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Donnerstag, 13. März 2025

Jeon - koreanische Pfannkuchen

Eine meiner treuesten Leserinnen ist Friederike, deren Blog Fliederbaum ich seit vielen Jahren gern lese. Nun macht sie bei Zorra ein Blogevent und natürlich steuere ich da gern etwas bei. Vor allem gefällt mir das Thema sehr gut, denn noch bin ich gefangen in den ganzen Winterrezepten, die doch recht schwer daherkommen.

Jeon kommt aus der koreanischen Küche, wo es ein Klassiker und immer Teil von Menüs ist. Es bedeutet "flach gebacken" und wird mit Gemüse (meist Kimchi) und/oder Meeresfrüchten zubereitet. Der Pfannkuchen ist außen knusprig, innen flaumig, bringt einen Hauch Schärfe und ist insgesamt ein wunderbares Wohlfühlessen, das ich nun zu einem Standardrezept in meiner Küche erkläre. Jeon haben nämlich den Vorteil, dass man sie mit allen möglichen Gemüseresten zubereiten kann. Mein Rezept ist wieder einmal eine Mischung aus vielen Rezepten, die ich im Netz gefunden habe.

Zur Mayo: Kewpie ist eine wirklich gute Mayo. Ich habe die mittlerweile immer im Kühlschrank als Standardprodukt, wenn ich mal nur einen oder zwei Löffel Mayo brauche. Hier hat sie auch den Vorteil, dass sie eine sehr kleine Öffnung hat und man feine Linien über die Palatschinken ziehen zu können.

 



Für 2 Portionen (= 4 Jeon)
200 g Rotkraut 
3 Jungzwiebeln, getrennt in weiß und grün
50 g Sellerieknolle, geraspelt
50 g Petersilwurzel, geraspelt
50 g Karotte, geraspelt
50 g Erdäpfel (1 mittelgroße Knolle, mehlig kochend), ungeschält geraspelt
2 Eier (mittelgroß) 
2 EL Sojasauce
1 Zehe Knoblauch, gehackt 
2 EL Gochujang (mittelscharfe koreanische Chilipaste)
Salz
Pfeffer
35 g Mehl 
35 g Kartoffelstärke (ersatzweise Maisstärke) 
1 Prise Backpulver
Sonnenblumenöl zum Ausbacken

2 EL Mayonnaise
2 EL Röstzwiebeln (Fertigprodukt aus dem Asialaden)

Zum Servieren:
Jakobsmuscheln

 


Rotkraut sehr schneiden. Am besten mit der Gemüsehobel in Streifen hobeln, die Streifen einige Male durchschneiden. Den weißen Teil der Frühlingszwiebel hacken, das Grün in feine Ringe schneiden. Ein wenig vom Grün zur Deko beiseite stellen. Die Wurzelgemüse raspeln.

Die Eier verquirlen, Sojasauce und Gochujang unterrühren. Beide Mehle, Backpulver und restliche Gewürze einrühren. Das Gemüse mit dem Teig gut mischen.

Backrohr auf 70 Grad vorheizen. Pfanne (beschichtet) mit ca. 20 cm Durchmesser mit einem Löffel Öl erhitzen. Etwa ein Viertel der Gemüsemasse hineinschöpfen und flach drücken. Bei mittlerer Hitze 5 min. backen. Jeon auf einen Teller gleiten lassen. Wenn nötig, noch Öl in die Pfanne geben. Dann den Pancake kopfüber zurück in die Pfanne kippen. Noch einmal 5 min. braten. Den fertigen Pancake im Rohr warm halten. Mit dem restlichen Teig genau so verfahren, bis die 4 Jeon fertig sind.

Währenddessen die Jakobsmuscheln in Öl auf jeder Seite je 2 min. braten. Auf keinen Fall zu lang braten, sonst werden sie zäh.

Fertige Jeons mit den Röstzwiebeln bestreuen. Ein Muster mit der Mayo zeichnen. Mit Frühlingszwiebeln bestreuen. Mit den Jakobsmuscheln servieren.



Blog-Event CCXVI - Leicht in den Frühling (Einsendeschluss 15. März 2025)

Donnerstag, 11. April 2024

Spargel-Schinken-Palatschinken mit Sauce Gribiche

Der Start in die heurige Spargelsaison war echt früh! Ich bin ja nicht einmal richtig zum Herumzappeln voller Vorfreude gekommen, auf einmal kamen schon Newsletter von allen Ecken, dass es schon Spargel gibt. Und zwar so einen, der nicht mit Bodenheizung und was weiß ich für Schnickschnack gezogen wurde. Bei uns waren noch gekochte Eier von Ostern da, also habe ich Sauce Gribiche gezimmert. Das ist immer eine erfreuliche Verwertung von harten Eiern und zum Glück gelingsicher. War ein schöner Beginn der Spargelsaison.

 Die Zutaten sind für 2 Personen Hauptspeise oder 4 Personen große Vorspeise.

Sauce
2 hart gekochte Eier, getrennt im Dotter und Klar
1 flüssiges Eigelb
200 ml Sonnenblumenöl
2 TL Dijon-Senf
2 TL Weißweinessig
1 EL Kapern, fein gehackt
3 kleine Essiggurkerl, fein gehackt
2 EL Schnittlauch, in feine Ringe geschnitten
2 EL Petersilie, fein gehackt
Salz
Pfeffer

Für 4 Palatschinken
80 g glattes Mehl
200 ml Milch
2 TL Butter, geschmolzen
1 Ei
Salz

4 TL Butter zum Backen

 

100 g Schinken, aufgeschnitten
600 g Spargel

 

Zuerst den Teig für die Palatschinken zubereiten: Alle Zutaten mit einem Schneebesen zu einem glatten Teig verrühren und ca. 30 min. ruhen lassen.

Für die Sauce die gekochten Dotter mit einer Gabel fein zerdrücken und mit dem flüssigen Dotter sowie dem Senf verrühren. Tropfenweise das Öl dazugeben und wie für eine Mayo rühren. Schließlich gehacktes, gekochtes Eiklar, Gurkerl, Kapern, Essig, Kräuter, Salz und Pfeffer einrühren. Abschmecken.

Butterflocken in einer Palatschinkenpfanne erhitzen, nach und nach die Palatschinken backen. Die fertigen Palatschinken kann man gut im Backrohr warm halten.

Spargel schälen − den weißen bis auf die Köpfe rundherum mit einem Sparschäler über die ganze Länge schälen, grünen nur an den Enden putzen. In Salzwasser bissfest kochen. Das dauert je nach Dicke der Spargelstangen 5-7 Minuten. Abgießen.

Je 1 - 2 Blätter Schinken auf eine Palatschinke legen, darauf je nach Dicke 2-3 Spargelstangen. Einrollen und auf Teller legen. Mit der Sauce Gribiche servieren.

Dazu passen Blattsalate.



 

Falls jemand mehr wissen will, was so alles angestellt wird mit Spargelanbau: Click

Übrigens hab ich mit dem übrigen Eiklar noch einmal Pavlova mit unseren letzten Tarocco-Orangen gemacht. So ein Eiklar ist gerade die richtige Menge für eine Pavlova für 2 Personen: Click

Freitag, 25. November 2022

Palatschinken auf Ravello-Art

Hach ja, Süditalien! Das wäre jetzt was. Aber es geht halt nicht alles so, wie man es gern hätte, daher stelle ich wenigstens dieses Rezept aus dem Kochbuch Amalfiküche vor. Es war so ein richtiges herbstlich-winterliches Wohlfühlessen: In Palatschinken kommt eine Fülle aus Salsiccia-Brät, Schinken, Ricotta und geräucherter Scamorza. Ich muss es erst ausprobieren, aber bin sicher, dass sich da Spinat mit Ricotta statt Wurst und Schinken auch sehr gut als Fülle macht. 

Die Palatschinken werden nicht wie meine Crespelle Fiorentina oder die Grünkohl-Crespelle mit Bechamel bedeckt, sondern ich habe nur ein wenig Parmesan drübergestreut. Dadurch werden die Ränder der Palatschinken schön knusprig, was uns sehr gefallen hat. Wir haben einfach Blattsalate dazu gegessen und es war ein richtig feines Hauptgericht. Es passen sicher auch gedämpfte Brokkoli, Mangold oder andere Wintergemüse dazu.

 

Für 4 Personen als Hauptgericht (Mengen ein wenig abgewandelt)

Für 4 Palatschinken:
100 g glattes Mehl
200 ml Milch
2 Eier
1 TL Butter, geschmolzen
Salz
4 TL Butter zum Backen

Für die Füllung:
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
2 Salsicce
75 trockener Weißwein
200 g Ricotta
50 g Mortadella, gewürfelt
50 g Kochschinken, gewürfelt
100 g geräucherter Scamorza (ersatzweise geräucherter oder halt normaler Mozzarella), gewürfelt
1 Ei
1 El Olivenöl
Salz
Pfeffer 

Butter für die Auflaufform
35 g Parmesan (ersatzweise Grana Padano), fein gerieben


Für die Palatschinken alle Zutaten zu einem homogenen dickflüssigen Teig verrühren und ein wenig ruhen lassen, damit das Mehl ausquellen kann.

Öl erhitzen und Zwiebel sanft darin 5-7 min. anschwitzen, bis sie weich sind. Währenddessen das Brät aus den Salsicce rauslösen. Brät zu den Zwiebeln in die Pfanne reinbröseln. Alles mit Weißwein ablöschen, den Wein einreduzieren lassen. Pfanne vom Herd nehmen, überkühlen lassen, die übrigen Zutaten für die Füllung einrühren.

Eine Palatschinkenpfanne erhitzen, immer ca. 1 TL Butter zerschmelzen und leicht bräunen lassen. Einen Schöpfer vom Teig hineingeben, durch das Drehen der Pfanne den Teig gleichmäßig in der Pfanne verteilen. Auf diese Weise 4 Palatschinken backen.

Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Eine Auflaufform einfetten. Die Füllung auf die Palatschinken verteilen. Die Palatschinken einrollen und in ca. 10 cm hohe Röllchen zerschneiden. Diese Röllchen aufrecht in die Auflaufform stellen. Mit Parmesan bestreuen, 20-25 min. backen, bis die Röllchen knusprig sind.

 Die Palatschinken 10 min. abkühlen lassen, dann servieren.


 
Ich habe dieses Essen schon wieder im Auge, weil es echt grandios schmeckt. Zu dieser Jahreszeit ein ganz besonderes Wohlfühlessen. Ich denke da an Radiccio mit Endiviensalat und Chicoree als Beilage, diese Bittersalate sollten ganz besonders gut passen.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Spargel im Palatschinkenmantel mit Sauerampferaise

Sauerampfer hab ich auf Balkonien. Ein kleines Kisterl voll. Das reicht mir auch, denn wirklich fein schmeckt der nur im Frühling. Die ersten zarten Blättchen sind ganz fein im Salat. Man kann dann später zum Beispiel diese Salatmarinade damit machen oder Pasta mit Spargel, Burrata und Sauerampfer, über alles viel Zitrone gerieben - ich hab Rezeptstau und keine Zeit zum Verbloggen, fällt mir auf. Aber meine Sauerampferaise muss doch in mein Kochbuch. Die schmeckt nämlich sehr gut und da kann man auch den Sauerampfer nehmen, wenn er schon ein bissl größer ist.

Mittlerweile rühre ich Hollandaise und alle Varianten davon mit dem Handrührgerät. Das ist weniger anstrengend als mit dem Schneebesen zu schlagen.


Ich nehme wieder mein übliches Palatschinkenrezept, mache allerdings nur 3 statt wie sonst 4 Stück,  denn die müssen ja Schinken und Spargel halten können, ohne zu reißen. Da das Timing ein bissl tricky ist, kommen dieses Mal die Arbeitsschritte genauer aufgelistet.

Die Arbeitsschritte:
1. Erst den Teig ansetzen, quellen lassen.
2. Die Vorbereitungen für die Hollandaise treffen (Butter schmelzen, Essigansatz herstellen).
3. Spargelwasser zustellen
4. Sauce herstellen, Sauce vom Herd ziehen und im Wasserbad warm halten.
5. Spargel kochen, währenddessen Palatschinken herausbacken.
6. Palatschinken füllen, anrichten, essen.


80 g glattes Mehl
200 ml Milch
1 Ei
Salz
1 El gemischte Kräuter
3 TL Butter zum Backen
½ kg Spargel (weiß oder grün, je nach Lust und Laune)
3 Scheiben gekochten Schinken


Für 2 Portionen Sauerampferaise:
2 Eigelb
170 g Butter, geklärt
1/8 l Weißwein
1 EL gehackte Zwiebel oder Schalotte
5 angedrückte Pfefferkörner
1 Spritzer milder Essig oder 2 Spritzer Zitronensaft
Salz
2 EL Sauerampfer, gehackt

1. Alle Palatschinken-Zutaten bis auf die Butter gut verrühren und rasten lassen, damit das Mehl ausquellen kann.

2. Eier rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie Zimmertemperatur annehmen können. Weißwein mit gehackter Zwiebel, Pfeffer und Essig einkochen, bis nur mehr 2 - 3 EL Flüssigkeit da sind. Diese abseihen und abkühlen lassen. Die Butter schmelzen, dabei das aufsteigende Milcheiweiß abschöpfen. Auf ca. 50 Grad abkühlen lassen.

3. Salzwasser für den Spargel zustellen.

4. Wasserbad vorbereiten. Das Wasser soll sieden, aber nicht kochen. Sobald das bereit ist, die Flüssigkeit der Weinreduktion und Essig bzw. Zitronensaft hineingeben, Eigelb dazu und mit dem Mixer ohne Pause rühren, bis die Masse schön schaumig ist. Nun kommt in einem ganz dünnen Strahl die flüssige Butter dazu, dabei weiter rühren. Das ist wie bei Mayonnaise, denn gibt man zu viel Butter dazu, kann die Sauce gerinnen. Die Molke, die sich am Topfboden bei der geschmolzenen Butter absetzt, gibt man nicht dazu. Immer aufpassen, dass das Wasserbad nicht zu heiß ist. Mit Salz und eventuell Zitronensaft abschmecken. Sauerampfer einrühren. Topf vom Herd ziehen und die Sauce im Wasserbad warm halten.

5. Spargel ins kochende Wasser legen. Palatschinken nacheinander in je 1 TL Butter herausbacken.

6. Auf jede Palatschinke eine Scheibe Schinken legen, jeweils ein Drittel vom Spargel auflegen, einrollen. Mit der Sauce servieren.




Sehr gut dazu passt eine Schüssel Blattsalate.

Und da muss ich nun meine Salatwand herzeigen. Eine geniale Sache hat mir der Turbohausmann da gebaut. Ich kann schon seit Wochen nach Herzenslust ernten. Es wachsen verschiedene Pflücksalate in den Kisteln und kaum ist eine abgeerntet, wird gleich nachgesät. So sind wir von Frühling bis Herbst mit Salaten versorgt.


Freitag, 25. November 2016

Dessert "Ich hab ja sonst nix zu tun"

Manchmal koche ich richtig gern, das ist meistens, wenn liebe Freunde zu Besuch kommen. Dieses Mal war die Giftige Blonde mit ihren beiden Hausfreunden bei uns zu Gast. Nachdem beide Köche sind und ich weiß, wie gut sie kochen können, habe ich mich zusammengerissen und habe vor allem beim Dessert ein ziemliches Brimborium betrieben, das sich aber ausgezahlt hat. Vor allem muss man das sogar vorbereiten, das heißt, mit ein paar Handgriffen steht es dann am Tisch, wenn man es braucht. Und es passt herrlich zur Jahreszeit: Palatschinken, Topfencreme, Birnen, schwarze Nüsse.


© Giftige Blonde
6 Portionen Birnensuppe (wenn man sie in Kombination wie hier serviert):
150 g Walnüsse, trocken geröstet, die Haut so gut wie möglich mit einem Frotteetuch abgerubbelt, grob gehackt
500 ml Schlagobers
60 ml Milch
1/2 Vanilleschote, längs halbiert

Muskateller + Wasser zu gleichen Teilen
2 EL Zucker (je nach Süße der Birnen auch gern mehr oder weniger)
Saft einer Zitrone, 1 Stück von der Schale dünn abgeschnitten
2 große Birnen

Die vorbereiteten Nüsse mit Schlagobers, Milch und Vanilleschote in einen Topf geben und 20 min. sacht köcheln, dann noch einmal 20 min. durchziehen lassen. Abseihen. Mit den Nüssen kann man eigentlich nichts mehr anfangen, die schmecken nicht mehr nach viel, weil sie ihren Geschmack an die Flüssigkeit abgegeben haben.
Birne schälen, entkernen, in kleine Stücke schneiden, mit dem Zitronensaft und Zucker vermischen. Zu gleichen Teilen mit Wein und Wasser aufgießen, bis die Birnenstücke bedeckt sind. Zitronenschale dazugeben und alles köcheln lassen, bis die Birnenstücke schön weich sind. Abseihen, dabei Birne und Sud getrennt aufgeben. Zitronenschale entsorgen. Birne pürieren und so viel Sud dazugeben, bis ein Brei entstanden ist. Das Nuss-Obers mit dem Birnenbrei vermischen. Durch ein Sieb streichen. Wenn nötig, noch Sud dazugeben, bis ein dickflüssiges Süppchen entstanden ist.

Man kann diesen Schritt schon am Vortag machen und die Suppe kalt stellen. Den Sud aufheben, damit man bei Bedarf die Suppe am nächsten Tag noch verdünnen kann. Die Suppe wird beim Auskühlen recht fest, also erwärmt man sie vor dem Servieren langsam und vorsichtig. Lauwarm in kleinen Gläschen servieren.


Für 8 Portionen Topfenmousse (wieder die Kombinationsmenge):
30 g Butter, zimmerwarm
3 Eidotter
15 g Staubzucker
300 g Topfen
15 g Vanillepuddingpulver (ich: Mark einer halben Vanilleschote + 30 g Speisestärke)
3 Eiklar
90 g Zucker
110 g geschlagenes Obers

50 g Sauerrahm
50 g Topfen
1 ½ Blätter Gelatine (in Wasser eingeweicht und in ein paar Tropfen Zitronensaft aufgelöst)

Butter, Eidotter und Staubzucker schaumig verrühren. Topfen und Puddingpulver (ich Vanille + Stärke) zugeben und gut verrühren. Eiklar zu Schnee, mit Zucker weiter schlagen, bis man eine schön glänzende Baisermasse hat, diese unter die Eigebilmischung heben. Das geschlagene Schlagobers ebenfalls unterheben. In eine Form füllen und im Rohr bei ca. 160 °C ca. 40 Minuten backen. (Stäbchentest)
Auskühlen lassen und mit Sauerrahm, Topfen und aufgelöster Gelatine in einem Standmixer fein mixen. In Einwegspritzbeutel (bei mir waren das zwei Stück) füllen und gut durchkühlen lassen.


Nun die Palatschinken zubereiten (Menge für 4 Palatschinken):
80 g glattes Mehl
200 ml Milch
1 Ei
Salz
Butter zum Backen

Alle Zutaten bis auf die Butter mit einem Schneebesen zu einer glatten Masse verrühren und mindestens eine halbe Stunde quellen lassen. Danach eine Palatschinkenpfanne gut heiß werden lassen, ich lasse dann pro Palatschinke einen Teelöffel Butter zu Nussbutter bräunen, da kommt dann jeweils ein Schöpfer vom Teig rein. Diesen durch Drehen der Pfanne gut verlaufen lassen und auf beiden Seiten hellbraun backen.
Palatschinken stapeln und mit Folie abgedeckt (damit sie nicht austrocknen) auskühlen lassen.

Sobald die Topfenmasse fest geworden ist, die Palatschinken halbieren und auf jede Hälfte einen dicken Streifen von der Topfencreme aufdressieren. Vorsichtig einrollen. Damit weitermachen, bis alle Palatschinken aufgebraucht sind. Die Palatschinken nicht stapeln, sondern nebeneinander auflegen, wieder mit Klarsichtfolie abdecken und kühl stellen.

Zum Servieren von den Palatschinken die Enden schräg abschneiden, die Rollen halbieren (wieder schräg schneiden, schaut hübscher aus) und auf einen Teller legen. Mit der warmen Birnensuppe und in Scheiben geschnittenen schwarzen Nüssen servieren.

Ich habe die Palatschinken absichtlich nicht mehr angezuckert, weil die Fülle süß genug ist. Schöner ist es sicher, wenn man die Fülle weniger süß macht dann noch mit Staubzucker bestäubt. Aber ich habe alles zum ersten Mal gemacht und war nachher wie so oft schlauer.

©Roland B.

Was es nach dem Essen zu sagen gibt? Der Aufwand für die Palatschinken lohnt sich auf jeden Fall. Angeblich sind die Topfenpalatschinken im Originalrezept 4 Portionen, was im Leben nicht stimmen kann. Ich habe schon die Menge halbiert und es war immer noch mehr als genug. Die Birnensuppe ergänzt das ganze sehr schön.

Übrigens: Von den Topfenpalatschinken haben die beiden Meisterköche nach einem Nachschlag verlangt. Ein tolles Lob!


Rezeptquellen: Kalte Topfenpalatschinken, Nuss-Birnen-Suppe

Mittwoch, 17. Februar 2016

[Rettungsaktion] Fleischpalatschinken

Dieses Mal retten wir Palatschinken, Pancakes, Pfannkuchen oder wie immer die runden Dinger nun gerade in den verschiedenen Ländern heißen mögen. Wobei wir in der Rettungsgruppe wieder einmal gesehen haben, dass die Abgrenzung, was da nun wirklich dazugehört oder nicht, gar nicht so einfach ist. Aber wie immer sind wir guten Mutes und ich bin schon ganz gespannt, was da alles kommen wird.

Dass es fertigen Palatschinkenteig in der Plastikflasche zu kaufen gibt, weiß ich jetzt auch. Bitte bis ich im Supermarkt und wieder zurück bin, sind meine Palatschinken fertig und auch schon gegessen! Und das, obwohl ich den Supermarkt in fußläufiger Nähe habe und in fünf Minuten dort wäre. Da bin ich doch viel zu faul, dass ich so etwas extra kaufe. Und auch zu geizig, denn das kostet nicht einmal die Hälfte vom Fertigteig, wenn ich den selber mache.

Als wir diese Rettungsaktion geplant haben, musste ich feststellen, dass ich ganz unösterreichisch noch nicht viele Palatschinkenrezepte auf meinem Blog habe. Na zum Glück ist ja jetzt eine gute Gelegenheit. Vor allem hat diese Rettung meine Kocherei sehr beeinflusst: Wir haben jede Woche mindestens einmal Palatschinken oder Vergleichbares gegessen. So viel, dass sogar ein Posting für die liebe Anikó übrig war. Den Rest müsst ihr in den nächsten Wochen hier auf dem Blog aushalten. ;)




Für 4 Palatschinken:
80 g glattes Mehl
200 ml Milch
1 Ei
Salz
4 TL Butter zum Backen

Fülle für 4 Palatschinken:
300 g Faschiertes
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 kleine oder 1/2 Zehe Knoblauch, fein gehackt
150 g Sauerrahm
Salz
Pfeffer aus der Mühle
1 TL edelsüßen Paprika
1 EL Petersilie, fein gehackt
1 EL Öl zum Baten (z. B. Sonnenblumenöl oder Rapsöl)

Dazu passen Blattsalate.


Zuerst den Teig für die Palatschinken machen, denn der sollte durchziehen (so in etwa 20 min.). Dafür einfach alle Zutaten mit einem Schneebesen glatt rühren.
Backrohr auf 70 Grad vorheizen - da kann man die Palatschinken warm halten, während man die anderen bäckt. ;)

Für die Fleischfülle das Öl in einer Pfanne erhitzen, Fleisch zugeben, ebenso gehackte Zwiebel und Knoblauch. Braten, bis das Fleisch schön krümelig ist. Mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen. Sauerrahm dazugeben, auf kleiner Flamme köcheln lassen. Ganz zum Schluss Petersilie einrühren.

Während die Fülle fertig gart, macht man die Palatschinken. Dafür eine Palatschinkenpfanne erhitzen, die muss wirklich gut heiß sein, denn sonst wird die erste Palatschinke nichts - das ist dann die vielbeschworene Opferpalatschinke, die aber nicht notwendig ist.

1 TL Butter in der Pfanne schmelzen, dafür die Pfanne vom Herd nehmen und die Butter in der Pfanne schwenken, bis sie gleichmäßig verteilt ist. So entsteht geschmacksintensive Nussbutter - würde man die Butter auf die am aufgedrehten Herd stehenden Pfanne schmelzen lassen, würde sie verbrennen. Wer sich nicht sicher ist, kann auch geschmacksneutrales Öl wie Sonnenblumenöl nehmen, das ist hitzestabiler. Mir schmeckt halt die Butter, gerade die Nussbutter besser.

Dann einen Schöpfer Teig hineingeben, die Pfanne hochheben und den Teig verrinnen lassen, bis die Pfanne gleichmäßig mit dem Teig bedeckt ist. Wenn sich der Teig beim Schütteln der Pfanne vom Boden löst, ist der Zeitpunkt gekommen, die Palatschinke zu wenden: Mutige wie der Turbohausmann schupfen sie in die Höhe und fangen sie mit der Pfanne, Feiglinge wie ich machen das mit einem Pfannenwender. Auch die zweite Seite hellbraun backen. Auf einen Teller legen und ins Rohr damit.

Auf diese Weise nacheinander die Palatschinken backen und sie aufeinander stapeln und im Backrohr warm halten. Wenn alle fertig sind, füllt man sie mit der Fleischfülle. Fertig. Essen. Na ja, man kann noch ein bissl gehackte Petersilie drüberstreuen, wenn man gut aufgelegt ist. :)


Rezeptquelle? Diese Fleischpalatschinken habe ich einmal bei meiner Freundin Gerda gegessen, seither gibt es sie immer wieder mal.


Die Zugabe: Man macht mehr Teig, den man aber stehen lässt und erst zu Palatschinken bäckt, wenn man die Hauptspeise gegessen hat. Die schöpferische Pause kann man in der Regel eh gut brauchen. Wie vorher lässt man einen Teelöffel Butter in der Palatschinkenpfanne zerschmelzen, gibt einen Schöpfer Teig hinein und brät die Palatschinke auf beiden Seiten hellbraun an. Dann füllt man jede mit einem Esslöffel Marillenmarmelade und bestreut sie mit Staubzucker.




Und nun freu ich mich auf die ganzen Mitrettungen bei #wirrettenwaszurettenist

SweetPie - Gorgonzola-Pilz-Pfannkuchen

Giftigeblonde - Klassische Palatschinken mit Marillenmarmelade

Summsis Hobbyküche - Buttermilchpfannkuchen

Obers trifft Sahne - Pancakes mit Apfel und Walnuss

Brittas Kochbuch - Herzhafte Pfannkuchen mit Rotkohlfüllung

kebo homing - Crespelle farcite

auchwas - Hauchdünne Pfannkuchen

magentratzerl - Buchweizengalette mit Sauce Mornay

Sakriköstlich - Bulgur-Pfannkuchen

brotbackliebeundmehr - Kartoffel-Pfannkuchen

multikulinarisches -  Eierkuchen mit Vogelbeer-Karamell

Food for Angels and Devils - Galettes

German Abendbrot - Herzhafter Palatschinken mit Boeuf Stroganoff

Anna Antonia - Banana Pecan Pancakes

Paprika meets Kardamom - Böhmische Palatschinken

Aus meinem Kochtopf - Blini mit Räucherlachs und Crème fraîche

Was du nicht kennst... - Blutorangenpfannkuchen

Fliederbaum - Böhmische Palatschinken

Unser Meating - Grünkohl-Pancakes

Samstag, 20. Oktober 2012

Palatschinken mit beschwipsten Preiselbeeren

Schön langsam leide ich unter der bekannten Bloggerkrankheit namens Rezeptstau. Vor allem weil jetzt gerade die Zeit im Jahr ist, in der die Märkte voll sind mit so tollem Obst und Gemüse, am liebsten würde ich alles einkochen, was mir zwischen die Finger kommt. Irgendwie ist es aber auch ein Glück, wenn man nur eine Wohnung und damit keine grandiosen Lagermöglichkeiten hat, denn sonst würde ich bald zu nichts anderem kommen außer kochen.

Die Preiselbeermarmelade habe ich schon vor einer Weile eingekocht, bin aber nicht dazugekommen, das Rezept zu posten. Nachdem die Preiselbeeren nun gut durchgezogen sind, habe ich das erste Glas geöffnet und das Palatschinkenrezept war gleich ein Volltreffer. Das kann aber auch nicht anders sein, weil viel Fett und Zucker ergeben immer was Feines. Wie sagte Julia Child? "If you're afraid of butter, use cream!" Und hier sind gleich beide Sachen drinnen.

Dieses Preiselbeerrezept ist im Gegensatz zu meiner normalen Preiselbeermarmelade nicht für Kinder geeignet, denn es ist ordentlich Schnaps drinnen.
Ich könnte mich reinknien in diese Preiselbeermarmelade. Durch den Gelierzucker 3:1 und den Schnaps sind die Preiselbeeren recht herb. Mir schmeckt das außerordentlich gut - bittere oder herbe Sachen sind genau mein Ding.


1 kg Preiselbeeren (Gewicht nach dem Verlesen)
1 Zimtstange
4 Sternanis
2 Muskatblüten
Saft und Schale von 2 Bioorangen
1 Packung Gelierzucker 3:1
1/16 l Vogelbeerbrand

Die Preiselbeeren verlesen, waschen. Von den Orangen die Schale mit einem Sparschäler abschälen, Saft auspressen. Die Preiselbeeren mit den anderen Zutaten außer dem Schnaps gut verrühren und über Nacht Saft ziehen lassen. Am nächsten Tag ein paar Minuten sprudelnd kochen, Gelierprobe machen, die Gewürze herausfischen und den Schnaps einrühren. In sterilisierte Schraubverschluss-Gläser füllen, Gläser gut zuschrauben und eine halbe Stunde auf den Deckel stellen.



Zutaten für 4 Palatschinken (an und für sich sind das 4 Portionen, aber ich hätte kein Problem, diese Menge auch allein zu verdrücken):

1 kleines Glas beschwipste Preiselbeeren

Creme:
1 El Zucker
3 Stängel Zitronenthymian
1/2 Becher Sauerrahm
1/2 Becher Schlagobers (ungeschlagen)

Zitronenkaramell:
20 g Zucker
1 Tl abgeriebene Zitronenschale

Palatschinken:
80 g glattes Mehl
200 ml Milch
1 Ei
30 g Zucker
Salz
Butter zum Backen
Staubzucker zum Bestreuen.

1 EL Zucker mit 50 ml Wasser zu Sirup kochen. Den Zitronenthymian dazugeben und eine halbe Stunde im Sirup ziehen lassen. Thymian entfernen und den Sirup mit Sauerrahm und Schlagobers sehr gut verrrühren.
Ein kleines Stück Backpapier herrichten. Für den Zitronenkaramell den Zucker in einem kleinen Topf schmelzen und karamellisieren. Zitronenschale hineinreiben und den Karamell rasch auf das Backpapier leeren. Abkühlen lassen. Wenn der Karamell hart ist, zerbröckeln und zur Seite stellen.
Für die Palatschinken das Mehl mit Milch, Ei,  Salz und Zucker verrühren. 20 Minuten quellen lassen. Eine Palatschinkenpfanne erhitzen. Pro Palatschinke 1 guten TL Butter darin zerlassen und nacheinander aus dem Teig 4 dünne Palatschinken backen.
Die Palatschinken mit Preiselbeeren und etwas Creme füllen, zusammenklappen. Mit der restlichen Creme und Preiselbeeren garnieren, den zerbröselten Zitronenkaramell drüberstreuen, anzuckern.



Ich hab selten so gute Palatschinken gegessen, daher eine unbedingte Nachkochempfehlung! 

Quelle für die Palatschinken: essen und trinken
Preiselbeermarmelade: selber zusammengezimmert


Mittwoch, 26. Januar 2011

Crespelle Fiorentina

Dieser prachtvolle Spinat ist mir gestern in die Einkaufstasche gesprungen, als ich über den Markt nach Hause gegangen bin. Daheim hab ich dann wieder mal geflucht wie ein Kutscher, weil ich eine halbe Stunde nur damit verbracht habe, den Sand aus dem Spinat rauszuwaschen. Aber ich bin mir sicher, dass ich beim nächsten Mal wieder nicht vorbeigehen kann. Ich kenn mich ja!
Wer eine weniger masochistische Ader hat, nimmt einfach 400 bis 500 g TK-Blattspinat. Aber da kann man dann nicht die kleinen zarten Blätter für einen superleckeren Spinatsalat für den nächsten Tag aufheben. Ich habe 1 kg Spinat gekauft, davon geht ca. 1/4 drauf für den Salat.

Leider haben meine Lieblingsblogger alle kein leichtes Rezept für diese überbackenen Palatschinken auf  Lager gehabt, daher habe ich auf ein alt bewährtes zurückgegriffen, das leider viele Kalorien hat. Aber wenigstens bin in dem Kochblog von Tobias auf ein sehr lecker klingendes Spinatrezept gestoßen, das ich dann nächste Woche in Angriff nehmen werde: Kalamari mit Spinat




So, nun aber genug geschwafelt! Man nehme für 4 Portionen:

Für den Spinat: 
3/4 kg Spinat 
1 Pkg. Ricotta (250 g)
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Olivenöl

Für die Palatschinken:
1 Ei
200 ml Milch
100 g Mehl griffig
1 Prise Salz
Butter zum Braten

Für die Bechamel:
1 EL Butter
1 EL Mehl
250 ml Milch
1 Eigelb
1 EL geriebenen Parmesan
Salz, weißer Pfeffer, Muskatnuss

Zum Gratinieren:
3 EL geriebenen Parmesan

Für die Garnitur
250 g Kirschtomaten, Olivenöl, 1 Zweig Rosmarin



Den Spinat putzen, also die groben Stiele wegschneiden, und ca. 5 x waschen - zumindest, wenn er so sandig ist, wie meiner gewesen ist. Schalotte klein schneiden, in Olivenöl anschwitzen, Knoblauchzehe fein hacken und zur Schalotte geben. Spinatblätter dazu und einige Minuten dünsten lassen. Salzen, pfeffern und ein wenig Muskatnuss hineinreiben. Der Spinat verträgt ordentlich Würze, also die Salzmühle lieber einmal mehr drehen!

Für die Palatschinken alle Zutaten bis auf die Butter vermischen, eine halbe Stunde ziehen lassen. Dann immer einen Mokkalöffel Butter in einer Crepe-Pfanne schmelzen, einen Schöpfer von dem Teig hineinleeren und von beiden Seiten schön braun braten.

1 EL Butter schmelzen, 1 El Mehl darin einrühren, nicht dunkel werden lassen, sondern nach ganz kurzer Röstzeit in einem dünnen Strahl die Milch unter ständigem Rühren (am besten mit dem Schneebesen) einrühren. 10 min. auf kleiner Flamme köcheln lassen. Vom Herd ziehen und sofort das Eigelb einrühren. Die Soße darf aber nicht mehr kochen, sonst stockt das Eigelb. Salzen, pfeffern, mit Muskatnuss würzen, Parmesan einrühren.

Den Ricotta unter die abgekühlte Spinatmasse. Jeweils ein bis zwei Esslöffel Fülle in eine Palatschinke einrollen. Die gefüllten Palatschinken in eine gefettete Form schichten. Mit der Bechamelsoße übergießen, Parmesan drüberstreuen, bei 200 Grad ca. 25 min. backen. Keine Umluft.

In der Zwischenzeit die Kirschparadeiser in heißen Olivenöl mit dem Rosmarin anbraten, zu den Palatschinken servieren.