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Freitag, 28. Mai 2021

[Rettungsaktion] Tarte Apfelland

So, wir retten wieder und zwar Quiches, Tartes, Wähen oder wie immer diese flachen Kuchen je nach Land heißen. Die gibt es ja wirklich auf der ganzen Welt! Und halt leider auch als Fertigfutter. Wir zeigen aber, dass das gar keine Hexerei ist, so etwas selber zu machen. Besser, abwechslungsreicher und vor allem ohne Chemie drinnen.

Ich hatte noch ein paar Äpfel in meiner Gartenhütte, wo wir die Äpfel nach unseren Beutezügen zum Lorenz oder zur Familie Zwickl immer lagern. Die Jahreszeit ist nun nicht mehr so, dass die heimischen Äpfel Prachtstücke sind, sondern ich musste schon einiges an braunen Stellen wegschneiden. Also die besten Voraussetzungen für diese Tarte, die ich in dem tollen Tartes-Kochbuch gesehen hatte. Weil ich eigentlich nur für Buchbesprechungen direkt nach Rezept koche und backe, habe ich mir aber einige Änderungen erlaubt.

Wie immer: Danke an Britta, Barbara und Tamara für die Abwicklung der Rettung.


Walnussmürbteig
120g Mehl (glatt)
20 g Walnussmehl 
40 g Puderzucker 
70 g Butter (zimmerwarm)
1 Ei, Größe M
etwas Salz

Wer wie ich weder Walnussmehl noch Staubzucker daheim hat, nimmt einfach geriebene Walnüsse und Kristallzucker und mahlt beides miteinander so fein wie möglich in der Küchenmaschine. Miteinander deswegen, weil Nüsse oder Mandeln allein beim Reiben zu einer Paste werden, mit dem Zucker zusammen klappt das ganz gut. Aber auch da: Nicht zu lange und pulsierend mixen, denn sonst macht man Nusspaste.

Hier weiche ich vom Originalrezept ab, weil mir persönlich Mürbteig mit weicher Butter am besten gelingt. Ganz einfach alle Zutaten in die Küchenmaschine geben, mit dem Flachrührer so lange rühren, bis sich alles gut vermischt hat. Mit der Hand dann noch einmal kurz durchkneten. Teig in einen 6 l fassenden TK-Beutel geben und auf gewünschte Größe auswalken. 2 mm ist eine sehr gut bewährte Teigstärke. Diese Teigplatte im Plastiksackerl auf einen großen Teller heben und so in den Kühlschrank stellen. Mindestens eine Stunde durchkühlen lassen.

Vor der Verwendung ca. 15 min auf Zimmertemperatur kommen lassen.

Apfel-Kräuter-Füllung
1 Zitrone
550 g Äpfel (ich hatte noch Bellefleur)
50 g brauner Zucker
10-12 Blätter Basilikum, grob zerzupft
8-10 Blätter Minze, grob zerzupft
etwas brauner Zucker


Zitrone mit dem Messer schälen und samt Schale in kleine Würferl schneiden, dabei die Kerne entfernen.
Die Hälfte der Äpfel in Würfel schneiden und mit Zucker und Zitrone sowie einem kleinen Schluck Wasser in einen Topf geben und zugedeckt 10 Minuten köcheln lassen. Danach Deckel öffnen und die Flüssigkeit komplett einkochen (noch einmal 10 bis 15 Minuten). Die Äpfel sollen ganz weich sein und zerfallen. Anschließend von der Hitze nehmen, auskühlen lassen, dann die Kräuter unterrühren.

Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. 

Die restlichen Äpfel in nicht zu feine Scheiben schneiden. Man kann die Schale ruhig auf den Äpfel lassen, ich musste schon relativ viel ausschneiden und habe daher alle Äpfel geschält.

Das Plastiksackel mit dem Teig drinnen aufschneiden, den Teig herausheben und in eine Tarteform legen. Überstehenden Teig mit einem Messer abschneiden. Die Apfel-Kräuter-Fülle auf dem Mürbeteigboden verteilen, mit dem Löffel glattstreichen und die Apfelscheiben darauf arrangieren. Großzügig mit braunem Zucker bestreuen und 35 Minuten backen.

Ich kannte es schon, dass man Basilikum mir Früchten mischen kann, denn fast jährlich wieder kommt die Erdbeer-Basilikum-Biskuitroulade bei uns auf den Tisch. Dass das mit Äpfeln auch eine gute Kombination ist, war mir nicht klar. Schmeckt aber richtig gut. Schön frisch!

Man kann übrigens gleich mehr von dem Nuss-Mürbteig machen und einfrieren. Um diese Jahreszeit mag ich Obst mit Crumble sehr gern und da kann man diesen Teig einfach über in Stücke geschnittenen und marinierten (z. B. Vanillezucker + Orangenlikör) Rhabarber drüberbröseln. Ab ins Rohr und bei 180 Grad Umluft backen, bis der Teig appetitlich braun ist. Aus Gründen weiß ich, dass das richtig gut schmeckt ... 😉




Brittas Kochbuch - Spinattarte 
Barbaras Spielwiese - Rhabarber-Zitronenmelisse-Tarte 
Cakes, Cookies and more - Walliser Spargeltarte 
Brotwein - Paprika Quiche mit Käse 
Anna Antonia-Herzensangelegenheiten - Spaghetti-Pie 
Pane-Bistecca - Zwiebel Confit und 4 Kaese Quiche 
CorumBlog 2.0 - Rhabarber-Tarte 
evchenkocht - Tarte mit karamellisierter weißer Schokolade 
Kleines Kuliversum - Erdbeer Tarte mit Vanillecreme 
Cahama - Quiche vom grünen Spargel 
Kaffeebohne - Caprese Quiche 
Volkermampft - Linsen-Cotechino Tarte mit Rotwein-Ricotta Creme 
Möhreneck - vegane Schokoladentarte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 10. Dezember 2019

[Genuss in rot-weiß-rot] Apfelbrot



Wir Bloggerinnen von "Genuss in rot-weiß-rot" spazieren heute über einen Weihnachtsmarkt und essen und trinken uns da durch. Von mir gibt es Apfelbrot. Das kenne ich seit vielen Jahren und ich habe es tatsächlich noch nie selber gemacht. Das hat den Grund, dass wir immer bei Apfelbauern unsere Äpfel kaufen und die Bäuerinnen haben meist köstliches Apfelbrot zu verkaufen, da können der Turbohausmann und ich beide nicht vorbeigehen dran, also war noch nie eine Notwendigkeit. Nun ist es aber höchste Zeit, dass ich mich zusammenreiße und endlich in die Gänge komme.

Zu beachten ist nicht viel, das habe ich von meinen Bäuerinnen mitbekommen: Das Verhältnis Äpfel:Mehl muss immer 3:2 sein. Ich konnte das ehrlich gesagt nicht glauben, als ich den schrecklich bröselnden Teig zusammengeknetet habe, aber das passt tatsächlich super. Es kommen Trockenfrüchte nach Lust und Laune rein, die man am unbedingt über Nacht in Apfelbrand einweichen sollte, um sie zum Leben zu erwecken. Wenn Kinder mitessen, kann man auch frisch gepressten Orangensaft nehmen oder Apfelsaft vom Bauern des Vertrauens.

Noch wichtig ist, das Apfelbrot vor dem Backen richtig dick mit Mehl einzustauben. Auch da war ich sehr skeptisch, weil ich keine aalglatten Brote hatte, sondern da standen die Trockenfrüchte rundherum heraus. Die sind aber auch der Grund für diese Aktion: Sie verbrennen nicht, wenn sie mit Mehl  bedeckt, was sie aber quasi nackig tun würden. Nach dem Backen kann man das meiste Mehl problemlos abschütteln, den Rest habe ich mit einer Pilzbürste entfernt, was wahrscheinlich eine Fleißaufgabe war, denn ein Hauch Staubzucker drüber und man sieht nichts mehr.




Zutaten

500 g Dinkelvollmehl
750 g Äpfel, grob gerieben (mit der Schale)
350 g Trockenfrüchte (Rosinen, Korinthen, getrocknete Marillen, Dörrpflaumen, getrocknete Feigen, Cranberries etc. – größere Früchte in rosinengroße Stücke schneiden)
120 g Walnüsse, gemahlen
120 g Haselnüsse, ganz
1/16 l Rum (besser Apfelbrand, aber den habe ich nicht daheim)
30 g brauner Zucker
1 TL Zimt
¼ TL Nelkenpulver
1/2 TL Salz
1 Pkg Weinstein-Backpulver


Zubereitung 

Rosinen, Feigen, Marillen, Dörrpflaumen und Rum gut vermischen und mindestens 12 Stunden ziehen lassen. Ich gebe alles in ein großes Schraubglas mit gut schließendem Deckel und stelle das dort hin, wo ich oft vorbeigehe. Bei jedem Vorbeigehen schüttle ich das Glas, so war der Rum von den Früchten vollkommen aufgesaugt nach 12 Stunden.

Äpfel, beide Nusssorten, braunen Zucker, Zimt und Nelkenpulver mit der Trockenfrüchte-Rum-Mischung verrühren. Mehl mit Salz und Backpulver vermischen, zur Fruchtmasse geben und alles auf einer bemehlten Fläche zu einem Teig verkneten.

Den Teig in 3 Teile teilen und Laibe formen. Die Laibe mit Mehl dick einstauben. Bei 170 Grad 50-60 Minuten backen.

Nach dem Auskühlen das Mehl gut abklopfen. Mit Staubzucker bestreuen, servieren.



Ich hatte Sorge, dass die Menge doch etwas großzügig bemessen wäre, aber die hätte ich nicht haben müssen: 2 Personen und je ein Laib pro Tag sind die korrekte Menge, die man so verdrückt von diesem köstlichen Apfelbrot.




Und dazu serviert man etwas von den köstlichen Getränken, die meine Bloggerkolleginnen von "Genuss in rot-weiß-rot"vorbeibringen.

Ganz ungiftiger Apfelpunsch von der Giftigenblonden
Verena kocht uns mit Uhudler-Orangen-Punsch ein
Friederike vom Fliederbaum serviert Marillenpunsch
Brigitta schenkt auf ihrem Kulinarium Schilerol aus
Daniela, unser Linzersmiley, stößt mit Eierpunsch an
Das Mädel vom Land bäckt Punschkekse
Petra serviert im homeofhappy Glühwein on the rocks

Freitag, 8. November 2019

[Tag des Apfels] Streuobst und die Sache mit den Apfelsorten

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung.


In meiner Rückschau vom Juni habe ich schon ein paar Worte drüber geschrieben: Ich war von Grannys eingeladen, einen wunderbaren und lehrreichen Nachmittag damit zu verbringen, um mehr über Äpfel und Apfelsaft lernen zu dürfen. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass es tatsächlich 20.000 Apfelsorten gibt. Bei diesem Event war auch das Ehepaar Zwickl, das Streuobstwiesen bewirtschaftet. Solchen Menschen haben wir viel zu verdanken: Zum Beispiel, dass solche Wiesen überhaupt noch existieren.


Diese Hänge in der Buckligen Welt sind teilweise so steil, dass sie nur händisch gemäht werden können, die Apfelbäume müssen natürlich auch erst zu Fuß mit Leiter und anderer Ausrüstung erwandert werden, um sie betreuen und im Herbst beernten zu können. Hätten wir niemanden, der sich diese Heidenarbeit antut, dann wäre der Bodenerosion Tür und Tor geöffnet und bald wäre unsere Landschaft nicht mehr so schön, wie sie es derzeit ist. Dadurch, dass selten jemand die Ruhe solcher Plätze stört, sind Streuobstwiesen natürlich ein willkommener Ort für alle möglichen Insekten und andere Tiere. Auch viele Pflanzen, die sonst nirgends mehr wachsen, gibt es in solchen Refugien.



An sich hätte ein Apfelraritätenmarkt bei Familie Zwickl stattfinden sollen, das war aber leider nicht, sondern sich hatten "nur" ihre normalen Apfelsorten: Das heißt aber in der Praxis, dass eh an die 20 Sorten zum Verkauf bereit standen. "Nur" 20 Sorten, denn es gibt nicht immer jede Sorte. In einem Jahr hat die Witterung der einen Sorte besser, der anderen schlechter gefallen. Oder es ist halt jetzt nicht die Jahreszeit für eine bestimmte Sorte.

Der Turbohausmann war entzückt, da er mit einem Garten voll mit alten Apfelsorten aufgewachsen ist. Zum ersten Mal seit seiner Kindheit konnte er wieder Bellefleur essen und auch gleich kaufen. Hat diese Sorte schon mal jemand probiert? Ich kannte die noch nicht und war echt baff, dass der Apfel so saftig war, dass mir beim Reinbeißen der Saft über die Hand gelaufen ist. So etwas von saftig bei einem Apfel kannte ich noch nicht.



Meine Abteilung sind mehr die Äpfel, die sich gut für Kuchen eignen. Ich liebe ja Boskoop für Apfelstrudel. Das heißt zwar in der Praxis, dass der Apfelstrudel dann ordentlich saftelt, aber das macht uns wenig, denn der Geschmack ist unvergleichbar. Und ich weiß jetzt auch schon, woher meine Klaräpfel im Sommer für die Apfelschlangerl kommen werden. Im Sommer deswegen, weil Sommeräpfel wie z. B. Klaräpfel nicht lagerfähig sind. Die muss man innerhalb von ein paar Tagen ab Ernte verarbeiten, sonst sind die hinüber. 



Für mein Müsli mag ich die normal großen Äpfel gar nicht, weil sie mir echt zu viel sind. Das war natürlich auch kein Thema, denn viele der Äpfel von den Streuobstwiesen sind sehr klein: Genau die zwei bis drei Esslöffel geriebener Apfel, wie ich das gern mag von der Menge her. Da gab es die Landsberger Renette (auf dem Foto oben) oder den Roten Kalvill, die genau meinen Größenvorstellungen entsprochen haben.

Und diese Äpfel werden braun, wenn man sie anschneidet. Kennt ihr nicht, weil eure bleiben immer hell innen? Das Mädel vom Land hat ein gutes Posting geschrieben, warum das mit der Farbe so ist. Das war so ein Deal "Tausche Geschmack und Gesundheit gegen Farbe und Lagerfähigkeit" quasi. Sehr blöder Tausch! Offensichtlich kaufen trotzdem noch immer genug Leute die geschmackfreien Äpfel. Tut euch das bitte nicht an, denn es gibt so viele tolle Äpfel bei uns.


 
Dass der Apfelsaft aus solchen Äpfeln auch sehr gut schmeckt, brauch ich wahrscheinlich nicht mehr schreiben. Selber bin ich ja begeisterete Wassertrinkerin, am liebsten Wiener Leitungswasser, aber ab und zu ein Bier oder ein gespritzter Apfelsaft sind dann doch kein Fehler.

Viele dieser Äpfel auf dem nächsten Foto wären im Handel gar nicht erlaubt: Zu groß, zu klein oder gar eine Hautveränderung! 



Wieder haben sich einige österreichische Bloggerinnen zusammengefunden, um zum Thema Apfel zum österreichischen Tag des Apfels gemeinsam zu bloggen.



Giftigeblonde: Apfelradeln
Fiederbaum: Hedis Apfeltorte
Brigittas Kulinarium: Süße Trilogie zum Tag des Apfels
Linzersmileys: Knödelrundes Apfelglück
Das Mädel vom Land: Ein Strauß Rosen
Genussatelier Lang:Apfel-Tiramisu
Home of Happy: Apfel-Speck-Risotto
Apfel-Sellerie-Salat mit karamellisierten Nüssen
Verena kocht: Apfel-Joghurt-Kuchen


Hier eine richtig gute Sendung, die zeigt, wie es hierzulande mit den Äpfeln so läuft.

 

Montag, 14. Oktober 2019

[Blogevent] Bienenstich-Apfelkuchen

Was mit Äpfeln will er, der Volker. Und er macht gleich auch ein Event bei Zorra zu dem Thema. Na da fällt mir doch gleich ein Kuchen ein, der vor einem Jahr durch ganz Blogistan gehuscht ist: Eva hat angefangen, Jutta hat den Rest des Internets angefixt. Mich auch. Ich war sehr begeistert und kann den Kuchen wärmstens empfehlen!



Zutaten für eine Springform mit 26 cm
250 g Mehl
150 g Zucker + 4 EL Zucker
1 Prise Salz
1 Ei (Größe M)
200 g Butter
1 EL flüssiger Honig
150 g Mandelblättchen
3 EL Milch
1 kg Äpfel (Boskop finde ich am besten, Rubinette gehen auch oder eine andere säuerliche Sorte)
300 ml Apfelsaft
1 Päckchen Vanille-Puddingpulver
1 Prise Zimt
Fett für die Form

Zubereitung
Teig:
Das Mehl mit 75 g Zucker, Salz, Ei, 1 EL kaltes Wasser mit 125 g Butter in Flöckchen erst mit dem Knethaken des Rührgeräts, dann mit den Händen zum glatten Teig verkneten. Teig in einer gefetteten Springform (Durchmesser 26 cm) zu einem Boden mit ca. 3 cm hohen Rand andrücken. Etwa eine halbe Stunde kalt stellen. Währenddessen kann man gut die anderen Bestandteile vorbereiten.

Füllung:
Äpfel schälen, entkernen und grob würfeln. 1/4 l Apfelsaft aufkochen. Puddingpulver mit 4 EL Zucker, Zimt und 50 ml kaltem Saft glatt rühren. In den heißen Saft einrühren, aufkochen, Äpfel zugeben. Zumindest überkühlen lassen. Masse in die mit dem Teig ausgekleidete Form füllen.

Topping:
Für den Bienenstich-Guss 75 g Butter, 75 g Zucker, Honig und Mandelblättchen unter Rühren aufkochen, bis die Masse leicht bräunt. Vom Herd ziehen und die Milch einrühren.

Backen:
Im vorgeheizten Backofen (Unter-/Oberhitze: 175°C/Umluft: 150° C) auf der untersten Schiene ca. 1 Stunde backen. Davon die ersten 30 Minuten ohne Bienenstich-Guss, dann den Guss auf dem Kuchen verteilen und zu Ende backen. Auskühlen lassen.



So ein genialer Kuchen, sag ich euch! Normalerweise bin ich ja puristisch, wenn es um Apfelkuchen geht: Apfelstrudel oder Apfelschlangerl sind die Kandidaten, die mich glücklich machen. Aber der hier ist schon grandios.

Und nun bin ich gespannt, welche apfeligen Freuden in dem Event auf mich zukommen werden!

Hier der Link zu allen Rezepten: Zusammenfassung

Blog-Event CLVII - Äpfel (Einsendeschluss 15. Oktober 2019)

Freitag, 23. November 2018

Apfelschichtkuchen mit Honig und Mohn

In meinem vorigen Posting habe ich es schon angekündigt: einen Schichtkuchen möchte ich zeigen. Für mich ist das eine relativ neue Entdeckung. Im Frankreich kennt man diese Art von Kuchen schon länger unter dem Titel "unsichtbare Kuchen". Der französische Name kommt daher, dass in diesen Kuchen kaum Teig zu finden ist.

Ich will jetzt nicht sagen, dass man mit diesem Kuchen abnehmen kann, aber falls jemand Kalorien einsparen will, dann ist er mit diesem Kuchen recht gut bedient. Er ist nämlich gut sättigend durch die große Menge an Äpfeln in Kombination mit wenig Teig und wenig Zucker.



Zutaten für 1Kastenform (ca. 30 x 12 cm)

Teig:
3 Eier
80 g Kristallzucker
50 g Butter
120g Mehl
1 TL Zimt 
1 Prise Salz
150 ml Milch

Mohnmasse:
120 ml Milch
120 g Mohn, gemahlen
2 EL Honig
1 Eik\arr

1 kg Äpfel

20 g Butter und 20 g brauner Zucker für die Form


Zubereitung (30 Min. + Backzeit)

Für den Teig die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen und mit der zerlassenen Butter, Mehl, Zimt und etwas Salz zu einem glatten Teig verrühren. Das geht händisch. Nach und nach die 150 ml Milch einrühren.
Für die Mohnmasse die Milch erwärmen (lauwarm) und mit Mohn, Honig und Eiklar vermengen.
Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in 1 mm dünne Scheiben hobeln, die Apfelscheiben mit dem Teig mischen (nicht zu viel Teig, die Scheiben sollen nur dünn benetzt sein).
 Die Hälfte der Apfel-Teig-Masse in die befettete, mit 20 g braunem Zucker ausgestreute Form füllen und glatt streichen. Mit der Mohnmasse bedecken, glatt streichen und den Rest der Apfel-Teig-Masse einfüllen.

Den Schichtkuchen im auf 180 °C vorgeheizten Backofen ca. 60 Minuten backen. Zwischendurch schauen, ob die Äpfel zu sehr bräunen, nötigenfalls mit Alufolie abdecken. Nach unbedingt eine Stäbchenprobe machen! Bei mir brauchte der Kuchen 10 min. länger.




Freitag, 9. November 2018

[Tag des Apfels] Kindernachspeise

Enthält Werbung (Verlinkung), not sponsored oder sonst was.


Erst vor kurzer Zeit bin ich draufgekommen, dass es die "Tage des wasauchimmer" gibt, obwohl ich zumindest den Tag des Apfels eh schon seit einigen Jahren so begehe, dass ich zu "meinen" Obstbauern, der Familie Fischer fahre, um die vielen Apfelsorten, die es dort gibt, zu bestaunen und zu verkosten. Okay, ja, auch den Apfelkuchen, der dort angeboten wird ...

Dazu passend serviere ich etwas Süßes, das ich seit meinen Kindertagen esse. Das Rezept stammt wohl von meiner Mutter, die jetzt sagen würde: "Was braucht man dafür ein Rezept?" Das ist auch der Grund, warum diese Kindernachspeise, wie sie intern bei uns heißt, noch nie den Weg auf den Blog gefunden hat. Das war in meiner Familie immer das Dessert, das auf den Tisch kam, wenn bei einem Sonntagsspaziergang einige kleine Fallobst-Äpfel mit nach Hause gehen durften. Und heute noch ist das bei mir etwas, was ich mit Äpfeln mache, die mir für alles andere zu klein sind. Oder wenn ein halbes Glas Marillenmarmelade im Kühlschrank steht, das einfach nicht leer werden mag. Oder noch ein paar Walnüsse herumliegen, die von irgendetwas übrig geblieben sind. Also perfekte Resteverwertung.

4 Portionen

Für die Äpfel:
4 kleine Äpfel (keine Boskop oder andere Sorten, die leicht zerkochen)
1-2 EL Zucker (je nach Süße der Äpfel)
1 TL Nelken
½ Zimtstange

Für die Fülle:
2 EL Marillenmarmelade
1 Hand voll Rosinen
1 Hand voll Walnüsse, gehackt + 4 ganze Kerne für die Deko

Für den Pudding:
½ l Milch
20 g Stärkemehl
2 EL selbst gemachten Vanillezucker
(2 Eigelb, wenn man den Pudding gelb haben will)

Die Äpfel schälen, dabei den Boden unten begradigen. Das Innenleben größzügig ausstechen, damit viel Fülle reinpasst. (Die ausgestochenen Reste passen gut am nächsten Tag in Müsli oder Porridge.) Zucker mit 2 Finger hoch Wasser und den Gewürzen aufkochen lassen. Die Äpfel reinlegen, einmal aufkochen lassen, die Äpfel umdrehen, damit auch die zweite Hälfte im heißen Wasser zu liegen kommt. Von der Platte ziehen, zugedeckt ca. 10 min. stehen lassen. Die Äpfel mit einem gelochten Schöpfer herausheben und auf einem Hangerl (= Geschirrtuch) abtropfen lassen.

Für die Fülle die Rosinen (ausnahmsweise müssen sie nicht eingeweicht werden, weil sie durch die Marmelade genug Feuchtigkeit bekommen) mit den gehackten Walnüssen und der Marmelade verrühren.

Von der Milch für den Pudding 6-8 Esslöffel Milch nehmen, die restliche Milch erhitzen. Stärke mit Vanillezucker mischen und mit der wenigen Milch sehr gut verrühren. Die Milch aufkochen lassen, die Vanillemischung einrühren und zwei, drei Minuten verkochen lassen. Pudding vom Herd ziehen. Äpfel in kleine Schälchen setzen − währenddessen darf der Pudding überkühlen, dann erst werden die Eigelbe eingerührt. Pudding über die Äpfel gießen. Ganz auskühlen lassen. Vor dem Servieren die Nusskerne oben auf die Äpfel setzen.


Wie mir gerade auffällt, ist dieses Essen eine einzige Resteverwertung. Bei solchen Gelegenheiten bemerke ich, woher ich das habe, dass mit Lebensmitteln achtsam umgegangen werden muss. Ich bin wahrlich nicht mit dem goldenen Löffel im Mund aufgewachsen, daher kenne ich das gar nicht, dass Essen weggeworfen wird, damals wurde einfach alles verwertet. In meiner Kindheit wurden die Apfelschalen und das Kerngehäuse in das noch heiße Kochwasser gelegt und durften darin ziehen, nach dem Auskühlen wurde alles abgesiebt und getrunken. Softdrinks gab es damals bei uns nicht, sondern maximal selbst gemachten Sirup, daher war dieser "Apfelsaft" immer eine willkommene Abwechslung.

Zu dem angefangenen Glas Marillenmarmelade: Ich mach gern auch extra ein frisches Glas Marmelade auf und mache mehr Fülle, damit etwas übrig bleibt, denn diese Fülle schmeckt sehr gut in Joghurt eingerührt, denn fertiges Fruchtjoghurt kaufe ich bis heute nicht.




Einige österreichische Bloggerinnen schließen sich mir an und zeigen Apfeliges:


Donnerstag, 23. August 2018

[Rettungsaktion] Blechkuchen


Nein, meine Sommerpause ist noch nicht vorbei. Aber die liebe Christine von Aannaantonia hat mir ein Blogposting spendiert für die aktuelle Rettung.



Hefeteigboden, leicht süß, mit Zitronenschale aromatisiert darauf einen Mandelpudding, ebenfalls leicht zitronig, darauf Äpfel in dicken Ringen. In die Mitte jedes Rings einen Klecks rote Marmelade oder ein paar frische Beeren, das war's schon.

Wir machen einen Hefe-Vorteig aus:
75 g Mehl Typ 550
100 g Milch
1 TL Honig
1 g Trockenhefe
1 EL Lievito Madre, falls vorhanden

Diesen Teig lassen wir so 2-3 Stunden sich entwickeln. Für den endgültigen Teig verkneten wir diesen Vorteig mit
225 g Mehl Typ 550
3 EL Pflanzenöl
2 EL Zucker
abgeriebene Schale 1/2 Zitrone
2 Eiweiß
ungefähr 90 ml Milch
und lassen diesen Teig dann nochmals 2-3 Stunden oder über Nacht im Kühlschrank aufgehen.
Ist er gut genug aufgegangen rollen wir ihn auf der bemehlten Arbeitsplatte auf Größe unseres Backblechs aus und legen ein Handtuch drüber.



Für die Puddingschicht mischen wir
2 El Stärke
2 Eigelb
250g Sahne
 Schale von 1/2 Zitrone
60g Zucker,
lassen das Ganze unter Rühren aufkochen, rühren
150g Creme Fraiche oder Sauerrahm unter
und lassen unter nochmals kräftigem Rühren grade so aufkochen. Dann ziehen wir den Pudding von der Flamme und rühren
50g gemahlene Mandeln (inkl. 1 Bittermandel) ein. Ist der Pudding ein wenig abgekühlt streichen wir ihn auf unseren Hefeteig-Boden.



5-6 Äpfel schälen wir, stechen das Kernhaus aus und schneiden die Äpfel in ca. 1cm dicke Ringe. Diese verteilen wir malerisch auf dem Pudding und geben jeweils in die Mitte eines Rings entweder Brombeeren oder einen Klacks rote Marmelade, je nach Vorratslage und Lust und Laune. Das Blech darf dann in den Ofen, vorgeheizt auf 200° Ober-Unter-Hitze oder 170° Umluft, für etwas eine halbe Stunde.

Echt nicht schwierig, oder?


Vielen Dank dir liebe Susi, dass du meinem Kuchen ein Plätzchen eingeräumt hast!


Liebe Christine, dir ganz herzlichen Dank für den tollen Kuchen!


Und nun zu den anderen Mitretterinnen:
Anna Antonia - Apfel-Karamell-Kuchen
Barbaras Spielweise - Blondies mit Johannisbeeren
Bonjour Alsace - Mirabellen-Blechkuchen
Brittas Kochbuch - Sahne-Mandel-Becherkuchen
Brotwein - Schlesischer Streuselkuchen mit Quark und Hefeboden vom Blech
Cakes Cookies an more - Blechkuchen mit Zwetschgen
CorumBlog - Mein Lieblingskuchen
Das Mädel vom Land - Zitronenkräuterkuchen mit weißer Schokolade und Kokos
Fliederbaum - Obstkuchen mit Haselnussteig
genial-lecker - Pflaumenkuchen mit Quark-Guß vom Blech
Madam Rote Rübe - Apfel-Nuss-Vollkorn-Kuchen nach Bratapfel-Art vom Blech
Unser Meating - Cheesecake-Brownies vom Blech

Donnerstag, 8. März 2018

Flódni

Es ist nun schon mehr als ein Jahr her, dass wir in Budapest waren. Immer noch stark in Erinnerung ist uns Flódni, ein traditioneller jüdischer Kuchen, den ich vorher nicht kannte. Er schmeckte so wunderbar, dass ich nicht verstanden habe, wieso den hier niemand bäckt! Inzwischen weiß ich, dass man den im Demel auch essen kann, aber dort bekommt man den in Tortenform unter dem Namen Schichttorte. Angeblich gehört Flódni auch im Cafè des jüdischen Museums zu den Fixpunkten auf der Speisekarte. Es spricht sich also doch in Wien herum, dass dieser Kuchen glücklich macht.

Was ich auch in Budapest gelernt habe: Man schreibt den Kuchen zwar mit D in der Mitte, aber das spricht man nicht aus, sondern man sagt Floooni, also das O schön in die Länge gezogen. Das habe ich von Angès, einer wirklich reizenden Fremdenführerin gelernt, die auch Verena durch Budapest geführt hat.


Ein bissl kann ich schon verstehen, warum Flódni nicht öfter zu finden ist: Es ist eine Menge Arbeit! Man muss rechtzeitig an die Rosinen denken und über Nacht einweichen, drei verschiedene Füllungen werden zubereitet, den Teig muss man erst machen, dann kühlen, dann wieder auf Zimmertemperatur kommen lassen, alles zu einem Kuchen zusammenstoppeln, schlussendlich den fertigen Kuchen einen Tag ruhen lassen, für die vollkommene Glückseligkeit Powidl-Sauce zubereiten. Sprich: Willst du am Samstag den Kuchen essen, fängst du am Donnerstag an. Das sind halt Gesichtspunkte, die mit dem Anspruch, dass man möglichst wenig Zeit in der Küche verbringen will, nicht in Einklang zu bringen sind. Jetzt wäre aber gerade die Jahreszeit, in die dieser Kuchen hervorragend passt. Vielleicht mag ja jemand nachbacken?

Das Rezept hat keinen bestimmten Ursprung. Ich habe es mir aus verschiedenen Quellen im Internet zusammengestoppelt. Was bei mir sehr unjüdisch ist: Ich nehme Butter, in der jüdischen Küche nimmt man Milchprodukte nur selten, also sind die Originalrezepte alle mit Margarine.


Für eine hohe Form mit den Maßen 25 x 35 cm

Teig
550 g Mehl
75 g Staubzucker
1 Prise Salz
200 g zimmerwarme Butter
150 ml kaltes Wasser
1 Ei

Füllungen 
Apfelfülle
6 mittelgroße, säuerliche Äpfel
2 EL Honig
1 Zitrone, den Saft
1 TL Zimt (wenn möglich frisch gerieben)

Walnussfülle
250 g Walnüsse, gerieben,
200 g Zucker
125 ml Weißwein
1 Hand voll Rosinen (über Nacht in den Weißwein eingeweicht)
1 EL Marillenmarmelade

Mohnfülle
175 g Mohn
75 g Zucker
75 ml Weißwein
1 Hand voll Rosinen (über Nacht in den Weißwein eingeweicht)
1 EL Marillenmarmelade

Zum Bestreichen
1 Ei mit 1 TL Obers (Kaffeeobers oder flüssiges Schlagobers) verquirlt

Zum Servieren
4 EL Powidl, mit einem Schuss Slibovitz (Zwetschkenschnaps) und heißem Wasser und zu einer dickflüssigen Sauce verrührt

Backpapier


Rosinen in Weißwein über Nacht einweichen. (Eher mehr Wein nehmen, denn die Rosinen saugen Flüssigkeit auf.)

Für den Mürbteig Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. Die zimmerwarme Butter dazugeben und rasch verkneten. Wasser und Eigelb in einer kleinen Schüssel verschlagen und zur Mehlmischung geben. Alles zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig entweder ganz in Folie wickeln und im Kühlschrank mindestens 2 Stunden durchkühlen lassen, danach auf Zimmertemperatur kommen lassen, vierteln und die einzelnen Teile auf gewünschte Größe auswalken. Verkürzen kann man die Kühlzeit, wenn man den Teig gleich viertelt und in großen Tiefkühlsackerln auf die gewünschte Größe auswalkt. An Tagen wie diesen, in denen es draußen Temperaturen wie im Kühlschrank hat, sind die Teigstücke am Balkon in einer Viertelstunde durchgekühlt und man kann sie einfach in die Backform legen. Hat man Platz im Kühlschrank, dann kann man das natürlich auch da drinnen kühlen. Beim Auskühlen der Füllungen hilft ebenfalls der Balkon.

Für die Apfelfülle bei 4 Äpfeln das Kerngehäuse herausstechen und in Scheiben schneiden - am besten mit der Gemüsehobel. Die beiden anderen Äpfel grob raspeln. (Ich habe die Äpfel wirklich mit Schale verarbeitet. Die Schale merkt man beim fertigen Kuchen nicht.) Die Äpfel mit Honig, Zitronensaft und Zimt in einem Topf zugedeckt köcheln lassen, bis sie weich sind, aber noch nicht zerfallen. Auskühlen lassen.

Die Rosinen aus dem Wein nehmen, abtropfen lassen. Eine Hälfte für die Nuss-, die andere für die Mohnfüllung zur Seite legen.

Für die Walnussfüllung die Nüsse reiben. Wein, und Zucker aufkochen, Nüsse und Rosinen dazugeben und köcheln, bis der Wein aufgesaugt ist. Marmelade einrühren. Auskühlen lassen.

Für die Mohnfüllung Zucker und Wein aufkochen, Mohn und Rosinen dazugeben, unter ständigem Rühren erhitzen, bis der Wein aufgesaugt ist. Marmelade einrühren. Auskühlen lassen.

Backpapier so in die Backform legen, dass das Papier noch deutlich über die Backform hinaussteht. Das Papier hilft später beim Herausheben des ganzen Kuchens!
Eine Teigplatte in der Größe der Form einlegen und die Apfelfüllung darauf verteilen. Eine weitere Teigplatte auf die Apfelfüllung legen und die Nussfüllung darauf verstreichen. Wieder eine Teigplatte einlegen und die Mohnfüllung darauf verstreichen. Die letzte Teigplatte ausrollen und auf die Mohnfüllung legen. Den Teig andrücken, mit einer Gabel einige Male einstechen und mit der Ei-Obersmischung bestreichen.

Den Backofen auf 175°C vorheizen und den Kuchen 10 min. backen, danach auf 150°C herunterschalten und 55 min. weiterbacken, bis der Kuchen goldgelb ist.

Nach dem Backen den Kuchen über Nacht stehen lassen.

Zum Servieren Powidl mit heißem Wasser und einem Schuss Slibovitz verrühren, bis man eine dickflüssige Sauce hat.
Kuchen in Stücke schneiden, mit der Powidlsauce beträufelt servieren.



Ein Stück Kuchen ersetzt fast eine Mahlzeit! Das ist ein Kuchen, den wir nicht einmal zu sechst auf einmal aufessen konnten. Aber er bleibt zum Glück etliche Tage saftig. Ich habe ihn mit Folie bedeckt im Kühlschrank aufbewahrt, was recht gut klappt.

Freitag, 1. Dezember 2017

[Rettungsaktion] Weihnachtliches Apfel-Goji-Mus

Da ist sie wieder, die Rettungsgruppe. Und hilft allen, die noch ein kulinarisches Weihnachtsgeschenk suchen. Ich freue mich, dass wieder ein erfolgreiches Rettungsjahr sich dem Ende zuneigt. Rund um Sina, die Giftigeblonde, und mich versammeln sich immer wieder einige BloggerInnen, um zu zeigen, dass man viele Sachen problemlos selber in der Küche machen kann, ohne zu viel Zeit oder Mühe investieren zu müssen.


Von mir gibt es etwas, das kann tatsächlich als Last-Minute-Geschenk gemacht werden. Wenn noch ein Apfel, ein Schluckerl Weißwein und ein Esslöffel Zucker daheim sind, dann kann man dieses Mus nachkochen. Die Goji-Beeren gibt es gleich ums Eck. Also vielleicht nicht überall, aber die Wahrscheinlichkeit ist schon sehr groß. In unseren Breiten ist das nämlich ein Unkraut, das richtig wuchert und sich durch Rhizome unkontrolliert ausbreitet, daher gar nicht so beliebt. Man muss diese Beeren nicht kaufen, wenn sie aus China kommen, es gibt auch heimische Zuchten, wenn man nicht selber sammeln will. Das Sammeln ist zugegebenermaßen mühsam, denn die heimischen sind noch kleiner als die, die man aus dem Geschäft kennt.

Hier ist ein Link zum Gemeinen Bocksdorn, falls noch jemand mehr darüber wissen will. Zum Beispiel auch, dass bei den importierten Beeren ein sehr hoher Anteil an Insektiziden gefunden wurde. Wär ja vielleicht ein Grund, dass man sich doch auf den Weg in die Natur macht.


Für 1 Glas:
1 Apfel (Boksop sind eine feine Sorte für diese Gelegenheit, weil diese Äpfel sehr gut zerfallen, sobald sie gekocht werden)
1 EL Zucker
⅛ l Weißwein
1 Prise Zimt
1 Prise gemahlene Gewürznelken
1 EL getrocknete oder 3 EL frische Goji-Beeren

Den Apfel schälen und in etwa gleich große Stücke schneiden. Den Zucker in einem Topf schmelzen und karamellisieren, das heißt, man wartet so lange, bis der geschmolzene Zucker hellbraun ist. Dann den Wein zugießen, die Apfelstücke hineingeben und alles köcheln, bis der Apfel ganz zerfallen ist. Dabei nicht weggehen, sondern ab und zu rühren, damit das Apfelmus nicht anbrennt. Gewürze und Beeren einrühren. Mus kochend heiß in ein Glas mit Schraubdeckel füllen und gut zuschrauben.



Und was macht man nun damit? Wenn man es verschenkt, dann sollte man zumindest ein hübsches Mascherl drum herum binden. Da kann man dann gleich den Tipp darauf schreiben, dass man das Mus wie jedes andere Mus zum Beispiel zu Kaiserschmarrn servieren kann. Oder zum Zubereiten von Granola verwenden. Oder auf ein Brot streichen. 



Und nun kommen die Links zu meinen Mitretterinnen:

Aus meinem Kochtopf - Pastrami selbst gemacht - Für kurze Zeit mit Schleifchen
Barbaras Spielweise - Quitten-Chutney
Brittas Kochbuch - Stollenkonfekt
Brotwein - Partysonne / Brötchensonne - Rezept für Mini-Partybrötchen
Cakes Cookies an more - Chilisalz
Das Mädel vom Land - Kokostrüffel
evchenkocht - Rumkugeln
Fliederbaum - Rustikale Dinkel-Vanillekipferl
Food for Angels and Devils - beef jerky - extra scharf
genial-lecker - Quitten-Orangen-Gelee
giftigeblonde - Würzsalz mit Karotten, Petersilie und Sellerie
Karambakarinaswelt - Manadarinen Marmelade
Katha kocht! - Weihnachts-Gewürz selber machen
Kleines Kuliversum - Apfelstrudel Marmelade
Leberkassemmel und mehr - Geschenke aus der Küche: Adventslikör
lieberlecker - gewürzte Nüsse
Madam Rote Rübe - Dinkelvollkornnudeln
Münchner Küche - Gebrannte Mandeln mit Zimt und Sternanis
Obers triftt Sahne - Gebackener Adventskalender
our food creations - Karamellsirup & Honig-Lebkuchen
Pane-Bistecca - Kakao Lollipops 
Summsis Hobbyküche - Walnuss - Krokant
The Apricot Lady - Baguette-Backmischung zum Verschenken
Unser Meating - Herzhafte Cantuccini


 

Mittwoch, 12. Oktober 2016

[Gastbeitrag] Geburtstagsapfelkuchen

Mein Blog kriegt - ganz wie ich - mittlerweile graue Haare. Seit 2010 ist er online, hat mir ein bisschen Ärger, aber viel mehr Vergnügen bereitet. Ich freue mich sehr, dass mir Sina, die Giftige Blonde, einen Kuchen zum Geburtstag bäckt. Zu meiner großen Freude sind alle Zutaten bio - sie kennt mich und weiß, wie ich am liebsten genieße.

So schauen gute Äpfel aus! Nicht auf Hochglanz poliert und völlig ebenmäßig. Und so ist ein Bio-Ei gekennzeichnet, mit 0 am Anfang.

Liebe Susi!
Ich wünsche Dir und Prostmahlzeit noch viele, viele Inspirationen, die du dann für uns bloggst. 6 Jahre ist schon eine besonders lange Zeit und dein Blog gehört zu denen, die ich immer lese, egal welches Posting da kommt. Und um meine Dankbarkeit zu beweisen, habe ich dir Kuchen mitgebracht, mit Äpfeln aus meinem Garten, getrockneten Feigen aus Kroatien (jaaa ich hab wieder welche mitgenommen, weil die sooo gut schmecken) und mit einem Baiserhäubchen, in dem selbstgemachtes Apfelgelee den Großteil des ledigen Zuckers ersetzt. Ich hoffe, würdig für deine Geburtstags Tafel.



Apfel–Feigen Kuchen mit Baiserhäubchen mit Apfelgelee 

Zutaten für eine 26er Tortenform

Teig:
100 g Butter
70 g Kristallzucker
1 ganzes Ei, zwei Dotter
100 g glattes Mehl
1 Tl. Weinsteinbackpulver
2 Essl. Milch
1 Tl. Vanillezucker

Baiserhäubchen:
90 g selbstgemachtes Apfelgelee (Rezept fürs Gelee)
30 g Kristallzucker
1 Prise Salz
15 g Maizena (da wird der Baiser standfester)
 2 Eiklar

Füllung:
ca. 600 frische Äpfel, schon entkernt und geschält gewogen, in Schnitzen
etwas gemahlener Zimt
100 g getrocknete Feigen, in Scheiben
 flüssige Butter und etwas Mehl für die Tortenform

Eier und Butter am besten schon vorher auf Zimmertemperatur bringen, sprich rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen. Backofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen 26er Tortenform mit der weichen Butter ausstreichen und mit dem Mehl bestäuben Aus den Zutaten für den Teig einen Rührteig herstellen und gleichmäßig in die Form streichen, 15 Minuten backen.

In der Zwischenzeit die Äpfel vorbereiten, ich hatte nach Entkernen und Schälen ca. 600 g, das reicht gut für die Größe der Form. Die Feigen in Scheiben schneiden.

Die Eiklar für den Baiser mit der Prise Salz sehr schaumig rühren, dann Zucker und Apfelgelee hinzufügen, weiterrühren, Maizena zufügen und solange rühren bis eine glänzende Masse entsteht, die Spitzen zieht, wenn man den Rührhaken rausnimmt. Den Kuchen aus dem Backror holen, die Äpfel und die Feigen auf dem Boden verteilen und zum Schluss die Eiklarmasse verstreichen oder wer mag nimmt einen Spritzbeutel und macht schöne Tupfen - was ich nicht kann, Spritzsack und ich sind Feinde fürs Leben ... Also ich verstreiche die Eiweißmasse schön auf den Äpfeln/Feigen und mach dann mit einem Kochlöffelstiel ein paar Muster rein, die man nach dem Backen nicht mehr gesehen hat. Den Ofen auf 150° zurückschalten und den Kuchen nochmal 35 Minuten backen. Mein Ofen hat 5 Einschübe, ich habe den zweiten von unten genommen, habt ihr nur vier, dann den der am weitesten unten ist. Damit nix verbrennt.

So schwer es fällt, man sollte diesen Kuchen gut in der Form auskühlen lassen, weil sonst der Baiser zerstört werden könnte, wenn man die Form entfernt. Aber dann ... sofort verkosten!



Liebe Susi, ich hoffe dein Geburtstagskuchen gefällt Dir! Feier schön mit deinem Blog!
Liebe Grüße Sina :-)

Sonntag, 29. Mai 2016

[Gastbeitrag] Erdäpfelknödel mit Apfel-Mohnfüllung

So etwas lob ich mir: Ich genieße die italienische Sonne und mein Blog macht und tut. Also nicht der Blog, sondern liebe Leute. Heute spendiert die Giftigeblonde ein richtiges Sonntagsessen. Mir rinnt allein bei dem Gedanken dran das Wasser im Mund zusammen!

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Guten Morgen ins Turbohausfrauenland! Die Susi urlaubt, was ich ihr absolut gönne, sie hat sich das verdient! Aber Prostmahlzeit soll inzwischen nicht ganz leer bleiben, so habe ich für etwas Nettes für Euch vorbereitet.
Warme Mehlspeisen sind ja hier in Österreich besonders beliebt, auch haben wir uns einiges an böhmischen Rezepten angeeignet, seien es die Powidltascherl oder auch zb. Germknödel. Ich habe heute Erdäpfelknödel mitgebracht. Und zwar süße. Die Susi isst gerne Mohn, ich habe Mohn da und Äpfel, also gibt’s: Erdäpfelknödel mit Apfel-Mohnfüllung



Zutaten für 6 Knödel
400 g in der Schale gekochte Erdäpfel (solche für Püree und Knödel)
1 Ei
100 g Mehl
50 g Weizengrieß
80 g zerlassene Butter
1 Prise Salz

Füllung:
60 g gemahlener Mohn
100 ml Milch
2 Essl. Zucker
100 g kleine frische Apfelwürfelchen
Ev.  Prise selbstgemachter Vanillezucker und eine Prise Zimt

Flüssige Butter und gemahlener Mohn mit Staubzucker versiebt


Die gekochten Erdäpfel ausdampfen lassen und sie durch die Erdäpfelpresse drücken. Nochmals abkühlen lassen, sonst gerinnt das Ei. Nun alle restlichen Zutaten hinzufügen und gut durchkneten. Erdäpfelteig soll man nie zulange kneten, weil er dann zäh werden kann und sich nicht mehr gut verarbeiten lässt. Für die Fülle die Milch aufkochen, Zucker und Mohn hinzufügen und nochmal aufkochen. Danach vom Herd nehmen und den Mohn quellen lassen. Die Masse sollte nicht mehr flüssig sein. Wer mag fügt nun Vanillezucker und Zimt hinzu. Wenn die Mohnmasse abgekühlt ist, die Apfelstückchen unterrühren. Den Teig in 6 gleiche Teile oder je nach Wunsch zerteilen und flache Fladen formen, darauf eine großzügig bemessene Portion der Fülle geben und den Teig zusammenklappen und zu einem Knödel formen. In reichlich kochendes Salzwasser einlegen und dann den Herd zurückschalten, die Knödel sollen jetzt mehr dahinsieden als wirklich kochen, sonst kann passieren dass die hübschen runden (naja bei mir nieee ganz rund) Knödel zerfallen bei zuviel Hitze. Nach ca. 20 Minuten sind die Knödel fertig, mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser holen, auf einem Teller platzieren, die flüssige warme Butter und die Mohnzuckermischung dazugeben und sofort verzehren. Und nein, das ist kein Gericht für Kalorienzähler, sondern eines für Genießer!

Liebe Susi, genieß deinen Urlaub mit dem Turbohausmann weiter!
Allen einen schönen Tag!

Eure Giftigeblonde





Danke, liebe Giftigeblonde für das tolle Rezept! Wenn mein Blog so toll betreut wird, kann ich mich ja weiter im sonnigen Süden vergnügen. :)

Freitag, 15. April 2016

Haferflocken-Rote Rüben-Müsli

Wie in meiner Buchbesprechung angekündigt, stelle ich das Rote Rüben-Müsli vor, von dem ich beim ersten Durchlesen dachte: Nein, kann man nicht essen. Von wegen! Es ist mittlerweile zu einem meiner Standardmüslis geworden, weil es wirklich ganz toll schmeckt. Wieder ein Grund mehr, mich mit einem argen Seufzer des Bedauerns von der Rote Rüben-Saison zu verabschieden.

Das Müsli ist übrigens ein gutes Beispiel für die Rezepte aus dem Buch: gelingsicher. Da kann man einfach nichts falsch machen. Aber trickreich! Viele Zutaten, die wunderbar auf einander abgestimmt sind. Und wehe, man liest sich das Rezept nicht durch und versäumt es, die Flocken mindestens 4 Stunden einzuweichen, dann darf man einige Stunden mit knurrendem Magen warten!


Für 4 Portionen:
1/2 l Rote Rüben-Saft
20 g Zucker
250 g Haferflocken (ich: feine)

100 g Rote Rüben, gekocht, gerieben
400 g säuerliche Äpfel, geraspelt
50 g gehackte Haselnüsse (ich nehme nur mehr die aus dem Piemont)
30 g geröstete Pistazien (ich: gehackt)
50 g Gojibeeren, eingeweicht (nach dem Einweichen 130 g)

150 g griechisches Joghurt


Zucker und Haferflocken mit dem Rote Rübensaft vermischen, 4 Stunden ziehen lassen. Ich habe das nach dem ersten Versuch über Nacht gemacht und das geht auch super. Beim ersten Mal habe ich die Goji-Beeren in Wasser eingeweicht, aber danach einfach immer mit den Haferflocken in den Rote Rüben-Saft gegeben - die Menge vom Saft habe ich nicht erhöht, weil die kleine Menge Beeren nicht wirklich ins Gewicht fällt.
Na jedenfalls macht man mit der Haferflockenmischung einen kleinen Berg am Teller und macht in der Mitte eine Grube, die man mit dem griechischen Joghurt füllt. Alles richtet man schick mit den geriebenen Roten Rüben, Apfel, Haselnüssen, Pistazien und Goji-Beeren an.


Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Ich hab schon wieder Rote Rüben und Rote Rüben-Saft gekauft, weil ich muss das immer wieder haben. Schmeckt himmlisch!

Freitag, 22. Januar 2016

Sinas Bosnische Äpfel

Ich muss ja gestehen, dass mich dieses Dessert gar nicht so besonders angesprungen ist, als ich es bei Sina gesehen habe. Erst jetzt nach Weihnachten haben wir uns drüber unterhalten und sie hat mir die Äpfel sehr ans Herz gelegt, also habe ich sie nachgemacht. Im Original braucht man dazu eine Creme, die ich nicht kenne und auch nicht wüsste, woher ich sie nehmen soll. Aber Sinas Hausfreund, der ein wirklich Wissender in Sachen Patisserie ist, hat bei ihr damals kommentiert, dass französische Zuckerbäcker gern Schlagobers mit Mascarpone aufschlagen und genau das habe ich gemacht.

Gemacht ist dieses Dessert schnell, gegessen garantiert noch viel schneller.

Fotoupdate: auch 2017 schmeckt dieses Dessert noch ausgezeichnet!


Für 2 Personen:
2 möglichst große Äpfel
100 g Schlagobers
50 g Mascparone
1 Esslöffel selbst gemachter Vanillezucker
100 g fein gemahlene Walnüsse
2 Walnusshälften
1/8 l Weißwein
3 Nelken
1 Zimtstange
2 EL Kristallzucker

Die Äpfel schälen und sehr, sehr großzügig das Kernhaus ausstechen - es soll möglichst viel Fülle reinpassen.
Weißwein mit gleich viel Wasser, den Gewürzen und dem Kristallzucker aufkochen, die Äpfel darin 2 min. köcheln lassen, dann umdrehen, damit die obere, noch rohe Seite nach unten in den Sud wandert, vom Feuer nehmen und die Äpfel so vollkommen auskühlen lassen.
Für die Creme das flüssige Schlagobers mit Vanillezucker und Mascarpone aufschlagen. Diese Mischung wird tatsächlich schön steif! Die geriebenen Nüsse einrühren. Die ausgekühlten und gut abgetropften Äpfel in Schüsselchen setzen und die Creme einfüllen. Ich habe das mit einem Dressiersack gemacht, das hat den Vorteil, dass man die Creme wirklich von unten anfangend in den Apfel reinbringt. Reichlich Creme nehmen! Oben drauf die Walnusshälften setzen.


Manöverkritik: Sucht, Sucht, Sucht! Und sagt bitte nachher niemand, ich hätte keine Warnung ausgesprochen, gell!

Sehr gut könnte ich mir diese Creme auch in einer schokoladigen Biskuitroulade vorstellen. Ich werde berichten. :)