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Donnerstag, 8. August 2019

Wachauer Topfenstrudel mit Kanarimilch

Hier gibt es tatsächlich noch keinen Topfen-Marillenstrudel auf dem Blog! Das ist eine Schande! Ich mach den nämlich jedes Jahr mindestens einmal und wir essen ihn mit Begeisterung. Okay, hier hatte ich schon mal kurz beschrieben, wie ich ihn mache, aber das nützt gar nichts, denn es gibt auch kein Rezept für Topfenstrudel auf meinem Blog. Also wirklich ... 😮

Jedenfalls gibt es derzeit die letzten Marillen in der Wachau und zwar zwischen Spitz und Aggsbach. Dieses Jahr war die Ernte so gut, dass die Bauern die Marillen kaum angebracht haben. Aktuelle Angebote findet man immer in der Marillenbörse.



Strudelteig von hier
200 g glattes Mehl, Type 480 (Deutschen nehmen Type 405)
1 Prise Salz
100 g lauwarmes Wasser
40 g Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl, KEIN Olivenöl) + 1 TL zum Bestreichen der Teigkugel
3 EL Butter, geschmolzen

Alle Zutaten bis auf die Butter zu einem ganz glatten Teig verkneten. Das geht händisch recht flott. Teig zu einer Kugel formen, mit Öl bestreichen, zudecken und eine Stunde ruhen lassen. Dann erst auf einer bemehlten Fläche auswalken, auf ein Strudeltuch heben und hauchdünn ausziehen. Mit der Hälfte der geschmolzenen Butter beträufeln.
In dem Link zu den Zutaten ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu finden.
Der ausgezogene Teig verträgt kein Herumstehen, daher unbedingt vor dem Ziehen alles bereit stellen.


Fülle
250 g Topfen
25 g Butter zimmerwarm
50 g Zucker
1 TL Vanillezucker
3 Eier
1 Prise Salz
25 g Grieß

5-6 Marillen, gewaschen, entkernt und geviertelt
Backpapier für das Blech
Staubzucker zum Bestreuen vom fertigen Strudel

Die Eier in Dotter und Klar trennen. Die zimmerwarme Butter mit der Hälfte vom Zucker schaumig rühren und die Eidotter zum Schluss hin unterrühren. Topfen und Grieß verrühren und zur Masse hinzugeben. Eiklar mit einer Prise Salz und dem übrigen Zucker zu Eischnee schlagen und zum Schluss unterheben.

Fülle auf den gezogenen Teig geben, dabei beim Verstreichen rundherum einen Rand lassen. Das entferntere Drittel ganz frei lassen. Die Marillen auf der Topfenmasse verteilen. Die Ränder vom Teig einklappen, einrollen. Dann wird es beim Marillenstrudel immer happig, denn dann muss man diesen weichen Studel mit dem Tuch auf ein mit Bakcpapier ausgelegtes Backblech heben. Ist das geglückt, die restliche Butter auf dem Strudel verstreichen. Im vorgeheizten Rohr bei 190 Grad 35- 40 min backen, bis der Strudel schön goldbraun ist.

Kanarimilch
¼ l Milch
¼ l Schlagobers
100 g Zucker
20 g Vanillezucker (selbst gemacht)
4 Eigelb

Diese Sauce hat schon gute Bindung, aber ist deutlich flüssiger als Vanillesauce. Die Kanarimilch herzustellen dauert 15 - 20 min, also rechtzeitig anfangen!
Alle Zutaten im Wasserbad mit dem Schneebesen schlagen, bis die Sauce dickflüssiger wird. Kochen darf sie nicht, sonst gibt es Bröckerln. Man kann die Sauce an einem Holzlöffel verblasen, bilden sich dabei Wellen, passt die Konsistenz.
 

Strudel in Stücke schneiden, anzuckern, mit der Kanarimilch servieren.



Also falls für's Wochenende keine anderen Essenspläne gemacht wurden, wünsche ich gute Fahrt in die Wachau und einen schönen Ausflug! Den Teig kann man vorher zusammenkneten, der wartet gern auch ein paar Stunden. Und danach wird der Strudel sicher köstlich schmecken!

Sollten dann noch Marillen übrig sein, empfehle ich wärmstens Omas Marillenmarmelade. Dafür kann man sich auch Marillenschnaps aus der Wachau mitbringen! Und ja, ich hab auch schon stückige Marillenmarmelade eingekocht oder mit dem Pürierstab püriert, aber keine hat so ein samtiges Mundgefühl wie die passierte Variante. Ich finde, die Arbeit lohnt sich. 🥰

Donnerstag, 27. Juli 2017

Kriecherl-Marillen-Marmelade



Wieder einmal treffen sich ein paar österreichische Foodbloggerinnen, um etwas Österreichisches zu bloggen. Und es gibt kaum etwas Österreichischeres, als Wachauer Marillen. Da sind wir stolz drauf! Das ist sogar eine EU-geschützte Herkunftsbezeichnung. Auch wenn die Sorte meistens die Ungarische Beste ist. Es kommt schon auf die Sorte, aber auch auf die Temperaturunterschiede an, die in der Wachau und Umgebung halt perfekt sind, damit die Marillen noch einen Hauch Säure haben. Französische oder türkische Marillen sind zum Beispiel nichts, womit man mich hinter dem Ofen hervorlocken könnte, denn die sind einfach nur süß. Damit fehlt ihnen diese Spannung zwischen süß und sauer, die die Wachauer Marillen haben. Und wer gern Marillen aus der Wachau haben will, der kann sich vertrauensvoll an Christina, The Apricot Lady, wenden, denn sie hat dort einen Marillengarten und gibt auch Früchte ab − wohl erst nächstes Jahr, denn für dieses Jahr ist schon ziemlich Ende der Marillenzeit in der Wachau.

Kriecherl kann man sehr gut mit einem Kirschentkerner entkernen
 
Was jetzt nicht so typisch österreichisch ist, ist die Kombination von Marillen mit Kriecherln. Ich esse aber sehr gern sauer, daher habe ich einmal versucht, wie diese beiden Früchte miteinander harmonieren und ich war begeistert! Also: Wiederholungszwang.

Sehr ans Herz legen möchte ich allen die Variante, das Obst mit dem Gelierzucker eine Nacht Saft ziehen zu lassen. Der Geschmack intensiviert sich dadurch. Wie man auf den beiden nächsten Fotos sehen kann, verändert sich sogar die Farbe.

Übrigens ist Marmelade einkochen eine wunderbare Art, um vollreife Marillen mit schlechten Stellen noch verarbeiten zu können. Natürlich muss man braune Stellen wegschneiden, aber jedes Futzerl intakte Frucht kann man verwenden. Sollte man sogar unbedingt machen, denn diese Früchte sind meistens schon so überreif, dass es geschmackstechnisch nicht mehr besser geht.



Zutaten:
1 Kilo Marillen (nur das Fruchtfleisch gewogen)
1 Kilo Kriecherln (entkernt gewogen)
2 Packungen Bio-Gelierzucker  2:1 (Wer gern gehärtete Fette isst, der kauft normalen und nicht bio.)
Kristallzucker nach Belieben


Die Marillen in kleine Stücke schneiden. Optimal ist dieselbe Größe wie die Kriecherln, denn was gleich groß ist, gart auch gleich schnell - zumindest wenn es sich um gleich weiche Früchte, vollreife Marillen und ebensolche Kriecherln handelt. Mit dem Gelierzucker mischen, zudecken und an einer kühlen Stelle über Nacht Saft ziehen lassen. Am nächsten Tag Gläser mit Schraubverschluss sterilisieren (in einem Topf mit Wasser samt den Deckeln bis zum Siedepunkt erhitzen, am besten gleich mit einem Schöpfer und einem Marmeladetrichter). Kopfüber auf ein Hangerl stellen. So warten die Gläser auf ihren Einsatz. Neue Deckel für den Schraubverschluss nur warm mit der Hand waschen. Begründung dafür, warum man die Deckel nicht wiederverwenden sollte, findet man in diesem Posting: Erratum

Marmelade erhitzen und kosten, ob sie süß genug ist. Ich esse sie gern so, aber damit bin ich wahrscheinlich eher allein, also gibt man nun noch Kristallzucker (¼ Kilo ist eine empfehlenswerte Menge) dazu, rührt, bis er sich gelöst hat, und kostet, ob die Süße passt. Wenn ja, dann weiter erhitzen und ab Sprudelbeginn mindestens 3 min., besser 4 kochen, damit der Gelierzucker mit seiner Gelier-Arbeit beginnt. Dann einen Klecks Marmelade auf einen Teller geben, wenn die Marmelade ausgekühlt ist, Gelierprobe machen: Mit dem Finger die Marmelade verschieben. Rinnt die Marmelade nicht mehr herum, dann kann man die Marmelade mit dem Trichter abfüllen. Glas zuschrauben.

Den Rest, der kein ganzes Glas füllt, darf die brave Köchin bzw. der brave Koch in ein Schüsserl füllen und nach dem Auskühlen einfach so löffeln. Oder mit einem Naturjoghurt zu Fruchtjoghurt verwandeln. Oder sich ein Kipferl kaufen und mit Butter genießen. ich bin sicher, es fallen allen genug Möglichkeiten ein. Lasst es euch schmecken!


Und nun die Marillen-Rezepte meiner österreichischen Mitstreiterinnen:
Sina, die Giftigeblonde, braut  Marillenmarmelade ohne Gelierzucker
Friederike vom Fliederbaum hat Wäschermädel entdeckt
Christina, die Aprikosendame, hat Hühnerspiesse mit Marillen auf der Speisekarte
Maria, das Mädel vom Land, serviert Marilleneis mit Haselnusskaramell
Verena kocht auf und zwar Marillenröster


Montag, 17. Juli 2017

Marillen-Maracuja-Marmelade

Wenn man fragt, auf welche exotischen Lebensmittel man nicht verzichten möchte, kommt in meinem Bekanntenkreis an erster Stelle Mango, an zweiter Ananas, bei meinem Mann eindeutig Banane, ich bin mit meinen Passionsfrüchte weit abgeschlagen hinten. Ich mag sie gern ins Müsli, in Joghurt, zum Beispiel in einer Biskuitroulade (Schokoroulade mit Maracujacreme), auf einer Torte  (Topfentorte mit Maracuja-Curd), in Tartelettes (Zitronen-Tartelettes),  und zu Mousse Buttermilch-Limettenmousse.  Als ich ein Glas Marillen-Maracuja-Marmelade geschenkt bekam, war klar, dass ich diese Marmelade unbedingt nachmachen muss, wenn es Marillen gibt, denn die Geschmackskombination ist umwerfend gut.


900 g Marillen (Fruchtfleisch ohne Kerne gewogen)
100 g Maracujamark (das waren bei mir 7 Passionsfrüchte, das Innenleben durch ein Sieb gestrichen)
1 Packung Bio-Gelierzucker 2:1


Marillen in kleinen Stücken und Maracujamark mit dem Gelierzucker verrühren, eine Nacht zugedeckt an einem kühlen Platz durchziehen lassen. Man kann natürlich auch sofort einkochen, aber dieses Saft ziehen lassen bei den Marillen ist kein unwichtiger Schritt. Die Aromen intensivieren sich durch diese Prozedur.

Am nächsten Tag Gläser mit Schraubverschluss in einem großen Topf mit Wasser bis zum Siedepunkt erhitzen. Neue Deckel für den Schraubverschluss nur warm mit der Hand waschen. Begründung dafür, warum man die Deckel nicht wiederverwenden sollte, findet man in diesem Posting: Erratum

Schöpfer und Marmeladetrichter kann man mit den Gläsern sterilisieren. Dann die Gläser umgedreht auf ein sauberes Hangerl stellen. So dürfen sie warten, bis die Marmelade eingefüllt wird.
Da kann man daneben schon die Marmelade erhitzen. Immer wieder rühren. Ab dem Zeitpunkt, wenn die Masse gut kocht, mindestens 4 min. kochen lassen. Dabei dauernd rühren, damit nichts anbrennt. Gelierprobe machen (Einen großen Tropfen Marmelade auf einen Teller geben. Wenn er ausgekühlt ist, kann man z. B. mit dem Finger eine Straße durch die Marmelade ziehen. Der Streifen sollte bestehen bleiben. Wenn nicht, noch ein paar Löffel Gelierzucker - am besten 3:1, damit alles nicht total süß wird - dazugeben, wieder mindestens 4 min. kochen, wieder Gelierprobe.) Wenn die Gelierprobe gelingt, die Marmelade in die Gläser füllen, gut zuschrauben. Auskühlen lassen und ein paar Tage stehen lassen, damit sich die Aromen entwickeln können.


Frühstückshimmelreich! 💚💛💙💜❤️

Dienstag, 25. August 2015

Pflaumen-Croustade mit Marzipan


Schon kommt das dritte Rezept aus dem Kochbuch Frisch auf den Tisch. Eigentlich könnte ich weiter und weiter und weiter aus diesem Kochbuch kochen, aber irgendwann muss auch genug sein. Zu diesem Rezept nur so viel: Ich habe es in der Zwischenzeit einmal mit Marillen und einmal mit Pflaumen (ja, wirklich Pflaumen, weil Zwetschken gibt es leider noch keine auf dem Markt) gemacht, weil diese Tarte sehr einfach geht und so gut schmeckt. Einfach ein bissl Marzipan auf den Teigboden und schon geschieht etwas Wunderbares mit den Früchten!

Es gibt in dem Kochbuch auch ein Kapitel mit Grundrezepten und diese Tarte wird eigentlich mit dem Grundrezept für Mürbteig ohne Zucker gebacken. Das habe ich bei der Marillen-Variante auch so gemacht, aber die Pflaumen waren leider recht säuerlich, also habe ich den süßen Mürbteig ausprobiert. Beide Teige sind einfach zu verarbeiten.


Zutaten für eine Galette:
625 g Pflaumen, gewaschen, entkernt und in 12 mm dicke Spalten geschnitten
60 g Kristallzucker
2 TL Mehl
1 Prise grobkörniges Salz
125 g Marzipan, gewürfelt (ich: das frisch aus dem Kühlschrank genommene Marzipan auf der Küchenreiben grob gerieben)
1 Eiweß, leicht geschlagen
2 EL Demerara-Zucker
1 EL Butter in Flocken

Süßer Mürbteig:
235 g Mehl
60 g Zucker
1/2 TL Salz
155 g Butter und 2 EL zerlassene Butter, leicht abgekühlt

Zuerst habe ich den Mürbteig zubereitet: 2 EL Butter schmelzen. Mehl, Zucker und Salz gut vermengen. Kalte und zerlassene Butter mit einer Gabel gut untermischen, bis der Teig anfängt zu klumpen. Mit der Hand rasch zu einem glatten Teig weiterkneten. Ich habe den Teig dann in Frischhaltefolie eingewickelt und in den Kühlschrank gelegt. Dadurch wird die Butter wieder kalt und der Teig ist stabiler, weil bei diesem Rezept muss er doch eine Menge Obst zusammenhalten.

Die Pflaumen waschen, entkernen und in kleine Spalten schneiten. Die Spalten mit 60 g Kristallzucker, 2 TL Mehl und 1 Prise Salz vermischen. Ruhen lassen.

Backofen auf 200 g vorheizen. Einen Bogen Backpapier auf die Arbeitsfläche legen, leicht bemehlen und direkt da drauf den Teig ausrollen. Das ist wirklich eine tolle Idee, denn so kann man den Teig problemlos samt dem Papier auf das Backblech heben.
Ich reibe Marzipan immer auf der groben Küchenreibe, dazu muss das Marzipan aber kalt sein, sonst klebt es zu sehr. Im Kochbuch wird es in Würfel geschnitten. Egal wie, jedenfalls legt man damit den Teil vom Teig mit Marzipan aus, der nachher auch mit Früchten belegt wird. Früchte auf dem Marzipan verteilen und den Teig rundherum einschlagen, vorsichtig festdrücken. Den Teigrand außen mit dem angeschlagenen Eiklar bestreichen und mit dem Demarara-Zucker bestreuen. Den Saft der Früchte über das Obst träufeln. Butterflocken auf das Obst setzen und schnell ab mit dem Kuchen in das vorgeheizte Backrohr.

50 min. backen, bis der Teig goldbraun ist. Galette auf dem Blech etwas überkühlen lassen, dann auf einen großen Teller gleiten lassen und warm servieren.




Manöverkritik: Ein Obstkuchen, der nur schwerlich misslingen kann. Da braucht man keine Kniffs und Tricks, sondern der funktioniert einfach gut. Wenn das Obst schön reif ist, dann ist das ein wunderbarer Obstkuchen. Meine Pflaumen waren leider nicht süß genug, da muss man mit ein bissl Zucker nachhelfen, aber die Marillen-Variante hat das gar nicht gebraucht.
Der Teigrand ist durch das Bestreuen mit dem groben Zucker schön knusprig.

Donnerstag, 30. Juli 2015

Turbohausfrau meets Tante Mali


Bei meinem Jahresrückblick habe ich es ja schon verraten: mein Lieblingsblog ist Tante Malis Gartenblog. Wenn ich Stress habe und einmal kurz was Schönes anschauen will, schau ich bei Elisabeth vorbei. Mittlerweile haben wir schon einige Male Akkus vom Handy zum Kollabieren gebracht, weil wir uns recht viel zu sagen haben. Und dann kam der Moment, wo wir einmal etwas gemeinsam machen wollten: Von der Turbohausfrau kommt ein Rezept, Tante Mali setzt es in Szene. Und voilà, hier ist das Ergebnis.





100 g helles Senfpulver
50 g dunkle Senfkörner (ersatzweise Pulver, aber das färbt nur den Senf dunkler und macht keine hübschen Pünktchen)
500 g Marillen
100 ml milder Weißweinessig
1/2 EL Salz
 1 EL Zucker
1 EL Koriander

Marillen waschen und entkernen. Mit Salz und Zucker vermengen, zudecken und über Nacht Saft ziehen lassen. Am nächsten Tag weichkochen, auskühlen lassen, durch eine Flotte Lotte passieren. Die dunklen Senfkörner mit den Korianderkörnern trocken anrösten, auskühlen lassen, in einen Zerkleinerer geben und fein mahlen. Alle Zutaten vermischen und mit einem sauberen Hangerl (= Geschirrtuch) zudecken. Eine weitere Nacht stehen lassen, in Twist Off-Gläser füllen.
Der Senf muss kühl und offen reifen, daher wirklich alle Zutaten ausgekühlt verarbeiten und die Ruhezeit einhalten.
Eigentlich sollte der Senf noch ein paar Wochen kühl und dunkel stehen, bevor man ihn isst - wenn man das aushalten kann ...



Danke, liebe Elisabeth! Es ist schön, dich zu kennen.
Und solche grandiosen Fotos waren sicher noch nie auf meinem Blog zu sehen!



Nun versuche ich so schöne Worte wie Elisabeth zu finden: Danke, ihr Wunderbaren, dass ihr hier zu Gast gewesen seid! Genießt die kühle Brise, gönnt euch ein schönes Glas Wein am Abend, dazu Käse und diesen Senf. So macht der Sommer Freude!

Sonntag, 7. Juni 2015

Marillen-Gnocchi mit Bröselkruste

Marille und Mohn als Kombination mochte ich immer schon gern, aber in dieser Form ist das wirklich geniales Soulfood. Da die Saison der Wachauer Marille vor der Tür steht, werde ich es auf jeden Fall noch einmal kochen. So mit Waldviertler Graumohn und piemontesischen Haselnüssen - da zeigt sich wieder einmal, dass ein Essen nur so gut sein kann, wie es die Ausgangsprodukte zulassen. Hat man solche Zutaten, dann kann hier eigentlich gar nichts mehr schief gehen.

Im Kochbuch Jetzt! Nudeln wird das Rezept mit fertigen Gnocchi aus der Kühltheke gemacht. Ehrlich gesagt habe ich die noch nie probiert, weil es gibt die superschnell gemachten 15-Minuten-Gnocchi-mit-Ricotta (ohne den angegebenen Parmesan), die wirklich gut schmecken. Das Rezept dafür findet sich im Link.



Zutaten für 4-6 Personen:
4 Marillen
125 g Butter + zusätzlich Butter zum Einfetten der Form
50 g Haselnüsse
1 EL Mohn (nicht gerieben, sondern ganze Samen von wegen Knusper)
2 EL Staubzucker
50 g Semmelbrösel
500 g Gnocchi aus der Kühltheke
Zucker für die Form

Hier gibt es den zusätzlichen Tipp zum Rezept, dass man Mohn und Haselnüsse gemeinsam in einer Pfanne anrösten soll, dann schmecken sie intensiver. Habe ich gemacht und sofort hat sich ein wunderbarer Duft verbreitet. Darauf sollte man nicht verzichten!

Backrohr auf 200 Grad vorheizen.
Butter schmelzen, mit Mohn und (ich: grob gehackten) Haselnüssen, Bröseln und Staubzucker vermischen. Gnocchi garen.
Eine feuerfeste Form mit Butter ausstreichen und danach mit Zucker ausstreuen. Gegarte Gnocchi und in kleine Stücke geschnittene Marillen in der Form verteilen. Die Bröselmischung drüberstreuen und 12 - 15 min. backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.


Dieses Rezept ist wirklich ein neuer Favorit! Wenn man gerne Mehlspeisen mag, dann sollte man sich das in der Marillensaison nicht entgehen lassen.
Die halbe Rezeptmenge haben wir gut zu zweit geschafft, also nix mit 6 Personen für die ganze Rezeptmenge, wenn man gstandener österreichischer Mehlspeis-Esser ist. Als Dessert stimmt es sicher, dass das ganze Rezept für 6 Personen passt.


Rezeptquelle: Jetzt! Nudeln

Sonntag, 4. Januar 2015

Dreikönigskuchen mit Pistazien

Schon fast ein Jahr ist es her, dass ich ein Rezept in Valentinas Kochbuch gefunden habe. Im Sommer habe ich dran gedacht und Marillen eingekocht. Und rechtzeitig vor den Heiligen Drei Königen habe ich mich dran erinnert, das Rezept gesucht und nachgebacken. Das Ergebnis ist sehr fein. Bis auf die Marillen erinnert der Kuchen ganz enorm an Baklava, die herrlichen türkischen Süßigkeiten: schön aufgeblätterter Teig, Pistazenfülle, alles getränkt mit Zuckersirup.

Als Teig habe ich "meinen" Topfenblätterteig verwendet, von dem ich echt nicht mehr weiß, woher ich das Rezept habe. Es ist auf jeden Fall immer wieder eine Freude, damit zu arbeiten. Wichtig ist, dass man ihn nicht zu dünn auswalkt, denn was soll denn aufblättern, wenn keine Teigschichten da sind, die das tun? Natürlich geht es auch dünner, aber 4 mm sind hier eine optimale Teigstärke. In diesem Fall habe ich tatsächlich die ganze Teigmenge verarbeitet.


Teig:
250 g Topfen
250 g Mehl (glatt)
250 g Butter
1 Prise Salz

Salz mit dem Mehl vermischen, die Butter mit der groben Seite der Küchenreibe dazureiben, den Topfen mit hinein in den Topf und alles mit der Hand schlampert verkneten - es können ruhig noch einzelne Butterflocken zu sehen sein, da blättert der Teig dann besonders gut auf. Den Teig auswalken und einige Male falten. Ab damit in einen Gefrierbeutel und im Kühlschrank gut durchkühlen lassen, was mindestens eine Stunde dauert.

Füllung:
100 g weiche Butter
150 g Zucker
1 Ei
100 g gemahlene Pistazien (Mandeln gehen auch, aber dann schmeckt der Kuchen nicht mehr so nach Urlaub in der Türkei)
1 El Mehl
½ Tl gemahlene Zimtblüte (Turbohausfrau: 1 Prise gemahlenen Zimt)
250 g eingekochtes Marillenkompott (Abtropfgewicht)

Glasur:
75 ml Wasser
75 g Zucker

Zum Zusammenkleben der Teigplatten und zum Bestreichen des Kuchens braucht man noch 2 Eigelb.



Zubereitung:

Die weiche Butter in die Rührschüssel einer Küchenmaschine geben und so lange Rühren, bis sich kleine Spitzen bilden. Danach Zucker, Ei, Pistazien, Mehl und Zimt der Reihe nach in die Schüssel geben und alles gut miteinander verrühren.

Den Topfenblätterteig in zwei Teile teilen, auswalken. Für den Teigboden habe ich eine Tortenform mit 26 cm Durchmesser auf den Teig gestellt, drumherum geschnitten. Tortenboden auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Die Pistazienfülle drauf verteilen, die gut abgetropften Marillen drauflegen. Den Rand dabei freilassen und diesen gut mit dem Eigelb bestreichen. Die zweite Hälfte vom Teig auswalken und mit einer Form mit 28 cm Durchmesser wieder einen Kreis markieren. Die Deckplatte oben auf die Fülle legen. Rand sehr gut andrücken.
Die Galette mit einem spitzen Messer verzieren. ACHTUNG! Nicht zu tief schneiden, sondern nur die Oberfläche anritzen. Ich habe an einer Stelle ein wenig tiefer geschnitten, da ist mir der Teig aufgerissen und ein Teil der Fülle rausgeronnen.
Die verzierte Galette mit Eigelb bepinseln und eine Stunde kalt stellen. Um diese Jahreszeit bietet sich der Outdoor-Kühlschrank an.

Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Den Kuchen im vorgeheizten Rohr 25 - 30 min. backen, dann leicht abkühlen lassen. Während dieser Zeit den Sirup herstellen, 5 min. einkochen lassen. Den Kuchen mit dem Sirup tränken und sofort servieren.



Vom Zeitaufwand her schon eher etwas für Leute, die sich einigermaßen organisieren können. Die eigentliche Arbeitszeit ist aber recht kurz.
Ein Kuchen, den man warm essen soll! Und das mir, wo ich doch nieeeee Probleme habe, Kuchen stehen zu lassen, bis er auf Esstemperatur ist ... ;)
Auch wenn der Kuchen mächtig ist, haben wir zu viert so zugeschlagen, dass nur ein kleines Anstandsstückerl übrig geblieben ist, das haben wir zu zweit am nächsten Tag gegessen, daher weiß ich, dass der Kuchen auch kalt sehr gut schmeckt.

Dieser Kuchen ist einer der Gründe, warum man im Sommer, wenn es heiß ist und man eigentlich gar keine Lust hat, in der Küche zu stehen, trotzdem einkochen sollte!

Freitag, 18. Juli 2014

Traust dich nie!



Die liebe Sandra hat derzeit ein tolles Event: Kindheitserinnerungen! Wie bei vielen Menschen gibt es auch bei mir jede Menge Ess-Erinnerungen, die oft mit meiner Oma verbunden sind.

Und dann gibt es die Erinnungen an Mutproben unter Freundinnen.
Zum Beispiel: "Weißt eh, wennst drei Marillenkerne isst, dann stirbst!"
"Geh Blödsinn"
"Na dann trau dich!"
Zuerst einmal begann dann die gar nicht so einfache Prozedur, mit einem Hammer die Marillenkerne zu bearbeiten, um an das begehrte gefährliche Innere zu gelangen - nachträglich betrachtet war das wahrscheinlich das Gefährlichste an der ganzen Sache.
Nach diversen Beratschlagungen, wie man das denn nun am besten machen sollte, hat die Mutigste aus der Runde einmal mit einem Kern begonnen - da haben die anderen schon drauf gewartet, dass sie umfallt. Ist sie aber nicht. Dann hat es nicht lange gedauert und eine andere hat gleich drei auf einmal in den Mund genommen, die Kerne gekaut und geschluckt. Im Endeffekt hat dann jede drei Kerne gegessen, weil wenn, dann wollten wir gemeinsam sterben.
Überlebt haben wir es alle.


Aber was ich dann einmal gesehen habe, war unglaublich: Die Oma, die liebe Oma hat sogar in jedes Glas Marillenmarmelade so einen Kern reingetan!  Und Schnaps. Wahnsinn. Und ich durfte die Mamlad sogar essen - brandgefährliches Zeug!



Dank Sandras Event habe ich mich auch noch an die Worte einer lieben Freundin, der Giftigen Blonden, erinnert: Marillenmarmelade wird am besten, wenn man sie passiert. Ich war ja bisher immer eine große Anhängerin des Pürierstabes: Marillen waschen, entkernen, klein schneiden, mit dem Pürierstab je nach Wunsch (Stückerl in der Marmelade oder glatte Marmelade) kurz oder gründlich mit dem Mixstab durchfegen, mit Gelierzucker einkochen. Ende.




Anders bei der Variante mit dem Pürieren: Marillen waschen und entkernen bleibt gleich. Klein schneiden muss man die Marillen nicht, denn die muss man weichkochen, überkühlen und dann durch die Flotte Lotte pürieren. Die Schalen bleiben zurück in der Flotten Lotte. Das wunderbar glatte Mus wird dann mit Gelierzucker eingekocht. Wer gern gehärtete Fette in der Marmelade hat, nimmt normalen Gelierzucker, alle anderen nehmen Bio-Gelierzucker.


Kurz vor dem Abfüllen kommt pro Kilo Obst noch ein Stamperl Schnaps in die Marmelade - bei mir Marillenschnaps. Aus der Wachau. Wo übrigens auch die Marillen für die Marmelade herkommen sollten. Bei mir dieses Mal nicht, weil ich superliebe Nachbarn habe, die eines Abends geklingelt haben und mit 10 Kilo Marillen aus ihrem Garten vor der Tür standen. Also habe ich dieses Jahr die zweitbesten Marillen gehabt - dieselbe Marillensorte wie in der Wachau (Ungarische Beste), aber halt nicht in der Wachau gereift, wo das Tag-Nacht-Temperaturverhältnis den Marillen den letzten Schliff gibt.



Die Gelierprobe geht so: Nachdem Obst und Gelierzucker 3 min. sprudelnd gekocht haben, kommt ein Löfferl voll Marmelade auf einen Teller. Man wartet kurz, dass die Marmelade überkühlt, dann bläst man auf die Marmelade am Teller. Kann man die Marmelade verblasen und sie behält diese verblasene Form bei, kann man sie in Gläser abfüllen. Klappt das nicht, kommt ein wenig Gelierzucker dazu und man versucht nach 3 min. erneut, ob es funktioniert. Danach kommt die Marillenmarmelade zu den Kernen ins Glas. Ich hab am liebsten Gläser mit Schraubverschluss.


Das Ergebnis dieser Kern- und Passiermethode ist wirklich toll geworden. Die Marmelade ist nicht nur glatt, sondern richtig samtig in der Konsistenz. Und der Geschmack wirklich genial. Wie früher bei Oma!



Noch ein Wort zu den Marillenkernen: Sie enthalten wirklich Blausäure, sind also nichts, was man wie Erdnüsse beim Fernsehen massenweise knabbern sollte - wobei sich natürlich die Frage stellt, ob man das mit Erdnüssen in Massen tun sollte.
Ich habe gegoogelt und die Empfehlung der britischen Food Standards Agency (FSA) gefunden, dass man nicht mehr als 2 Kerne am Tag essen sollte. Die Blausäure wird beim Kauen freigesetzt und noch dazu scheinen Wachauer Marillen sehr wenig Blausäure zu enthalten. Somit habe ich keine Bedenken, die Variante mit dem Kern in der Marmelade zu veröffentlichen. Diesen Sicherheitshinweis stelle ich aber trotzdem hier ein.





Nun fehlt noch der Banner zu Sandras Event, den ich übrigens für ganz besonders gelungen halte!

Kindheitserinnerungen

Donnerstag, 18. Juli 2013

Erster Marillenkuchen

Der Erste ist immer der Sieger - nicht nur im Sport. Die ersten Blüten im Jahr sind mir die wichtigsten, der erste Schnee ist immer wunderschön - das ließe sich nun wohl beliebig fortsetzen. Und deswegen ist das auch der allerbeste Marillenkuchen von überhaupt. Entdeckt bei der Giftigen Blonden, mir telefonisch genauere Anweisungen geben lassen und los ging's. Ganz wichtig war ihr Hinweis, ich soll doch Bittermandelöl hineingeben. Und ich muss sagen, das macht sich wirklich sehr gut! Zwei Tropfen reichen. So schmeckt das Mandelöl noch heraus, aber es drängt sich nicht in den Vordergrund. Normalerweise zuckere ich Marillenkuchen immer mit einer Zimt-Zucker-Mischung an, so auch auf den Fotos. Aber das kann man sich sparen. Auch Vanille habe ich nicht den Kuchen getan. Das Mandelöl ist Zusatzaroma genug. Der Teig ist feinporig und weich, also genau so, wie ich Marillenkuchen mag.


200 g zimmerwarme Butter
200 g Mehl (glatt)
1 gehäufter TL Weinsteinbackpulver
180 g Staubzucker
4 Eier (Größe L)
2 Tropfen Bittermandelöl (ersatzweise 1 gerieben Bittermandel)
Fett und Mehl für die Form
ca. 3/4 kg Marillen, reife!

Marillen waschen, halbieren, entkernen.
Backrohr auf 170 Grad vorheizen.
Die Butter mit dem Zucker schaumig rühren, dann jedes Ei einzeln ca. eine Minute mitrühren. Backpulver mit dem Mehl versieben und dem Mandelöl zum Teig geben.
Strudelform fetten und mit Mehl bestauben. Den Teig einfüllen, mit den halbierten Marillen belegen, ins Backrohr schieben.

Ca. 40 min backen - Nadelprobe.
Anzuckern und servieren.

 Wunderbar unkompliziert, schnell gemacht, geht also auch an heißen Tagen.


Sonntag, 12. August 2012

Kaiserschmarren mit Marillenröster


Normalerweise ist Kaiserschmarren etwas, das ich aus dem Handgelenk mache. Das ist nun tatsächlich eine Premiere, weil ich für den Blog ein Rezept gesucht habe und erstmals Kaiserschmarren laut Kochbuch und mit genauen Angaben gemacht habe. Nachdem dieses Rezept hier mehr Eier und mehr Butter vorsieht, schmeckt es auch entsprechend besser als mein selbst zusammengezimmerter Schmarren. So bringt mein Bloggen mir doch noch das Kochen bei!



Zutaten für 2 Hauptspeisenportionen:
4 Eier, getrennt
2 EL Kristallzucker
120 g glattes Mehl
1/4 l Milch
30 g Rosinen (bei mir immer ein bissi mehr von den Mumien, denn die liebe ich)
1 EL Vanillezucker
1 EL Rum
1 Prise Salz
50 g Butter zum Backen
Zucker zum Bestreuen

1/2 kg Marillen
1 Stück Zimtrinde
3 Nelken
3 EL Zucker


Anfangen tut man am besten mit den Rosinen und weicht sie ein paar Stunden in Rum ein. Dann macht man den Marillenröster, den ich gern ausgekühlt bei Zimmertemperatur esse. Der Schmarren selber geht dann relativ schnell.

Für den Marillenröster die Marillen halbieren, entkernen, mit 3 EL Wasser, 3 EL Zucker und den Gewürzen ganz sanft zum Kochen bringen. Wenn man den Herd voll aufdreht, brennen die Marillen leicht an. Die meisten Rezepte verwenden viel mehr Wasser. Das geht natürlich auch und dann kann man die ganze Masse leichter zum Kochen bringen, aber ich mag Marillen- und auch Zwetschkenröster lieber in etwas festerer Konsistenz und nicht zu suppig. Die Marillen kocht man, bis sie weich sind und schon ein wenig zerfallen. Ein Röster ist kein Kompott mit ganzen Fruchtstücken, auch kein Mus, sondern ein wenig elegantes Zwischending mit zerkochten Früchten und mir eigentlich die liebste Art von Kompott. Vor dem Servieren die Gewürze herausfischen.

Backrohr auf 200 Grad vorheizen.

Für den Schmarren Milch, Eigelb, Vanillezucker und Mehl verrühren. Das Eiweiß mit dem Kristallzucker und dem Salz zu Schnee schlagen. Den Schnee unter den Teig heben.
Die Butter in einer flachen, ofenfesten Pfanne sanft erhitzen, den Teig dazugeben und ein wenig anbacken. Dann die eingeweichten Rosinen gleichmäßig über den Teig streuen. Ich schaffe es selten, den Teig in einem Stück zu wenden, was aber kein Problem ist, weil man den Schmarren am Ende ohnehin zerreißt. Jedenfalls wendet man den Teig, gibt die Pfanne ins Rohr und lässt den Schmarren dort ca. 10 min. fertig backen.
Den Schmarren mit zwei Gabeln in Stücke reißen, mit Kristallzucker bestreuen, noch ein wenig bräunen. Anrichten und mit Staubzucker anstauben. Mit dem Marillen- oder auch Zwetschkenröster servieren.

Rezept für den Schmarren nach Plachutta/Wagner, Die gute Küche, Das österreichische Jahrhundertkochbuch
Rezept für den Marillenröster: Turbohausfrau

Donnerstag, 26. Juli 2012

Marillen, Marillen, Marillen


Also wenn ich denn marillensüchtig wäre, dann hätte ich gerade eine geniale Zeit hinter mir. Voll im Rausch! In Wien war die Ernte nämlich sehr gut. Aber ich hatte mir ja letztes Jahr geschworen, ein Marillenkuchen pro Saison muss reichen! Mein Plansoll-darf hatte ich mit Marillenkuchen aus dem Pfandl leider schon erfüllt.
Rundherum Marillen, rundherum Marillenrezepte - wer kann da widerstehen? Ich hätte alle guten Vorsätze vergessen und wäre wahrscheinlich runder geworden. Also wenn ich denn überhaupt süchtig wäre ...



Ich hätte dann ganz sicher Kathas Kuchenbackbefehl befolgt und hätte einen wunderbar feinporigen neuen Marillenkuchen entdeckt, der noch dazu in Windeseile fertig ist - das richtige Rezept für Turbohausfrauen wäre das gewesen.




Und dann hätte ich noch Alexandras Marillenkuchen mit einem Gleichschwerrezept, bei dem zerlassene Butter verwendet wird, ausprobiert. Ein wenig anders in der Konsistenz des Teiges, aber ich hätte den Kuchen ebenfalls für sehr gut befunden.



Natürlich hätte ich dann Marillenmarmelade eingekocht. Unter anderem ganz normale, fein passiert, mit einem kleinen Schluckerl Marillenschnaps drinnen. Ein Allrounder in der Küche für Biskuitrouladen, Kuchen, Kekse und was weiß ich noch alles.


Wie jedes Jahr hätte ich meine Zitronenmelisse noch einmal ganz bis zum Boden runtergeschnitten, auf ein Kilo Marillen 2 Hände voll abgezupfte Blättchen dazugegeben, mit Gelierzucker 2:1 über Nacht Saft ziehen lassen, am nächsten Tag mit dem Pürierstab alles fein püriert und eingekocht. Das Beschriften hätte ich auch nicht vergessen, denn diese Marmelade schaut wegen der grünen Sprenkel aus wie ein Chutney.


Eine neue Marmelade hätte die Turbohausfrau auch ausprobiert. Und nachdem eine Süchtige ja immer schaut, dass sie genug Drogen (in diesem Fall Marillenmarmeladerezepte) bunkert, wäre sie Zorra zu großem Dank verpflichtet, weil diese geschrieben hatte, dass das Witzigmann-Rezept sehr süß ist, deshalb hätte die Turbohausfrau diese Marmelade mit einem 3:1 Gelierzucker eingekocht. Und die Schokostückchen nur ganz schnell einmal eingerührt, damit sie dann in der Marmelade noch als Stückchen sichtbar sind. Das wäre eine ganz exzellente Marmelade geworden!


Nach meinem altbewährten Marillenknödelrezept hätte ich mindestens einmal diese zum Umfallen guten Knöderln gekocht.




Zu guter Letzt hätte es auch noch Marillen-Topfenstrudel gegeben. Von einem Topfenstrudelrezept die Fülle halbieren, die andere Hälfte durch einen halben Kilo Marillen ersetzen, backen und in den Strudelhimmel Eingang finden.




Zum Glück bin ich aber gaaaar nicht süchtig, denn sonst wäre ich jetzt auf der Reise in den Westen Österreichs, weil dort haben die Marillen gerade Hochsaison.