Bärlauch halte ich mit den Jahren immer schlechter aus. Was habe ich Bärlauch früher geliebt! Ich habe beim Durchschauen meines Blogs gesehen, dass es in den letzten Jahren wirklich nur mehr ein
Bärlauch-Rezept pro Saison gab. Roh geht fast gar nicht, gegart schon eher, weil ihm das die beißende Spitze nimmt. Ich habe mittlerweile
Knoblauchsrauke für mich entdeckt, die sehr viel milder ist. Aber ab und zu muss es dann doch ein Bärlauch-Rezept sein.
Was ich immer noch mache, ist meine
Bärlauchpaste, die man auch für dieses Rezept hier braucht. Die Paste hat den Vorteil, dass man sie recht lange aufheben kann, da genug Salz zum Konservieren drinnen ist und die Ölschicht oben drüber verschließt die Paste.
Weil ich noch immer Baustelle in der Wohnung habe, gibt es wieder ein sehr einfaches Rezept. Wir haben es gleich an zwei Tagen hintereinander gegessen, aber in verschiedenen Varianten, die ich gleich beide zeige.
Das Rezept eignet sich sehr gut, wenn man noch gekochte Erdäpfel vom Vortag übrig hat. Auch geeignet für andere kräftige Kräuter.
Für 4 Hauptspeisen oder 6 Beilagen-Portionen:
250 g Topfen
(20 % F.i.T.)
150 g Erdäpfel - gekocht, geschält, passiert, ausgekühlt
2 kleine Eier
2 EL
Bärlauchpaste
50 g Mehl
50 g Semmelbösel (die machen Punkte in den Nocken, nicht wundern)
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
Nussbutter zum Schwenken
Nach Belieben Bärlauch gehackt zum Bestreuen
Als Hauptspeise: würziger Käse zum Drüberreiben
Die Zubereitung ist nun wieder total kompliziert: Alle Zutaten gut vermischen und kühl 20 - 30 min. rasten lassen. Man kann die Masse im Kühlschrank auch über Nacht (gut verschlossen von wegen Duft!) stehen lassen.
Salzwasser zum Kochen bringen. Mit zwei Esslöffeln Nocken formen und die ins Salzwasser legen. 10 min. sacht sieden lassen. In dieser Zeit kann man gut die Nussbutter zubereiten. Die fertigen Nocken mit einem Knödelschöpfer herausnehmen und in der Butter schwenken.
Wenn man die Nocken als Hauptspeise isst, dann am besten noch würzigen Käse drüberreiben. Der Käse muss aber schon etwas können, um dem Bärlauch Paroli bieten zu können.
Nach Belieben mit gehacktem Bärlauch bestreuen.
Dazu auf jeden Fall eine Schüssel Blattsalate. Ich habe
derzeit Rucola (viel zu viel!), Green in Snow, Buttersalat,
Winterportulak, Radieschenblätter und Spinat. Der Rest wird in etwa
einer Woche beerntbar sein. Macht wirklich Spaß, das balkongärtnern, wenn
man so reich von der Natur beschenkt wird.
Ein richtiges Sonntagsessen wurden bei uns diese Nocken mit Andys
Rindssaftplätzli.
Ich klau jetzt das Rezept, weil es uns wirklich gut geschmeckt hat und
ich es sicher wieder machen werde. Das Richtige für faule Köchinnen: Ab
damit ins Rohr und dann mehr als eine Stunde nichts tun!
Den Teig
für die Nocken kann man machen, wenn das Fleisch ins Rohr wandert, dann
ruht der Teig bis ca. 10 min. vor dem Fertigwerden der Rindsplätzli.
Für 4 Personen
600 g kleine, dünne Rindsschnitzel
400 g Zwiebeln, fein gehackt (bei mir in dünne Ringe gehobel)
50 gr Butter
1 TL Olivenöl
Salz
Pfeffer
1 Mokkalöfferl Paprikapulver edelsüß
1 Lorbeerblatt
Eine
ofenfeste Form (wenn möglich eine mit Deckel) mit dem Olivenöl
einpinseln. Die Rindsschnitzeln auflegen, sodass die Form bis an
den Rand mit dem Fleisch befüllt ist. Salzen, pfeffern, mit etwas
Paprikapulver bestreuen, die Zwiebelringe oben drauflegen. Das
Lorbeerblatt an einer Seite reinstecken. Die Butter in Flocken über
allem verteilen. Die Form gut verschließen, eventuell mit Alufulie noch
abdichten, damit kein Dampf entweichen kann. Ins kalte Rohr stellen, das
man aber gleich auf 170 Grad erhitzt. Wichtiger Schritt: 70 min. darf
sich die Köchin
dem Montieren der Sockelleisten zuwenden aufs Sofa legen und Zeitung lesen! Danach widmet man sich 20 min. den Beilagen. Nach 90 min. waren die Schnitzeln bei mir
butterweich!
Bei uns gab es noch Frühkarotten dazu. Die
habe ich geschält und ca. 15 min. mit einem Stück Butter, einem kleinen Schluck Wasser und
Salz zugedeckt bei mittlerer Hitze gegart.