwas merkwürdig sehen sie ja schon aus, nachdem sie aber rein pflanzlich sind, würd ich sie doch probieren :-D

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    1. Wenn die Dinger jemals gelebt hätten, würde ich sie auch nicht essen wollen. ;)

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  16. Sieht ja wirklich lecker aus, und schmeckt auch toll, allein, mein Darm kann das überhaupt nicht vertragen ... Schade eigentlich

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    1. Das ist wirklich schade. Mir geht es bei einigen Gemüsesorten auch so, aber bei Knollenziest zum Glück nicht.

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