Es gibt wirklich sehr viele Gründe nach Kuba zu fliegen, das Land ist wunderbar und faszinierend, ich möchte die Zeit dort in keiner Weise missen, aber ich muss sagen: Das Essen ist fast immer ein Jammer!
Ich konnte es anfangs nicht wirklich glauben, dass das so ist, aber
nach vielen Recherchen ist mir das schon im Vorfeld klar geworden, was
auf uns zukommen wird: Reis mit Bohnen oder Bohnen mit Reis. Die Farbe
der Bohnen wechselt je nach Teil des Landes, das war's dann aber so
ziemlich. Wenn die Bohnen schwarz sind, nennt man das Moros y Cristianos.
Auf dem Foto sieht man die Luxusvariante, da ist nämlich sogar Zwiebel
drinnen und das Kochwasser der Bohnen ist mit dem Reis vermischt. Es
geht auch ganz anders - gekochte Bohnen mit gekochtem Reis ohne Salz und
knochentrocken ist durchaus üblich.
Irgendwann im Laufe der Zeit beschlich mich der Verdacht, dass ich mein bestes Essen des Urlaubs wohl im Flugzeug gegessen hatte.
Wo Kubaner Lebensmittel einkaufen außer in solchen Geschäften, ist uns nicht wirklich klar geworden. Das ist übrigens schon ein Allzweck-Lebensmittelgeschäft, denn oben neben der Kokosnuss und links neben der Waage sieht man einen Bund Spaghetti, was wirklich der Gipfel von Luxus auf Kuba ist. Irgendwas Flüssiges ist in den Flaschen auch noch abgefüllt - ich habe versucht herauszufinden, was es ist, aber meine paar Brocken Spanisch haben dazu leider nicht ausgereicht.
Ein wenig besser war es dann in Havanna, wo man auf Handwägen auch
diverse Wurzeln zu sehen bekam. Angeblich ist Cassava, eine dem Maniok verwandte Wurzel, sehr gut, die
hätte ich direkt gekauft und nach Wien mitgenommen, wenn ich sie irgendwo gesehen
hätte, aber leider hatten wir nie das Glück.
Dadurch, dass es zwei Währungen auf Kuba gibt (Peso für Kubaner, CUC für Ausländer) sind die Preise für Touristen übrigens horrend. Der Wechselkurs war 1,20 CUC = 1 Euro.
Hier 1,50 CUC bzw. Pesos für 1/2 Kilo Wurzeln, das sind ungefähr Preise wie am Naschmarkt in Wien.
Das war der erste Urlaub, in dem ich glücklich über das Essen in den Hotels war. Hier ein Frühstücksteller mit Pancackes, Honig, Churros, Papaya, Ananas und links einer Canistel.
Canistel hatte ich vorher noch nicht gesehen und noch nie probiert. Die Frucht schmeckt nicht sehr intensiv, ist süß, recht mehlig, ein wenig in Richtung Banane und hinterlässt einen sehr angenehmen Nachgeschmack.
Hier eine angenehme Ausnahme beim Essen: Ein Lokal namens "Hanoi" in Havanna. Angeblich stammt das Lokal aus Zeiten, in denen es enge politische Beziehungen zwischen Vietnam und Kuba gab, und die Fama sagt, man kann dort authentisch vietnamesische Küche genießen. Die Karte war recht überschaubar und vietnamesisch klang gar nichts. Das Essen war aber in Ordnung und recht günstig. Und es sah auch wirklich aus wie Essen. Vor allem einmal ohne Bohnen!
Noch ein Foto aus dem "Hanoi": In fast jedem Lokal in Kuba wird Musik gemacht. Und die ist fast immer toll. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Menschen mit so viel Gefühl für Musik erlebt. Das fängt schon an, wenn man aus dem Flughafen hinausgeht: Auch dort wurde live Musik gemacht und alle Bus- und Taxifahrer standen dort und wiegten sich im Takt. Dieser Anblick war ein wunderbarer Empfang!
Ein einziges Mal haben wir wirklich genial gegessen und zwar im La Guarida.
Zu diesem Lokal muss ich nun ein bisschen mehr schreiben, denn so etwas sieht man nicht alle Tage.
Auf Kuba ist es normal, dass Lokale nicht im Erdgeschoss sind, sondern im ersten oder zweiten Stock. Das La Guarida ist im dritten Stock, erreichbar über diese abenteuerliche Treppe. Man findet auch ein Schild: "Mind your steps - we want you to come back".
Im zweiten Stock ist die Wäsche anderer Hausbewohner aufgehängt, da muss man sich erst einmal durchkämpfen. Im dritten Stock steht man dann vor einer normalen Wohnungseingangstür mit einem Spion dran, durch den man erst einmal genau beäugt wird, ob man würdig genug ausschaut.
Man gelangt in eine Wohnung, es waren
drei Zimmer, die alle nicht sehr groß waren. Alles voll mit Tischen,
gedeckt mit schönen alten Jacquard-Tischdecken und Silberbesteck, Kerzenlicht.
Auf dem Foto die winzige Küche, in der vier Köche in einer unglaublichen Perfektion und Harmonie arbeiten.
Und nun kommt der Jammer: Durch das Kerzenlicht war es so dunkel, dass
ich keine brauchbaren Fotos machen konnte. Entweder alles grau-schwarz
oder mit Blitz alles überbelichtet.
Das Essen war so gut und die Fotos sind alle ein Krampf. Ich stelle daher nur das Foto von Yucca-Wurzeln ein, die habe ich nämlich unter anderem dort gegessen. Aber auf jeden Fall von mir eine ganz dringende Empfehlung, falls es jemanden einmal nach Havanna verschlagen sollte: unbedingt hingehen! Und rechtzeitig reservieren. Das La Guarida ist auf lange Zeit im voraus ausgebucht. Das Essen war im Endeffekt nicht sehr teuer - vor allem nicht im Vergleich dazu, was man für sonst auf Kuba bezahlt. Das sollte man sich einmal im Urlaub gönnen. So kann Essen nämlich auf Kuba auch schmecken - einfach nur toll!
Freitag, 23. November 2012
Donnerstag, 15. November 2012
La vida es no Ponyhof - oder so ...
Als wir dieses Graffiti in Havanna fanden, haben wir von Herzen gelacht - es hat sich tatsaechlich bis Kuba herumgesprochen! Aber die Kubaner haben ein probates Mittel gefunden, um sich das Leben dennoch zu einem Ponyhof zu machen - Rum!
Zum Beispiel in einer direkt vom Baum gepflueckten Kokosnuss.
Und schon sieht man bunte Schmetterlinge ...
In Form von Kuba Libre und Miami White - Letzteres kannte ich bisher nicht, moeglicherweise eine kubanische Erfindung
Rumpunsch und Daiquiri
Das alles zusammen konsumiert laesst schicke Katzen erscheinen.
Noch einmal Daiquiri, aber von einem anderen Barman gemixt.
Erzeugt Flieger auf Autos. Bedenklicher Zustand erreicht!
Pina Colada an der Plaza Vieja in Havanna, soooo schoen - da stoert es auch nicht, wenn die Tilde vom N auf einer kubanischen Tastatur nicht zu finden ist.
Da wird gerade von einer oesterreichischen Zapfanlage Bier gezapft. Und wenn man dann Rum ins Bier kippt, nennt sich das hier oesterreichisches Bier. Herrschaftszeiten, wir Oesterreicher haben eine Ruf im Ausland! Als ob wir jemals saufen wuerden ....
Und als Abschluss noch das Nationalgetraenk Mojito, getrunken in einem wunderschoenen Kaffeehaus des Hotel Inglaterra gleich am Parco Zentral in Havanna.
Zum Beispiel in einer direkt vom Baum gepflueckten Kokosnuss.
Und schon sieht man bunte Schmetterlinge ...
In Form von Kuba Libre und Miami White - Letzteres kannte ich bisher nicht, moeglicherweise eine kubanische Erfindung
Rumpunsch und Daiquiri
Das alles zusammen konsumiert laesst schicke Katzen erscheinen.
Noch einmal Daiquiri, aber von einem anderen Barman gemixt.
Erzeugt Flieger auf Autos. Bedenklicher Zustand erreicht!
Pina Colada an der Plaza Vieja in Havanna, soooo schoen - da stoert es auch nicht, wenn die Tilde vom N auf einer kubanischen Tastatur nicht zu finden ist.
Da wird gerade von einer oesterreichischen Zapfanlage Bier gezapft. Und wenn man dann Rum ins Bier kippt, nennt sich das hier oesterreichisches Bier. Herrschaftszeiten, wir Oesterreicher haben eine Ruf im Ausland! Als ob wir jemals saufen wuerden ....
Und als Abschluss noch das Nationalgetraenk Mojito, getrunken in einem wunderschoenen Kaffeehaus des Hotel Inglaterra gleich am Parco Zentral in Havanna.
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Ponyhof
Freitag, 9. November 2012
Donnerstag, 1. November 2012
Gezogener Strudelteig Schritt für Schritt, eine Buchrezension und schon wieder ein Adieu
Manchmal fehlt es mir hinten und vorne an Zeit - jetzt zum Beispiel. Und dann mache ich so ein Mischmasch-Posting, in das ich alles reinpacke, was gerade so ansteht.
Ganz dringend anstehen tut eine Rezension für "Österreich vegetarisch", das hiermit zum Kochbuchevent kommt.
Schon wie das Buch aussieht! Wunderschön! Prägedruck! Mit drei verschiedenfarbigen Bändchen versehen, um mehrere Lesezeichen setzen zu können. *hach*
Mein fester Vorsatz ist, dass ich damit anders umgehe als ich das sonst gnadenlos tue mit meinen Kochbüchern.

"Österreich vegetarisch" ist derzeit mein am meisten verwendetes Kochbuch: Cremigen Spinat habe ich schon nachgekocht, die Kürbiscremesuppe mit den Kürbiswürferln, die Zellersuppe mit dem Staudensellerie drinnen - alles war köstlich und in gut nachvollziehbaren Arbeitsschritten erkärt. Das erste, was ich daraus nachgekocht habe, waren die Zwetschkenknödeln mit Nougat im Grießteig, das war das einzige Rezept, mit dem ich ein bissl gerauft habe, weil der Teig nicht so wollte wie ich.
Aber nun kommt das Rezept, das allein schon wert ist, dass man das Kochbuch kauft: der gezogene Strudelteig.
Mit gezogenem Strudelteig bin ich aufgewachsen. In meinen jungen Jahren gab es einfach noch keinen Studelteig im Packerl. Entweder man hat gezogen oder es gab keinen gezogenen Apfelstrudel. Und da hat man natürlich gezogen. Keine Frage.
Was mir in der Zwischenzeit abhanden gekommen ist, ist ein passendes Strudeltuch. Gestern hatte ich das Vergnügen, mit Katha ein paar Plauderstündchen halten zu dürfen. Wir wissen beide nicht, wo man ein wirkliches Strudeltuch kaufen kann. Es sollte aus weichem Leinen sein und ca. 1,20 m Seitenlänge haben. Auf den Fotos wurschtle ich mit einer Stoffwindel (gibt es im DM zu kaufen) herum, weil das noch am ehesten meinen Ansprüchen gerecht wird. Geschirrhangerl sind viel zu klein!
Das ist jetzt wirklich das einzige, was einen hindern könnte, sich an gezogenem Strudelteig zu versuchen.
Für Elfe und Lorena kommen nun eine Reihe von Fotos. Ich hoffe, ich kann euch das einigermaßen erklären, wie das mit dem Ziehen geht.
200 g glattes Mehl (Elfe, du und alle anderen ÖsterreicherInnen nehmen am besten Type 480, Lorena und alle anderen Deutschen nehmen Type 405)
1 Prise Salz
100 g lauwarmes Wasser
40 g Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl, KEIN Olivenöl)
Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Händen gut durchkneten. Das geht schneller als den Mixer zu holen, also lohnt es sich nicht wirklich, dafür irgendeine Maschine einzusetzen.
Das ist eindeutig noch zu wenig geknetet.
So sollte die Struktur eines gut gekneteten Strudelteigs ausschauen - alles durchgehend glatt.
Den Teig zu einem runden Knödel formen, mit Öl bestreichen und BEI ZIMMERTEMPERATUR eine Stunde stehen lassen. Wenn der Teig länger stehen sollte, mit Folie abdecken.
Während der Teig rastet, die Fülle herstellen. Hier 4 Äpfel (Boskoop), 3 EL Kristallzucker, 3 EL geriebene Haselnüsse, 1 Hand voll Berberitzen. In einer Pfanne 20 g Butter schmelzen, da drin 40 g Semmelbrösel hellbraun anrösten, alles abkühlen lassen.
Wichtig: Der gezogene Teig muss rasch weiterverarbeitet werden, daher muss die Fülle vor dem Ziehen bereit gestellt werden. Der Teig wird, da er so hauchdünn ist, leicht brüchig, wenn er antrocknet.
6 EL Butter, geschmolzen und überkühlt
Ein Stück Backpapier auf das Backblech legen. Backrohr auf 180 - 190 Grad vorheizen.
Wenn der Teig gerastet hat, bemehlt man ein Stück Arbeitsplatte und rollt darauf den Strudelteig aus. Der Teig sollte nur so dünn sein, dass man ihn noch auf das Strudeltuch transportieren kann. Also am besten ausrollen, umdrehen, ausrollen, umdrehen usw., damit kann man gut abschätzen, wann man mit dem Auswalken aufhören sollte.
Jetzt heißt es Fäuste machen. Auch die Daumen einklappen. Die Finger haben beim Strudelziehen nichts zu suchen. Man arbeitet nur mit den Handrücken! Vielleicht noch mit den Fingerknöcheln, aber keinesfalls mit den Fingern. Da reißt man nur Löcher in den Teig. Man beginnt mit beiden Händen in der Mitte des Teiges und lässt den Teig mit sanftem Zug über die Handrücken gleiten. Immer weiter von innen nach außen arbeiten.
Hier sieht man schon, wie der eine Teil des Teiges bereits dünn ist, der andere muss noch bearbeitet werden. Man zieht auch nie ein einziges Stück vom Teig ganz dünn aus, sondern immer den ganzen Teig dünner und dünner ziehen.
So soll das Endergebnis ausschauen. Es ist wirklich nur mehr ein Hauch von Teig. Was nicht geht: Die Ränder ganz dünn ausziehen. Die schneidet man nach dem Ziehen mit einem Messer weg.
Auf den Teig zuerst die flüssige Butter träufeln. Nicht auf die Idee kommen, wie bei Strudelblättern mit dem Pinsel zu arbeiten, denn das überlebt der Teig nicht. Auf die Butter kommen dann die gerösteten Bröseln. Die Bröselschicht verhindert, dass die saftige Apfelfülle Matsch aus dem Teig macht, daher die Bröseln nie mit der Öbstfülle mischen. Auf die Bröseln kommen dann die restlichen Zutaten der Fülle (die kann man schon mischen). Links und rechts die Ränder sowie das vordere Drittel des Teiges müssen zwar mit Butter beträufelt werden, aber da kommt keine Fülle drauf.
Teig links und rechts einklappen, Strudel mit Hilfe des Tuchs einrollen und auf das Backblech bugsieren. Der Teig ist, obwohl er hauchdünn ist, recht elastisch, also kann man den Strudel problemlos um die Kurve legen, wenn er für das Blech zu lang ist. Den Strudel vorsichtig mit Butter bestreichen und 15 min. backen, dann noch einmal mit Butter bepinseln und weitere 15 min. backen.
Das ist der fertige Apfelstrudel. Man isst ihn am besten warm oder bei Zimmertemperatur. Die einzelnen Stücke anzuckern!
Die Fülle hier ist nicht nach dem Rezept von Kathas Buch. Katha nimmt 750 g säuerliche Äpfel, 3 EL Kristallzucker, 1 EL Rosinen, 1 Hand voll geröstete und gehackte Walnüsse, auf die Fülle verteilt sie noch 125 g glatt gerührten Sauerrahm.
Also los, traut euch! Kauft halt ein Packl Strudelteig, falls es nicht klappt. Aber dieser Teig geht so gut zu ziehen, da stehen die Chancen wirklich gut, dass man das schafft.
So, das war nun die viel zu kurze Buchbesprechung, das Rezept mit Schritt für Schritt-Anleitung, bleibt mir nur noch, euch wieder einmal für eine Weile adieu zu sagen. Wir verabschieden uns in wärmere Gefielde!
Ganz dringend anstehen tut eine Rezension für "Österreich vegetarisch", das hiermit zum Kochbuchevent kommt.
Schon wie das Buch aussieht! Wunderschön! Prägedruck! Mit drei verschiedenfarbigen Bändchen versehen, um mehrere Lesezeichen setzen zu können. *hach*
Mein fester Vorsatz ist, dass ich damit anders umgehe als ich das sonst gnadenlos tue mit meinen Kochbüchern.
"Österreich vegetarisch" ist derzeit mein am meisten verwendetes Kochbuch: Cremigen Spinat habe ich schon nachgekocht, die Kürbiscremesuppe mit den Kürbiswürferln, die Zellersuppe mit dem Staudensellerie drinnen - alles war köstlich und in gut nachvollziehbaren Arbeitsschritten erkärt. Das erste, was ich daraus nachgekocht habe, waren die Zwetschkenknödeln mit Nougat im Grießteig, das war das einzige Rezept, mit dem ich ein bissl gerauft habe, weil der Teig nicht so wollte wie ich.
Aber nun kommt das Rezept, das allein schon wert ist, dass man das Kochbuch kauft: der gezogene Strudelteig.
Mit gezogenem Strudelteig bin ich aufgewachsen. In meinen jungen Jahren gab es einfach noch keinen Studelteig im Packerl. Entweder man hat gezogen oder es gab keinen gezogenen Apfelstrudel. Und da hat man natürlich gezogen. Keine Frage.
Was mir in der Zwischenzeit abhanden gekommen ist, ist ein passendes Strudeltuch. Gestern hatte ich das Vergnügen, mit Katha ein paar Plauderstündchen halten zu dürfen. Wir wissen beide nicht, wo man ein wirkliches Strudeltuch kaufen kann. Es sollte aus weichem Leinen sein und ca. 1,20 m Seitenlänge haben. Auf den Fotos wurschtle ich mit einer Stoffwindel (gibt es im DM zu kaufen) herum, weil das noch am ehesten meinen Ansprüchen gerecht wird. Geschirrhangerl sind viel zu klein!
Das ist jetzt wirklich das einzige, was einen hindern könnte, sich an gezogenem Strudelteig zu versuchen.
Für Elfe und Lorena kommen nun eine Reihe von Fotos. Ich hoffe, ich kann euch das einigermaßen erklären, wie das mit dem Ziehen geht.
| Dieses Stück Himmelreich ist das Endergebnis |
200 g glattes Mehl (Elfe, du und alle anderen ÖsterreicherInnen nehmen am besten Type 480, Lorena und alle anderen Deutschen nehmen Type 405)
1 Prise Salz
100 g lauwarmes Wasser
40 g Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl, KEIN Olivenöl)
Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Händen gut durchkneten. Das geht schneller als den Mixer zu holen, also lohnt es sich nicht wirklich, dafür irgendeine Maschine einzusetzen.
Das ist eindeutig noch zu wenig geknetet.
So sollte die Struktur eines gut gekneteten Strudelteigs ausschauen - alles durchgehend glatt.
Den Teig zu einem runden Knödel formen, mit Öl bestreichen und BEI ZIMMERTEMPERATUR eine Stunde stehen lassen. Wenn der Teig länger stehen sollte, mit Folie abdecken.
Während der Teig rastet, die Fülle herstellen. Hier 4 Äpfel (Boskoop), 3 EL Kristallzucker, 3 EL geriebene Haselnüsse, 1 Hand voll Berberitzen. In einer Pfanne 20 g Butter schmelzen, da drin 40 g Semmelbrösel hellbraun anrösten, alles abkühlen lassen.
Wichtig: Der gezogene Teig muss rasch weiterverarbeitet werden, daher muss die Fülle vor dem Ziehen bereit gestellt werden. Der Teig wird, da er so hauchdünn ist, leicht brüchig, wenn er antrocknet.
6 EL Butter, geschmolzen und überkühlt
Ein Stück Backpapier auf das Backblech legen. Backrohr auf 180 - 190 Grad vorheizen.
Wenn der Teig gerastet hat, bemehlt man ein Stück Arbeitsplatte und rollt darauf den Strudelteig aus. Der Teig sollte nur so dünn sein, dass man ihn noch auf das Strudeltuch transportieren kann. Also am besten ausrollen, umdrehen, ausrollen, umdrehen usw., damit kann man gut abschätzen, wann man mit dem Auswalken aufhören sollte.
Jetzt heißt es Fäuste machen. Auch die Daumen einklappen. Die Finger haben beim Strudelziehen nichts zu suchen. Man arbeitet nur mit den Handrücken! Vielleicht noch mit den Fingerknöcheln, aber keinesfalls mit den Fingern. Da reißt man nur Löcher in den Teig. Man beginnt mit beiden Händen in der Mitte des Teiges und lässt den Teig mit sanftem Zug über die Handrücken gleiten. Immer weiter von innen nach außen arbeiten.
Hier sieht man schon, wie der eine Teil des Teiges bereits dünn ist, der andere muss noch bearbeitet werden. Man zieht auch nie ein einziges Stück vom Teig ganz dünn aus, sondern immer den ganzen Teig dünner und dünner ziehen.
So soll das Endergebnis ausschauen. Es ist wirklich nur mehr ein Hauch von Teig. Was nicht geht: Die Ränder ganz dünn ausziehen. Die schneidet man nach dem Ziehen mit einem Messer weg.
Auf den Teig zuerst die flüssige Butter träufeln. Nicht auf die Idee kommen, wie bei Strudelblättern mit dem Pinsel zu arbeiten, denn das überlebt der Teig nicht. Auf die Butter kommen dann die gerösteten Bröseln. Die Bröselschicht verhindert, dass die saftige Apfelfülle Matsch aus dem Teig macht, daher die Bröseln nie mit der Öbstfülle mischen. Auf die Bröseln kommen dann die restlichen Zutaten der Fülle (die kann man schon mischen). Links und rechts die Ränder sowie das vordere Drittel des Teiges müssen zwar mit Butter beträufelt werden, aber da kommt keine Fülle drauf.
Teig links und rechts einklappen, Strudel mit Hilfe des Tuchs einrollen und auf das Backblech bugsieren. Der Teig ist, obwohl er hauchdünn ist, recht elastisch, also kann man den Strudel problemlos um die Kurve legen, wenn er für das Blech zu lang ist. Den Strudel vorsichtig mit Butter bestreichen und 15 min. backen, dann noch einmal mit Butter bepinseln und weitere 15 min. backen.
Das ist der fertige Apfelstrudel. Man isst ihn am besten warm oder bei Zimmertemperatur. Die einzelnen Stücke anzuckern!
Die Fülle hier ist nicht nach dem Rezept von Kathas Buch. Katha nimmt 750 g säuerliche Äpfel, 3 EL Kristallzucker, 1 EL Rosinen, 1 Hand voll geröstete und gehackte Walnüsse, auf die Fülle verteilt sie noch 125 g glatt gerührten Sauerrahm.
Also los, traut euch! Kauft halt ein Packl Strudelteig, falls es nicht klappt. Aber dieser Teig geht so gut zu ziehen, da stehen die Chancen wirklich gut, dass man das schafft.
So, das war nun die viel zu kurze Buchbesprechung, das Rezept mit Schritt für Schritt-Anleitung, bleibt mir nur noch, euch wieder einmal für eine Weile adieu zu sagen. Wir verabschieden uns in wärmere Gefielde!
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Mehlspeise (Hauptgericht)
Montag, 29. Oktober 2012
Dick werden mit Ottolenghi
Schon längere Zeit verfolge ich mit Argusaugen die Rezepte aus dem neuen Kochbuch von Ottolenghi im Guardian. Ein paar Gerichte habe ich schon nachgekocht und sie waren alle köstlich! Aber damit verrat ich eh nichts Neues, denn Heike und nun auch Juliane haben das Kochbuch auch schon entdeckt. Nun will ich mein Highlight aus den bisherigen Rezepten aus dem Guardian posten.
Und wieder einmal verblüfft mich die Menge: Da scheinen wieder diese kleinen Vorspeistellerchen, die im Ottolenghi in London verwendet werden, als Maßstab angelegt zu werden. Dieses Rezept ist angeblich für 6 Personen, ich würde meinen, 3 starke Esser oder 4 schwache Esser packen diese Menge. Oder es ist Teil eines Menüs, dann passt die Mengenangabe für 6 wieder.
Atemberaubend ist die eingesetzte Fettmenge: 250 ml Sonnenblumenöl! 1/4 Liter! Dann noch 1 EL Olivenöl und 40 g Butter, zum Drüberstreuen 300 g griechisches Joghurt, das ja 10 % Fett enthält. Ich habe das Rezept mit diesen Fettmengen nachgekocht, aber das war schon grenzwertig. Vielleicht sollte man doch einen Salat vorher, eine kleine Portion von diesem Melanzani-Linsen-Bulgur und dann ein Stück Obst nachher essen. Wir sind jedenfalls nach einem großen Teller von diesem Essen flach gelegen. Lecker war es aber auf jeden Fall! Ein wirklich tolles Wohlfühlessen, das ich sicher wieder kochen werde, allerdings dann irgendwie fettreduziert.
Melanzani-Linsen-Bulgur-Pilaf
250 ml Sonnenblumenöl
2 große Auberginen, streifig geschält, in 2 cm große Würfel geschnitten
2 große Zwiebeln, ebenfalls in 2 cm große Würfel geschnitten
Salz und schwarzer Pfeffer (Ottolenghi nimmt Maldon-Salz, aber das nehme ich nur, wenn ich die Salzkristalle auch spüren kann, und nicht einfach so zum Kochen, daher bei mir Meersalz)
200 g grüne oder braune Linsen
1 Lorbeerblatt
2 TL Kümmel
3/4 TL Kurkuma, gemahlen
1 1/2 TL Piment, gemahlen
4 kleine Zimtstangen (Turbohausfrau: 2 normale Zimtstangen zerbrochen)
160 g mittlerer oder grober Bulgur
1/2 TL Zucker
1 EL Olivenöl
40 g Butter, geschmolzen
300 g griechischer Joghurt
Das Sonnenblumenöl erhitzen, die Melanzaniwürfel ca. 7 min. auf großer Hitze darin frittieren, dabei ständig rühren. Dann die Zwiebelwürfel dazugeben und weitere 10 min. frittieren. Wenn die Zwiebelwürfel schön goldbraun sind, kippt man das alles in ein Sieb, salzt ordentlich und lässt es 20 min. abtropfen. In dieser Zeit die Linsen mit der dreifachen Menge kaltem Wasser zusetzen und ca. 12 min. kochen lassen - sie sollen noch gut Biss haben, denn sie werden noch weiter gegart. Abgießen und kalt abspülen, um den Garprozess zu stoppen.
Backrohr auf 160 Grad vorheizen.
Eine ofenfeste Pfanne mit Deckel nehmen, erhitzen, den Kümmel in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze rösten, bis der Kümmel anfängt zu duften (dauert nur 1 bis 2 Minuten). Dann gibt man Kurkuma, Piment, Zimt, Bulgur, Zucker, 1 1/2 TL Salz dazu und pfeffert großzügig. Olivenöl über den Bulgur träufeln.
Linsen und 380 ml Wasser dazugeben und alles durchrühren. Zum Kochen bringen und 3 min. köcheln. Je feiner der Bulgur, desto mehr Wasser saugt er auf. Am besten nach den 3 min. kosten und noch Wasser dazugeben, wenn es nötig scheint.
Zerlassene Butter über das Gemisch gießen. Deckel auf die Pfanne und 10 min. im Rohr garen. Danach Lorbeerblatt und Zimtstangen rausfischen, Melanzani-Zwiebelmischung unterheben und kurz erwärmen. Mit Joghurt servieren.
Was dazu noch zu sagen ist:
Was mir nicht klar ist, warum man die Melanzani streifig schält. Dadurch, dass sie in Würfel geschnitten werden, sieht man das später ja nicht mehr. Ich denke, dass man sich das schenken kann.
Zugegeben, schön ist das nicht. Aber sehr gut! Ich liebe diese orientalischen Aromen und die vereinen sich hier perfekt.
Unterm Strich ein wirklich feines Essen für die kalte Jahreszeit bis auf diese enormen Fettmengen.
Und wieder einmal verblüfft mich die Menge: Da scheinen wieder diese kleinen Vorspeistellerchen, die im Ottolenghi in London verwendet werden, als Maßstab angelegt zu werden. Dieses Rezept ist angeblich für 6 Personen, ich würde meinen, 3 starke Esser oder 4 schwache Esser packen diese Menge. Oder es ist Teil eines Menüs, dann passt die Mengenangabe für 6 wieder.
Atemberaubend ist die eingesetzte Fettmenge: 250 ml Sonnenblumenöl! 1/4 Liter! Dann noch 1 EL Olivenöl und 40 g Butter, zum Drüberstreuen 300 g griechisches Joghurt, das ja 10 % Fett enthält. Ich habe das Rezept mit diesen Fettmengen nachgekocht, aber das war schon grenzwertig. Vielleicht sollte man doch einen Salat vorher, eine kleine Portion von diesem Melanzani-Linsen-Bulgur und dann ein Stück Obst nachher essen. Wir sind jedenfalls nach einem großen Teller von diesem Essen flach gelegen. Lecker war es aber auf jeden Fall! Ein wirklich tolles Wohlfühlessen, das ich sicher wieder kochen werde, allerdings dann irgendwie fettreduziert.
Melanzani-Linsen-Bulgur-Pilaf
250 ml Sonnenblumenöl
2 große Auberginen, streifig geschält, in 2 cm große Würfel geschnitten
2 große Zwiebeln, ebenfalls in 2 cm große Würfel geschnitten
Salz und schwarzer Pfeffer (Ottolenghi nimmt Maldon-Salz, aber das nehme ich nur, wenn ich die Salzkristalle auch spüren kann, und nicht einfach so zum Kochen, daher bei mir Meersalz)
200 g grüne oder braune Linsen
1 Lorbeerblatt
2 TL Kümmel
3/4 TL Kurkuma, gemahlen
1 1/2 TL Piment, gemahlen
4 kleine Zimtstangen (Turbohausfrau: 2 normale Zimtstangen zerbrochen)
160 g mittlerer oder grober Bulgur
1/2 TL Zucker
1 EL Olivenöl
40 g Butter, geschmolzen
300 g griechischer Joghurt
Das Sonnenblumenöl erhitzen, die Melanzaniwürfel ca. 7 min. auf großer Hitze darin frittieren, dabei ständig rühren. Dann die Zwiebelwürfel dazugeben und weitere 10 min. frittieren. Wenn die Zwiebelwürfel schön goldbraun sind, kippt man das alles in ein Sieb, salzt ordentlich und lässt es 20 min. abtropfen. In dieser Zeit die Linsen mit der dreifachen Menge kaltem Wasser zusetzen und ca. 12 min. kochen lassen - sie sollen noch gut Biss haben, denn sie werden noch weiter gegart. Abgießen und kalt abspülen, um den Garprozess zu stoppen.
Backrohr auf 160 Grad vorheizen.
Eine ofenfeste Pfanne mit Deckel nehmen, erhitzen, den Kümmel in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze rösten, bis der Kümmel anfängt zu duften (dauert nur 1 bis 2 Minuten). Dann gibt man Kurkuma, Piment, Zimt, Bulgur, Zucker, 1 1/2 TL Salz dazu und pfeffert großzügig. Olivenöl über den Bulgur träufeln.
Linsen und 380 ml Wasser dazugeben und alles durchrühren. Zum Kochen bringen und 3 min. köcheln. Je feiner der Bulgur, desto mehr Wasser saugt er auf. Am besten nach den 3 min. kosten und noch Wasser dazugeben, wenn es nötig scheint.
Zerlassene Butter über das Gemisch gießen. Deckel auf die Pfanne und 10 min. im Rohr garen. Danach Lorbeerblatt und Zimtstangen rausfischen, Melanzani-Zwiebelmischung unterheben und kurz erwärmen. Mit Joghurt servieren.
Was dazu noch zu sagen ist:
Was mir nicht klar ist, warum man die Melanzani streifig schält. Dadurch, dass sie in Würfel geschnitten werden, sieht man das später ja nicht mehr. Ich denke, dass man sich das schenken kann.
Zugegeben, schön ist das nicht. Aber sehr gut! Ich liebe diese orientalischen Aromen und die vereinen sich hier perfekt.
Unterm Strich ein wirklich feines Essen für die kalte Jahreszeit bis auf diese enormen Fettmengen.
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