Von der Frau Küchenschabe habe ich doch tatsächlich schon vor längerer Zeit ein
Rezept für Zitronat spendiert gekriegt. Nur - ich hatte bisher noch nicht die richtigen Zitronen. Die bekommt man ja nicht so einfach. Aber jetzt!
Hier habe ich ja schon geschrieben, dass mich eine Freundin mit 3 Stück von den Riesentrümmern beglückt hatte. Natürlich musste ich dann gleich die größte von den Amalfizitronen für das Zitronat verwenden.
Dezent ein Kilo schwer! Nachdem ich nun diese Monstren gewogen habe, war mir klar, wieso die Zitronat-Stücke am Naschmarkt einen halben Kilo wiegen. Und ich dachte, ich hätte auch verstanden, wieso die Dinger am Naschmarkt grün sind. Und dann machte ich Zitronat. Das sah dann so aus:
Nix mit grün. Braun! Aber sooo gut. Wirklich noch besser als das Zitronat, das man am Stück kaufen kann. Zubereitet habe ich das übrigens so, wie die Frau Küchenschabe es in ihrem Nachwort beschrieben hat.
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| So grün sind die gekaufen Zitronatstücke |
Die Zitronen halbieren, das Innenleben herausschneiden und die Hälften vier Stunden in siebzigprozentiger Zuckerlösung sanft köcheln lassen. Dann habe ich die Zitrushälften über Nacht mit Tellerchen beschwert in der Zuckerösung ziehen lassen. Am nächsten Morgen hatte ich dann das Theater: Die Zuckerlösung war dermaßen konzentriert, dass die so dick war, dass man sie nicht einmal schneiden konnte, geschweige denn die Zitronatstücke herausholen. Also habe ich alles noch einmal erwärmt - da muss man aber extrem vorsichtig sein, damit die fest gewordene Zuckermasse nicht anbrennt. Aber das ist geglückt und ich konnte die Zitronenhälften herausholen und auf einem Kuchengitter zum Abtropfen parken. Nach zwei Tagen auf dem Gitter waren die Zitronatstücke erfreulicherweise so trocken und gar nicht pickert, dass man sie gut in einem Gefäß verstauen konnte zwecks Erwartung der Dinge, die damit geschehen würden.
Auf jeden Fall muss man damit der
Küchenschabe ihre Cassata-Torte machen. Die eignet sich übrigens hervorragend für die Zeit nach Weihnachten, wenn man noch übrig gebliebene kandierte Früchte hat.
Das hier, ja - wie soll ich sagen. Es gibt Gründe, warum ich keine Weihnachtskekse backe.
Bei meiner Freundin, der
Giftigen Blonden hatte ich das Orangendukatenrezept entdeckt. Im
Originalrezept bei Vanillakitchen wurden da aber außer Marmelade noch Arancini zwischen zwei Keksscheiben eingefüllt. Mein Plan war, ich mach das Origianlrezept mit Zitronatwürferl. Und ich wollte auch so wunderschöne Kekserln aufs Blech dressieren.
Na jedenfalls hat das nicht geklappt, ich hab's dann wie meine Freundin gemacht und den Teig mit einem Löffel aufs Backpapier gegeben.
Die Kekse waren ausgezeichnet, aber sie waren nicht dazu angetan, meine Keksbacklaune zu verbessern.

Aaaber das hier, das hat Laune gemacht: Zitronat-Gugl
Das Rezept habe ich selber gezimmert: 1 Ei - putzig, oder? Das trennt man in Dotter und Klar. 40 g Zitronat in Würfelchen schneiden, mit 55 g glattem Mehl gut vermischen, damit sich das Zitronat später gut im Teil verteilt, 5 g Stärkemehl dazumischen. 20 g Hasel- oder andere Nüsse fein hacken und ebenfalls untermischen. 40 g Butter mit 30 g Backzucker cremig rühren, Eidotter gut einrühren. Eiweiß mit einer Prise Salz aufschlagen, die Eigelbmischung abwechselnd mit der Mehlmischung unter das Eiweiß heben. Diese Masse in befettete und bemehlte Gugelformen füllen, im vorgeheizten Rohr bei 210 Grad ca. eine Viertelstunde backen.
Hier habe ich versucht, ein Viertel einer Amalfizitrone ähnlich wie Zitronat zu konservieren. Die Zitrone habe ich fein gehobelt und ebenfalls in einer siebzigprozentigen Zuckerlösung einmal aufgekocht und dann über Nacht ziehen lassen. Da man die Schale hier nicht so lange kocht, gab es auch kein Problem mit dem herausholen.
Die feinen Streifchen kamen dann in mein Dörrgerät. Nach 3 Stunden waren die Zitronenscheibchen ganz und gar getrocknet. Sie brechen wirklich wie Glas. Ich habe sie in einer Keksdose aufbewahrt, die einzelnen Schichten dabei mit Backpapier getrennt. Wie sich die Dinger halten und im Geschmack entwickeln, werde ich testen.
Die kandierten Scheibchen schmecken gut, ähnlich wie Zitronat, aber mehr Geschmack bleibt eindeutig bei Zitronat erhalten. Die Textur ist aber schön knusprig. Hier stecken ein paar von den Scheiben in einem Clementinen-Mousse. Das war eine recht erfreuliche Nachspeise: cremiges Mousse, flaumiger Gugl und knusprige Zitrusscheibchen. Irgendwas muss ich mir noch einfallen lassen dazu, denn perfekt war es noch nicht. Vielleicht ein Kumquats-Kompott? Wenn ich ganz und gar zufrieden bin mit dem Dessert, werde ich es bloggen. Bis dahin muss dieses Foto reichen. ;)