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Freitag, 15. November 2019

[Tag des Gugelhupfs] Patzerlgugelhupf




Es musste tatsächlich ein Jahr vergehen, bis ich wieder einen Gugelhupf poste! Eine Schande. Aber zum Glück gibt es Tina von lecker und co, die diese ganzen "Tage des" hoch hält und unermüdlich Events auf die Beine stellt. Und noch einmal Schande, denn ich habe einen meiner liebsten Gugelhupfe noch nicht gepostet, das ist der intern Beulenpest-Gugelhupf genannte Patzerlgugelhupf, der nie und nimmer gerade stehen kann. Der Grund ist: Es werden verschiedene Füllungen in kleine Teigstücke eingepackt, diese "Patzerln" werden in eine Gugelhupfform geschichtet und machen dann an der Unterseite eben diese "Beulenpest". Geschmacklich ist der Gugelhupf DER Renner! Er wird nie langweilig.

Achtung! Diese Menge ist für eine große Gugelhupfform! Meine ist 12 cm hoch und hat 25 cm Durchmesser.

Teig
500 g Weizenmehl (glatt)
1/3 Würfel frische Germ
70 g Butter (flüssig)
60 g Feinkristallzucker
2 Dotter
1 Ei
230 ml Milch (handwarm)
1 Prise Salz

Butter + Bröseln für die Form

Dampfl herstellen:  Germ in die warme Milch bröseln, Zucker und 2 EL vom Mehl dazugeben und alles mit einem Schneebesen verrühren, bis es ein dünner Brei ist. Mit einem weiteren Löffel Mehl abdecken. Ca. 20 min. gehen lassen. Dann müssen sich Risse in der Oberfläche gezeigt haben und das Dampfl muss deutlich aufgegangen sein.

Für den Teig das Dampfl und alle anderen zimmerwarmen Zutaten verkneten. Ich lasse das meine altersschwache Küchenmaschine machen. Die tut sich sehr viel leichter, wenn ich unten in die Schüssel die flüssigen Zutaten reingebe und danach die trockenen. Dann darf mein uraltes Maschinchen ca. 8 min. ächzen und gemütlich auf einer niedrigen Stufe vor sich hinkneten, bis der Teig ein runder Patzen ist, der sich schön vom Rand löst.

Teig abdecken und eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. In dieser Stunde kann man die Füllungen herstellen.



Bis auf den Powidl vertragen alle Füllungen Rosinen sehr gut. Wenn man welche verwenden will, muss man die einen Tag davor in Rum einweichen. Essen Kinder mit, dann weicht man die Rosinen in frisch gepressten Orangensaft ein. Auch sonst kann man den Rum durch frisch gepressten Orangensaft ersetzen.

Nussfülle
100 g Walnüsse
100 ml Milch
½ EL Zucker
½ EL Honig
½ EL Rum
Rumrosinen nach Gusto

Alle Zutaten verrühren und miteinander aufkochen. Auskühlen lassen.


Mohnfülle
100 g Mohn, frisch gequetscht
100 g Zucker
60 ml Milch
½ EL Marillenmarmelade
Rumrosinen nach Gusto

Alle Zutaten verrühren und miteinander aufkochen. Auskühlen lassen.


Topfenfülle
100 g Topfen
20 g Feinkristallzucker
1 Dotter
1 TL frisch gepresster Zitronensaft
Zitronenschale einer ¼ Biozitrone
Rumrosinen nach Gusto

Alle Zutaten verrühren.


Powidl
Den muss man nur mit einem Löffel bereitstellen.


Die Gugelhupfform mit flüssiger Butter ausstreichen und mit Bröseln ausstreuen.

Den Teig einmal mit der Faust zusammenstoßen, aus der Rührschüssel nehmen und in ca. 100 g schwere Teigstücke teilen. Die Teigstücke in flache Fladen drücken und je 1 EL Fülle in die Mitte geben, schließen und wie Buchteln formen. Die befüllten "Patzerl" sacht in der Form andrücken. Darauf achten, dass an der Oberseite kein Ausreißer nach oben steht, denn sonst kippt der Gugelhupf später beim Aufstellen. Wackeln wird er sowieso, also zumindest ich hab das noch nie anders zusammengebracht. Die befüllte Form mit einem Hangerl (Deutsche nehmen ein Geschirrtuch) abdecken und noch eine Stunde gehen lassen.

Backrohr auf 160 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Etwa 50-55 Minuten backen, bis der Gugelhupf hellbraun ist. Mit Staubzucker bestreut servieren.


Ja, der Gugelhupf ist viel Arbeit, aber die lohnt sich unter Garantie. Man sollte nicht glauben, dass die Menge zu viel ist für einen Abend zu viert. Man muss bei diesem Gugelhupf nämlich immer so lange weiteressen, bis man endlich alle vier Füllungen gekostet hat. Echt mörderisch, kann ich euch sagen ... 😊



LECKER&Co Marzipan Gugelhupf mit Schokolade
Ina Is(st)t Weißer Schokoladen Gugelhupf mit Rose und Zimt
krimiundkeks Bratapfel-Gugelhupf
SalzigSüssLecker Marzipan Gugelhupf „Frankfurter Art“
Julias Torten und Törtchen Honig Chai Gugelhupf
evchenkocht Brownie-Käsekuchen-Gugelhupf
Coffee2Stay Cranberry-Mandel-Hupf
Naschen mit der Erdbeerqueen Saftiger Gugelhupf mit Zimt und Mandeln
eat Tolerant Histaminarmer Blaubeer-Marmor Gugelhupf
Jessis Schlemmerkitchen Mini Espresso Gugelhupfe mit Zimt
Linal’s Backhimmel Mandel-Kirsch-Schoko-Gugelhupf
 ninamanie Schoko-Gugelhupf mit Lebkuchengewürz
Mein wunderbares Chaos Sticky Toffee Gugelhupf
 kohlenpottgourmet Mini-Gugelhupfe im Sachertorten-Style
zimtkringel Walnuss-Reindling
Küchenmomente Aprikosen-Nuss-Gugelhupf
Brigittas Kulinarium Mohnguglhupf
SavoryLens Chai-Kürbis-Bundt
Meine Torteria Erdnussbutter-Bananen-Gugelhupf
Obers trifft Sahne Gewürzguglhupf
Julia´s Sweet Bakery Heidelbeer Brioche Gugelhupf
1x umrühren bitte aka kochtopf Gugelhupf mit Dulce de Leche




 

Freitag, 23. November 2018

Apfelschichtkuchen mit Honig und Mohn

In meinem vorigen Posting habe ich es schon angekündigt: einen Schichtkuchen möchte ich zeigen. Für mich ist das eine relativ neue Entdeckung. Im Frankreich kennt man diese Art von Kuchen schon länger unter dem Titel "unsichtbare Kuchen". Der französische Name kommt daher, dass in diesen Kuchen kaum Teig zu finden ist.

Ich will jetzt nicht sagen, dass man mit diesem Kuchen abnehmen kann, aber falls jemand Kalorien einsparen will, dann ist er mit diesem Kuchen recht gut bedient. Er ist nämlich gut sättigend durch die große Menge an Äpfeln in Kombination mit wenig Teig und wenig Zucker.



Zutaten für 1Kastenform (ca. 30 x 12 cm)

Teig:
3 Eier
80 g Kristallzucker
50 g Butter
120g Mehl
1 TL Zimt 
1 Prise Salz
150 ml Milch

Mohnmasse:
120 ml Milch
120 g Mohn, gemahlen
2 EL Honig
1 Eik\arr

1 kg Äpfel

20 g Butter und 20 g brauner Zucker für die Form


Zubereitung (30 Min. + Backzeit)

Für den Teig die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen und mit der zerlassenen Butter, Mehl, Zimt und etwas Salz zu einem glatten Teig verrühren. Das geht händisch. Nach und nach die 150 ml Milch einrühren.
Für die Mohnmasse die Milch erwärmen (lauwarm) und mit Mohn, Honig und Eiklar vermengen.
Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in 1 mm dünne Scheiben hobeln, die Apfelscheiben mit dem Teig mischen (nicht zu viel Teig, die Scheiben sollen nur dünn benetzt sein).
 Die Hälfte der Apfel-Teig-Masse in die befettete, mit 20 g braunem Zucker ausgestreute Form füllen und glatt streichen. Mit der Mohnmasse bedecken, glatt streichen und den Rest der Apfel-Teig-Masse einfüllen.

Den Schichtkuchen im auf 180 °C vorgeheizten Backofen ca. 60 Minuten backen. Zwischendurch schauen, ob die Äpfel zu sehr bräunen, nötigenfalls mit Alufolie abdecken. Nach unbedingt eine Stäbchenprobe machen! Bei mir brauchte der Kuchen 10 min. länger.




Donnerstag, 8. März 2018

Flódni

Es ist nun schon mehr als ein Jahr her, dass wir in Budapest waren. Immer noch stark in Erinnerung ist uns Flódni, ein traditioneller jüdischer Kuchen, den ich vorher nicht kannte. Er schmeckte so wunderbar, dass ich nicht verstanden habe, wieso den hier niemand bäckt! Inzwischen weiß ich, dass man den im Demel auch essen kann, aber dort bekommt man den in Tortenform unter dem Namen Schichttorte. Angeblich gehört Flódni auch im Cafè des jüdischen Museums zu den Fixpunkten auf der Speisekarte. Es spricht sich also doch in Wien herum, dass dieser Kuchen glücklich macht.

Was ich auch in Budapest gelernt habe: Man schreibt den Kuchen zwar mit D in der Mitte, aber das spricht man nicht aus, sondern man sagt Floooni, also das O schön in die Länge gezogen. Das habe ich von Angès, einer wirklich reizenden Fremdenführerin gelernt, die auch Verena durch Budapest geführt hat.


Ein bissl kann ich schon verstehen, warum Flódni nicht öfter zu finden ist: Es ist eine Menge Arbeit! Man muss rechtzeitig an die Rosinen denken und über Nacht einweichen, drei verschiedene Füllungen werden zubereitet, den Teig muss man erst machen, dann kühlen, dann wieder auf Zimmertemperatur kommen lassen, alles zu einem Kuchen zusammenstoppeln, schlussendlich den fertigen Kuchen einen Tag ruhen lassen, für die vollkommene Glückseligkeit Powidl-Sauce zubereiten. Sprich: Willst du am Samstag den Kuchen essen, fängst du am Donnerstag an. Das sind halt Gesichtspunkte, die mit dem Anspruch, dass man möglichst wenig Zeit in der Küche verbringen will, nicht in Einklang zu bringen sind. Jetzt wäre aber gerade die Jahreszeit, in die dieser Kuchen hervorragend passt. Vielleicht mag ja jemand nachbacken?

Das Rezept hat keinen bestimmten Ursprung. Ich habe es mir aus verschiedenen Quellen im Internet zusammengestoppelt. Was bei mir sehr unjüdisch ist: Ich nehme Butter, in der jüdischen Küche nimmt man Milchprodukte nur selten, also sind die Originalrezepte alle mit Margarine.


Für eine hohe Form mit den Maßen 25 x 35 cm

Teig
550 g Mehl
75 g Staubzucker
1 Prise Salz
200 g zimmerwarme Butter
150 ml kaltes Wasser
1 Ei

Füllungen 
Apfelfülle
6 mittelgroße, säuerliche Äpfel
2 EL Honig
1 Zitrone, den Saft
1 TL Zimt (wenn möglich frisch gerieben)

Walnussfülle
250 g Walnüsse, gerieben,
200 g Zucker
125 ml Weißwein
1 Hand voll Rosinen (über Nacht in den Weißwein eingeweicht)
1 EL Marillenmarmelade

Mohnfülle
175 g Mohn
75 g Zucker
75 ml Weißwein
1 Hand voll Rosinen (über Nacht in den Weißwein eingeweicht)
1 EL Marillenmarmelade

Zum Bestreichen
1 Ei mit 1 TL Obers (Kaffeeobers oder flüssiges Schlagobers) verquirlt

Zum Servieren
4 EL Powidl, mit einem Schuss Slibovitz (Zwetschkenschnaps) und heißem Wasser und zu einer dickflüssigen Sauce verrührt

Backpapier


Rosinen in Weißwein über Nacht einweichen. (Eher mehr Wein nehmen, denn die Rosinen saugen Flüssigkeit auf.)

Für den Mürbteig Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. Die zimmerwarme Butter dazugeben und rasch verkneten. Wasser und Eigelb in einer kleinen Schüssel verschlagen und zur Mehlmischung geben. Alles zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig entweder ganz in Folie wickeln und im Kühlschrank mindestens 2 Stunden durchkühlen lassen, danach auf Zimmertemperatur kommen lassen, vierteln und die einzelnen Teile auf gewünschte Größe auswalken. Verkürzen kann man die Kühlzeit, wenn man den Teig gleich viertelt und in großen Tiefkühlsackerln auf die gewünschte Größe auswalkt. An Tagen wie diesen, in denen es draußen Temperaturen wie im Kühlschrank hat, sind die Teigstücke am Balkon in einer Viertelstunde durchgekühlt und man kann sie einfach in die Backform legen. Hat man Platz im Kühlschrank, dann kann man das natürlich auch da drinnen kühlen. Beim Auskühlen der Füllungen hilft ebenfalls der Balkon.

Für die Apfelfülle bei 4 Äpfeln das Kerngehäuse herausstechen und in Scheiben schneiden - am besten mit der Gemüsehobel. Die beiden anderen Äpfel grob raspeln. (Ich habe die Äpfel wirklich mit Schale verarbeitet. Die Schale merkt man beim fertigen Kuchen nicht.) Die Äpfel mit Honig, Zitronensaft und Zimt in einem Topf zugedeckt köcheln lassen, bis sie weich sind, aber noch nicht zerfallen. Auskühlen lassen.

Die Rosinen aus dem Wein nehmen, abtropfen lassen. Eine Hälfte für die Nuss-, die andere für die Mohnfüllung zur Seite legen.

Für die Walnussfüllung die Nüsse reiben. Wein, und Zucker aufkochen, Nüsse und Rosinen dazugeben und köcheln, bis der Wein aufgesaugt ist. Marmelade einrühren. Auskühlen lassen.

Für die Mohnfüllung Zucker und Wein aufkochen, Mohn und Rosinen dazugeben, unter ständigem Rühren erhitzen, bis der Wein aufgesaugt ist. Marmelade einrühren. Auskühlen lassen.

Backpapier so in die Backform legen, dass das Papier noch deutlich über die Backform hinaussteht. Das Papier hilft später beim Herausheben des ganzen Kuchens!
Eine Teigplatte in der Größe der Form einlegen und die Apfelfüllung darauf verteilen. Eine weitere Teigplatte auf die Apfelfüllung legen und die Nussfüllung darauf verstreichen. Wieder eine Teigplatte einlegen und die Mohnfüllung darauf verstreichen. Die letzte Teigplatte ausrollen und auf die Mohnfüllung legen. Den Teig andrücken, mit einer Gabel einige Male einstechen und mit der Ei-Obersmischung bestreichen.

Den Backofen auf 175°C vorheizen und den Kuchen 10 min. backen, danach auf 150°C herunterschalten und 55 min. weiterbacken, bis der Kuchen goldgelb ist.

Nach dem Backen den Kuchen über Nacht stehen lassen.

Zum Servieren Powidl mit heißem Wasser und einem Schuss Slibovitz verrühren, bis man eine dickflüssige Sauce hat.
Kuchen in Stücke schneiden, mit der Powidlsauce beträufelt servieren.



Ein Stück Kuchen ersetzt fast eine Mahlzeit! Das ist ein Kuchen, den wir nicht einmal zu sechst auf einmal aufessen konnten. Aber er bleibt zum Glück etliche Tage saftig. Ich habe ihn mit Folie bedeckt im Kühlschrank aufbewahrt, was recht gut klappt.

Sonntag, 29. Mai 2016

[Gastbeitrag] Erdäpfelknödel mit Apfel-Mohnfüllung

So etwas lob ich mir: Ich genieße die italienische Sonne und mein Blog macht und tut. Also nicht der Blog, sondern liebe Leute. Heute spendiert die Giftigeblonde ein richtiges Sonntagsessen. Mir rinnt allein bei dem Gedanken dran das Wasser im Mund zusammen!

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Guten Morgen ins Turbohausfrauenland! Die Susi urlaubt, was ich ihr absolut gönne, sie hat sich das verdient! Aber Prostmahlzeit soll inzwischen nicht ganz leer bleiben, so habe ich für etwas Nettes für Euch vorbereitet.
Warme Mehlspeisen sind ja hier in Österreich besonders beliebt, auch haben wir uns einiges an böhmischen Rezepten angeeignet, seien es die Powidltascherl oder auch zb. Germknödel. Ich habe heute Erdäpfelknödel mitgebracht. Und zwar süße. Die Susi isst gerne Mohn, ich habe Mohn da und Äpfel, also gibt’s: Erdäpfelknödel mit Apfel-Mohnfüllung



Zutaten für 6 Knödel
400 g in der Schale gekochte Erdäpfel (solche für Püree und Knödel)
1 Ei
100 g Mehl
50 g Weizengrieß
80 g zerlassene Butter
1 Prise Salz

Füllung:
60 g gemahlener Mohn
100 ml Milch
2 Essl. Zucker
100 g kleine frische Apfelwürfelchen
Ev.  Prise selbstgemachter Vanillezucker und eine Prise Zimt

Flüssige Butter und gemahlener Mohn mit Staubzucker versiebt


Die gekochten Erdäpfel ausdampfen lassen und sie durch die Erdäpfelpresse drücken. Nochmals abkühlen lassen, sonst gerinnt das Ei. Nun alle restlichen Zutaten hinzufügen und gut durchkneten. Erdäpfelteig soll man nie zulange kneten, weil er dann zäh werden kann und sich nicht mehr gut verarbeiten lässt. Für die Fülle die Milch aufkochen, Zucker und Mohn hinzufügen und nochmal aufkochen. Danach vom Herd nehmen und den Mohn quellen lassen. Die Masse sollte nicht mehr flüssig sein. Wer mag fügt nun Vanillezucker und Zimt hinzu. Wenn die Mohnmasse abgekühlt ist, die Apfelstückchen unterrühren. Den Teig in 6 gleiche Teile oder je nach Wunsch zerteilen und flache Fladen formen, darauf eine großzügig bemessene Portion der Fülle geben und den Teig zusammenklappen und zu einem Knödel formen. In reichlich kochendes Salzwasser einlegen und dann den Herd zurückschalten, die Knödel sollen jetzt mehr dahinsieden als wirklich kochen, sonst kann passieren dass die hübschen runden (naja bei mir nieee ganz rund) Knödel zerfallen bei zuviel Hitze. Nach ca. 20 Minuten sind die Knödel fertig, mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser holen, auf einem Teller platzieren, die flüssige warme Butter und die Mohnzuckermischung dazugeben und sofort verzehren. Und nein, das ist kein Gericht für Kalorienzähler, sondern eines für Genießer!

Liebe Susi, genieß deinen Urlaub mit dem Turbohausmann weiter!
Allen einen schönen Tag!

Eure Giftigeblonde





Danke, liebe Giftigeblonde für das tolle Rezept! Wenn mein Blog so toll betreut wird, kann ich mich ja weiter im sonnigen Süden vergnügen. :)

Freitag, 26. Februar 2016

Riesenschnecken



In letzter Zeit habe ich immer wieder Fotos von großformatigen Zimtschnecken in diversen Blogs gesehen. Nun finde ich ja immer, dass Zimtschnecken zu wenig Fülle haben, also habe ich mich ans Werk gemacht und habe eine Nussschnecke in der Pfanne gebacken. Und weil die so gut war, hat der Turbohausmann für den Sonntag drauf genau so eine Mohnschnecke eingefordert - was natürlich zur Folge hatte, dass er sich an der Mohnquetsche betätigen musste. Das ist nämlich ein mühsames Unterfangen, das sich aber in jedem Fall lohnt! Man kurbelt sich einen Wolf, aber frisch gequetschter Mohn ist einfach toll. Leider kann man dem Mohn ab dann quasi zuschauen, wie er ranzig wird, daher ist das etwas, was immer unmittelbar vor dem Backen gemacht werden muss.

Bei dem Kuchen gibt es nicht viel, was zu beachten wäre. Ein bissl mühsam ist das Einrollen einer so großen Schnecke in einer so kleinen Küche wie meiner. Ich habe den Teig auf vier Teile geteilt und so den Schneck immer größer gemacht. Eigentlich müsste es reichen, wenn man zwei lange Bahnen auswalkt, aber wenn ich das mache, hängt ein Ende in der Abwasch, das zweite liegt auf dem Herd. Daher meine zitzerlweise Rolltaktik, die ich nicht machen würde, wenn ich mehr Platz hätte.

Essenziell für die Fülle finde ich lediglich die Rosinen und zwar unbedingt über Nacht eingeweicht. Ich bin überzeugt, dass viele RosinennichtmögerInnen selbige lieber hätten, wenn man ihnen immer das Einweichen angedeihen lassen würde. Ich mag es gern, wenn man sie in Rum einweicht und nehme dann auch gleich den nicht aufgesaugten Rum mit zur Fülle. Wenn Kinder mitessen, machen sich Apfel- oder Orangensaft gut beim Einweichen.


Für den Germteig:
250 g Mehl (glatt oder Allzweck)
60 g Zucker
20 g frische Germ
4 Eidotter
ca. 1/8 l Milch,
80 g Butter, in Stückchen, zimmerwarm
Salz
1 TL Vanillezucker
Schale einer halben Biozitrone, fein gerieben

1 EL Butter, geschmolzen, zum Bestreichen des Schnecks1 TL Butter zum Aussreichen der Pfanne
Staubzucker zum Bestreuen


Nussfülle:
250 g gemahlene Walnüsse
125 g Zucker
25 g Butter
90 g Semmelbrösel (besser: Biskuitbrösel)
ca. 150 ml Milch
1 Hand voll Rosinen, über Nacht in Rum eingeweicht
Zimt
1 EL Marillenmarmelade

Zucker, Butter und Milch aufkochen, Nüsse, Rosinen, Zimt, Marmelade und Brösel dazugeben, alles gut verrühren. Wenn die Fülle zu trocken ist, noch ein wenig Milch dazurühren.
Auskühlen lassen.

Mohnfülle:
250 g Mohn, frisch gequetscht
100 g Zucker
75 g Semmelbrösel (besser Biskuitbrösel)
ca. 100 ml Milch
1 Hand voll Rosinen, über Nacht in Rum eingeweicht
1 EL Honig
Zimt

Zucker, Milch und Honig aufkochen, den Mohn dazugeben, ein wenig abrösten, Brösel, Rosinen, Marmelade und Zimt einrühren. Sollte die Fülle ein fester Klumpen sein, noch ein wenig Milch dazugeben.

Auskühlen lassen.


Für den Teig die Germ in lauwarme Milch bröseln und sehr gut verrühren, bis die Germ ganz aufgelöst ist. Alle Zutaten bis auf die Butter in die Küchenmaschine geben, zwei bis drei Minuten kneten lassen, bis alle Zutaten gut vermengt sind, dann stückchenweise die Butter hineingeben und noch ein paar Minuten kneten lassen, bis auch diese gut in den Teig eingearbeitet sind. Den Teig mit einem Geschirrhangerl zudecken und auf die doppelte Größe aufgehen lassen (dauert ungefähr eine Stunde). Dann den Teig mit der Faust einmal zusammenstoßen.
Die Pfanne mit der Butter bepinseln.
Arbeitsfläche bemehlen. Teig in 4 Teile teilen und zu einigermaßen gleich großen Streifen auswalken. Die Fülle auf die Streifen aufstreichen. Zuerst einen Streifen aufrollen, dann den zweiten drüberwickeln und so weiterarbeiten, bis alles zu einem Monsterschneck aufgerollt ist. Das Trumm in die Pfanne heben und flach drücken, bis die ganze Pfanne der Breite nach ausgefüllt ist. Hangerl drüber, noch einmal aufgehen lassen.
Backrohr auf  180 Grad vorheizen.
Schnecke mit dem Esslöffel Butter sehr gut einpinseln, ab damit ins Rohr und 30 - 35 min. backen, bis die Schnecke schön goldbraun ist.
Ein wenig überkühlen lassen, auf einen Teller gleiten lassen, mit Staubzucker bestreuen und am besten lauwarm essen.



Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Es ist einmal eine andere Form, wie man Schnecken essen kann. Der Vorteil der großformatigen Zubereitung ist, dass der Germteig nicht so leicht austrocknet wie bei kleinen Schneckerln. Und dass es gut ist, muss ich eher nicht sagen, oder? Der Turbohausmann fordert selten ein, dass etwas so schnell hintereinander wiederholt werden muss, das ist also schon ein Qualitätsmerkmal. :)

Rezeptquelle: Das war einmal der Germgugelhupf aus dem alten Sacherkochbuch, aber da wird mit Dampfl gearbeitet, auch die beiden Füllungen habe ich von dort, aber beide ein bissl umgebaut.

Sonntag, 7. Juni 2015

Marillen-Gnocchi mit Bröselkruste

Marille und Mohn als Kombination mochte ich immer schon gern, aber in dieser Form ist das wirklich geniales Soulfood. Da die Saison der Wachauer Marille vor der Tür steht, werde ich es auf jeden Fall noch einmal kochen. So mit Waldviertler Graumohn und piemontesischen Haselnüssen - da zeigt sich wieder einmal, dass ein Essen nur so gut sein kann, wie es die Ausgangsprodukte zulassen. Hat man solche Zutaten, dann kann hier eigentlich gar nichts mehr schief gehen.

Im Kochbuch Jetzt! Nudeln wird das Rezept mit fertigen Gnocchi aus der Kühltheke gemacht. Ehrlich gesagt habe ich die noch nie probiert, weil es gibt die superschnell gemachten 15-Minuten-Gnocchi-mit-Ricotta (ohne den angegebenen Parmesan), die wirklich gut schmecken. Das Rezept dafür findet sich im Link.



Zutaten für 4-6 Personen:
4 Marillen
125 g Butter + zusätzlich Butter zum Einfetten der Form
50 g Haselnüsse
1 EL Mohn (nicht gerieben, sondern ganze Samen von wegen Knusper)
2 EL Staubzucker
50 g Semmelbrösel
500 g Gnocchi aus der Kühltheke
Zucker für die Form

Hier gibt es den zusätzlichen Tipp zum Rezept, dass man Mohn und Haselnüsse gemeinsam in einer Pfanne anrösten soll, dann schmecken sie intensiver. Habe ich gemacht und sofort hat sich ein wunderbarer Duft verbreitet. Darauf sollte man nicht verzichten!

Backrohr auf 200 Grad vorheizen.
Butter schmelzen, mit Mohn und (ich: grob gehackten) Haselnüssen, Bröseln und Staubzucker vermischen. Gnocchi garen.
Eine feuerfeste Form mit Butter ausstreichen und danach mit Zucker ausstreuen. Gegarte Gnocchi und in kleine Stücke geschnittene Marillen in der Form verteilen. Die Bröselmischung drüberstreuen und 12 - 15 min. backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.


Dieses Rezept ist wirklich ein neuer Favorit! Wenn man gerne Mehlspeisen mag, dann sollte man sich das in der Marillensaison nicht entgehen lassen.
Die halbe Rezeptmenge haben wir gut zu zweit geschafft, also nix mit 6 Personen für die ganze Rezeptmenge, wenn man gstandener österreichischer Mehlspeis-Esser ist. Als Dessert stimmt es sicher, dass das ganze Rezept für 6 Personen passt.


Rezeptquelle: Jetzt! Nudeln

Donnerstag, 25. September 2014

Mohn-Zwetschken-Strudel

Manchmal denk ich, die liebe Peggy macht ihre Events maßgeschneidert für mich. Ob es um Pflanzen auf Balkonien geht oder Süßwasserfische oder wie jetzt um Rapsöl - alles meins! Und nun hatte ich endlich die Gelegenheit, dass ich meinen Strudelteig teste, ob der auch mit Rapsöl geht, und einen Klassiker der heimischen Küche vorstelle, der bei mir jeden Herbst gemacht wird. Mit Zwetschken, nicht mit Pflaumen. Es gibt natürlich auch gute Pflaumen, keine Frage, aber mir kommt vor, dass die kleinen Hauszwetschken nicht so viel Flüssigkeit abgeben, was bei dem Strudel jetzt blöd wär, weil alles durchweicht würde, daher mach ich den Strudel nur mit den kleinen Zwetschkerln.

Fotos ... ja ... einen Strudel mit einer so dunklen Fülle fotografieren ist so eine Sache. Jedenfalls nicht meine. Aber ich gelobe, falls mein Rezept in das Rapsölkochbuch einziehen würde, rufe ich eine Freundin zu Hilfe, die geniale Fotos macht und mit einem Strudel immer bestechlich ist, also müsste man dann niemanden mit diesen Fotos hier erschrecken. Mein Blog ist Kummer gewöhnt, der muss schon immer mit meinen Fotos leben. ;)


Für den Teig:
200 g Mehl (Weizen Allzweckmehl) + etwas mehr zum Ausrollen vom Teig
125 g Wasser
1 Prise Salz
1 EL Rapsöl + 1 TL zum Bestreichen
(Ersatzweise fertige Strudelblätter)

Für die Fülle:
3/4 kg Zwetschken
300 g Mohn, gemahlen oder besser gequetscht
1/8 l Milch
70 g Kristallzucker
1 EL Mohnöl
1 EL Honig
1 EL Vanillezucker
1 EL Rum
Schale einer haben Zitrone, abgerieben
1 TL Zimt
1 Prise Salz

100 g zerlassene Butter zum Bestreichen
Staubzucker zum Bestreuen


Die Zutaten für den Teig händisch gut verkneten - das geht sehr schnell, da braucht man keine Küchenmaschine. Man muss nur schauen, dass der Teig wirklich schön glatt verknetet ist und keine Mehlnester lauern, denn sonst würde er beim Ziehen nachher reißen. Den Teig zu einer Kugel formen, mit 1 TL Öl bestreichen und bei Zimmertemperatur mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen. In dieser Zeit kann man bequem die Fülle machen.

Zuerst die Mohnfülle zubereiten, damit sie Zeit hat auszukühlen. Milch mit Zucker, Mohnöl, Honig, Vanillezucker, Rum, Zitronenschale, Zimt und Salz aufkochen. Wenn der Zucker aufgelöst ist, den Mohn einrühren, aufquellen lassen und im Topf durchrösten. Kalt stellen.
Butter zerlassen.
Die Zwetschken waschen, gut abstropfen, halbieren und entkernen.
Backrohr auf 200 Grad vorheizen.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Den Strudelteig wie hier beschrieben ausziehen. Die Ränder rundumadum mit der zerlassenden Butter bestreichen. Die Mohnfülle auf zwei Drittel des Teiges verteilen, die Zwetschken gleichmäßig auf den Mohn verstreuen. Die Ränder auf die Fülle klappen, Strudel einrollen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit Butter bestreichen und für 35 - 40 min. backen, bis der Strudel goldbraun ist. In Stücke schneiden und mit Staubzucker bestreut servieren - schmeckt warm und kalt!




Der Strudelteig hat übrigens den Test mit Rapsöl bestens bestanden: Er lässt sich sehr gut ziehen und der Geschmack ist schön neutral, sodass man den Teig sicher nicht nur für süße Strudel verwenden kann, sondern auch für pikante! 




Und damit verabschiede ich mich für die nächste Zeit, denn nachdem der Sommer dieses Jahr ausgeblieben ist, muss ich noch ein wenig Sonne tanken, um den Winter zu überstehen. Mein wichtigstes Werkzeug ist schon gepackt ....

Montag, 21. Juli 2014

Mohnblüte im Waldviertel




Nun waren der Turbohausmann und ich im Waldviertel und haben uns die Mohnblüte angeschaut. Wir haben es aber nicht so schlau gemacht wie die liebe Friederike Fliederbaum, die war nämlich schon vor einer Woche. Wir waren direkt an dem Wochenende, an dem der Tag der Mohnblüte gefeiert wird, sprich: Mit uns waren alle anderen Menschen, die von der Mohnblüte wissen, auch dort. Das war a bissi anstrengend, aber dennoch wunderschön. Wer die Mohnblüte im Waldviertel noch nicht auf der To Do-Liste für sein Leben hat, sollte sie draufsetzen. Es ist so beeindruckend! Einen Tag nur blüht jede Blüte und insgesamt dauert das Schauspiel 10 Tage, dann ist es vorbei für ein Jahr.


Nun hatten wir doppelt Glück, weil wir hatten zwar ein ziemlich eher rustikales *hüstel* Hotelzimmer, aber wenn man bei der Balkontüre raus ist, war da direkt ein Steilhang, der zugewachsen war mit Mieze Schindler. Eine wirklich außergewöhnlich schmeckende Erdbeere, die dieses Jahr auch bei mir auf Balkonien einziehen durfte, sich aber als Zicke entpuppt hat. Sie hat sich entschlossen, lieber Ableger in Massen zu machen und nur eine Erdbeere pro Pflanze zu tragen. Im Waldviertel habe ich gesehen, dass ich nie mehr wieder darauf hoffen darf, dass meine Mieze Schindler so groß werden wie dieses Jahr, sondern dass ich in Zukunft eher mit Walderdbeergröße rechnen muss, außerdem sollte ich wohl ganz Balkonien damit zupflanzen, wenn ich mehr als 5 Beeren auf einmal ernten will. Ob sich unsere Wege ganz trennen, weiß ich nicht, aber vielleicht komme ich ja noch zu einem Hang, der gern zugewachsen werden will.


Also das Frühstück war für mich mit diesem Hang gesichert. Der Turbohausmann war mit dem Hund spazieren, ich hab währenddessen den Hang erklommen und mich durchgefuttert. Ansonsten waren wir dann doch lieber essen, obwohl im Waldviertel in Wald und Flur gerade auch Himbeeren und Heidelbeeren in Massen wachsen, die Brombeeren fangen grad an. Das wollte ich aber eigentlich gar nicht erzählen, sondern von einem Lokal, in dem wir essen waren und das uns schwer beeindruckt hat. Man sollte sich die Zeit nehmen, zuerst eine ausgiebige Runde im von den Vier Pfoten betreuten Bärenwald zu drehen und dann in das gleich beim Eingang des Bärenwaldes gelegene Restaurant Bärenhof Kolm gehen. Nicht nur der Blick über die harmonische Waldviertler Gegend beeindruckt, sondern das Essen noch mehr.

Carpaccio vom Waldviertler Weiderind mit Rucola und Parmesan
Asiatisches Beef Tatare mit Sellerie Crème brûlée und Teriyaki-Melone

Steak vom Donaulandrind, 2 x Karotte und Mohnschupfnudeln
24-Stunden-Kräuterkalb mit Trüffelpolenta, Kohlrabi und Madeirasauce
Soufflierte Mohnmarillen, Bourbon Vanille und Marillen-Thymianeis
Weißmohn-Panna Cotta mit Marillen und Croissant














Es war ein Gericht besser als das andere. Wirklich so fein! Egal, ob das jetzt die Melone in Teriyaki-Marinade war, die ich mir vorher gar nicht vorstellen konnte, oder der umwerfende Geschmack vom Kohlrabi, so intensiv, wie ich Kohlrabi selten gegessen habe, als Abschluss das noch heiße hausgemachte Croissant, das mit der Marillenfülle glänzte - einfach alles perfekt.

Freitag, 7. Februar 2014

Mohnschmarrn

Winter ist für mich immer Mohn-Zeit. Wenn es warm ist, kann mir Mohn gestohlen bleiben. Wieso das so ist, kann ich gar nicht erklären, aber ich habe das auch schon von anderen Leuten gehört.
Nun hatte ich eine neue Quelle gefunden und gleich Waldviertler Graumohn und weißen Mohn bestellt - gequetscht, wie das sein soll, nicht gerieben. Und schnell hintereinander habe ich zwei Mal Mohnschmarrn gemacht, um den Unterschied zwischen den beiden Sorten zu testen. Das Ergebnis: Waldviertler Graumohn ist wesentlich intensiver, der weiße Mohn viel dezenter und eleganter. Müsste ich wählen, würde wohl der Graumohn gewinnen, aber zum Glück muss ich das ja nicht tun.

Schmarrn mit Graumohn und selbst eingelegtem Quittenkompott

Für 4 Portionen:
50 g gequetschter Mohn
1 Bio-Orange (Saft, ca. 50 ml, und 1 TL abgeriebene Schale)
3 cl weißer Rum
4 Eier
1/8 l Milch
120 g Mehl (Allzweckmehl)
100 g Zucker
1 EL Sauerrahm
1 Prise Salz
80 g Butter
Staubzucker zum Bestreuen

Den Mohn mit dem Orangensaft, der Orangenschale und dem Rum verrühren, eine halbe Stunde ziehen lassen.

Backrohr auf 180 Grad vorheizen.

Die Eiweiße mit einer Prise Salz aufschlagen, dann 50 g Zucker dazugeben und weiterschlagen, bis der Schnee weiche Spitzen zieht. Die Eigelbe in einer separaten Rührschüssel mit der Milch verquirlen. Sauerrahm, Mohnmischung und Mehl untermischen. Schlussendlich den Eischnee unterheben.

40 g Butter in einer ofenfesten Pfanne erhitzen, den Teig hineingießen und kurz anbacken lassen. Pfanne ins Backrohr schieben und 10 - 15 min. fertig backen. Die Pfanne herausnehmen - Achtung, heiß! Den Schmarrn in Stücke zerreißen, die restliche Butter und den restlichen Zucker über dem Schmarrn verteilen, karamellisieren.

Mit Staubzucker bestreuen, mit Kompott servieren.

Schmarrn mit weißem Mohn und selbst gemachtem Apfelmus mit Weißdorn

Rezept: frei nach "Der große Lafer"
Lafer verwendet keine Orangenschale, zum Anbraten verwendet er Butterschmalz, außerdem mehr Butter und auch mehr Butterschmalz.


Samstag, 4. Januar 2014

Mohnpotize

Eigentlich mag ich Mohn sehr gern. Allerdings bin ich wählerisch, weil ich verwöhnt war durch einen Freund: Sein Vater hatte jeden Herbst, zeitgerecht vor der winterlichen Backzeit, eigenen Waldviertler Mohn mit einer uralten händischen Quetsche gequetscht. So kam ich zu herrlichem Mohn. Der wanderte sofort in den Tiefkühler, weil Mohn schnell ranzig wird, wenn er gequetscht wurde. So war ich den ganzen Winter über mit feinem Mohn versorgt. Man kann Mohn aus dem Tiefkühler übrigens sofort verwenden, weil der nicht klumpt.

Traurigerweise gibt es diesen Mann, von dem ich den Mohn hatte, nicht mehr. Also musste ich mich auf die Suche nach einer neuen Quelle machen. In den Supermärkten muss man froh sein, wenn man Mohn überhaupt findet - oft werden zwei verschiedene fertige Mohnfüllungen angeboten, der ungeriebene Mohn dümpelt irgendwo an ganz unten in der Abteilung mit den Backsachen. Früher gab es wenigstens noch Mohnreiben in den Supermärkten, aber die wurden abgeschafft, von Mohnquetschen war sowieso noch nie eine Rede. Also Internet. Und auch da: Viele Anbieter bieten geriebenen Mohn an, aber kaum einer gequetschten. Lange Rede, kurzer Sinn - ich hab eine Testbestellung gemacht und habe Waldviertler Graumohn und weißen Mohn gequetscht geordert. Das hier war der Test für den Graumohn.
 

Das Rezept ist ein Sammelsurium aus vielen anderen Rezepten, weil auch bei Mohnpotizen bin ich wählerisch. Der Tipp, die Potitze umgedreht auskühlen zu lassen, stammt von hier und ich kann empfehlen das nachzumachen, dadurch entstehen keine Holhräume, was mir sonst schon passiert ist. Das Muster, das sich vom Kuchengitter eingeprägt hat, schaut zwar eigenartig aus, aber ich habe den Kuchen dann sowieso noch angezuckert, dadurch hat man es nicht mehr arg gesehen.


Fotoupdate von März 2019: Geht auch mit weißem Mohn, identes Rezept und immer noch begeistert.

Und nun eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man eine Potize richtig rollt. Am oberen Ende der Füllung sind übrigens absichtlich keine Rosinen, weil eine Freundin in der Runde mit dabei war, die keine Rosinen isst. Wenn man die Rosinen nicht in die Füllung einrührt, sondern oben drauf legt, kann man so etwas sehr einfach händeln.

Für eine Kastenform mit 30 cm Länge.

Für den Hefeteig:
250 g Mehl (glatt)
1/4 Würfel Germ (= Hefe)
30 g Zucker
1/8 l Milch (lauwarm)
1 Eidotter
30 g Butter, geschmolzen
Salz


Für die Füllung:
200 ml Milch
2 EL Honig
200 g Mohn, gequetscht
2 EL Biskuitbrösel, ersatzweise eine geriebene Scheibe Toastbrot
1 EL Rum, darin eingweicht 50 g Rosinen
Saft und Schale einer halben Zitrone

Die Rosinen am besten über Nacht einweichen, wenn man es vergessen hat, kann man es auch noch machen, wenn man beginnt den Teig zu machen.

Für den Teig die Germ in der lauwarmen Milch auflösen. In einer Rührschüssel das Mehl mit einer Prise Salz und 30 g Zucker vermischen. Milch-Germ-Mischung, Eigelb und geschmolzene Butter einrühren und mit den Knethaken der Küchenmaschine oder des Handmixers so lange kneten, bis sich der Teig glatt ist, sich vom Rand löst und schön elastisch ist. Den Teig zudecken und auf die doppelte Größe aufgehen lassen.

Während dieser Zeit die Füllung zubereiten: Die Milch mit dem Honig sanft erwärmen, bis der Honig in der Milch aufgelöst ist. Alle anderen Zutaten einrühren. Die Fülle soll weich sein, damit man sie nachher auf dem Teig gut verteilen kann. Wenn nötig, kann man noch etwas Milch dazugeben. Wenn jemand mitisst, der keine Rosinen mag, kann man das so wie ich machen und die Rosinen erst oben auf die Fülle streuen und einen Teil ohne Rosinen lassen.

Die Kastenform mit Butter bestreichen und gut mit Mehl stauben.
Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben - ich staube am liebsten mit griffigem Mehl.

Den Teig mit der Faust zusammenstoßen, auf die Arbeitsfläche legen und ausrollen - wer geschickt ist, macht ein Quadrat, wer nicht, macht es so wie ich und walkt einfach rund aus. Wichtig ist, dass man den Teig so in etwa der Größe der Kastenform ausrollt. Füllung auf dem Teig verteilen. Dann von einer Seite beginnen mit dem Einrollen. Straff rollen und nur bis zur Mitte. Die zweite Teighälfte von der anderen Seite aufrollen. Teigenden einschlagen. Potize in die Kastenform heben, mit einem Tuch abdecken und wieder gehen lassen. Die Potize soll wieder auf doppelte Größe aufgehen, das dauert ca. 45 min. Dann mit einer Gabel einige Male einstechen.

Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Potize 25 - 30 min. backen.
Sehr bewährt hat es sich, sowohl Rohr als auch Potize gut mit Wasser zu besprühen. Dadurch bleibt der Germteig schön feucht. Wer ein besseres Backrohr als ich hat, nämlich so eines, das dampfen kann, erspart sich diese Prozedur natürlich und sagt einfach dem Ofen, was er zu tun hat.

Auch wenn es sehr schwer fällt: Man sollte der Potize ein bissl Zeit zum Abkühlen geben, eine halbe Stunde mindestens. Wenn sie lauwarm ist, schmeckt sie mir am allerbesten.


Und dieses Muster entsteht durch das Einrollen von beiden Seiten.
Der Mohn hat meine Ansprüche übrigens voll erfüllt. Falls jemand auch auf der Suche nach qualitativ wirklich gutem Mohn ist, dem kann ich die Firma Waldland empfehlen. (Nein, ich krieg nix dafür, dass ich die Firma hier nenne. ;) )


Auf dem Blog Tomateninsel gibt es derzeit ein Blogevent zum Thema Österreich vegetarisch. Ich muss zugeben, dass mir jetzt kein süßer Kuchen einfällt, der nicht vegetarisch wäre, aber Potize ist für mich etwas ganz typisch Österreichisches,  daher bringe ich das Rezept bei dem Event vorbei.


 Vegetarische Weltreise - Österreich

Montag, 2. Dezember 2013

Mohntorte mit Himbeerspiegel und Blüten vom Ananassalbei

Meine Freundin Sina kennt ihr nun ja schon, sie ist die  Giftige Blonde.  Sie hat kein Deko-Gen, sagt sie immer. Dazu gehört auch, dass sie keinen Adventkalender basteln kann. Nun hätte sie aber gern einen. Heute bin ich quasi das zweite Türchen und spendiere ihr eine Mohntorte. Lass es dir gut schmecken, meine Liebe!


Die Torte kann sehr gut am Tag vor dem Servieren zubereitet werden. Wenn man sie am selben Tag macht, bitte die Kühlzeiten bedenken und schon in der Früh anfangen.
Das Rezept klingt jetzt lang und kompliziert, ist es aber gar nicht. Es ist relativ wenig wirkliche Arbeitszeit zu investieren und schwer ist das Rezept gleich gar nicht!

Der Ananassalbei ist hübsches und schmückendes Beiwerk, das nicht zwingend sein muss. Er blüht bei mir immer noch so schön, also habe ich die Blüten auf den Himbeerspiegel gestreut. Die Blüten haben kaum Eigengeschmack.

Ich habe eine Tortenform mit 26 cm Durchmesser, die hat optimal für die Menge gepasst.


Für die Mohn-Masse:
50 g glattes Mehl
150 g gequetschten (wichtig, nicht gemahlenen, gequetscht ist viel besser!) Mohn
50 g geriebene Nüsse – ich habe Haselnüsse genommen, aber es gehen sicher auch andere
150 g Butter, zimmerwarm
100 g Backzucker
5 kleine Eier
1 Prise Salz

Für die Creme:
250 g Topfen (20 %)
250 g griechisches Joghurt
250 ml Schlagobers
6 Blatt Gelatine
1 Bio-Limette, davon Schale und Saft

Himbeergelee:
300 g Himbeeren tiefgekühlt
50 g Zucker
1 Limette, nur den Saft
2 Blatt Gelatine
2 Hände voll Blüten vom Ananassalbei



Backrohr auf 170 Grad vorheizen.
Springform einfetten.

Die Butter mit dem Zucker gut verrühren, bis eine cremige Masse entstanden ist. Nach und nach die Dotter einrühren. Eiklar mit dem Salz steif aufschlagen und unter den Teig unterheben. Mehl, Mohn und Nüsse vermengen, vorsichtig in die Teigmasse rühren. Die Masse in die Tortenform geben und im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad ca. 25 min. backen. Stäbchenprobe! Auskühlen lassen – das dauert ungefähr eine Stunde.

Für die Creme Topfen und Joghurt mit Zucker gut verrühren. Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Schlagobers schlagen. Limettenschale abreiben, den Saft der Limette auspressen. Die Limettenschale zur Topfencreme geben. Den Limettensaft erwärmen und die gut ausgedrückten Gelatineblätter darin unter ständigem Rühren auflösen. Topfencreme, geschlagenes Schlagobers und aufgelöste Gelatine zu einer glatten Creme rühren. Auf dem Tortenboden verteilen. Abdecken und für die nächsten 4 Stunden im Kühlschrank parken.



Für das Gelee die Himbeeren in einem Topf durchkochen lassen, bis die Himbeeren gar sind. Durch ein feinmaschiges Sieb passieren, damit die Kernchen nicht im Gelee landen. Es sollte ca. ¼ l Himbeermark entstehen. Wenn nicht, bitte die Gelatine-Menge anpassen: Pro Viertelliter nimmt man 2 Blatt Gelatine. Die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen. Den Saft der Limette und den Zucker zum noch heißen Himbeer-Mark geben, ebenso die ausgedrückte Gelatine. Rühren, damit sich der Zucker und die Gelatine auflösen. Ca. 15 min. kalt stellen. Dabei immer wieder kontrollieren, ob die Masse schon dickflüssig wird. Wenn das passiert ist, das Fruchtmark auf die Topfencreme leeren. Torte wieder für eine Stunde im Kühlschrank parken.

Danach kann man sie anschneiden und die Tortenstücke mit den Ananassalbeiblüten dekorieren. Man kann natürlich auch die Blüten auf der ganzen Torte verteilen, aber das sieht man nächsten Tag dann nicht mehr hübsch aus, wenn die welken Blüten auf der Torte herumgammeln.



Abgewandelt nach folgenden Quellen:
www.goldschwarz.at/topfen-mohn-himbeer-torte/
www.binekocht.at/2012/06/03/mohn-joghurt-himbeertorte-heidelbeeren/