Ich bin ja schon lange ein Fan vom guten alten Topfenblätterteig, denn der macht wenig Arbeit und ist sehr vielseitig einsetzbar. Und nun wollen wir euch zeigen, was der alles kann.
Meiner Meinung nach funktioniert der Topfenblätterteig am allerbesten bei kleinen Teilchen: Polsterzipf ist DAS Paradebeispiel. Ich nehme den Teig auch gern für Strudel oder Quiches, aber da passiert dasselbe wie bei normalem Blätterteig auch: Oben und seitlich blättert der Teig super, aber der Boden tut das nicht. Außerdem ist der Teig bei größeren Mengen am nächsten Tag oft durchweicht, sodass es nicht so viel Vergnügen macht, die Reste aufzuessen. Aber bei kleinen Dingern, da klappt das immer. Also oben richtig Drama beim Aufblättern, unten ein knuspriger Boden.
Hier habe ich eine ganz klassische Patisseriecreme in die Topfenblätterteigstückchen eingefüllt. Das ist ein echtes Vergnügen gewesen! Man kann Teig und Creme vorbereiten, am Tag des Servierens baut man sie in Windeseile zusammen.
Für 2 Bleche voll Teigtascherln (Nein, das ist nicht zu viel, wenn man zu sechst zusammensitzt, glaubt mir, ich hab das getestet ...)
Für den Topfenblätterteig:
250 g glattes Mehl
250 g Topfen
250 g Butter, direkt aus dem Kühlschrank grob gerieben
1 Prise Salz
Früher habe ich den Topfenblätterteig immer händisch geknetet, mittlerweile tu ich mir diese Arbeit gar nicht mehr an, sondern schmeiße alle Zutaten in die Rührschüssel von der Küchenmaschine, geb den K-Haken rein und lasse alles gut durcharbeiten. Dann walke ich den Teig auf einer bemehlten Unterlage aus und falte ihn, bis ich ein handliches Paket habe. So darf er dann im Kühlschrank warten, bis ich ihn verarbeite, aber mindestens 2 Stunden gut durchkühlen lassen.
Für die Patisserie-Creme:
1/4 l Milch
1 TL Vanillezucker
100 g Zucker
3 Eigelb
25 g glattes Mehl
Eigelbe mit dem Zucker in einem beschichteten Topf verrühren, in die entstandene Creme das Mehl einrühren. Milch und Vanillezucker aufkochen, die Eigelb-Mischung auf eine heiße Herdplatte stellen und die heiße Milch unter ständigem Rühren einarbeiten, bis eine schöne Creme entsteht. Auskühlen lassen.
Fertigstellung:
1 Eiklar, ganz kurz mit der Gabel angeschlagen
Kristallzucker
Mandelblättchen
Backpapier
Backrohr auf 210 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Zwei Bleche mit Backpapier auslegen.
Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen. Nicht zu dünn rollen, denn sonst ist zu wenig Masse da, die blättern könnte. Das ist wie beim Blätterteig: Je dicker, desto blättriger.
Mit einem Anrichtering (ca. 8 cm Durchmesser) Kreise ausstechen. Auf jeden Kreis einen gehäuften Teelöffel Patisseriecreme geben. Die Teigränder mit dem angeschlagenen Eiklar bestreichen und die Teigtascherl gut zuzwicken. Auf die mit Backpapier ausgelegten Bleche legen. Die Tascherl mit dem Eiklar bestreichen und entweder mit Kristallzucker oder mit den Mandelblättchen bestreuen. Die Bleche nacheinander ca. 20 min. backen, bis die Tascherln goldbraun sind.
Wirklich konkurrenzlos gut sind die Tascherl, wenn man sie lauwarm isst. Sie gehen dann wirklich weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Ich konnte mit Müh und Not noch ein Tascherl verschwinden lassen, damit ich ein Stück habe, bei dem ich am nächsten Tag schauen kann, ob es dann auch noch etwas taugt. Und siehe da, ja, tut es. Es ist zwar nicht mehr so fein wie wenn man es ganz frisch isst, aber da war nichts durchweicht und da war nichts zusammengefallen.
Mir hat die Variante mit dem Zucker oben drauf am besten gefallen, weil der Zucker beim Backen anschmilzt und dann eine süße Knusperkruste bildet. Die Variante mit den Mandelblättchen ist aber auch nicht zu verachten und sie ist perfekt für Leute, die eigentlich keinen süßen Zahn haben. Das ist dann ein nur wenig süßes Teilchen, denn im Teig ist ja kein Zucker drinnen, nur in dem bisserl Fülle.
Also bitte: Nachbacken! Unbedingt.

Und nun zu meinen Bloggerkolleginnen, die euch auch Rezepte mit Topfenblätterteig zeigen werden:
Friederike vom Fliederbaum: Spargelschifferl
Giftigeblonde: Topfenblätterteig, der Allrounder
Genussatelier Lang: Ribiselkipferl
Das Mädel vom Land: Polsterzipfmethode
Linzersmileys: Fruchtiger Topfenblätterteigstrudel
The Apricot Lady: Fingerfood aus Topfenblätterteig









