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Freitag, 4. Oktober 2024

[Rettungsaktion] Cowboy Candy

Ich freue mich sehr, dass sich nach so vielen Jahren wieder jemand gefunden hat, der die Rettungen weiterführt: Sylvia vom Blog Brotwein hat sich bereit erklärt, sich zu kümmern. Und wie immer stammt der Banner von Britta. Dieses Mal ist das Thema Erntedank!

Und hier die Liste der Mitretterinnen: 




 

Dass ihr hier immer wieder Scharfes aus eigenem Anbau findet, ist ja nichts Neues. Und wie immer haben wir auch in diesem Sommer unglaublich gern Eigenbau-Jalapenos gegessen, gefüllt mit Ziegenfrischkäse und umwickelt mit Speckscheiberln, die wir als Vorspeise auf den Grill schupfen. Nur irgendwann am Ende des Sommers haben wir genau einmal zu oft diese Chili Poppers gegessen, die letzten Jalapenos hängen an den Zweigen und keiner kann sie mehr leiden. Also hab ich sie konserviert. Und zwar so, dass sie bis zum Winter halten, wenn wir wieder Lust auf Jalapenos haben. 

Gärtnerische Erkenntnis: Nicht alle Jalapenos bekommen diese charakteristischen Risse. Diese Sorte hat gar keine bekommen, dafür hatte ich eine andere, die war von einem richtigen Netz von Rissen überzogen.

 

Für 300 g Jalapenos (die passen in 2 kleine Rex-Gläser, die ca. 200 ml fassen)

Sirup:
30 g Zucker
300 ml Apfelessig
1 EL Salz
1 TL Korianderkörner
2 TL helle Senfsamen 
1 TL Kurkuma

Rex-Gläser auswaschen, die Deckel mit gewaschenen Ringen versehen, Klammern bereithalten. Einen Marmeladentrichter und einen Esslöffel zurecht legen.

Backrohr auf 180 Grad Ober-Unterhitze vorheizen.

Die Jalapenos waschen. Dann zieht man sich bitte Handschuhe an! Die Chilis samt Kernen drinnen in dickere Scheiben schneiden und zur Seite stellen.

Alle Sirup-Zutaten in einen Topf geben und unter Rühren gut durchkochen lassen, bis der Zucker ganz aufgelöst ist. Die Jalapeno-Ringe dazugeben und 5 min. köcheln lassen.

Die Chilis mit dem Marmeladentrichter auf die Gläser verteilen. Dabei die Chilis mit dem Löffelstiel nach unten schieben. Marinade samt Gewürzen zu den Jalapenos gießen, bis die Marinade ca. 1 Finger breit unter dem Rand ist. Deckel mit dem Gummi aufsetzen, mit 2 Klammern gut verschließen.

Ich bin altmodisch, daher rexe ich im Wasserbad ein: Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Ein ofenfestes Gefäß mit einem Hangerl auslegen, fingerhoch heißes Wasser zugießen und die vorbereiteten Gläser möglichst noch heiß reinstellen. Die Gläser sollen einander nicht berühren. Immer wieder ins Rohr schauen. Es dauert, wenn man die Gläser mit heißer Marinade füllt und heißes Wasser fürs Wasserbad verwendet, nicht sehr lang, bis Bläschen in den Gläsern aufsteigen. Bei mir waren es 20 min. Dann einfach das Rohr abdrehen und alles wie es ist über Nacht auskühlen lassen.

Am besten lässt man die Gläser noch eine Woche durchziehen, bis sich die Aromen gut mit den Chilis vermischt haben. 


Cowboy Candy kann man für alle Arten von Tex Mex-Essen verwenden, also rein in Guacamole, in Tacos, zu Carne Asada oder ganz schlicht auf ein Brot mit Frischkäse. Es geht so ein Löffel Cowboy Candy auch mal ohne alles zwischendurch.
 

Natürlich wecke ich nicht diese beiden Mini-Gläschen allein im Rohr ein. Wenn ich die Chilis abernte, habe ich einige Rezepte, die ich auch gleich mit erledige, oder ich mache aus Paradeisern Passata und rexe die ein oder um diese Jahreszeit Zwetschkenröster (Rezept wie beim Marillenröster).

Donnerstag, 27. Juni 2024

Koreanische Schweinsschnitzel mit Paprika

Hach ist das fein, dass wir nun endlich draußen sitzen können beim Essen. Dieses Jahr hat sich ja ordentlich Zeit gelassen, bis es den Sommer herausgerückt hat! Ein Balkonsaisoneröffnungsessen war dieses Rezept aus meinem neuen koreanischen Kochbuch. Hat sehr gut gepasst, weil es sehr flott zubereitet ist und schon arg Gusto auf die eigenen Paprika und Chili macht. Leider sind die noch nicht reif, aber so ein einfaches Rezept kann man auch öfter im Jahr machen, da wird dann dieses Essen noch einmal auf den Tisch kommen.


Zutaten für 2 Personen
400 g Schweinsschnitzel
1 Zwiebel
2 rote Paprikaschoten
1 grüne Chili
1 rote Chili
2 Frühlingszwiebeln
1 EL Bratöl

Marinade
2 EL Chilipaste 
4 EL Sojasauce
1 EL Reissirup
4 Knoblauchzehen

Zutaten für die Marinade in einer Schüssel mischen. Schweinsschnitzel in Streifen schneiden und marinieren (ich 1 Stunde, im Kochbuch ohne Zeitangabe).

Zwiebel halbieren, dann in 5 mm dicke Streifen schneiden. Paprika halbieren, entkernen, in Streifen schneiden. Chili und Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen und alles zusammen gar braten.

Bei mir kamen zum Servieren noch ordentlich Kräuter über da Essen. Ich habe vietnamesischen und normalen Koriander verwendet, was uns sehr gut geschmeckt hat.


Donnerstag, 25. Januar 2024

Gebratenes Rotkraut auf Fetacreme mit Chiliknusper

Das Rezept ist eines, bei dem sich das fast alles von selber kocht. Voraussetzung ist, dass man Missboulettes Sichuan-Würzöl bei der Hand hat, besser gesagt den zweiten Aufguss, nämlich den Chiliknusper. Das Feine an dieser Jahreszeit: Ich kann daheim im Warmen sitzen und verarbeite die getrockneten Chilis von Balkonien. Hach, das Leben ist gerade sehr fein!

Rezept nachgekocht sehr frei nach Motion Cooking.


Für 2 Portionen als Hauptspeise oder 4 Vorspeisenportionen

1 kleiner Kopf Rotkraut (ca. ½ kg)
Olivenöl
Salz
Saft und Schale von 1 Zitrone
150 g Feta
150 g griechisches Joghurt
Salz
Pfeffer 
etwas Balsamico (den Originalen aus Modena, ersatzweise Condimento und Honig 2:1 gemischt)
Chiliknusper nach Missboulette (leider gibt es den Blog nicht mehr ... großer trauriger Seufzer)

 

Backrohr auf 220 Grad Ober-Unterhitze vorheizen.

Die äußeren Blätter vom Rotkraut entfernen. Den Kopf je nach Größe in Viertel oder Sechstel schneiden. Dabei unbedingt den Strunk drinnen lassen, sonst kann man das Kraut später nicht wenden.

Die Kraut-Stücke an den Schnittseiten salzen und mit Olivenöl beträufeln. In eine Backform legen und in die Mitte des Backrohrs schieben. Insgesamt ca. 45 min. rösten, aber nach 30 min. wenden.

In der Zwischenzeit die Zitrone waschen, die Schale abreiben, Saft auspressen.

Für die Fetacreme den Feta in Stücken in einen Mixer geben, Joghurt, Pfeffer, Zitronensaft und die Zitronenschale dazu, alles mixen, bis es eine einheitliche Creme entstanden ist.

Das fertige Rotkraut aus dem Rohr nehmen. Die Schnittflächen mit Balsamico beträufeln. Etwas Fetacreme auf Tellern verstreichen, geröstetes Rotkraut draufsetzen. Auf das Kraut einen Löffel Chiliknusper geben. Ob Ess- oder Teelöffel überlässt man am besten der Person, die das Kraut essen wird − aus Gründen ...

Dazu passt Brot.

 

 

 


Freitag, 6. Oktober 2023

Habanero Hot Sauce

Wir feiern gerade Erntedankfest quasi. Die Chili-Ernte ist wegen des extrem heißen Sommers üppig ausgefallen. Wie immer hab ich jede Menge Chilis getrocknet, denn die halten sich gut und man kann sie immer gebrauchen − zum Beispiel für dieses Lieblingsrezept von mir: General Tsos Tofu Oder einfach in einer Gewürzmühle sind sie auch super. Oder Hot Sauces. Die halten auch gut und ich mache immer wieder verschiedene. Dieses Jahr habe ich diese Habanero Hot Sauce von Petra nachgemacht.

 


10 Frische Habanero-Chilis; entkernt, gehackt 
225 Gramm Möhren; in Scheibchen 
1 Zwiebel (115 g); in Streifen 
350 ml Weißweinessig 
60 ml Zitronensaft; frisch gepresst 
5 Knoblauchzehen; gehackt 
2 Teel. Salz  

 


Alle Zutaten vorbereiten, dann in einen Topf geben und zum Köcheln bringen. 15-20 min. köcheln, bis alles weich ist. Mit dem Pürierstab fein mixen. 

Dann kommt die Flotte Lotte zum Einsatz, denn die kann etwas, was der Mixstab nicht kann: Sie macht alles samtig und cremig. Das ist auch der Grund, warum ich sie gern für Marillenmarmelade einsetze, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls dreht man die Chilimischung durch die feine Scheibe der Flotten Lotte. Püree wieder zurück in den Topf geben, noch einmal gut durchkochen, in geeignete Gläschen oder Fläschchen füllen. Bei mir war es eher ein Püree, daher habe ich sie in Gläschen gefüllt, in die man gut mit dem Löffel reinfahren kann.

Petra schreibt: Die Sauce hält sich in der geschlossenen Flasche bis zu einem Jahr, geöffnet im Kühlschrank bis zu 6 Monaten. Einsetzbar direkt als Würzsauce oder für eine mildere Variante gemischt mit Joghurt oder Créme fraîche. 

 


Wir finden die Sauce gut, weil sie ausnahmsweise mal keine Paprika oder Paradeiser beinhaltet. Schmeckt schön fruchtig, man merkt die Karotten und sie ist saumäßig scharf!

Das war Essen für Mutige: Wir hatten dieses Jahr echt scharfe Pimentos del Padron und dann noch zum Nachwürzen diese Habanero-Sauce. Hui! Das konnte schon was!

Donnerstag, 28. September 2023

Srirarcha Sauce

Jetzt macht sie auch noch diese Sauce selber ... Ja, mach ich, und zwar schon viele Jahre. Bisher hab ich sie nur vergessen zu bloggen, was ich hiermit gern nachhole.

 

 

250 g rote Thai-Chilis (die wären perfekt, aber ich hatte Piri-piri, die etwa gleich scharf sind)
250 ml Reisessig
2 EL Zucker
1 El Salz 
5 Knoblauchzehen


 

Große Chili grob zerkleinern. Die kleinen nur entstielen. Alle Zutaten in einen Topf geben und 10-15 Minuten köcheln lassen, bis die Chilis weich sind. Überkühlen lassen und die ganze Masse in einen Standmixer füllen, gut durchmixen, bis alles eine dicke Sauce ist. Sollte die Sauce zu dick sein, dann etwas Wasser dazugeben. Die Sauce noch einmal in den Kochtopf geben und aufkochen lassen. Die Sauce in passende Gläser füllen, gut verschließen. Auskühlen lassen, danach im Kühlschrank lagern. 

Angeblich hält die Sauce ein Jahr, aber dazu kann ich nichts sagen, weil ich nicht so viele Chilis hatte, dass ich ein Jahr auskommen könnte. Ich kann nur mit Sicherheit sagen, dass die Sauce auf jeden Fall zwei, drei Monate hält, wenn man sie im Kühlschrank aufhebt.

 

 

Ich bin nicht sicher, ob ich das hier wirklich posten will. Die Idee war, ein paar kleine Kostproben als Mitbringsel oder Weihnachts-Zusatzgeschenke einzurexen. Die im Fachhandel gekauften Fläschchen haben das leider nicht überlebt, das Backrohr schaute aus wie Sau. Ich war ja noch blöd genug, dass ich ins Geschäft gegangen bin, um zu reklamieren. Außer, dass die Chefin mir erklärt hat, dass ich selber schuld bin, hat es genau nichts gebracht. Ich werde in Zukunft dann wohl auch beim großen Versender einkaufen, weil wenn ich schon Fachhandelspreise zahle, erwarte ich mir auch Fachhandel-Beratung und nicht in der Einkoch-Ecke einfach dazugestellte Deko-Stücke, die genau dazu eben nicht zu gebrauchen sind.

Montag, 15. November 2021

[Tag des Gugelhupfs] Ancho-Orangen-Schoko-Gugelhupf

Nun habe ich in diesem Jahr ja die mexikanische Küche für mich entdeckt. Angefangen hat es mit diesem Rezept für Chiles Rellenos, die erste Süßspeise war Mandarinenflan mit Ancho-Chili, was sehr abenteuerlich klang, aber dann unglaublich gut geschmeckt hat. Dass man Kuchen mit Gemüse einen sehr feinen Touch verleihen kann, weiß ich, seit ich die Tarte Tango gegessen habe. Daher bitte nicht zu arg skeptisch sein, sondern ausprobieren.

Der beste Mann von allen ist sehr erfreut über diesen neuen Spleen von mir, weil man nun endgültig gar kein Küchenkastel mehr aufmachen kann, ohne dass einem irgendetwas entgegenfällt. Es stimmt wirklich: Mit jedem neuen Kontinent, den man kochtechnisch erobert, bräuchte man ein Küchenkastel mehr. Zum Glück gibt es jede Menge Rezepte, die mein Mann sehr gern mag, daher kann ich ihn immer wieder mit Essen wie diesem besänftigen.

 Rezeptquelle: Chili & Ciabatta

Für eine Gugelhupfform von 17 cm Durchmesser 

Schokoladensirup
30 ml Wasser 
15 g Butter 
1 TL Honig 
75 g Halbbitter-Schokolade

Ancho-Chili-Püree
1 Ancho Chili
Kochendes Wasser zum Bedecken

Orangenglasur 
1 EL Orangensaft 
50 Gramm Puderzucker 
1 TL Orangenlikör

Für den Kuchen
110 g Butter, weich 
100 g Zucker 
2 Eier; groß, Raumtemperatur 
120 g Mehl, glatt 
1 Prise Salz 
2 Orangen: Schale abgerieben und 2 TL Orangensaft 
½ TL Weinsteinbackpulver 
3 EL  Schokoladen-Sirup
2 EL Ancho-Chili-Püree
1 TL Vanillezucker
Orangenglasur

Butter und Bröseln für die Form

 

Schokoladensirup: Die Zutaten in einen kleinen Topf geben und unter Rühren sacht erhitzen, dabei rühren, bis man einen glatte Masse erhält. 

Ancho-Chili -Püree: Den Ancho Chili abspülen und in eine Schüssel legen. Mit kochendem Wasser übergießen. Einen kleinen Teller drauflegen, der den Chili unter Wasser drückt. Mindestens 2 Stunden einweichen lassen. Die Stiele und Kerne entfernen, mit 30 ml vom Einweichwasser pürieren. Sollte das Einweichwasser bitter schmecken, frisches Wasser verwenden.

Orangenglasur: Puderzucker mit dem Likör und so viel vom Orangensaft verrühren, bis eine dicke Glasur entsteht.

Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. 

Die Gugelhupfform mit handwarmer Butter ausschmieren, mit Semmelbröseln ausstreuen und kalt stellen.

Die Butter schaumig rühren, dabei den Zucker einrieseln lassen. Die Eier einzeln unterrühren. Mehl, Backpulver und Salz mischen, zur Eimasse geben und unterrühren. Den Teig auf 2 Schüsseln aufteilen. Zur einen Hälfte die Orangenschale und den Orangensaft geben. Den Teig in die vorbereitete Form füllen. Zum restlichen Teig den Schokoladensirup, das Anchopüree und den Vanillezucker zugeben. Den Schokoladenteig auf dem Orangenteig verteilen.

40-50 Minuten backen (Stäbchenprobe). 

Den Kuchen auf einem Gitter 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann auf eine Platte stürzen. Die Orangenglasur auf den Gugelhupf löffeln. 




Von allen Seiten, denen ich von dem Kuchen berichtet habe, ist mir arge Skepsis entgegengeschlagen. Wundert mich eigentlich nicht, denn ein Kuchen, der leichte Schärfe mit sich bringt und ein Raucharoma noch dazu, das war auch für mich nur schwer vorstellbar. Nachdem ich allerdings den Flan schon kannte, war der Schritt zu diesem Kuchen kein komplizierter.

Man muss übrigens nichts marmorieren, also die Schokomasse mit einer Gabel unter die helle Masse ziehen oder so, sondern die Schokomasse verteilt sich von selber sehr schön in der hellen Masse.

Die Vorbereitungen sind aufwändiger, aber der Gugelhupf selber ist dann im Nu gemacht. 

Falls jemand eine Quelle für Anchos in Wien braucht: Casa Mexiko  (not sponsored)


Und nun zu allen anderen Gugelhüpfern, die den Tag mit mir gemeinsam feiern:

Außer Konkurrenz zeigt Felix einen Gugelhupf-Klassiker: Germgugelhupf mit Rosinen und Safran

 

 

 

 

Montag, 28. September 2020

Chiles rellenos

Was ich schon gar nicht mehr geglaubt habe; Dieses Jahr hab ich wirklich Glück mit meinen Paprika. Zum allerersten Mal habe ich auch Poblanos auf Balkonien. Und das mit den letzten Samen, die ich hatte! Warum ich nicht normale Paprika genommen habe: Poblanos haben einen ganz leicht rauchigen Geschmack, das macht das Besondere an diesem Essen aus.

Nun konnte ich eeeendlich dieses Rezept selber machen. Weil es ein paar Sachen zu beachten gibt, darf das auf den Blog. Die Poblanos haben eine recht feste Haut, also muss man sie grillen, damit man sie schälen kann. Was auch wichtig ist: Es hat schon Sinn, dass man die geschälten Poblanos in Mehl wälzt und dann erst in den Backteig taucht. Ohne diese Mehlschicht würde der Backteig nicht halten auf den Poblanos.

Geschmeckt hat uns dieses ... ähm, ja, Diätessen quasi ... sehr gut! Es schmeckt ähnlich wie Mozzarella in carrozza, nur frischer durch eben die Hülle aus Poblanos. Original wird natürlich kein Mozzarella für die Chiles rellenos verwendet, sondern mexikanischer Weißkäse, aber der ist bei uns nicht zu bekommen. Mozzarella scheint ein sehr guter Ersatz zu sein.

Meine Poblanos sind übrigens gar nicht scharf. Ein klein wenig Schärfe würde diesem Gericht aber ganz gut tun, daher werde ich nächsten Sommer, wenn der Erntesegen es zulässt, auch ein wenig N'duja wie in diesem Rezept verwenden. 

Für 2 Personen

4 Poblanos (in Paprika-Größe, sonst entsprechend mehr)

1 großen Büffel-Mozzarella (ca. 250 g)

Salz 

Pfeffer

150 g Mehl (ich habe griffiges verwendet, aber Allzweck geht sicher auch) 

2 kleine Eier, getrennt 

1 schwachen Teelöffel Backpulver

eventuell einen Schuss Bier

250 ml geschmacksneutrales Öl zum Braten (Sonnenblumenöl)


 
Grill des Ofens vorheizen und die Poblanos grillen, bis sie schwarz werden oder wenigstens Blasen bekommen. Ich lege alle gegrillten dann in eine gut schließende Dose und lasse sie dort drinnen auskühlen. Danach kann man die Haut problemlos abziehen. Bei diesem Arbeitsschritt auch gleich einen kleinen Schnitt oben  in die Poblanos machen und da die Kerne herausnehmen.

Mozzarella in Streifen schneiden und durch den Schnitt in die Poblanos reinschieben. Poblanos salzen und pfeffern.

Eiklar zu Schnee schlagen. Mehl in eine Schüssel geben. Poblanos in dem Mehl wenden. Danach das Backpulver in das Mehl mischen, die Eigelb und den Eischnee mit dem Mehl einrühren. Wenn nötig, kann man ein wenig Bier untermischen, falls der Teig zu dick sein sollte.

Öl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Poblanos durch den Backteig ziehen und vorsichtig in das heiße Backfett legen. Braten, bis sie leicht goldbraun sind und der Käse geschmolzen ist, ca. 5 Minuten pro Seite. 
 
Auf Küchenrolle gut abtropfen lassen.

 

Wir haben dazu scharfes Ajvar gegessen (der kulinarische Gott wird mich dafür wieder mal in die Hölle schicken), dazu eine große Schüssel Blattsalate. Beides hat ausgezeichnet gepasst. Ich gestehe, diese Kombination würde ich wieder wählen. Alternativ zum Ajvar ein bissl N'duja mit in die Poblanos füllen.

Man kann auf diese Weise auch Jalapneos zubereiten. Ist halt eine ziemliche Spielerei, die kleinen Scheißerchen auszuhöhlen und zu füllen. Aber schmecken tuts sehr gut.

Donnerstag, 12. September 2019

Paprika-Chili-Marmelade


Es gibt Rezepte, die stehen und fallen mit den Zutaten. Das hier ist so eines. Ich mache es seit Jahren, habe es aber absichtlich noch nicht gepostet, denn hat man diese Paprika nicht, dann wird das nix. Es müssen diese dickfleischigen, geschmacksintensiven namens Paradeisfrüchtige oder aber Apfelpaprika sein, sonst ist das nur das halbe Vergnügen. Und die bekommt man halt in der Regel nicht so leicht.

Den letzten Schliff bekommt diese Marmelade mit den Charapitas, also das ist dann wahrscheinlich eine noch größere Hürde, denn bis vor nicht allzu langer Zeit gab es die nur beim Stekovics. Ich war vor zwei Jahren bei einer Paprika-und-Chiliführung und durfte dort zwei frische Charapitas ernten, außerdem habe ich ein Gläschen mit getrockneten Charapitas gekauft. Das ist die Grundlage für meine eigenen Charapitas geworden, die ja enorme Zicken sind! Aber nun im zweiten Jahr tragen die ganz wunderbar. Also falls sich jemand auch damit herumgfrettet: unbedingt die Pflanzen überwintern!

Will man nur die geschmacksverstärkende Wirkung der Charapitas, dann reichen zwei Stück auf ein halbes Kilo Paprika, bei uns können das gern ein paar mehr sein. Aber dann auch wieder nicht zu viele! Bei mir 7-8 auf ein halbes Kilo Paprika. Denn wenn diese Marmelade sauscharf wird, dann passt sie nicht mehr so gut zu Käse.

Noch etwas, das diese Marmelade gar so gut macht: Man muss sie passieren, entweder durch ein Sieb oder die feine Scheibe der flotten Lotte. Das erst macht das samtige Mundgefühl.


Wenn ich mir all die "muss man" anschaue, dann weiß ich jetzt, dass das Rezept zwar einfach klingt, aber dann doch nicht gar so einfach ist.


½ Kilo paradeisfrüchtige Paprika oder Apfelpaprika
3 EL Zitronensaft, frisch gepresst
1 TL Salz
Chilis nach Geschmack, am besten Charapitas
Gelierzucker 3:1

Paprika entkernen und in grobe Stücke schneiden. Mit den Chilis und dem Salz zugedeckt in Zitronensaft weichkochen. Die ganze Masse pürieren und passieren. Abkühlen, abwiegen und mit der passenden Menge Gelierzucker einkochen. In Gläser abfüllen, fertig.



Das ist die Marmelade, die in meinem Umfeld Furore gemacht hat. Und niemand glaubt, dass es dafür nicht zwingend ein Rezept dafür braucht, weil es gar so einfach ist.

Freitag, 29. September 2017

Paprika- und Chiliführung beim Paradeiserkaiser


Schon letztes Jahr habe ich von einer Führung durch das Paradeiserparadies beim Stekovics berichtet. Dieses Jahr haben der Turbohausmann und ich die Paprika- und Chili-Führung mitgemacht und waren wieder total begeistert!


Auf dem Foto oben eines der hauseigenen Wohlfühlschweinderln unter dem Kriecherlbaum, der erstaunlicherweise sogar um diese Jahreszeit getragen hat - zum zweiten Mal in diesem Jahr!



Und wieso tragen diese Pflanzen nun gar so reichlich? Nun ja, von Chilis kenne ich das von Balkonien, die tragen fleißig, wenn ihnen der Standort gefällt. Paprika sind da ein wenig anders. Erich Stekovics hat das so erklärt, dass die nicht unbedingt Platzangst haben. Wenn man sie in so großen Gruppen setzen kann, wie das bei ihm oder anderen Bauern gut geht, dann tragen sie auch brav. Und ich überlege jetzt schon, wie ich einige hundert Pflanzen auf Balkonien unterbringen kann ...


Das hier sind gelbe Jalapeños - hier ein Massenträger! Bei mir sind das Zicken, die gerade mal zwei, drei Früchte pro Pflanze haben.


Spiralpfefferoni, eine ganz traditionelle Pflanze. Das sind die milden Pfefferoni, die man in Österreich oft beim Heurigen oder beim Würstelstand süßsauer eingelegt bekommen kann.

Thaichilis: Endlich eine Sorte, die auch bei mir gut trägt, aber kein Vergleich mit dem, was man hier sehen kann!

Ja, es gibt auch schwarze Chilis. Die hatte ich schon auf Balkonien und habe sie vor allem wegen der hübschen Farbe sehr ins Herz geschlossen: die dunkle Farbe der Blätter und die schwarzen Chilis sind ein Hingucker sondersgleichen.

Und siehe da, es gibt auch weiße Chilis! Das wusste ich nicht. Sie sind sehr scharf und Priska Stekovics liebt diese Dinger. Am besten sind sie angeblich in Chili con Carne.























Es wäre ja ein Wunder, wenn es bei Paprika und Chili nicht auch buntlaubige Sorten geben würde. Die hatte ich auch schon in Blumenkisten zwischen Sommerblumen, wo sie sich aber nicht behaupten konnten. Daher mein Tipp: Ein Blumenkistel nur mit diesen Chilis bepflanzen, dann hat man im Herbst auch etwas zum Ernten.


Sehr fein waren diese Paprika: Sie schmecken ein ganz kleines bisschen, als wären sie geräuchert. Sie sind in der mexikanischen Küche sehr verbreitet, wo man sie als Poblano oder Ancho kennt, dort oft in getrockneter Form.

Spannend war zu erfahren, dass es milde Paprika erst seit den 1950-er Jahren gibt. Damals wurde in Ungarn (wo sonst ... ?) erstmals milder Paprika erfolgreich kultiviert.

Einer meiner Lieblinge sind milde rote Spitzpaprika. Die haben zu meiner Freude diese unseligen Blockpaprika in drei Farben schon von den Wiener Märkten verdrängt. Einer der Vorteile, die man in einer multiethnischen Gesellschaft hat, dass Zuwanderer solche guten Sachen gesellschaftsfähig machen.

Wieso sind nun Paprika und Chilis gemeinsam in einer Führung zu sehen? Weil sie aus derselben pflanzlichen Familie der Capsicum stammen. Es gibt Capsium annuum, da fallen alle milden Parika und eine große Anzahl der Chilis drunter, bei Capsicum baccatum, Capsicum frutescens, Capsisum pubescens und Capsicum chinense sind mir nur scharfe Sorten bekannt. Das muss aber jetzt nicht heißen, dass es sie nicht gibt, denn es gibt so viele verschiedene Paprika und Chilis, dass ich mich nicht einmal annährend als "wissend" zu bezeichnen traue.





Wen die Preise für so eine Führung stören, dem sei gesagt, was man bei so einer Führung alles geboten bekommt. Drei Stunden waren gefüllt mit den Wundern, die die Natur bietet - zum Sehen, zum Riechen und zum Schmecken. Man kann nicht nur so viel essen, wie man aufgelegt ist, sondern bekommt auch noch die passende Unterlage serviert: Ein riesiges Stück Bergkäse, Brie, Grammeln von den hauseigenen Schweinen bekamen wir vor und während der Verkostung serviert und außerdem zur ständigen Verfügung gestellt, falls jemand etwas zu Scharfes erwischen sollte und den Brand löschen muss. Am Ende der Führung bekommt jede/r ein Schälchen, das man sich mit selbst gepflückten Früchten füllen kann. Außerdem kann man sich nach der Führung noch durch eine Menge der hauseigenen Produkte kosten und schlussendlich sind pro Person 15,- Euro Einkaufsgutscheine bei der Familie Stekovics inkludiert. Allein die drei Stunden, die sich Priska und Erich Stekovics ihren Gästen (so fühlt man sich dort wirklich) widmen, kann man gar nicht hoch genug aufwiegen!


Das ist die Chili, die durch die Medien gegangen ist, da sie die teuerste der Welt ist, Charapita heißt sie. Hier ein Zeitungsartikel und ein Video zum Charapita.

Der Turbohausmann und ich waren je um eine Charapita reicher nach der Führung. Um möglichst lange etwas davon zu haben, habe ich sie in meine Paprika-Chili-Marmelade eingebaut, aber nur in die halbe im Rezept angegebene Menge, sonst würde man von der Charapita nichts mehr merken. Diese Marmelade wird dadurch dezent scharf und schmeckt zum Umfallen gut.


Donnerstag, 31. August 2017

Chilimarmelade


Ja, die Chili-Ernte war sehr gut in diesem Jahr. Die Hitze hat es möglich gemacht, dass meine Chili Schräfe entwickelt haben, die uns die Schuhe ausgezogen hat: einmal mit der Zungenspitz ganz vorsichtig an die offene Schote angestoßen und es hat gebrannt. Stunden. Hölle und Teufel! 🌶🌶🌶🌶🌶

Aus diesem Grund habe ich mir erlaubt, das Rezept aus dem Buch Das 1 x 1 des Einkochens abzuwandeln. Ich schreibe das Rezept aber nun ab, wie es Original sein muss. Es steht im Buch auch dabei, dass man die Zutaten je nach Schärfe der Chilis ändern kann. Genau das habe ich gemacht und habe gut daran getan. Ich denke, wenn man Jalapenos oder vergleichbare Chili hat, dann passt das Verhältnis wie angegeben perfekt.

300 g Bio-Zitronen
500 g Chilis (Turbohausfrau empfiehlt mittlere Schärfe)
300 g Ananas, in Stücke geschnitten
750 ml Ananassaft
500 g Gelierzucker 1:3


Im Kochbuch kommt der Hinweis am Ende, bei mir gleich zu Beginn: Die Chilis nur mit Handschuhen zerteilen! 

Zitronen waschen und vierteln. Die Chilis waschen und halbieren, wer es weniger scharf will, schneidet Kerne und Trennwände heraus.

Ananasstücke, Zitronenstücke sowie Saft in einem Einkochtopf erwärmen, Chilis dazugeben und 5 min. köcheln. Masse durch ein Sieb streichen oder durch die Flotte Lotte passieren.  Den Gelierrzucker einrühren und 3 min. köcheln.

In die vorbereiteten Gläser füllen und sofort verschließen.

Bei 90 ° 45 min. einkochen.


Wir haben die Marmelade zu Freunden mitgenommen, von denen wir zum Grillen eingeladen waren. Einhellige Meinung: scharf! Aber die Marmelade schmeckt auch wunderbar fruchtig.
Nachkochempfehlung!

Es lohnt sich, so scharfe Sachen entsprechend zu kennzeichnen, damit man das Glas nicht mit der Marillenmarmelade verwechselt!


Noch ein weiteres Chilimarmeladenrezept auf meinem Blog: Paprika-Chili-Marmelade

Sonntag, 28. August 2016

Schwarze Piri Piri

Dieses Jahr habe ich erstmals Piri Piri mit dunklem Laub auf Balkonien. Seit dem ersten Tag ist es eine Freude, die Pflanze anzuschauen, weil sie so hübsch ist. Nun werden der Reihe nach die sauscharfen Früchte reif: winzig sind sie und sehr zahlreich. In einer Woche werden die kleinen Scheißerchen wohl alle rot sein, dann würde ich sie gern konservieren in Form einer Hot Sauce. Hat vielleicht jemand ein Rezept für mich? Bitte gern verlinken in einem Kommentar. Ich bin überwältigt von der Vielzahl an Rezepten und weiß nicht so recht, welches ich nachmachen soll. Für Hilfe sage ich schon mal herzlichen Dank!



Zum 63. Mal gibt es die sunday inspiration bei der lieben Ines und ihrem wunderschönen Blog eclectic hamilton, da schicke ich mein Foto wieder vorbei.

Freitag, 22. November 2013

Paprika-Chili-Marmelade

Wie ich letzte Woche bei der Buchbesprechung vom Roman "Schattenbach" versprochen habe, folgt ein Rezept daraus. Das Buch hat ja nun schon einige Jahre auf dem Buckel, ich habe diese Marmelade jedes Jahr nachgekocht und immer wieder verändert. Im Buch nimmt der Koch roten Paprika und Chilipfeffer, ich bin mittlerweile dazu übergegangen, dickfleischige gelbe Paprika zu verwenden und da hinein kommen Chili-Streifchen in rot oder grün. Das schaut viel schöner aus als einfach einfärbig rot - vor allem ist meine Paradeismarmelade eh schon rot und die kann man auch zu Käse oder Fleisch essen. Ich finde das recht hübsch, wenn man Fleisch grillt und einen roten und einen gelben Klecks auf den Teller geben kann.



1 kg gelbe dickfleischige Paprika
5 - 6 scharfe Chili (je nach gewünschtem Schärfegrad variierbar)
1/2 l Zitronensaft (frisch gepresst)
1/2 l Apfelessig
1 EL Salz
1 Packung Gelierzucker 3:1

Paprika waschen und entkernen, in grobe Stücke schneiden. In Zitronensaft und Essig ca. 15 min kochen, bis die Paprikastücke weich sind. Paprika aus dem Sud angeln und mit einem Pürierstab ganz fein mixen - geht sicher leichter, wenn man einen vernünftigen Cutter hat, aber ich hab immer noch meinen uralten Zauberstab, der mir da gute Dienste leistet.  Da die Paprikaschoten mit dem Essig-Zitronensud vollgesaugt sind, vertragen die gut eine ganze Packung vom Gelierzucker 3:1, wobei ich die gekochten Paprikastücke noch nie gewogen habe, wie schwer die dann wirklich sind. Jedenfalls mischt man das Paprikamus mit dem Gelierzucker, da hinein kommen die in Ringe geschnittenen, entkernten Chili und das Salz. 3 min. sprudelnd kochen lassen, in sterilisierte Gläser abfüllen, Deckel draufschrauben, auf den Kopf stellen. Nach ein paar Minuten umdrehen und ganz auskühlen lassen.

Hoppla, einen Löffel voll Marmelade ohne Chilistreifen drinnen erwischt! Trotzdem scharf.

Hält sich garantiert nicht länger als bis nach der nächsten Grillsaison ... Also würde vielleicht theoretisch schon, aber bei uns war diese Marmelade bisher immer Mitte des Sommers aufgebraucht.