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Donnerstag, 25. April 2024

Spargel im Blätterteig

Das ist ein echt faules Rezept und schmeckt dabei so gut, dass ich euch das nicht vorenthalten kann. Für mich war es außerdem der Abschied von der Bärlauchsaison. Ich habe schon erste Maiglöckchen gekauft und damit pflücke ich weder selbst Bärlauch noch kaufe ich welchen, weil ich trau dem nicht mehr. Nachdem ich nun je ein Blatt nebeneinander hingelegt habe, weiß ich, wie verdammt ähnlich die Blätter aussehen.

Zu beachten gibt es sehr wenig. Wichtig ist, dass man dem Blätterteig quasi erklärt, ab wo er aufgehen soll. Das macht man durch einen oberflächlichen Schnitt zwei Finger breit vom Rand weg. Der Teig hält sich dann brav an die Spielregeln und macht einen feschen Rand, der die Fülle gut in ihren Grenzen hält.


 

Für 2 Personen

  • 1 Butterblätterteig (ca. 270-280 g)
  • 1 Hand voll Bärlauch
  • 1 Becher Ziegenfrischkäse (ca. 120 g)
  • 50 g Feta
  • 2 EL Sauerrahm
  • 250 g grüner Spargel
  • 1 Zitrone (unbedingt bio, denn wir brauchen die Schale)
  • 50 g Rohschinken
  • 1 Ei
  • Salz
  • Pfeffer

 

Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Blätterteig aus dem Kühlschrank nehmen, damit er auf Zimmertemperatur kommt.

Den Spargel waschen, angetrocknete Enden abschneiden. Das untere Drittel der Spargelstangen schälen.

Bärlauch waschen, gut trocken schütteln, hacken. Ziegenfrischkäse in eine Rührschüssel geben. Bärlauch und Sauerrahm dazugeben, salzen und pfeffern, alles gut verrühren und abschmecken.

Den Blätterteig auf dem mitgelieferten Backpapier gleich am Backblech ausrollen. 2 Finger breit vom Rand die Teigoberfläche anritzen. Innerhalb dieser Grenzen nun die Frischkäse-Kräuter-Mischung aufstreichen. Mit dem Spargel belegen. Den Feta über den Spargel bröseln. Den Rand des Blätterteigs mit verquirltem Ei bestreichen. 

Ins Rohr damit und 20-25 min backen, bis der Blätterteig eine schöne Farbe hat. 

In der Zwischenzeit die Zitrone gründlich waschen. Mit einer feinen Reibe die Schale direkt über den Spargel reiben. Rohschinken auf den Kuchen legen. Servieren.

 


Donnerstag, 21. März 2024

Bärlauchspätzle mit Speck und Spinat

Halleluja, es wächst was in der Wildnis! Die ersten grünen Blättchen sind immer die feinsten. Da geh sogar ich Großstadtpflanze gern in den Wald und pflücke Bärlauch. Auch wenn ich Bärlauch noch so gern mag: Leider kann ich den einfach nicht mehr essen, wenn er größer als 5 cm ist. Aber zum Glück finde ich immer wieder Wege, wie ich ihn doch vertrage. Zum Beispiel blanchiert wie hier. Das ist zwar nicht mehr das volle Vergnügen, weil er an Aroma verliert, aber besser als gar kein Bärlauch!



Für 2 Hauptspeisenportionen

1 große Hand voll Bärlauch
1 große Hand voll Babyspinat
50 g Bauchspeck, dünn aufgeschnitten
2 Eier, Größe XL (eventuell ein 3. Ei oder ein wenig Milch)
150 g Mehl (Allzweck)
50 g Topfen
Salz
Pfeffer
Muskatnuss 
1 TL Olivenöl
1 EL Butter


Salzwasser zustellen, zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit den Bärlauch gut waschen und verlesen. Einige kleine Blätter für die Deko zur Seite legen. Den restlichen Bärlauch ins kochende Wasser geben und einmal aufkochen lassen. In ein Sieb abgießen und sofort in Eiswasser legen, damit er die Farbe behält.

Den Bärlauch gut ausdrücken und mit zwei Eiern mit dem Stabmixer oder einem Zerkleinerer fein mixen. Diese Masse mit dem Mehl, einer Prise Salz und dem Topfen verrühren. Die Masse soll dickflüssig sein, damit man sie gut durch ein Spätzleblech drücken kann. Wenn es nötig ist, noch ein drittes Ei einrühren (ersatzweise ein wenig Milch). Den Spätzleteig eine halbe Stunde ruhen lassen.

Spinat waschen und abtropfen lassen.

Den Speck in Streifen schneiden und in Olivenöl knusprig rösten. Wichtig: Große Pfanne verwenden, da kommen später noch alle Spätzle samt Spinat rein. Den gerösteten Speck auf Küchenrolle legen. Das Speckfett bleibt unbedingt in der Pfanne!

In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Spätzleblech auflegen, den Teig oben draufgeben und mit einer Teigkarte durchdrücken. Die Spätzle 3 min. kochen lasssen. Abgießen.

Butter in der Pfanne, in der der Speck angeröstet wurde, auf kleiner Flamme schmelzen lassen. Spätzle hineingeben, Spinat dazugeben. Alles schwenken, bis der Spinat großteils zusammengefallen ist.

Spätzle auf Tellern oder in Schüsseln anrichten. Den Speck drauf verteilen, mit den restlichen kleinen Bärlauchblättchen servieren.




Dienstag, 6. April 2021

Cong you bing mit Grammeln und Bärlauch

Jetzt hab ich etwas gekocht, das zum Niederknien schmeckt! Ich hab euch ja letzten Sommer von dem Shanghai-Restaurant Jinco berichtet, wo ich wahnsinnig gute Cong you bing gegessen habe. Und genau die habe ich nun ein wenig abgewandelt nachgemacht, nämlich mit Bärlauch drinnen.

Diese Fladen sind die Urform des Blätterteigs. Meine Fladen haben tatsächlich ein bissl geblättert. Nicht so dramamäßig wie bei einem Croissant, aber ein bisserl doch. Genau so muss das aber auch sein. Und die Grammeln (= Grieben) drinnen machen sich echt gut! Ich tät die Fladen jetzt nicht als Hauptgericht servieren, weil die Dinger sind schon enorm mächtig. Aber so ein kleines Fladerl als Vorspeise ist schon richtig gut.

Beim Auswalken der Teigschnecken darauf achten, dass man sie in etwa so dick wie sonst Blätterteig macht. Man braucht ein wenig Substanz, weil sonst kann nichts aufblättern. Außerdem sind die Fladen ja gefüllt und diese Fülle würde sonst herausquellen, wenn man sie zu dünn auswalkt.

 

Für 6 Personen als Vorspeise 

250 g Mehl (Allzweck oder glattes)
100 g kochendes Wasser 
25 g Eiswasser
1 ganze Frühlingszwiebel 
3 EL gehacktes Bärlauchgrün
60 g Grammeln
6 KL Schmalz
½ Tl Fünf Gewürze-Pulver (für Selbermischer*innen: Sternarnis, Cassia-Zimt, Fenchel, Gewürznelken, Szechuanpfeffer)
1 Tl Salz 

 

Dipp

3 EL Sojasauce
1½ EL dunklen Reisessig
1 Prise Zucker
1 KL geröstetes Sesamöl (oder gerösteter Sesam)

 

 

Zum Mehl eine Prise Salz geben und dann nach und nach heißes Wasser hinzufügen. Man verrührt das ganze mit Stäbchen oder notfalls mit der Gabel. 25 g Eiswasser dazugeben, um den Teig abzukühlen und erst dann zu einem geschmeidigen Teig kneten. 

Den fertigen Teig abgedeckt ca. 20 Minuten ruhen lassen. 

Währenddessen Frühlingszwiebel und Bärlauch in Streifen schneiden und in eine Schüssel geben, mit dem Fünf Gewürze-Pulver und dem restlichen Salz würzen, alles gründlich verrühren. 

Grammeln in den Zerkleinerer geben und pulsierend mixen, bis die Grammeln zerkleinert, aber noch nicht zu Brei gemixt sind. Es können ruhig noch kleine Futzerln drinnen sein. Die lassen den Teig später besonders gut aufblättern.

Rohr auf 120 Grad vorheizen.

Den Teig zu einer Rolle rollen. Die Rolle in sechs ungefähr gleich große Stücke teilen. Der Reihe nach jedes Stück auf einer bemehlten Fläche zu einer sehr dünnen Flade auswalken. Die Grammelmasse auf den Fladen bröseln, die gewürzten Kräutern draufstreuen. Teig wie einen Strudel einrollen und den Strudel dann zu einer Schnecke rollen. Schnecken auf einem bemehlten Teller zwischenlagern.

Ein Kaffeelöffel Schmalz in einer beschichteten Pfanne schmelzen. Einen Fladen dünn auswalken und im Schmalz beidseitig knusprig braten.

Die fertigen Fladen im Rohr warm halten, bis alle anderen Fladen auch gebacken sind.

Während die Fladen braten, alle Zutaten für den Dipp so lange verrühren, bis der Zucker aufgelöst ist.

 

Ein Tipp, falls jemand Abwechslung braucht: Man kann auch Sweet Chilisauce als Dipp nehmen.

Montag, 27. April 2020

[Genuss in rot-weiß-rot] Bärlauchbohnen

Was ich immer daheim habe, sind getrocknete Hülsenfrüchte. Wir mögen die sehr gern und sie sind wirklich lange haltbar. Nachdem ich den Vorratsschrank gesichtet hatte, war klar, es muss wieder einmal etwas davon aufgearbeitet werden. Ich finde es sehr nett, dass meine Mädels von Genuss in rot-weiß-rot sich mir anschließen und mit mir gemeinsam ein Rezept mit Hülsenfrüchten posten.


Für 2 große Portionen

200 g weiße Bohnen, über Nacht eingeweicht
2 Hände voll Bärlauch
3 EL Olivenöl
Schale und Saft einer Zitrone
Salz
Pfeffer
Chiliflocken

Eingeweichte Bohnen abseihen, in frischem Wasser weichkochen. Währenddessen die anderen Zutaten miteinander fein pürieren.

Die weichen Bohnen abgießen, dabei ein bis zwei Tassen vom Kochwasser aufbewahren. Die tropfnassen Bohnen in einen großen Kochtopf geben und mit dem Erdäpfelstampfer einige Male  stampfen, bis etwa ein Drittel der Bohnen ein Gatsch sind. Das Kräuteröl einrühren und alles ein paar Minuten schmoren, bis sich die Aromen vermischt haben. Sollten die Bohnen dabei zu trocken werden, daher immer wenn nötig, etwas vom Kochwasser dazugeben.

Mit Brot servieren. Oder auch mit Bratwürsteln und Brot, wie wir das gemacht haben.


So einfach kann kochen gehen. Uns hat es sehr gut geschmeckt. Ich denke, dass ich das im Sommer mit anderen Kräutern als Grillbeilage ausprobieren werde.

Dadurch, dass das Bärlauchöl ein paar Minuten mitgegart wird, vertrage sogar ich es gut. Was die Bohnen im Bauch anrichten, ist dann wieder ein anderes Paar Schuhe. Samin Nosrat, die das Buch "Salz, Fett, Säure, Hitze" geschrieben hat, meint, eine Prise Natron im Kochwasser würde Hülsenfrüchte besser verdaulich machen. Ich habe es ausprobiert, aber kann nicht sagen, dass sich irgendetwas geändert hätte.



Und nun zu den Rezepten meiner Mitstreiterinnen!

Brigitta: Bohnenlaibchen
Daniela: Bohnentorte
Friederike: Bohnen-Paprika-Gulasch
Petra: Bohnen-Bällchen-Pasta
Maria: Löwenzahnsalat mit Kichererbsen und Gänseblümchen

Freitag, 10. Mai 2019

Falafel, endlich gelungen

Ganz unten im Posting sieht man ein Foto von einem Geschäft. Ich wurde dafür weder bezahlt noch wurde ich gebeten, das zu machen, aber anscheinend muss ich es trotzdem als Werbung kennzeichnen, was ich hiermit tu: Posting enthält Werbung

So, jetzt aber! Lange hat es gedauert, aber endlich weiß ich, wie Falafel gemacht werden. Bisher habe ich nicht nur einmal den kleinen Bällchen zugeschaut, wie sie sich in der Pfanne aufgelöst haben. Oder ich hab sie im Rohr gebacken, was mir persönlich zu trocken war. Andere haben dieses Problem schon vor mir gehabt, viele haben es so gelöst wie ich jetzt auch, zum Beispiel  Ulrike von Küchenlatein oder Petra von Chili und Ciabatta, nämlich die Kichererbsen nicht kochen, sondern nur einweichen. Ich habe dem ja nicht wirklich getraut, sondern erst einmal ein Laibchen geformt und probehalber frittiert: Bitte das hält bombenfest!

Man kann übrigens getrost mehr von diesem Essen machen, denn die Falafel und auch Hummus schmecken am nächsten Tag noch mindestens genau so gut.



Für 4 Portionen

Für die Falafel:
200 g Kichererbsen
¼ Salzzitrone, Schale und Fruchtfleisch (wer keine hat, nimmt Saft und Schale von 2 Zitronen und 1 Tl Salz)
½ TL Backpulver
1 TL Korianderkörner
1 TL Kreuzkümmel
1 EL Bärlauch gehackt (ersatzweise 2 Knoblauchzehen)
Öl zum Frittieren


Für das Hummus:
150 g Kichererbsen
1 TL Korianderkörner
1 TL Kreuzkümmel
1 Knoblauchzehe
1 EL Petersilie, gehackt
1 EL Koriander (das Kraut)
150 g Sesampaste (Tahini, erhältlich in allen türkischen Geschäften)
2 EL Olivenöl + 2 El zum Servieren

Für den gebratenen Salat:
6 Roma-Salatherzen
2 EL Olivenöl zum Braten
Salz

Zum Servieren:
Fladenbrot





Für das Hummus die Kichererbsen über Nacht einweichen, am nächsten Tag abgießen und in frischem Wasser weichkochen (hat bei mir ca. eine Stunde gebraucht, hängt aber von den Kichererbsen ab und kann bis zu 2 Stunden dauern). Das Kochwasser aufheben! Die gegarten Kichererbsen mit den übrigen Zutaten pürieren, mit dem Kochwasser verdünnen, bis man die Konsistenz von Mayo erreicht hat.

Für die Falafel die Kichererbsen über Nacht einweichen. Am nächsten Tag abgießen und mit den anderen Zutaten pürieren (ersatzweise durch den Fleischwolf drehen oder durch eine Küchenreibe jagen, dann 2 x, damit die Masse möglichst fein wird). Zu kleinen Laibchen oder Bällchen formen, in Öl frittieren.

Die Salatherzen waschen, gut trocken tupfen, halbieren und gemütlich in Olivenöl von beiden Seiten braten.




Nun noch ein paar Worte zum Fladenbrot: Ja, kann man selber machen, sollte man auch, wenn man nicht in Wien wohnt. Oder gerade nicht zum Hannovermarkt fahren kann. Aber sonst sollte man sich wirklich die Mühe antun und dort hinfahren, denn dort gibt es das beste Fladenbrot. Suchen muss man das Standel nicht wirklich, denn bei Wind und Wetter stehen die Leute dort Schlange.

Man kauft das Brot unbedingt am selben Tag, an dem man es essen wird. Je rascher es auf den Tisch kommt, desto besser. Das Brot packt man bitte nicht sofort ein, wenn es vom Ofen zur Entnahme auf den Rost gelegt wird, sondern man lässt es abkühlen, denn sonst fängt es in der Tasche an zu schwitzen und wird lätschert. Wir essen es am nächsten Tag gern zum Hummus, dann ist es eher wie Knäckebrot.

Es gibt auch sehr gutes Fladenbrot am Brunnenmarkt. Interessanterweise werden beide meiner Lieblingsfladenbrote von Afghanen hergestellt und es sind ganz dünne Fladen. Falls jemand eine Quelle für wirklich gutes türkisches Fladenbrot in Wien kennt, bitte immer her mit Tipps! Da kenne ich nämlich nur in Großbäckereien hergestellte Massenware.

Freitag, 5. April 2019

Grillsalat mit Bärlauch-Pistazien-Salzzitronenpesto

Enthält Verlinkungen, für die mir niemand was zahlt − muss man angeblich als Werbung kennzeichnen, was ich hiermit grummelnd mache. 

Eigentlich vertrage ich Bärlauch nicht mehr so gut wie früher, aber dann kann ich nicht anders und muss doch ab und zu etwas damit kochen, weil er ist schon richtig gut! Zum Start der Grillsaison war es so weit. Und weil meine persischen Pistazien schön langsam ihr hübsches Grün verlieren, war klar, dass die auch mitspielen durften bei diesem Essen. Ich hatte bei der Kombination der ganzen Zutaten ein richtig goldenes Händchen, muss ich mich selber loben. Bitte nachmachen!

Ich habe einen satt machenden Beilagensalat zum Grillen dazu gezimmert, den es sicher nicht zum letzten Mal gegeben hat. Noch ein paar kurze Wörter zu diesem Couscous: Meines Wissens nach bekommt man so grobes Couscous in Wien nur beim Prosi. Wenn man dort nicht hinkommt, kann man auch Fregola sarda nehmen − okay, ich gebe zu, auch da sind die Bezugsquellen handverlesen (Meinl am Graben warat eine Möglichkeit).


Für das Pesto (für 4 Portionen)
50 g Bärlauch
100 g Olivenöl (Öl von den eingelegten Artischocken verwenden!)
50 g Pistazien
¼ Salzzitrone (Schale und Fruchtfleisch)
1 TL Koriander
1 TL Kreuzkümmel
½ TL Pfefferkörner
½ TL Fenchelpollen
Nein, kein Salz, das erledigt die Salzzitrone

Alles in den Zerkleinerer geben und den seine Arbeit tun lassen.


Für den Salat (4 Portionen)
250 g grobkörniger Couscous
2 Gläser eingelegte Artischocken
2 EL Pistazien, grob gehackt
2 EL Minze, grob gehackt

Couscous kochen, abseihen und sofort mit dem Pesto vermischen. Artischocken abtropfen lassen und unterheben. Mit Pistazien und Minze bestreuen und servieren.



So kam das dann bei uns auf den Tisch: gegrilltes Lamm, gegrillte Pimentos des padron und eben dieser Salat. Es hat uns wirklich sehr, sehr gut geschmeckt. Nachdem ich mehr von dem Pesto gemacht habe, wird es noch einmal Nudeln damit geben.



Nachdem Frühling ist, darf das Pesto nun direkt zu Zora und ihrem laufenden Blogevent, das sie zusammen mit dem Backmädchen veranstaltet.


Blog-Event CLI - Frühling auf dem Teller (Einsendeschluss 15. April 2019)

Dienstag, 26. Februar 2019

Bärlauchtopfen

Am Wochende kamen zwei Dinge zusammen: Ich habe die ersten Fotos von WienerInnen gesehen, die die ersten zarten Bärlauchblättchen gefunden hatten, außerdem war ich wieder einmal am Naschmarkt einkaufen. Ich hatte das Glück, dass ich am Bauernmarkt offenen Ziegentopfen gefunden habe. So etwas passiert mir nur alle Jubeljahre! Ich habe sofort jede Menge von dem Topfen gekauft, den zur Jahreszeit gut passenden Karamellisierten Fenchel geplant, außerdem diesen Bärlauchtopfen. 
Mittlerweile ist es so, dass ich Bärlauch gar nicht mehr gut vertrage. Den kann ich nur mehr essen, wenn er so zart ist wie im Moment, sonst geht er nur mehr als Gewürz und gegart. Also war ich im Wienerwald und habe die teilweise noch schnittlauchdünnen und fingernagellangen (ohne künstliche Nägel gemessen) Halme abgezupft. Das Ergebnis war richtig gut, daher darf der Aufstrich auch gleich auf den Blog.



1 Hand voll Bärlauch, gut gewaschen
250 g Ziegenkäsetopfen (okay, anderer geht schon auch, aber nicht so gut)
1 EL Sauerrahm
1 Jungzwiebel, fein gehackt
Salz
Pfeffer
½ TL Kümmel




Den Bärlauch trocken tupfen und gleich zusammen mit dem Kümmel fein hacken. Mit den übrigen Zutaten verrühren, abschmecken. Fertig.



Nachdem diese Woche wunderbares Frühlingswetter mit Temperaturen bis zu 17 Grad und viel Sonnenschein vorhergesagt wurde, war die Entscheidung mit dem Bärlauch super, da ich fürchte, kommendes Wochenende wird er dann für mich schon zu groß sein. Aber sonst wird sicher halb Wien im Wienerwald unterwegs sein, um die dann schon normal großen Bärlauchblätten abzuzupfen.

Donnerstag, 27. April 2017

Bärlauch-Topfennocken

Bärlauch halte ich mit den Jahren immer schlechter aus. Was habe ich Bärlauch früher geliebt! Ich habe beim Durchschauen meines Blogs gesehen, dass es in den letzten Jahren wirklich nur mehr ein Bärlauch-Rezept pro Saison gab. Roh geht fast gar nicht, gegart schon eher, weil ihm das die beißende Spitze nimmt. Ich habe mittlerweile Knoblauchsrauke für mich entdeckt, die sehr viel milder ist. Aber ab und zu muss es dann doch ein Bärlauch-Rezept sein.

Was ich immer noch mache, ist meine Bärlauchpaste, die man auch für dieses Rezept hier braucht. Die Paste hat den Vorteil, dass man sie recht lange aufheben kann, da genug Salz zum Konservieren drinnen ist und die Ölschicht oben drüber verschließt die Paste.

Weil ich noch immer Baustelle in der Wohnung habe, gibt es wieder ein sehr einfaches Rezept. Wir haben es gleich an zwei Tagen hintereinander gegessen, aber in verschiedenen Varianten, die ich gleich beide zeige.

Das Rezept eignet sich sehr gut, wenn man noch gekochte Erdäpfel vom Vortag übrig hat. Auch geeignet für andere kräftige Kräuter.



Für 4 Hauptspeisen oder 6 Beilagen-Portionen:

250 g Topfen (20 % F.i.T.)
150 g Erdäpfel - gekocht, geschält, passiert, ausgekühlt
2 kleine Eier
2 EL Bärlauchpaste
50 g Mehl
50 g Semmelbösel (die machen Punkte in den Nocken, nicht wundern)
Salz
Pfeffer
Muskatnuss

Nussbutter zum Schwenken
Nach Belieben Bärlauch gehackt zum Bestreuen

Als Hauptspeise: würziger Käse zum Drüberreiben


Die Zubereitung ist nun wieder total kompliziert: Alle Zutaten gut vermischen und kühl 20 - 30 min. rasten lassen. Man kann die Masse im Kühlschrank auch über Nacht (gut verschlossen von wegen Duft!) stehen lassen.
Salzwasser zum Kochen bringen. Mit zwei Esslöffeln Nocken formen und die ins Salzwasser legen. 10 min. sacht sieden lassen. In dieser Zeit kann man gut die Nussbutter zubereiten. Die fertigen Nocken mit einem Knödelschöpfer herausnehmen und in der Butter schwenken.

Wenn man die Nocken als Hauptspeise isst, dann am besten noch würzigen Käse drüberreiben. Der Käse muss aber schon etwas können, um dem Bärlauch Paroli bieten zu können.

Nach Belieben mit gehacktem Bärlauch bestreuen.

Dazu auf jeden Fall eine Schüssel Blattsalate. Ich habe derzeit Rucola (viel zu viel!), Green in Snow, Buttersalat, Winterportulak, Radieschenblätter und Spinat. Der Rest wird in etwa einer Woche beerntbar sein. Macht wirklich Spaß, das balkongärtnern, wenn man so reich von der Natur beschenkt wird.




Ein richtiges Sonntagsessen wurden bei uns diese Nocken mit Andys Rindssaftplätzli. Ich klau jetzt das Rezept, weil es uns wirklich gut geschmeckt hat und ich es sicher wieder machen werde. Das Richtige für faule Köchinnen: Ab damit ins Rohr und dann mehr als eine Stunde nichts tun!
Den Teig für die Nocken kann man machen, wenn das Fleisch ins Rohr wandert, dann ruht der Teig bis ca. 10 min. vor dem Fertigwerden der Rindsplätzli.


Für 4 Personen
600 g kleine, dünne Rindsschnitzel
400 g Zwiebeln, fein gehackt (bei mir in dünne Ringe gehobel)
50 gr Butter
1 TL Olivenöl
Salz
Pfeffer
1 Mokkalöfferl Paprikapulver edelsüß
1 Lorbeerblatt

Eine ofenfeste Form (wenn möglich eine mit Deckel) mit dem Olivenöl einpinseln. Die Rindsschnitzeln auflegen, sodass die Form bis an den Rand mit dem Fleisch befüllt ist. Salzen, pfeffern, mit etwas Paprikapulver bestreuen, die Zwiebelringe oben drauflegen. Das Lorbeerblatt an einer Seite reinstecken. Die Butter in Flocken über allem verteilen. Die Form gut verschließen, eventuell mit Alufulie noch abdichten, damit kein Dampf entweichen kann. Ins kalte Rohr stellen, das man aber gleich auf 170 Grad erhitzt. Wichtiger Schritt: 70 min. darf sich die Köchin dem Montieren der Sockelleisten zuwenden aufs Sofa legen und Zeitung lesen! Danach widmet man sich 20 min. den Beilagen. Nach 90 min. waren die Schnitzeln bei mir butterweich!

Bei uns gab es noch Frühkarotten dazu. Die habe ich geschält und ca. 15 min. mit einem Stück Butter, einem kleinen Schluck Wasser und Salz zugedeckt bei mittlerer Hitze gegart.




Dienstag, 5. April 2016

Rote Rüben mit Bärlauchfüllung

Schon länger suche ich nach DEM Rezept, das ich zum Event der Giftigen Blonden vorbeischicken kann. Ich hab ja schon so viele Bärlauchrezepte auf dem Blog, von denen so viele jedes Jahr nachgekocht werden müssen, dass kaum Platz für neue bleibt. Und es wurden auch schon jede Menge toller Rezepte zu dem Event geschickt, dass ich kaum mehr dachte, dass ich etwas finden werde, das so umwerfend gut schmeckt, dass es dort bestehen kann. Und wie immer kam mir der Zufall zu Hilfe: Im Falter, meiner Lieblingswochenzeitung, fand ich ganz unscheinbar links unten ein kleines Rezept - zu einfach, als dass es mit einer Zutatenliste angeführt werden würde. Es klangt jetzt auch recht schlicht, aber das schmeckt wirklich toll! Daher bitte nachkochen, wenn es sich irgendwie machen lässt!

Update vom April 2020: Richtig große Rote Rüben gibt es am Naschmarkt beim Kuczera, heimische, nicht aus sonstwoher. Da wiegt eine Rote Rübe ein halbes Kilo, die sind zum Füllen perfekt. Wir haben zu zweite zwei Stück gegessen, ich eine Hälfte, der Turbohausmann drei ...


Für 2 Personen:
3 große Rote Rüben, gekocht, geschält
ca. 10 g Bärlauch
1 Becher (ca. 140 g) (Ziegen-)Frischkäse
120 g Ziegengouda in Scheiben (anderer würziger, schnittfester Ziegenkäse gilt auch)
2 kleinere bzw. eine größere Schreibe Brot vom Vortag, gewürfelt
1 Hand voll Kürbiskerne, grob gehackt und in einer trockenen Pfanne geröstet
3 EL frisch gemahlene Bröseln (okay, wenn es sein muss, auch fertig gekaufte), mit ein wenig Öl geröstet
Salz
Pfeffer, schwarz, frisch aus der Mühle
Olivenöl

Backrohr auf 200 Grad vorheizen.
Das gewürfelte Brot in 1 EL Olivenöl rösten. Auskühlen lassen.

Die Roten Rüben in der Mitte halbieren und aushölen. Dabei muss man die Stelle, an der man mit einem scharfkantigen Löffel das Fruchtfleisch herauskratzt, gut mit der Hand unterstützen, sonst bricht die Rübe. Das Geschabsel kann man gut am nächsten Tag raspeln und Roten Rübensalat oder diese Rote Rüben-Pasta mit Gewürzducca oder diese Rote Rüben-Tarte oder diese Wahnsinnsweckerln damit machen.

Bärlauch fein hacken. Die Brotwürferl mit Bärlauch, Salz, Pfeffer und dem Frischkäse gut verrühren, in die ausgehöhlten Rüben füllen - da soll ein richtiger Berg drauf sein, also nicht zu sparsam sein mit der Fülle. Auf die Fülle legt man den Ziegengouda drauf, streut Bröseln und Kürbiskerne drüber, ab damit ins Rohr und ca. 20 min. backen. Am besten schaut man dann, ob der Käse geschmolzen und die Kruste appetitlich braun ist.


Update-Foto: Dieses Mal mit Halloumi gratiniert und mit Gewürzdukkah bestreut.

Das ist schon wieder so ein schlichtes Rezept, das so unglaublich toll schmeckt. Perfekte Resteverwertung für zäh gewordenes Brot ist es obendrein. Im Originalrezept wird Weißbrot genommen, ich hatte ein Weizen-Roggen-Mischbrot, das hat sehr gut geklappt, aber ich denke, dass eher dunkles Brot auch besser zum Bärlauch passt. Ursprünglich war da kein Bärlauch bei den Zutaten, sondern Petersilie oder auch Koriander, was dann wahrscheinlich besser mit hellem Brot geht.


Blogevent von Obers trifft Sahne: Natürlicher Genuss

Dienstag, 7. April 2015

Soufflierte Schinkenfleckerl

Ostern ist wirklich eine schöne Zeit, die ersten Blüten zeigen sich, die ersten Kräuter kann man sammeln, also nix wie raus und die Natur genießen. Dieses Jahr ist Ostern ja sehr früh gewesen, das Wetter war unleidlich, daher hatte ich umso mehr Freude, als unser Obstbauer, die Familie Fischer, uns ein paar Zweige mit Pfirsichblüten zukommen hat lassen. Die stehen jetzt im Wohnzimmer in voller Blüte und erfreuen mich jeden Tag. Und sie erinnern mich dran, dass wir im Sommer wieder ganz geniale Pfirsiche bekommen werden - vier Sorten gibt es gleich bei meinem Lieblingsobstbauern, und eine Sorte besser als die andere. Mit großen gelben Red Haven über weiße Triogem und Mami Ross bis zu den kleinen Krewegerln (für Nichtwiener: etwas, das schmächtig, klein geraten, nicht arg hübsch ist, nennt man hier so) aus dem Weingarten werden wir dann versorgt werden.

Aber jetzt ist noch keine Rede davon, sondern es gilt, die Reste vom Osteressen aufzubrauchen. Viele werden sicher von Ostern noch Schinkenreste haben. Da bieten sich Schinkennudeln jeder Art an. Ich habe dieses Jahr eine neue Variante der Wiener Schinkenfleckerln ausprobiert, nämlich als Soufflee. Ein Foto von den wunderbaren Pfirsichzweigerln kann ich euch dennoch nicht ersparen.




Für 3 - 4 Personen:
200 g gekochten Schinken
250 g Fleckerln oder andere kurze Nudeln
2 Schalotten
10 - 20 Blätter Bärlauch (je nach Größe)
3 Eier
2 EL Butter
1 El Mehl
1/8 l Milch
2 EL Sauerrahm
2 EL Schlagobers
Salz
Pfeffer weiß
Muskatnuss
1 EL Rapsöl (oder anderes geschmacksneutrales)

Butter für die Form
Backpapier

Backrohr auf 200 Grad vorheizen.
Die Fleckerln in Salzwasser kochen und abkühlen lassen. Schalotten klein hacken, in 1 EL Öl anschwitzen, bis sie weich sind (4-5 min). Schinken in kleine Stücke schneiden, zu den Schalotten geben, vom Feuer ziehen. Bärlauch waschen und in feine Streifen schneiden. Butter in einer Pfanne schmelzen, Mehl dazugeben, kurz durchrösten und langsam mit der Milch aufgießen. Dabei immer sehr gut rühren, damit die Bechamel-Sauce keine Klümpchen macht. Von der Flamme nehmen. Mit Salz, weißem Pfeffer und Muskatnuss würzen. Überkühlen lassen, dann die Eigelbe, das ungeschlagene Obers und den Sauerrahm einrühren. Die Schinken-Schalotten-Mischung und den Bärlauch ebenfalls dazugeben. Am Schluss die Fleckerln untermischen.
Eine feuerfeste Form mit Butter ausstreichen und den Rand mit höher zugeschnittenem Backpapier auslegen - wenn das Soufflee höher aufgeht, verhindert das Backpapier, dass die Masse sich über den Rand nach unten ins Backrohr verabschiedet.
Eiweiße mit einer Prise Salz steif aufschlagen. Den Schnee vorsichtig unter die Mischung der anderen Zutaten heben. In die vorbereitete Form füllen, für 30 min. ins Backrohr schieben. Auf keinen Fall zwischendurch die Türe öffnen, sonst war es das mit dem Hochgehen der Masse!

Während die Schinkenfleckerln im Rohr sind, Blattsalate als Beilage vorbereiten - dieses Essen schreit förmlich nach einer Schüssel Salat.



Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Wirkt schön französisch, diese Schinkenfleckerl-Variante. Durch die doch recht schweren Zutaten wird das kein wahnsinnig hohes Soufflee, aber es geht zuverlässig auf. Der Bärlauch beißt nicht ungut - was er durchaus kann -, sondern fügt sich würzig in die anderen Zutaten.


Freitag, 4. April 2014

Fougasse mit Bärlauchfüllung

Jetzt bäckt sie schon wieder. Sorry, ich kann grad nicht anders, denn die Grillsaison ist eröffnet! Und man braucht natürlich passendes Brot. Also wir zumindest. Und nach einigen nicht so ganz geglückten Fougasse-Versuchen, habe ich nun ein tolles Rezept bei Ketex gefunden - mit Sauerteig. Ja, das ist das Ding, das mir vor einigen Monaten noch heillosen Respekt eingeflößt hat, nun wohnt nicht nur einer im Kühlschrank, sondern es sind gleich zwei, ein Weizen- und ein Roggensauerteig: meine neuen Haustiere. Einmal in der Woche werden sie gehegt, gepflegt und gefüttert. Außerdem werden sie regelmäßig getrimmt, sprich, ein Teil davon wird verbacken.



Füllung:
1 Hand voll Bärlauchblätter
4 EL Olivenöl
2 TL Salz

Alles zu einer homogenen Masse mixen und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.
Die Füllung reicht für 2 große Fougasse.


Sauerteig
130 g Wasser
110 g Weizenmehl glatt
30 g ASG (Weizen)

Anstellgut ist das, was im Kühlschrank ruht und dann mit den beiden anderen Zutaten gefüttert wird, alles gut verrühren und 12-16 Stunden stehen lassen - bei Zimmertemperatur.


Hauptteig
Sauerteig
565 g Weizenmehl glatt
285 g Wasser
8,5 g Germ / Ich: 9 g (meine Waage geht nicht so genau, dass ich ein halbes Gramm abwiegen könnte)
12 g Salz
 3 TL Olivenöl

Am nächsten Tag die Germ im lauwarmen Wasser auflösen, mit Sauerteig und Mehl in der Küchenmaschine 4 Minuten kneten. Nach 20 Minuten Teigruhe das Salz dazugeben und abermals 4 Minuten kneten. Dann noch das Olivenöl zugeben und wieder 5 Minuten kneten.

Den fertigen Teig auf eine bemehlte Arbeitsplatte geben und halbieren. Eine Hälfte des Teiges zudecken und vor sich hingehen lassen. Die andere Hälfte zu einem langen, dünnen Fladen ausrollen. Auf eine Hälfte des Fladens die Bärlauchfülle streichen, die zweite Hälfte drüberklappen. Klassisch wird eine Fougasse in der Mitte einmal eingeschnitten, dann noch drei bis vier kleine Schnitte links und rechts, wobei man im Internet die tollsten Schnittmuster findet. Egal, wie man schneidet, die Einschnitte muss man auseinanderziehen, sodass Löcher draus werden. Diesen gefüllten Fladen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, ein Hangerl (=Geschirrtuch) drüberlegen und eine halbe Stunde gehen lassen.

Backrohr auf 250 Grad vorheizen - das geht sich bei mir gerade schön aus, bis der Teig aufgegangen ist. Den nun schön aufgegangenen Fladen mit Öl einpinseln und ins Rohr schieben. Wer so ein tolles Rohr hat, das dampfen kann, macht das bitte, wer so ein armer Mensch wie ich ist, schüttet ein Glas Wasser ins Rohr und schließt dann ganz flink die Klappe, damit der Dampf auch drinnen bleibt. Nach ein paar Minuten die Temperatur auf 230 Grad reduzieren, nach 15 Minuten das Backrohr aufmachen und den Dampf abziehen lassen.

Gesamte Backzeit bei mir: 25 Minuten, wobei das halt immer auf das Backrohr ankommt, also immer mal wieder ein Auge auf das Brot werfen.
Ich habe gleich nach dem Einschieben des ersten Brotes die zweite Teighälfte kurz mit der Faust zusammengestoßen, ausgewalkt und mit getrockneten Paradeisern, die ich klein gehackt hatte, und Kräutern der Provence gefüllt. Da man den Fladen dann wieder gehen lassen muss, geht sich das recht gut aus, dass man ihn, sobald das Rohr wieder auf 250 Grad aufgeheizt ist, gleich ins Rohr schieben kann.


Und was es nach dem Essen zu sagen gibt? Perfektes Brot zum Grillen. Und ja, ich weiß, am Aussehen muss ich noch arbeiten.
Bei der Bärlauch-Variante habe ich es nicht geschafft, die Ränder der Einschnitte so gut zu verschließen, dass sie während des Backens geschlossen geblieben wären. Es ist aber nicht so viel Fülle in der Fougasse, dass sie herausrinnen könnte. Ein wenig Fett war auf der Backunterlage, aber es war noch genug Fülle drinnen, um das Brot ordentlich knofeln zu lassen. Am Tag danach zeigt sich wieder einmal, dass Bärlauch der bösartige kleine Bruder von Knofel ist. Von Knoblauch habe ich am nächsten Tag nie so einen furchtbaren Geschmack im Mund.

Sicher sehr gut ist auch eine Füllung mit Oliven - die Grillsaison dauert zum Glück ja noch lang.

Viel übrig gelassen haben unsere Gäste nicht von dem Brot, es hat also nicht nur mir geschmeckt.
Am nächsten Tag kann man es übrigens vergessen. Ich kenne aber auch sonst keine Brotfladen, die mir am zweiten Tag noch schmecken würden.




Schon wieder ohne Tier, daher ein Fall für den Tierfreitag.
tierfreitag

Montag, 22. April 2013

Bärlauch-Spinat mit Ei in Erdäpfelknusperkruste



Bärlauch! Also nicht auf dem Foto, aber so generell ... Ich habe diese Saison noch nicht viel mit Bärlauch gekocht, aber die Saison ist auch noch nicht so lang. Irgendwie habe ich mich an diesen scheinbar endlosen Winter so gewöhnt, dass ich mich schwer tue mit Frühlingsrezepten. Schaun wir einmal, ob mich meine Wildtulpen und dieses Rezept aus der Wintertristesse rausreißen.

Beim Spinat kaufe ich immer am Markt relativ naturbelassenen, das heißt, nix mit Babyspinat, sondern das sind richtig ausgewachsene Spinatpflanzen. Dieser Spinat schmeckt dann auch nicht so zart, sondern bietet dem Bärlauch ein gutes Gegengewicht. Die inneren Blättchen sind aber immer wunderbar zart, die nehme ich nicht für den Spinat, sondern hebe sie in einer luftdicht schließenden Schachtel im Kühlschrank auf, so bleiben sie ein paar Tage frisch. Da wird dann Salat draus gemacht. Die äußeren Blätter sind meistens nicht schön, die kommen ins Hundefutter, die Stiele sind riesig, die kommen wandern ebenfalls in den Hund. Aus diesem Grund komme ich für 2 Portionen auf die gigantische Einkaufsmenge von 1 Kilo Spinat. Das muss halt dann jede/r selber anpassen.

Zu den Erdäpfeln mit dem Ei drinnen: Gefunden habe ich das Rezept bei Pioneer Woman. Das Ergebnis war mehr als erfreulich, aaaaber:  Die Erdäpfeln picken unglaublich in der Muffin-Form. Ich hab gebuttert, was das Zeug hält, habe die Erdäpfeln auch nur ganz sanft in die Formen gegeben. Dennoch war das Putzen danach wirklich übel. Daher mein dringender Rat: Die Form mit Backalufolie auslegen! Backpapier geht nicht so gut, außer man steht auf Scherenschnitte, weil da muss man sich arg spielen mit dem Zuschneiden. Nur den Boden auslegen reicht definitiv nicht. Im Originalrezept wird irgendein Spray genommen. Kann sein, dass das Wunder wirkt, aber ich kenn das nicht und will das auch nicht verwenden.



Zutaten für 2 Portionen:
3 mehlig kochende Erdäpfeln, gekocht
1 Kilo Spinat
2 Bund Bärlauch (ca. 100 g)
1 Schalotte
1/8 l Schlagobers
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
Butter
3 Eier (Größe M)


Backrohr auf 220 Grad vorheizen. 1 EL Butter schmelzen. Die gekochten Erdäpfeln schälen und grob reiben.  Muffinformen wie oben beschrieben vorbereiten. Ich habe 6 Förmchen mit Erdäpfeln befüllt, aber nur 3 mit Eiern. Das hat sich bewährt, weil die Erdäpfelschicht um die Eier herum doch recht dünn ist und es mir zu wenig an Erdäpfeln wäre.
Die Erdäpfeln sanft in die Mulden geben und nur wenig andrücken. Mit Butter beträufeln, salzen und pfeffern. 20 min. backen. Am besten den Küchenwecker auf 15 min. stellen und dann immer wieder in den Backofen schauen. Gegen Ende geht es mit dem Bräunen recht schnell. Wenn die Erdäpfeln schön knusprig und braun sind, die Form herausnehmen und überkühlen lassen.
Die Eier in die nicht zu heißen Erdäpfelhüllen geben, abermals ins Rohr und weitere 12 Minuten backen.

Während die Erdäpfeln ihre erste Runde im Backrohr drehen, sollte man schon mit dem Spinat anfangen. Den Spinat gründlich waschen, die zarten Blättchen aufheben und die groben Stiele entfernen. Ich muss meinen Spinat immer mehrmals waschen, weil der wirklich direkt vom Feld kommt und entsprechend erdig ist. Ich weiche den Spinat einige Zeit in Wasser ein, damit sich die Erde besser löst.
Bärlauch auch gut waschen und in Streifen schneiden.
Die Schalotte klein schneiden, in Butter anschwitzen. Den Spinat dazugeben, zusammenfallen lassen, ein paar Minuten weich dünsten. Salzen, pfeffern und mit Muskatnuss würzen. Am Ende der Garzeit den Bärlauch dazugeben. Nur kurz mitdünsten, damit der Knoblauchgeschmack erhalten bleibt. Das Schlagobers zugießen und alles mit dem Pürierstab gut durchmixen. Noch einmal probieren und eventuell nachsalzen. Spinat braucht relativ viel Salz.

Auf die Eier ein wenig flockiges Salz (Maldon oder Fleur de Sel) streuen. Auf dem Spinat servieren.


Die 12 Minuten waren für die relativ kleinen Eier die perfekte Zeit!


Im Gärtnerblog gibt es gerade ein Event mit Bärlauch, da schick ich meinen Bärlauch-Spinat vorbei: Garten-Koch-Event April: Bärlauch [30.04.2013]



Wer noch Ideen für Spinatsalat braucht:

Spinat mit Knusperspeck, gefunden bei Fool for Food, allerdings abgewandelt und mit ganzen Speckstreifen serviert anstatt ihn zu zerbröseln und über den Spinat zu streuen.


Ottolenghis Salat mit Datteln und Brotwürferln, Rezept zu finden in vielen Blogs, zum Beispiel bei der lieben Micha.

Samstag, 12. Mai 2012

Abschiedsrisotto

Nein, nein, nicht von mir Abschied, keine voreilige Freude, ich bleibe dem Internet noch erhalten. ;) Abschied vom Bärlauch. Dessen Zeit neigt sich deutlich dem Ende zu. Es sind kaum mehr zarte Blättchen zu finden, dafür jede Menge Knospen und Blüten.

Eigentlich habe ich das Rezept aus dem Rezept-Archiv meiner Lieblingszeitung, dem standard, nur kann ich das Rezept dort leider nicht mehr finden, wo ich doch immer Wert drauf lege, meine Quellen zu nennen. Das hätte auch den Vorteil, dass ich nun sagen könnte: "Seit dem Jahr soundso koche ich das Risotto nun schon und bin immer wieder begeistert", aber soll wohl nicht sein. Also: Seit etlichen Jahren ist das immer mein Abschiedsessen vom Bärlauch.

Keine Sorge: Der Bärlauch erschlägt weder Spargel noch Spinat in dem Risotto, auch wenn das alles gewagt klingt, sondern es ist eine sehr schöne Kombination.



200 g Rundkornreis
3/4 l Gemüsefond, die holzigen Spargelabschnitte in der Brühe mitgekocht
100 g Spinat, grob gehackt
50 g Bärlauch, feinnudelig geschnitten
200 g dünner grüner Spargel, in mundgerechte Stücke geschnitten
2 Schalotten, gehackt
50 g Pecorino, fein gerieben
1/8 l Weißwein
1 EL Butter
Salz, Pfeffer


Olivenöl in einem Topf erhitzen. Die gehackten Schalotten darin anrösten, den Reis unter Rühren kurz andünsten. Mit dem Weißwein ablöschen und den Wein ganz einkochen lassen. Dann immer wieder schöpferweise den heißen Fond zugießen, ab und zu rühren. Nach 15 Minuten (je nach Dicke vom Spargel) den in Stücke geschnittenen Spargel dazugeben. Ich schneide die Köpfe vom Spargel immer ab und gebe die erst ein, zwei Minuten später dazu, weil die meines Erachtens schneller gar werden als der Rest der Spargelstangen.Kurz vor dem Fertigwerden vom Risotto Spinat und Bärlauch dazugeben. Rühren, bis der Spinat zusammengefallen ist. Dann Butter und Pecorino einrühren, wenn nötig salzen und pfeffern. Risotto zugedeckt ein paar Minuten stehen lassen. Fertig.


Mein Beitrag zum "Duell der Köpfe"! Blogevent Duell der Köpfe

Freitag, 6. Mai 2011

Gebratener Spargel mit Bärlauchpesto

Nun ist er da, der erste Spargel aus dem Marchfeld. Und köstlich wie jedes Jahr. Zum Glück hatte ich noch ein wenig von meinem Bärlauchpesto im Kühlschrank, denn jedes Bärlauchpesto kann man zum Spargel nicht verwenden, da muss es schon so ein relativ dezentes (soweit das bei Bärlauch überhaupt möglich ist) sein, sonst stampft es den Spargel in Grund und Boden. Und es tut dem Spargel besser, wenn man ihn brät, um die Röstaromen zu aktivieren. Auf diese Weise kann man dann schon zwei Geschmäcker vereinbaren, die auf den ersten Blick nicht so einfach zu kombinieren sind. Wirklich schön wird es, wenn man das feine Fleur de Sel zur Hand hat, um den Spargel damit zu würzen.
Und weil wir ja in Wien sind, gibt's dazu ganz klassisch Petersilerdäpfeln.

Für 2 Personen:
1/2 kg grünen Spargel
1/8 l Bärlauchpesto nach diesem Rezept: click
1 EL Butter
Fleur de Sel

1/2 kg speckige Erdäpfeln
1 Bund Petersilie
1 EL Butter
Meersalz

Die Erdäpfeln in der Schale in Salzwasser kochen und überkühlen lassen.
Vom Spargel die Enden abschneiden und in der unteren Hälfte schälen. In einer großen Pfanne die Butter schmelzen, den Spargel darin zugedeckt braten, bis er bissfest ist und sanft Farbe angenommen hat.
Während der Spargel brät, die Erdäpfeln schälen und in der geschmolzenen Butter sacht braten. Die Petersilie waschen, trocknen, hacken und mit den Erdäpfeln schwenken. Wenn nötig salzen.
Das Bärlauchpesto, das eine recht feste Konsistenz hat, mit ein wenig warmem Wasser zu einer weichen Paste anrühren.
Den Spargel und die Erdäpfeln auf Tellern anrichten, das Pesto über dem Spargel verteilen.

Donnerstag, 7. April 2011

Bärlauchpesto

Ob ich wohl süchtig bin nach Bärlauch? Kann sein! :D
Bei Essen und Trinken habe ich ein Bärlauchpesto-Rezept gefunden, das ich so noch nicht kannte, nämlich mit Mandeln. Das musste ich natürlich testen und auch gleich eine ordentliche Menge produzieren, weil das Pesto ja nicht sofort aufgebraucht werden muss. Voranmeldungen von diversen Leuten, die eines kaufen wollten, gäbe es genug, aber die meisten dürfen das einfach nachbasteln, weil es wirklich nicht schwer ist.
Gebunkert wird das Pesto wieder in Weck-Gläsern, weil die so schön dicht schließen und vor allem hübsch aussehen.



Zutaten für 3 Weck-Gläser à 290 ml:

300 g Bärlauch, gewaschen und verlesen
150 g Mandeln
100 g Parmesan, gerieben
Salz, Pfeffer
Olivenöl (gutes, am besten das von Bine - neigt sich bei mir leider dem Ende zu ...)





Wenn man ungeschälte Mandeln hat, gibt man die Mandeln in kochendes Wasser, lässt sie einmal aufkochen, schüttet sie in ein Sieb, spült sie kalt ab, dann kann man sie sehr gut aus den Schalen rausdrücken  - ist wirklich im Nu geschehen. Wenn die Mandeln trocken sind, röstet man sie ohne Fett in einer Pfanne goldgelb an. Der Bärlauch sollte auch trocken sein, also nach dem Waschen schleudern und dann auf einem Geschirrtuch trocknen lassen. Bärlauch, abgekühlte Mandeln, 2 TL Salz und 1 TL frisch gemahlenen Pfeffer, Parmesan und ca. 1/8 l Olivenöl (bei Bedarf mehr) in ein großes Gefäß geben, mit dem Pürierstab zu einer relativ festen Paste verarbeiten. Relativ fest deshalb, weil beim Servieren dann noch etwas vom Kochwasser der Nudeln zum Pesto kommt, bevor man es unter die Pasta rührt.




Das Pesto in Gläser füllen, mit einer Schicht Olivenöl bedecken.
Laut Ursprungsrezept hält sich das Pesto mehrere Wochen, wenn es mit einer Schicht Olivenöl abgedeckt ist.

Mittwoch, 6. April 2011

Bärlauchpüree

Eine simple Beilage, die nicht extrem knofelt, also zu allem serviert werden kann, wo auch normales Epü passt.
Was gar nicht geht, ist den Bärlauch einfach so in das Püree einzurühren. Er ist für das feine Püree viel zu ledrig. Leider verliert er an Intensität durch das Erhitzen, aber irgendwas muss einem dann wohl recht sein.

1/2 Bund Bärlauch
1/2 kg mehlige Erdäpfeln
1/8 l Milch
2 EL Butter
Salz, Muskatnuss


Die Erdäpfeln schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen. Danach ohne Deckel ausdampfen lassen. Die Butter schmelzen, den gewaschenen und verlesenen Bärlauch feinnudelig schneiden und in der Butter zusammenfallen lassen, ein paar Minuten dünsten. Die Erdäpfeln durch die Presse drücken, mit einem Schneebesen mit der heißen Milch und ein wenig Muskatnuss schaumig schlagen, am Ende den Bärlauch mit der Butter gut einrühren.