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Freitag, 5. Juli 2013

Luxusweckerl

Nun stand ich erstmals vor dem Problem: Welche Stichworte nehme ich denn nun? Das ist ja nun nichts, das man als Jause oder belegtes Brot abtun könnte. Obwohl es eigentlich beides ist. Das ist nämlich wirklich Luxus pur und auch entsprechend viel Arbeit. Gefunden habe ich dieses Rezept aus dem Jahr 2006 durch Zufall, als mir der Newsletter von essen&trinken ins Haus flatterte und mir irgendein belegtes Baguette vorschlug. Das klang aber nicht so nach meinem Geschmack, also begann ich, nach verwandten Rezepten zu suchen und fand dieses hier.

Also fangen wir einmal mit den Weckerl an: Erstmals aufgefallen sind sie mir bei Pimpimella, von der habe ich die Idee, alle möglichen Kerne und Saaten auf die Weckerl zu streuen. Pimpimella wiederum hatte das Rezept von Sandra, from snuggs kitchen, die liebe Zorra hat die Weckerl mit Buttermilch nachgebacken.
Was ich ganz sicher nicht machen werde, dieses Rezept noch einmal veröffentlichen, dazu gibt's ja die Links, die ich gesetzt habe. Dazu nur schnell gesagt: Ich habe die Weckerl einmal mit Dinkelmehl und einmal mit Weizenmehl gemacht, beides klappt super. Eine Nachbackempfehlung gibt es von mir auf jeden Fall!



So, Weckerl fertig, nun geht's an die Füllung!

Für 4 Portionen
4 Scheiben Toastbrot
2 El Rosmarinnadeln
40 g Pinienkerne
2 Hähnchenbrustfilets ohne Haut, in 8 dünne Schnitzelchen geschnitten
Salz
Pfeffer
50 g Mehl
2 Eier
Butterschmalz zum Frittieren
2 rote Paprika
70 g getrocknete Paradeiser
5 El Honig
3 El Dijon-Senf
3 El Olivenöl
200 g Büffelmozzarella
50 g Rucola
100 g Römersalat
30 g Parmesan
einige Basilikumblätter

4 von den genialen Weckerln


Toastbrot zerkleinern, 1 El Rosmarinnadeln fein schneiden und gemeinsam mit den Pinienkernen im Zerleinerer nicht zu fein hacken. Der Zerkleinerer muss nicht penibel gereinigt werden, einfach ausklopfen reicht. Der kommt nachher noch einmal zum Einsatz, der Rosmarinduft stört dabei nicht.

Paprika rundherum grillen, bis die Haut schwarz ist. In ein luftdicht schließendes Gefäß geben, bis sie ausgekühlt sind. Dann die Haut abreiben. Nicht waschen, sonst wäscht man einen Teil vom Aroma weg. Paprika entkernen und in grobe Stücke zerreißen.

Getrocknete Paradeiser, Honig, Senf, die Hälfte vom Rosmarin, Olivenöl, etwas Salz und grob gemahlenen Pfeffer im Zerkleinerer zu einer feinen Creme mixen.

Mozzarella in dünne Scheiben schneiden, Parmesan fein hobeln (das geht am besten mit der Trüffelhobel).

Hähnchenbrustschnitzel salzen und pfeffern. Eine Panierstraße aus Mehl, verschlagenen Eiern und dem Rosmarin-Pinienkern-Brösel-Gemisch machen. Die Schnitzel panieren und in heißem Butterschmalz schwimmend ausbacken. Auf Küchenrolle abtropfen lassen.

Rucola und Römersalat waschen und trockenschleudern.

Die Weckerl halbieren, die unteren Hälften mit der Paradeiscreme bestreichen. Mit Paprika, Rucola, Basilikum, Mozzarella, Schnitzerln, Römersalat und Parmesan belegen, mit der zweiten Weckerlhälfte zudecken. Essen.



 

Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Fast food ist das sicher nicht, weil man steht - auch wenn man die Weckerln kauft - ganz schön lang in der Küche.
Die Dinger sind unmöglich zum Essen! Rundherum fällt der Inhalt heraus, man sabbert alles an. Wie das halt so ist bei allen so massiv gefüllten Weckerln.
Aber das schmeckt! Und wie! So eine feine Komposition von Aromen. Ein richtig schönes Wohlfühlessen. 




Dienstag, 2. Oktober 2012

Schon wieder rinnender Käse

Nachdem mir ja schon einmal Camembert quer durch das Backrohr geronnen ist, hab ich dazugelernt. Aber auch gelernt, dass rinnender Camembert sehr gut schmeckt. Und in Wolkenfees Küchenwerkstatt hatte ich ein Rezept gesehen, das mir sehr nachahmenswert erschienen ist. Ein Rezept von Herrn Chakall, einem Fernsehkoch, der mir bis dahin entgangen war. Aber die Angaben waren so, dass der Camembert nur erwärmt wird. Das war mir zu wenig, daher habe ich den Käse 20 Minuten im Rohr gelassen.

Käse in eine kleine ofenfeste Form stellen, über kreuz einschneiden, mit 2 EL Honig und 2 EL rosa Pfeffer bestreuen.
Bei 180 Grad 20 min. im vorgeheizten Rohr backen.
Mit Baguette die Rinde vom Käse aufreißen und den Camembert auftunken.

Käsesfondue im Schnellverfahren quasi.

Gestern auf Balkonien genossen, daher war es besonders gut.

Montag, 27. August 2012

Feta-Chili-Dingsda

Am Samstag waren wir auf einem Fest eingeladen. Es waren auch alte Bekannte dort, die wir schon länger nicht mehr gesehen hatten und die, wie ich aus Schilderungen vorher gehört hatte, eine absolute Traumwohnung bezogen hatten. Natürlich wollte ich beim Wiedersehen gleich wissen, wie es ihnen denn in der neuen Wohnung geht. Sagten die ganz lapidar: "Ja, eh."
Öhm, ich war leicht erstaunt und wollte wissen, was denn nicht passen würde. Dann wurde ich aufgeklärt: Das ist nicht mehr en vogue, Begeisterung zu zeigen. Der gstandene Wiener sagt also, wenn er restlos begeistert ist, "ja, eh." Ganz was anderes ist es, wenn man sagt: "Geht so", das ist dann nämlich was ganz Schlechtes.
Hm ... Ich muss an meiner Ausdrucksweise wohl noch arbeiten.

Lemon Drop - sogar ein bissl zu reif, denn nach dem Farbumschlag von grün auf gelb folgt noch einer von gelb auf rot; erntereif sind die Lemon Drop, wenn sie gelb sind (Erratum: Irrtum! Das war keine Lemon Drop, denn die hat keinen weiteren Farbumschlag nach gelb.)

Seit einem Jahr gibt es bei uns in der warmen Jahreszeit immer wieder ein Standardgericht, eben dieses Feta-Chili-Dingens. Gesehen hatte ich dieses Nigel Slater-Rezept bei German Abendbrot und gleich beim ersten Mal probieren war ich ganz begeistert  dachte ich: "Ja, eh". Und daher gibt es das nun immer wieder, weil sowohl Chili als auch Paprika gerade reif sind. Noch dazu ist es im Nu fertig, was ja auch kein Fehler ist.

Schokopaprika - die sind reif, wenn der Farbumschlag von grün auf braun erfolgt ist; wartet man noch länger, werden auch sie rot.


Und nun die Bildergeschichte vom Feta-Chili-Dingsda:
2 Schokopaprika und 2 Lemon Drop (Original sind es nur 3 Chilis), jeweils entkernt und in Streifen geschnitten, mit 3 zerkleinerten Frühlingszwiebeln in Olivenöl andünsten. Alles miteinander dünsten, bis die Gemüse schön weich geworden sind. Gemüse zur Seite schieben und ein Stück Feta (ca.100 g) in die Pfanne legen. Gemüse drüberschaufeln, Hitze zurückdrehen und den Käse ein paar Minuten erwärmen. Nicht komplett schmelzen, weil man muss den ja auch noch irgendwie aus der Pfanne heben können.

Ein Weckerl aufschneiden, Käse samt Gemüsemischung auf das Weckerl heben, mit zerpflücktem Koriander bestreuen.

Weckerl zuklappen, reinbeißen und wienerisch denken: ja, eh.




Mein August-Beitrag zur Cucina rapida.

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Donnerstag, 16. August 2012

Etwas für Holzhacker

Okay, man kann das auch essen, wenn man nicht gerade Holz gehackt hat, aber so von wegen Kalorienzufuhr täte man gut daran, sich körperlich entsprechend zu betätigen, wenn man sich so ein Weckerl zu Gemüte führt. Wir haben die Sache noch getoppt, weil das war ein Restlessen - am Vortag hatten wir ein Riesentrum Schweinsschulter gegrillt, also hatten wir zwei Tage hintereinander das Vergnügen.

Jetzt ein Alibi-Foto - ist ja schließlich auch Salat im Weckerl!
Blattsalate aus meiner asiatischen Salatmischung

Den Schweinsbraten hatten wir wie in Elines genialem Rezept vorbereitet, also Schwarte über kreuz einschneiden, bei Zimmertemperatur 2 Stunden mit der Schwarte in Wasser legen. Gewürzt wurde der Braten nur mit Salz, Pfeffer und Knoblauch. 1 1/2 kg Fleisch haben wir 1 1/2 Stunden indirekt gegrillt, dabei alle 15 min. mit Bier bepinselt. Kerntemperatur: 65 Grad.
Das Ergebnis war zum Umfallen! Ganz saftiges Fleisch und herrlich knusprige Kruste!
Wir hatten Gäste und da renn ich nicht gern mit der Kamera durch die Gegend und knipse wie wild herum, also gibt es von dem fertigen Braten kein Foto. Ich muss meinen  Blog als Gedächtnisstütze gebrauchen, damit wir nicht vergessen, wie lange das Fleisch auf dem Grill gebraucht hat und wie die Kerntemperatur war, denn das war tatsächlich der perfekte gegrillte Schweinsbraten, wie wir ihn noch nie hingekriegt haben.



Restlessen am Tag nach dem perfekten Schweinsbraten:

Für die Weckerl den kalten Schweinsbraten möglichst dünn aufschneiden. Für den Turbohausmann kommt Frau Bushcooks Whiskey-BBQ-Sauce (habe ich sehr scharf gemacht, weil ich meine eigenen Chilis unterschätzt habe) aufs Weckerl, für mich das Rhabarber-Ingwer-Chutney (auch ein bissi scharf, aber ganz anders, Ingwer-Schärfe halt) von German Abendbrot. Blattsalate, Paradeiser, Gurken, Pfefferoni. Schweinsbraten dazulegen und ab in den Kalorienhimmel!




Samstag, 14. Juli 2012

Camembert-Burger mit scharfem Ribiselchutney

Es gibt Postings, da würde ich lieber nicht verraten, wo ich die Idee her habe! Die Fotos vom Originalrezept sind nämlich so toll, dass ich da nie im Leben mithalten kann. Aber macht nix, irgendwann lerne ich es vielleicht doch noch.

Das Rezept für das Ribiselchutney stammt von mir und die Menge reicht für 2 Gläser. Es passt auch gut zu anderem Käse oder zu Gegrilltem.


Zuerst das Rezept für das Chutney:

1/2 kg rote Ribisel
1 Zwiebel
1 EL Olivenöl
1/4 kg Zucker
1/8 l  milder Rotweinessig
Salz, Pfeffer
3 scharfe Chilischoten (wer es nicht so scharf mag, entfernt die Kerne)
1/2 TL Zimt

Ribisel waschen und von den Stängeln zupfen. Die Zwiebel schälen und würfelig schneiden, in Olivenöl anschwitzen. Den Zucker zur Zwiebel geben und karamellisieren. Ribisel dazugeben, kurz mit anschwitzen, mit dem Essig ablöschen. Alle anderen Zutaten dazugeben und ca. eine Stunde einkochen lassen. Das Chutney soll dickflüssig sein.
Kochend heiß in Gläser mit Schraubverschluss füllen, einige Zeit kopfüber auf dem zugeschraubten Deckel stehen lassen.



So schön hatte ich alles vorbereitet!
Zutaten:
1 Weckerl (= Brötchen) nach Wahl
1 runder Camembert nach Wahl
1 Knoblauchzehe
1 TL Olivenöl
1 EL grob gehackte Petersilie
1 Schalotte
Rucola
1 EL Ribiselchutney

vielvielvielviel Alufolie!



Vom Camembert einen Teil des Deckels abschneiden, den in Scheibchen geschnittenen Knoblauch hineinlegen. Dem Camembert eine Hülle aus Alufolie machen, die den Käse auffängt, wenn er ausrinnen sollte.


Die gehackte Petersilie auf den Knoblauch legen, mit etwas Olivenöl beträufeln. Den Camembert im vorgeheizten Rohr bei 180 Grad ca. 20 min. backen. In der Zwischenzeit das Weckerl auseinanderschneiden, den Boden mit Rucola und gehackter Schalotte belegen, den Deckel mit dem Ribiselchutney bestreichen.



Ja, dumm gelaufen, zurück an den Start! Vorher allerdings Backrohr putzen.

Ergänzung: Man macht dem Camembert eine Hülle aus 3 Lagen Alufolie, damit die auch wirklich dicht hält. 


Na bitte, so klappt das! Und es schmeckt saugut! Ehrlich.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Crostini Sp Sp Sp

Schallplatte hängen geblieben? Sp Sp Sp ...


Nein, das ist die Zutatenliste:
Crostini: Man nehme 1 Stück altes Brot, beträufle es mit ein wenig Olivenöl und brate es auf beiden Seiten knusprig.
Sp 1: Spargel - in wenig Olivenöl sanft braten (damit beginnen, dauert am längsten), mit Salz und Pfeffer würzen.
Sp 2: Speck in kleine Würfel schneiden, in ganz wenig Olivenöl mit einer halben, streifig geschnittenen Schalotte anrösten, salzen, pfeffern und mit einem Schuss weißem Balsamico ablöschen.
Sp 3: Spiegelei - Ei in Öl (nicht zu heiß) braten, sehr dezent salzen (kommt ja noch Sp 2 drauf).

Und das war auch schon die Zubereitung.
Turbohausfrauenessen eben. ;)






Mein Mai-Beitrag für die Cucina Rapida.

 Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Mittwoch, 25. April 2012

Radicchio mit Ei "over easy"

Nachdem ich gestern schon so ein schönes Focaccia gezeigt habe, muss ich nun auch noch posten, was es dazu gab. Ich hatte noch Radicchio Trevisano (= Tardivo) ergattert, aus dem ich eine Vorspeise gezimmert habe. Eigentlich wollte ich dazu pochiertes Ei machen, aber Herr Lamiacucina hatte gerade seine Daniel Düsentrieb-Methode vorgestellt, da kann Jamie Olivers Variante, die ich nehmen wollte, nur abschmieren. Also habe ich eine Urlaubserinnerung ausgegraben. Ich habe eigentlich keine Ahnung, warum ich sonst nur in den USA Eier over easy esse. Die sind nicht so wie Retsina, den man nur in Griechenland trinken kann. Diese Eier schmecken auch daheim gut! Und über Trevisano braucht man ja eh nicht zu reden, wenn man bittere Sachen mag. Der ist einfach immer perfekt.

Hiermit führe ich auch gleich ein neues Stichwort ein, nämlich Jause. Ab und zu braucht es etwas feines Kleines zwischendurch und dieses Essen passt da hervorragend.


Radiccio waschen, gut abschütteln, in Stücke schneiden und in wenig Olivenöl rundherum braten. Salzen und mit Balsamico beträufeln.


In einer beschichteten Pfanne ein bissi Olivenöl heiß werden lassen, ein Ei aufschlagen und ins Öl geben, also quasi ein Spiegelei braten. Nach 2 Minuten wenden, noch einmal 2 Minuten braten.

Radicchio auf einem Teller anrichten, das gebratene Ei oben drauf legen, mit Fleur de Sel bestreuen.


Und weil das alles so ca. 5 Minuten dauert, darf das Rezept bei der Cucina rapida dabei sein. Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de